Putzi-Gelände ist geräumt

16.30 Uhr: Für 18 Uhr ist eine Sympathie-Demonstration auf dem Alaunplatz angekündigt. Vor Ort werden jetzt auch die oberen Etagen der Häuser zugemauert.

Die oberen Etagen werden zugemauert. Foto: Wir besetzen Dresden.
Die oberen Etagen werden zugemauert. Foto: Wir besetzen Dresden.

15.30 Uhr: Alle drei Häuser sind geräumt. Es wurden sechs Personen durch das SEK aus dem letzten Haus nach draußen gebracht. Nach Angaben der Polizei wurden insgesamt 21 Personen vom Gelände verwiesen. Bei sechs Personen konnten die Personalien nicht vor Ort festgestellt werden. Diese befinden sich, zur Klärung der Personalien, in Gewahrsam, so die Polizei per Twitter.

Die Polizei auf dem Dach des letzten Hauses.
Die Polizei auf dem Dach des letzten Hauses.

15.00 Uhr: Die Polizei hat eines der beiden besetzten Häuser geräumt. Auf der anderen Straßenseite stehen immer noch etliche Sympathisanten. Das Vorgehen der Polizei wird live per Megafon kommentiert.

Die Polizei holt einen Besetzer vom Dach.
Die Polizei holt einen Besetzer vom Dach.

Etwa 100 Sympathisant*innen stehen auf der anderen Straßenseite. Der Verkehr rollt über die Königsbrücker mit leichten Behinderungen.
Etwa 100 Sympathisant*innen stehen auf der anderen Straßenseite. Der Verkehr rollt über die Königsbrücker mit leichten Behinderungen.

14.10 Uhr: Die Verhandlungen sind gescheitert. Laut Polizei sind jetzt Einsatzkräfte des SEK vor Ort eingetroffen. Es soll sich dabei um speziell in Höhenrettung bzw. Höhenintervention ausgebildete Beamte handeln. Sie sollen die Personen vom Dach abschließend holen.

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13.20 Uhr: Die Besetzer*innen sind erneut in Verhandlung mit dem Eigentümer.

12.00 Uhr: Laut Polizei hat die Dresdner Feuerwehr vor Ort die Lage überprüft. Im Ergebnis bestehe keine Gefahr für Leib und Leben für die Personen, die sich noch im Objekt befinden. Deshalb sei eine Unterstützung durch die Feuerwehr nicht möglich.

11.30 Uhr: Die Besetzer*innen bleiben auf dem Dach und im Baum. Um sie runterzuholen, will sich die Polizei mit der Feuerwehr beraten.

Insgesamt vier Besetzer*innen befinden sich auf dem Dach.
Insgesamt vier Besetzer*innen befinden sich auf dem Dach.

11.00 Uhr: Um die Zufahrt zu blockieren, setzen sich die Symphatisant*innen vor die Einfahrt des Putzi-Geländes in der Katharinen Straße.

Die Protestierenden blockieren die Zufahrt zum Gelände, um der Räumung entgegenzuwirken.
Die Protestierenden blockieren die Zufahrt zum Gelände, um der Räumung entgegenzuwirken.

Die Besetzer*innen und Symphatissant*innen möchten mit der Aktion auf die Wohnraumsituation in Dresden aufmerksam machen. Sie wollen die leerstehenden Gebäude in Wohn- und Kulturraum umwandeln. Momentan sind etwa 100 Polizist*innen im Einsatz. Die Polizei spricht von einer friedlichen Situation, trotzdem stehen die Polizeibeamten mit voller Ausrüstung inklusive Helm, Schlagstock und Schusswaffen bereit. Für die Räumung plant die Polizei noch weitere Stunden. Der Eigentümer des Putzi-Geländes erlaubt der Presse keinen Zutritt aufs Gelände.

Großes Polizei Aufgebot an der Königsbrücker. Danke an Ronny für das Foto.
Seit 8 Uhr: großes Polizei-Aufgebot an der Königsbrücker. Danke an Ronny für das Foto.

