Mit Pink ins Umweltbewusstsein

Ein Gehweg, der aussieht als wäre der rosarote Panther darüber spaziert, und viele flinke Hände, die in pinken Gummihandschuhen stecken. Was diese wohl machen? Ganz einfach: Zigarettenstummel aufsammeln. „Pinke Hände“ – so heißt die Organisation, die sich aus jungen Studierenden zusammen getan hat, um Dresden müllfreier zu machen. Ausgerüstet mit pinker Kreide, um auf das Meer an Zigarettenstummeln auf der Straße aufmerksam zu machen, und pinken Handschuhen, um die Stummel im Nachhinein in Einwegplastikflaschen zu sammeln.

Hat hier Pink Panther seine Spuren hinterlassen?
Hat hier Pink Panther seine Spuren hinterlassen? Foto: Pinke Hände

Dass die auffällige Farbe zum Erkennungsmerkmal der Gruppierung wurde, war reiner Zufall. Im Sommer letzten Jahres entschloss sich eine Gruppe Freund*innen dazu, spontan Müll zu sammeln und beim Einkauf für die richtige Ausrüstung dafür, landeten eben diese pinken Haushaltshandschuhe im Warenkorb.

Und seitdem immer wieder. Als nach einer Umweltdemo dasselbe Ziel anstand, aber kein Müll weit und breit zu finden war, stach stattdessen ein anderes Problemkind der Stadt ins Auge: Die Unmengen an Zigarettenfilter auf der Straße. Und so begann die Mission der „Pinken Hände“.

Dimensionen, die beim Sammeln sichtbar werden. Foto: Pinke Hände

Dazu gehören die bereits erwähnten Aufräumaktionen. Aber die Gruppe will auch Zeichen setzen: So baut sie zum Beispiel Zigarettenmenschen komplett aus dem Müll, den sie eingesammelt haben. Sie sprechen auch Raucher*innen an und machen darauf aufmerksam, dass diese ihre Zigaretten nicht einfach auf die Straße werfen sollen. Mit positiven Hinweisen statt Strafen, wie zum Beispiel Geldstrafen, die vom Ordnungsamt verhängt werden können, haben sie auch Erfolg: Raucher*innen zeigen Verständnis und heißen die Arbeit, die die „Pinke Hände“ machen, willkommen.

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Auf Instagram und Telegram betreibt die Gruppe Aufklärungsarbeit und informiert über neue Projekte, momentan werden Taschenaschenbecher verschenkt. Beim Wettbewerb „Lokale Agenda“ gewann die Gruppe „Pinke Hände“ den ersten Platz in der Kategorie „Bildung für Nachhaltigkeit und gesellschaftliches Miteinander“.

Der lebensgroße Zigarettenmensch – auf Instagram in seiner vollen Größe zu bewundern. Foto: Pinke Hände

Das soll aber längst nicht alles bleiben: Mit dem gewonnenen Geld wollen „Pinke Hände“ neue Aktionen finanzieren – an Ideen, wie man Dresden sauberer machen und halten kann, fehlt es nicht. Dafür sucht die Aktion weitere helfende Hände – jede*r ist willkommen und kann mitmachen.

Pinke Hände

Pinke Hände bei der Arbeit. Foto: Pinke Hände

20 Kommentare zu “Mit Pink ins Umweltbewusstsein

  1. Fühle mich ertappt und gelobe hiermit Besserung… Ehrlich… Danke Euch! Tolle Aktion, sollte aber eigentlich unnötig sein, aber wie gesagt, ich gehöre ja auch zu den UmweltsünderInnen…

  2. Sehr gute Aktion! Es gab mal ne Doku, die den Eintrag von Giftstoffen ins Grundwasser ausgehend von Kippen bei Regen betrachtet hat. Das waren nicht unwesentliche Mengen und hat mich persönlich stark bewegt. Grundsätzlich soll ja jeder seiner Sucht nachgehen. Rauchen ist in meinen Augen mit das Asozialste was es überhaupt gibt und tatsächlich kann der Mensch im Einzelnen mit seinem Verhalten wirklich etwas beeinflussen. Kein Mensch kann beim aktiven Rauchen vermeiden, mit dem Qualm andere zu belästigen, dass Schadstoffe in die Umwelt getragen werden und das die medizinischen Folgekosten der Allgemeinheit aufgebürdet werden. Den zweifelhafte Gewinn beim Rauchen hat in meinen Augen nur der Raucher. Alle anderen haben das Nachsehen, außer der riesige Industriezweig der dahinter hängt und ordentlich daran verdient. Liebe Raucher, entsorgt die Kippen bitte nicht in der Umwelt und raucht vlt mal eine weniger.

