AfD will reden

Bei etlichen Anwohnern des Hechtviertels lagen dieser Tage kleine gelbe Flyer im Briefkasten. Überschrieben mit „Wir müssen reden … über Freiheit, Demokratie, Toleranz und Gemeinschaft“. Es geht darum, dass Geschäfte und Autos beschädigt würden und zum Boykott aufgerufen werde, dem können man nicht tatenlos zusehen.

Wer genau darüber reden will, steht nicht auf dem Flyer, aber als Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes zeichnet Martin Plötze. Das war der Neustädter Spitzenkandidaten für den Stadtrat (hier im Neustadt-Geflüster-Wahl-Check).

Flyer mit Gesprächsangebot
Flyer mit Gesprächsangebot
Als Gesprächstermin ist der heutige Nachmittag zwischen 17 und 21 Uhr anberaumt, die Adresse: Tabakladen am Bischofsplatz.

Dieser Tabakladen wurde in der Nacht zum 2. April von bislang Unbekannten mit einem Farbanschlag angegriffen (Neustadt-Geflüster vom 2. April 2019). Er wurde bis vor Kurzem von Hans-Jürgen Zickler geführt, der ist Kandidat der AfD für die Landtagswahlen und stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes der AfD.


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Der Zeitpunkt des Gespräches ist offenbar nicht zufällig gewählt, denn für heute 18 Uhr hat die Undogmatische radikale Antifa (URA) eine Demonstration durch Hecht-Viertel und Neustadt angekündigt. Unter dem Motto „Kein Viertel für Nazis“ startet die URA ihre Demonstration an der St. Pauli Ruine im Hecht-Viertel (Neustadt-Geflüster vom 2. Juli).

Polizei ist schon vor Ort am Bischofsplatz
Polizei ist schon vor Ort am Bischofsplatz

32 Kommentare zu “AfD will reden

  1. Als langjähriger Bewohner des Hechtviertels finde ich es erschreckend, dass am Freitag, den 05.07.2019, ein Demonstrationszug des Bündnisses „Dresden nazifrei“ am Tabakgeschäft und Wohnhaus von Hans-Jürgen Zickler am Bischofsplatz vorbeigezogen ist und ihn dort mit Lautsprecheransagen als Nazi beschimpft hat.

    Dieses Verhalten ist hat in gleicher Weise einen bedrohlichen Charakter wie die Demonstrationen von Rechtsextremisten vor dem privaten Wohnhaus von Oberbürgermeister Dirk Hilbert in Dresden-Klotzsche.

    Leider benutzen Rechtsextremisten und Linksextremisten ähnliche Verhaltensmuster beim Stigmatisieren ihrer politischen Gegner. Der Hinweis „Wir wissen, wo Du wohnst“ beinhaltet immer eine Drohung mit Gewalteskalation und ist geeignet, individuelle Gewalthandlungen zu fördern.

    In den Medien wird gegenwärtig viel darüber diskutiert, welche verbalen Äußerungen in rechtskonservativen Kreisen eine aggressive Haltung begünstigt haben, die zur Ermordung des Kasseler Politikers Dr. Walter Lübcke geführt hat.

    In gleicher Weise sollte darüber diskutiert werden, ob die Art und Weise der verbalen Angriffe auf den Dresdner AfD-Politiker Hans-Jürgen Zickler geeignet ist, Gewalthandlungen gegen ihn und möglicherweise auch seine Familie zu fördern. Gewalt hat bereits stattgefunden, indem die Fensterscheibe seines Tabakladens zerstört wurde und die Hausfassade mit Graffiti verschmiert wurde.

    Ich selbst bin fern davon, mit der AfD zu sympathisieren, und kann dafür auf mein anderweitiges politisches Engagement verweisen. Aber Hans-Jürgen Zickler ist immer noch ein Nachbar im Stadtteil, mit dem ein friedlicher Meinungsaustausch möglich ist, auch wenn mir seine politische Richtung nicht passt.

    Ich verwehre mich dagegen, dass Menschen von außerhalb des Hechtviertels den politisch motivierten Hass in unserem Stadtteil schüren wollen. Und die linksradikale Aufforderung „Kauft nicht bei Zickler“ ist ebenso zu verachten wie die Forderung „Kauft nicht bei Juden“ während der Hitler-Herrschaft.