10.30 Uhr: Mehrere Besetzer*innen befinden sich auf dem Dach eines Hauses und in einem Baum. Insgesamt sind noch fünf Besetzer*innen auf dem Gelände. 12 hätten nach Polizei das Gelände freiwillig verlassen, vier mussten rausgetragen werden. Die Samba-Gruppe solidarisiert sich mit den Besetzer*innen und macht durch Trommeln auf die Situation aufmerksamen. Sie rufen:“Alle Menschen bleiben, Agenta-Group enteignen.“

Der Blick in den Hinterhof zeigt: Die Polizei ist vorbereitet. Etwa 100 Polizist*innen sind im Einsatz.
Der Blick in den Hinterhof zeigt: Die Polizei ist vorbereitet. Etwa 100 Polizist*innen sind im Einsatz.

10.00 Uhr: Die Polizei fordert die Demonstrant*innen auf freiwillig die Straße zu verlassen. An die 20 Personen haben sich auf die Straße gesetzt. Nach der dritten Auffoderung stehen die Symphatisant*innen auf und gehen zurück auf den Gehweg.

Die Polizei verweist auf die von der Versammlungsbehörde zugelassene Versammlungsfläche, die nur den Gehweg der Königsbrücker Straße betrifft. Die Demonstrant*innen kritisieren, dass politischem Protest zu wenig Raum gegeben wird. Es werden heiße Gentränke ausgeschenkt. Die Königsbrücker Straße ist wieder frei für den Verkehr und die Straßenbahnen.

"Zu wenig Platz für politischen Protest", sagen die Protestierenden und setzen sich auf die Straße.
„Zu wenig Platz für politischen Protest“, sagen die Protestierenden und setzen sich auf die Straße.

9.30 Uhr: Die Polizei nimmt Personalien auf und dringt in das Putzi-Gelände ein.

Kurz scheint die Situation zu eskalieren.
Kurz scheint die Situation zu eskalieren.
Die Polizei schuppt die Portestierenden zurück auf den Gehweg.
Die Polizei schiebt die Protestierenden zurück auf den Gehweg.

9.00 Uhr: Momentan scheint die Situation auf beiden Seiten friedlich. Etwa 20 Polizeibeamte stehen um das Gebäude herum, von den Besetzer*innen sind nur zwei Menschen auf dem Dach eines Hauses zu sehen. Die Gruppe der Besetzer*innen bittet um weitere Menschen, die sich mit ihnen solidarisieren und der angemeldeten Kundgebung beiwohnen. Die Straßenbahnen der Linie 7 und 8 werden umgeleitet, die Königsbrückerstraße ist teilweise von der Polizei abgesperrt.

Menschen solidarisieren sich mit den Hausbesetzer*innen.
Menschen solidarisieren sich mit den Hausbesetzer*innen.

Gegen 8.45 Uhr wagen etwa 20 Menschen einen Vorstoß in Richtung Polizei und Putzi-Gelände. Sie stellen sich auf die Straße und rufen der Polizei entgegen: „Haut ab!“ Die Polizeit reagiert sofort und schiebtt die Protestierenden zurück auf den Gehweg. Christopher Colditz (Linke), der Versammlungsleiter, kritisiert: „Die Polizei geht rabiat vor. Die Protestierenden wurden mit unmittelbarem Zwang zurückgedrängt.“

Die Gruppe der Besetzer*innen betont: „Wir werden nicht freiwillig gehen!“ Ihrer Ansicht nach ist die Räumung vielleicht legal, jedoch nicht legitim.

Seit 8.15 Uhr findet eine angemeldete Kundgebung statt. Es haben sich etwa 30 Menschen auf der gegenüberliegenden Straßenseite versammelt und solidarisieren sich mit den Hausbesetzer*innen, sie rufen: „Putzi bleibt.“

Seit 8.00 Uhr führt die Dresdner Polizei einen Einsatz an der Königsbrücker Straße durch.

Seit Freitagnachmittag haben mehrere Menschen ein ungenutztes Gelände an der Königsbrücker Straße besetzt. Nachdem der Eigentümer am Montag Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gestellt hatte, bereitete die Dresdner Polizei die Räumung des Objektes vor.