  3. @Andi R 1. Wir müssen dich ja auch ertragen. 2. Rauch vermeidet Mensch, wenn er sich nicht unbedingt in selbigen stellt und Raucher, wenn sie schon darum gebeten werden, ihre Position ebenfalls anpassen. Gegenseitige Rücksichtnahme, schon mal gehört? Alles andere, ist asozial!

  4. Nebenbei gesagt, pinkfarbene Kreise auf Gehwege zu sprühen, dürfte auch nicht besonders gut für die Umwelt sein und stellt ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit dar.

  5. Und der Kalkabbau + Farbstoffe machens besser, ja?
    Ich erinner mich an mit Kanne umsprühte Hundekackhaufen… die Haufen sind weg, die Kreise noch am Start.
    Ach, und meine Stummel landen weiter auf der Strasse, ein kleiner Rest Tabak, ein Fitzel Papier & mit dem Fuss einmal drüber – weg. Und gelbe Finger sind nicht toxisch ;)

  6. @Jörn

    Die Suppenküche an sich dürfte ja wohl kaum das Problem sein!

    Ganz nebenbei gibt es auch noch andere Ärgernisse. Vor ein paar Jahren hat schon mal ein engagierter Bürger in Radebeul Hundehaufen mit Neonfarbe markiert. Ob es gewirkt hat, bleibt zu bezweifeln.

    Wenn die Stadt es schafft, mal Entsorgungsbehälter aufzustellen, wäre schon viel gewonnen. Auf der Hauptstrasse gibt es sowas alle paar Meter.

  7. @ DD Hecht (-bewohner):

    Na vielen Dank für diese wenig emphatische, eher ignorante Sichtweise der Problematik. Wenn also vor mir jemand qualmend auf der Straße rumrennt soll ich einfach weg gehen? Soll ich vlt noch die Luft anhalten? Warum ist der Raucher nicht so rücksichtsvoll und sucht sich einen stillen Ort?
    Die Theorie der „Gegenseitigen Rücksichtnahme“ stirbt jeden Tag den Tod in der Praxis. Rauchen nützt keinem etwas und schadet tatsächlich allen. Der kurzweilige Kick oder die Entspannung kommt nur dem Raucher „zugute“. Von daher halte ich das für ein egoistisches und asoziales Verhalten, gerade im Hinblick auf den Schaden in Umwelt und der Gesundheit.

  8. Niemand ist für eure (entfernt, bitte unterlassen Sie Fäkalsprache, vielen Dank, die Redaktion) verantwortlich außer ihr selbst.

  9. @ DD Hecht (-bewohner):

    Zigarettenrauch ist erwiesenermaßen ein gesundheits- und umweltschädlicher Stoff. Unter gegenseitiger Rücksichtnahme verstehe ich, dass die Zigaretten rauchende Person dafür Sorge trägt, dass andere damit nicht belastet werden. Das anzünden einer Zigarette ist eine bewusst herbeigeführte Handlung. Ich persönlich freue mich über jede Person, die mit derselben Sorgfalt vor dem Rauchen prüft, ob es passend ist oder nicht. Unter diesem Aspekt finde ich deinen ersten Kommentar wenig durchdacht. Zumal du dir anmaßt, dass andere Personen „mich auch ertragen müssen“ (Zitat: Wir müssen dich auch ertragen) Du kannst mich mit aller Hingabe gern doof finden aber lass bitte andere aus dem Spiel.

  10. Ich rege mich schon auch schon lange über die Überbleibsel der Zigarette auf. Ein Haufen blabla für eine selbstverständliche Sache. Einfach im Müll entsorgen!