  2. @Anton:

    Mal eine Nachfrage zum Kommentar vom 5. Juli 2019 um 20:49 Uhr zum Verständnis:
    Ist dieser Kommentar wirklich von _dem_ Michael Ton – (ehemaliger?) grüner Lokalpolitiker; mal nach einer Gewalttätigkeit aus Ortsbeirat und Grünen ausgetreten – oder nur unter dessen Namen veröffentlicht?

    Beste Grüße
    Peter

  3. Denkt mal etwas über den Tellerrand heraus. Immer gegen afd… die sogenten grünen für umwelt… sie sind gegen die Menschen und ihr Umfeld und alles was gut für uns deutsches Volk ist…..

  4. @Michael Ton

    Ich hätte nicht erwartet, mit Dir mal einer Meinung zu sein, aber in diesem Fall 100% Daumen hoch!

    Ich habe das in der Görlitzer mitbekommen. Diese Fanatiker sind doch tatsächlich im Stil einer Stadtführung mit Lautsprecherwagen von „Station“ zu „Station“ gezogen und haben die Ihnen nicht genehmen Örtlichkeiten als „Nazi-Laden“ markiert. Nach dem Motto: Irgendein gehirnamputierter Selbstjustizler wird sich schon finden…

    Nachdem ja auch die DNN im Vorfeld berichtet hat, bin ich mal gespannt, ob in unserer Presse darüber irgendein kritisches Wort fallen wird. Wie ich sie kenne, natürlich nicht. Haß und Hetze? Wir haben nichts gesehen.

    Für mich heißt das: Ab heute werde ich meine Tabakwaren konsequent bei Herrn Zickler kaufen.

  5. Egal ob Michael Ton echt ist oder nicht, aber was er inhaltlich schreibt, ist eben genau das, worauf es ankommt. Da schaukelt sich etwas hoch, was am Ende sehr unschön wird. Wollen wir uns wirklich gegenseitig die Scheiben einwerfen, Autos anzünden oder andere Menschen bedrohen? Sowas kann doch – abgesehen von einigen Verwirrten – überhaupt niemand ernsthaft wollen? Niemand braucht Extremisten und sollte sich dringend überlegen, ob er diese unterstützt. Und ebenso ist es wichtig zu differenzieren, ob es z.Bsp. Nazis sind oder nur AfD-Wähler (auch wenn man die ebenfalls überhaupt nicht ab kann). Wer dies nicht unterscheiden kann oder will, der macht es sich zu einfach und trägt am Ende auch zu einer Verschlimmerung der gegenwärtigen Situation bei. Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen und wir sollten alle langsam lernen, mit der heutigen Situation in jeglicher Hinsicht ehrlich und vernünftig umzugehen. Das Schubladendenken „Wir sind die Guten, die Anderen sind die Bösen“ bringt uns überhaupt nicht weiter. Es mag für Extremisten die Welt einfach machen, aber es hilft aus meiner Sicht überhaupt nicht, die Meinungsverschiedenheiten wirklich zu lösen. Und eine missliebige Meinung zu unterdrücken, schafft diese noch lange nicht aus der Welt.

  6. Es ist immer wieder bewundernswert, wie einfach es zu bewerkstelligen ist, dass der politisch-verbale Aggressor, der seit Jahren nahezu täglich die Öffentlichkeit mit menschenverachtenden Kommentaren vergiftet, sogar noch in seiner Opferrrolle bestärkt wird, wenn er sich auf verlogene Weise (allein die Farbgebung des Flyers ist absoluter Hohn – vom Inhalt und seiner Absicht ganz zu schweigen) als friedliebender Nachbar inszeniert. (Dieses seltsame Narrativ, das Michael Ton bemüht, von „wir in unserem Viertel“ und „alle anderen bösen Fremden“, die es uns kaputt machen, ist allein schon absurd, weil u.a. das Conni in eben jenem Viertel ist (und jetzt bitte nicht: „aber die gehören doch gar nicht…“ – das kann man in jede Richtung drehen). Zudem wurde der Flyer – ich wohne am Alaunpark – auch in der Neustadt verteilt).