In dem mehrstufigen Einsatzkonzept der Polizei steht eine kommunikative Lösung im Vordergrund.

So unterbreiteten am Dienstag zunächst die Leiter des zuständigen Stadtbezirksamtes und Polizeirevieres der Gruppe vor Ort Gesprächsangebote. Diese beinhalteten das freiwillige Verlassen der Objekte und gleichzeitig die Möglichkeit, dass die Gruppe ihr Anliegen und Nutzungskonzept sowohl beim Stadtbezirksamt und in der Folge auch in der Stadtverwaltung vorstellen und erörtern kann.

Aktuell versucht ein Kommunikationsteam der Dresdner Polizei vor Ort Kontakt zu den Besetzern aufzunehmen und sie zum freiwilligen Verlassen der Gebäude zu bewegen. Sollten sie auch dieser Aufforderung nicht nachkommen, werden Einsatzkräfte mit der Räumung beginnen.

Auch die Gruppe „wir besetzen Dresden“ meldet den Räumungsbeginn. „Die Räumung steht unmittelbar bevor“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Die Besetzer*innen berichten, dass das Haus und das Gelände während der letzten Tage mit Leben gefüllt wurde. Für heute 18 Uhr planen die Symphatisant*innen eine „Krachmach-Demo“ direkt vor dem Putzi-Gelände.

32 Kommentare zu “Putzi-Gelände ist geräumt

  1. Da können die Menschen, die hier in den letzten Tagen nach Recht und Ordnung geschrien haben, die Korken knallen lassen. Dass dann die Häuser einfach weiter verfallen ist dann ja auch irgendwie egal.

  2. Eigentum hat einen hohen Stellenwert und dass ist auch gut so. Aber Eigentum verpflichtet eben auch. Die Stadt hätte viel früher den Eigentümer zwingen müssen, diesen Schandfleck an einer der meistbefahrenen Straßen Dresdens zu beseitigen. Zur Not mit Androhung der Enteignung mit angemessener Entschädigung. Ich hoffe die Räumung geht gewahltfrei ab. Ich fürchte danach ist wieder große Ruhe, von daher habe ich Sympathien mit den Besetzern.

  3. @Thomas Lindner: Soweit ich weiß, geht das nur, wenn eine Gefahr von den entsprechenden Gebäuden ausgeht. Einfach nur ein unschöner Anblick reicht da nicht aus. Aber ich werde mich des Themas in naher Zukunft mal annehmen und Details erkunden.

  4. So wird es ablaufen:
    1. Polizei bietet friedliche Lösung (freiwillig gehen) an
    2. Besetzer lehnen ab
    3. Polizei dringt ein, Besetzer wehren sich
    4. Besetzer kriegen schön auf die Fresse
    5. Besetzer heulen anschließend rum, weil „böse, böse Polizei“
    6. Irgendeine Neustadtversammlung / -diskussion / -lichterkette gegen Polizeigewalt

    Habe echt keine Sympathien mit den (entfernt, bitte keine Beleidigungen, siehe Hausordnung) da drin. Was soll die blöde Aufmachung? Was sollen diese Transgender- / Feminismusflaggen?
    Ich bin ehrlich: Ich hätte vermutlich gar nichts gegen eine Hausbesetzung, die von normalen Menschen getätigt würde (sprich: unpolitisch, keinen Lärm machend, nicht auf dem Dach rumsitzend) – aber hier? Ne…

    @studi
    Ich gönne den Anwohnern die Ruhe und den Frieden. Die Häuser verfallen so oder so.

  5. Wir mussten dort heute Mittag zufällig vorbei und haben uns das mal aus der Nähe angeschaut. Was wir gesehen haben war eine ziemlich tiefenentspannte Polizei, die geschätzte 50 „Komiker“, die offenbar meinten, die Königsbrücker blockieren zu müssen, davon abgehalten haben. Die gängige Kundschaft, die Mittags nichts besseres zu tun hat, als die Polizei zu bepöbeln. Keine Drohgebährden. Keine Gewalt gegenüber den „Demonstranten“. Nichts dergleichen.