  11. @goldi
    Die Filter sehen zwar aus wie Watte, tatsächlich bestehen sie meistens aus dem Kunststoff Celluloseacetat. Es dauert Jahrzehnte, bis sie sich zersetzen…
    Zigarettenkippen im Park oder sonstwo sind auch für Kinder eine Gefahr (…) Nikotin ist nach Medikamenten die häufigste Ursache einer Vergiftung im Kleinkindalter.
    Nachzulesen hier:
    https://blog.wwf.de/rauchen-umwelt-zigarettenkippen/

  12. In Japan gibt es abgegrenzte Raucherbereiche.
    Und jeder hält sich daran!
    Bei meinem ersten Besuch war ich selber noch starker Raucher. Trotzdem habe ich mich daran gehalten und fand es nicht störend.

    Vielleicht sollte man das System in Deutschland auch etablieren. Ich denke aber, dass hier die Tabaklobby zu stark ist, und unsere Politiker oft zu anfällig für Lobbyismus sind.

  13. Hey AnneKaffeekanne :)
    Ich rauch seit ca 16 Jahren ohne Filter. Und wenns mal ne Industriekippe ist, fliegt die in den Müll.

  14. @Andi R:

    Alle Raucher als asozial zu betiteln is schon harter Tobak…
    Es gibt ohne Zweifel viele Kippen-Konsumenten die Ihre Stummel überall hinschmeissen, sei es aus Bequemlichkeit oder mangels Mülleimer… Wie sieht es denn mit den vielen PizzaKartons samt Essensresten aus? Oder Gehwegen die absichtlich durch „Gastronomie“ blockiert werden… Die Aktion finde grundsätzlich sehr gut, wirklich. Aber es ist doch wieder nur ein „SuperHappening“ in Pink geworden. Leider. Die Mischung aus Erbrochenen, Urin, Glasscherben und Kronenkorken machen jeden Spaziergang mit Kindern zum Abenteuer… Da ändern auch Kreidekreise und der Blechmann nichts.
    … Aber haste schön Raucher im Kommentarbereich gebasht… Kannste stolz auf Dich sein. Wenn Dich wieder mal ein Raucher anpustet, dann sprich Ihn doch einfach darauf an.

  15. ..oder hust ihn an, das ist eine durchaus respektvolle Art, seine Puste-Geste zu erwidern bzw. nichts zu Covid-Zeiten ist lustiger, als einen lungenkranken Junkie mit unmittelbarem Todesrisiko zu konfrontieren.
    Wieso muss man sich den Gestank denn als Nichtraucher antun? Weil die Raucher abgehärtet sind und das nicht mehr riechen? Diesen Kippenmief ziehen die Raucher 20m wie eine Fahne hinter sich her. Da is der Geruch eines Alkoholikers ein Scheiss gegen. Es wird einfach nur als gesellschaftlich normal erachtet, dass Leute rauchen, genauso wie man in Deutschland mit 250 über die Autobahn brettern kann. Das Privileg des Egoisten.
    Aber um auf Deine Frage nach „Gehwegen die absichtlich durch „Gastronomie“ blockiert werden“ zurückzukommen: die bezahlen Abgaben dafür an die Stadt.

  16. …da wird es aber langsam Zeit auch eine Kleiderordnung einzuführen. Es kann ja nicht sein, dass die sensiblen Augen der Mitmenschen durch „modische“ Entgleisungen belästigt werden…
    ;-)
    Gibt es noch was, was zum „guten“ geführt werden muss?

  17. Hier ein interessanter Artikel zu den Kosten des Rauchens: https://www.tagesspiegel.de/politik/wirtschaftlicher-schaden-durch-tabakkonsum-studie-raucher-kosten-jaehrlich-80-milliarden-euro/11658760.html (Grundlage: https://www.dkfz.de/de/tabakkontrolle/download/Publikationen/AdWfP/AdWfP_Die_Kosten_des_Rauchens_in_Deutschland.pdf)
    Ich war der Ansicht, dadurch, das Raucher früher sterben (also einige Alterskrankheiten auslassen) und soviel Steuern zahlen, hätte die Gemeinschaft etwas davon. Aber das war wohl zu optimistisch gedacht.
    Also haben doch nur die Konzerne etwas davon. Leider machen wir uns in Deutschland viel zu abhängig von Lebensqualität zerstörenden Arbeitgebern: Tabak- und Autoindustrie :-(

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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