    Und was die „Besetzer“ angeht: WAS ZUM TEUFEL DENKEN DIE DENN ? Das sich der Eigentümer so eine Kindergartenaktion gefallen lässt ? Die Plakate kann verstehen wer will. Wir nicht.

    Fazit: Hauptsache mal wieder ordentlich auf den Staat und die Bonzen geschimpft. Aber selber nichts tun außer wild durch die Gegend zu pöbeln. Und das allergeilste ist ja: es gibt einen „Pressesprecher“……..

  6. @gerda

    Genitiv ! des KAPITALS ! Genitiv kann man auch googlen übrigens, falls Du deine Weisheiten aus dem Smartphone beziehst.

  7. interessante Art der Berichterstattung…im Sinne eines Livetickers…gefällt mir…allerdings stören mich diese nervigen Gendersternchen…irgendwie hemmt das den Lesefluss…
    Einige Argumente der Besetzer kann ich nachvollziehen. Nicht jedoch deren Anspruchshaltung.

  8. Es ist Hausfriedensbruch! Ob legitim oder nicht spielt dabei keine Rolle. Wo würde das hinführen, wenn hier jeder machen kann was er will. Dieses Anarchie-Ding hat und wird niemals funktionieren.

    Diese Opferrolle ist nur noch peinlich. Deeskalation wäre ganz einfach – > Haus verlassen. Aber nein, der schuldige ist wie immer die Polizei. Man, sind diese Menschen dumm.

  9. „Sie sollen die Personen vom Dach abschließend bergen.“
    Ich hoffe doch, sie müssen sie nur runterholen oder höchstens retten. Geborgen werden nur Leichen.

    @Raus
    Ja, so wäre das natürlich viel viel schöner…“normale“, „unpolitische“ Menschen, die ganz ganz ruhig sind, so dass keiner was mitbekommt oder gar erschreckt wird. Dann „verfallen [die Häuser] so oder so“ auch ganz in Ruhe…

  10. Ich würde mir wünschen, man könnte der Argenta-Group den Einsatz in Rechnung stellen. Immerhin haben sie die Besetzer ja über Jahrzehnte hinweg eingeladen.

  11. Okay, das ist relativ einfach.

    Geld sparen, Bauherr werden und Verantwortung übernehmen. Dann kann man selber alles besser machen. Scheint ja nicht so schwierig zu sein. Das Problem wäre dann nur, dass sich das wohl genährte Feindbild in Luft auflösen würde. Uns so ein Leben ohne „die bösen da oben“ wäre dann wahrscheinlich ziemlich öde.

  12. @Okris
    Nun ja, wenn andere „Privatvergnügen“, bei denen Polizeieinsätze nötig sind, auch in Rechnung gestellt werden, vollkommen okay.
    Z.B. Fußballspiele

    @Robert
    Verantwortung übernimmt man laut Grundgesetz mit gespartem Geld (Vermögen) automatisch.
    Ich bin nur teilweise Sympathisant der Besetzung, sehe aber in einer globalen und neoliberalen marktwirtschaftlichen Politik die Verantwortung der Vermögenden nicht gewährleistet.

    Da geht es nicht um „die bösen (Nimm mal ein dickes B!) da oben“! Da geht es um eine gesellschaftliche Grundordnung.
    Die Väter des Grundgesetzes haben das schon berücksichtigt!

    „…wird gefordert, dass der Gebrauch des Eigentums dem Gemeinwohl nicht zuwiderlaufen bzw. ihm zugutekommen soll.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialpflichtigkeit_des_Eigentums

  13. Die Räumung ist zu begrüßen. Wenn diese Leute auf dem Grundstück irgendwelchen Träumen und Wunschvorstellungen nachgehen wollen, dann sollen die das Gelände halt kaufen.

  14. 20 Jahre Leerstand!!! Vermutlich wurde gewartet bis die Immobilienpreise ordentlich gestiegen sind. Das ist nun der Fall
    und Argenta könnte eigentlich verkaufen. Ein reines Spekulationsobjekt. So geht Kapitalismus. Die Besetzer haben darauf aufmerksam gemacht. Man muss die Typen nicht mögen, die Aktion aber ist symphatisch. Man kann nur hoffen dass der Immobilienmarkt bald kippt, die Preis sind wirklich eine Frechheit.

  15. @Marcus
    Okay,… die Bösen… .Aber weiß man wie jeder einzelne zu seinem Vermögen gekommen ist? Ich denke nicht. Und daraus ergibt sich dann auch nicht immer unbedingt eine Verantwortung. Auch ich bin durchaus bereit, alles in Frage zu stellen. Aber mit dem Finger auf andere zu zeigen, ist mir irgendwie zu einfach. Jeder hat zunächst die Möglichkeit, ein Gewerbe anzumelden und loszulegen. Wenn nicht ist das auch okay, aber dann sollte man auch den Ball flach halten.

  16. @statler & waldorf Medienkonsumschelte, von Leuten, die als Nickname Puppen des Kinderfernsehens nutzen? Wenn das nicht schizophren ist? Seid ihr sicher, dass bei euch nicht irgendwo Watte austritt? Die Vogelscheuche, im Zauberer von Oz, kennt dieses Problem auch. Fragt einfach dort nach, da kann man Euch sicher weiterhelfen!

  17. Wo waren denn die ganzen Beamten, als 2015 alle paar Tage in Sachsen ein Flüchtlingsheim gebrannt hat? #übersachsenlachtdiewelt

  18. Also wenn der Mangel an bezahlbarem Wohnraum beklagt wird, verstehe ich nicht, warum dann nur ein Haus dort als Wohnhaus dienen soll. Konzertlocations, Veranstaltungsräume und Begegnungsorte gibt es in der Neustadt doch ziemlich viele. Wenn mit der Besetzung von insgesamt drei Häusern bezahlbarer Wohnraum geschaffen soll, dann wäre es doch schön, wenn dort am Ende auch mehr Leute wohnen könnten als nur die paar Besetzer. Dass die Häuser seit Jahren vergammeln, ist ohne Frage sehr schade. Aber ich habe den Eindruck die Nutzungsidee geht ein bisschen am tatsächlichen Bedarf vorbei. Gerade, wenn die kulturelle Nutzung Teil einer Finanzierungsstrategie sein soll, müsste man die vorhandenen Bedarfe womöglich im Vorfeld etwas genauer betrachten.

  19. @Robert

    Jeder hat zunächst die Möglichkeit, ein Gewerbe anzumelden und loszulegen.

    Naja, jeder kann, aber halt nicht alle! Is wie beim 100m Lauf: Jeder kann gewinnen, aber nicht alle! Schon garnicht, wenn die einen in Aldi-Schlappen starten, die anderen in (setze hochwertige Sportschuhmarke ein)…Wär doch aber grad bei so basalen Fragen wie Essen und Wohnen wirklich alle angemessen versorgt würden. Und mit angemessen mein ich, entsprechend der Möglichkeiten des 21 Jh. und nicht im Vergleich zu 1908 oder zu Nordkorea!

  20. Lt. einem Artikel in der Sächsischen Zeitung von 2009 (saechsische.de/1928977) gab es wohl mal Pläne, auf dem Gelände ein Einkaufszentrum zu errichten, aber auch weil der Ausbau der Königsbrücker Straße nicht voranging, wurden diese nicht umgesetzt. So blieb es über die Jahre bei Dental-Kosmetik, was ja auch der Ursprung ist (Leo-Werke). Die Reste dieser Fabrik und das dazugehörige Gelände hatte der heutige Eigentümer (Argenta) 1992 von den früheren Besitzern/Erben zusammen mit Schloß Eckberg erworben.

    Heute, 11 Jahre später, ist die Königsbrücker Straße noch in unveränderten Zustand und man hat wohl über die Jahre keine Pläne mit dem brachliegenden Teil des Geländes mehr weiterverfolgt. Möglicherweise auch, weil es eben etwas ungünstig liegt, auf der einen Seite eine laute unsanierte Straße, dahinter eine chemische Fabrik. Wenn man im Stadtplan das Luftbild von 1999 mit heute vergleicht, sind im Bereich der eigentliche Fabrik deutliche Veränderungen zu erkennen.

    Aus meiner Sicht sind die massiven Vorwürfe gegen Argenta nicht ok. Klar wäre es schön, wenn der brachliegende Teil des Geländes sinnvoller genutzt werden könnte, aber man muss auch akzeptieren, dass Argenta der Eigentümer der gesamten Fläche (Fabrik und ungenutzte Gebäude) ist. Soll die Stadt eine Konzept entwickeln und dann mit Argenta verhandeln. Wenn es für beide Seite lukrativ ist, wird man da bestimmt eine Lösung finden.

  21. @Stefan E. Ja, das Einkaufszentrum stand mal kurz zur Diskussion, wie auch eins hinter der Post. Neustadt-Geflüster hatte 2010 auch über die Umbauarbeiten berichtet, damals stand schon fest, dass kein Einkaufszentrum kommt. Witziges Detail, in den drei Villen, die inzwischen (oder noch nie, da bin ich mir nicht sicher) nicht mehr unter Denkmalschutz stehen, waren bis Mitte der 1990er Büros untergebracht. In der Nummer 14 befand sich die Weberbank, in der 16 und 12 Räume der Dental-Kosmetik.

    Die für mich interessante Frage, die ich übrigens der Argenta auch schon mehrfach gestellt habe, ist, warum die Villen so lange leer stehen. Möglicherweise würde bei einem Abriss, die Denkmalwürdigkeit neu bewertet. Das könnte den abriss verhindern. Dass dort neben der Fabrik Wohnen nicht attraktiv, vielleicht gar unmöglich ist, kann schon sein, aber dann könnte man doch eine Art Park anlegen. Ähnlich grotesk ist die Situation aber auch ein paar Meter weiter nördlich an der Ecke zur Katharinenstraße. Auf dem Grundstück werden regemäßig die nachwachsenden Bäume gefällt, damit eine Bebauung möglich bleibt, aber gebaut wird nicht.

  22. @Muppetgrinder
    Ich verstehe immer noch nicht, wie eine Hausbesetzung die Änderung der Mietpolitik herbeiführen soll. Beim Thema an sich bin ich bei den Leuten, auch wenn ich die Art des Umganges damit nicht gutheißen kann. Und was soll Luxusmiete bedeuten? Welche Relation ist da anzusetzen?
    Ganz sicher hätten die Mädels und Jungs mehr Unterstützung aus ihrer direkten Umgebung bekommen, wenn sie sich nicht fast ununterbrochen darum bemüht hätten, andere zu stören. Dass das Trotzreaktionen/Widerstand auslöst, sollte doch klar sein, denn die Mieter können nichts für die Situation. Aufmerksamkeit kann man auch anders generieren, und nur weil man laut schreit, hat man noch lange nicht recht.

  23. @DD Hecht
    Ich fand als Kind die Muppet Show lustig.
    Das es nicht oder höchstens auch an Kinder gerichtet ist, ist mir erst später aufgefallen.

    @Robert
    In einer Gesellschaft ist das Einzelschicksal nie wichtig. Es sei denn, es wird zur Meinungsmache genutzt.
    Soziologische Schlussfolgerungen kommen über Statistiken.

    Viele haben durch Herkunft, Bildung und anderen Parametern nicht die Möglichkeiten das Heft in die eigene Hand zu nehmen und damit etwas aufzubauen.

    Du gehst bei der These von dir und deine Möglichkeiten aus, denke ich. Aber nicht vergessen: Viele Menschen haben nicht deine Voraussetzungen!

    Mach mal was Ehrenamtliches bei Tafeln und erzähl den Menschen, dass garantiert „Jeder hat zunächst die Möglichkeit, ein Gewerbe anzumelden und loszulegen.“ hat!

  24. @Marcus
    Es ging mir nur um die Leute die meinen alles besser zu wissen. Die können sich gern ein Gewerbe anmelden, Geld in die Hand nehmen und los geht.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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