    Die Gleichsetzung des nazistischen „Kauft nicht bei Juden“, das von einer Vernichtungsideologie getragen und von einer herrschenden Macht gegenüber einer marginalisierten Minderheit symbolisch-stigmatisierend aufgetragen wurde (das „Stern-Kapitel“ bei Klemperer ist hierfür sehr aufschlussreich) – allein dies mit einem Appel einer – sicherlich lauten – Minderheit, nicht bei einem Vertreter einer völkisch-nationalen Mehrheit einzukaufen, von der die AfD nur den unappetlicheren Teil verkörpert, zu vergleichen, ist äußerst fragwürdig. Denn es verkehrt – es sei denn man fühlt sich von einem linken Mainstream (ein weiteres Opfernarrativ einer intellektuellen- und fortschrittsfeindlichen Reaktion) bedroht – die dahinter stehenden Machtstrukturen. Ob es überhaupt nötig ist, derlei Vergleiche zu ziehen, sei einmal dahingestellt. Aber dass diese primitive Gleichsetzung von Links und Rechts und das einfältige Sprechen von Extremismus nur denjenigen nutzt, die im Schatten dieser Relativierung ihrer viel zu oft unter Beweis gestellten, keineswegs friedliebenden Absicht nichtsdestoweniger nachgehen, sollte einen eigentlich zu einer differenzierteren Betrachtung anhalten.

    Dass Methoden der persönlichen Bedrohung und ebenso dass die Beschädigung von Eigentum Straftaten sind, bedarf keiner weiteren Ausführung – hierfür gibt es Gerichte und Strafermittlungsbehörden. Aber wieso es so schwer begreiflich ist – obwohl man mittlerweile ja die Literatur aus der Weimarer Republik gewissermaßen als Quelle erster Hand heranziehen kann – , dass durch die Art, wie der politische Diskurs geführt wird, in dieser Form aggressive völkisch-nationale Bestrebungen bestärkt werden, deren Ziel nicht in einem demokratischen Zusammenleben mit Meinungsvielfalt besteht, bleibt mir, nach nun einigen Jahren, die ich in Sachsen lebe, eines der größten Rätsel. (Und ja, das ist die Steilvorlage, mich als fremd zu diskreditieren, bei Bedarf gibt es noch weitere Charakteristika ;) )

  7. Ich war zwar nicht auf der Demo, aber so wie die ganzen getroffenen Hunde hier in den Kommentaren bellen scheint sie ja ein richtiger Erfolg gewesen zu sein. Cool.

  8. „Und die linksradikale Aufforderung „Kauft nicht bei Zickler“ ist ebenso zu verachten wie die Forderung „Kauft nicht bei Juden“ während der Hitler-Herrschaft.“

    das ist widerliche relativierung der shoa.

  9. Liebe Vorkommentator/innen, was wollt ihr? Das der schleichende Rechtsruck und das Streitigmachen von Räumen einfach umkommentiert bleiben? Es ist doch allseits bekannt, dass das Stillhalten und Ignorieren die Rechten ermutigt und von diesen als Bestätigung verstanden wird. Die Meldungen über rechte Umtriebe in Neustadt und Hechtviertel sind ja wohl nicht zu übersehen (Hitlergeburtstagsfeiern, Erlenklause, Bedrohungen links aussehender Leute in der Görlitzer etc.). Wenn man dagegen nicht aufsteht, führt das zu einer Normalisierung. Wenn 1000 Leute gegen Nazis im Kiez auf die Straße gehen, ist das auch eine Ermutigung für die Gastronomen und Gewerbetreibenden, rechtslastiges und verhaltensauffälliges Klientel in ihren Lokalen nicht zu dulden. Die in Neustadt und Hechtviertel in Ansätzen noch erlebbare linksliberale Atmosphäre ist gerade für Dresden immens wichtig. In dem Sinne bin ich der Antifa für das (eigentlich ja schon recht späte) Mobilisieren der Leute ausgesprochen dankbar.

  10. Klar, die Aufforderung den Tabakladen von nem AfD-Typi zu boykottieren mit der Judenverfolgung gleichsetzen.
    Und Dresden Nazifrei hat die Demonstration übrigens auch nicht organisiert.
    Hauptsache 100% zustimmen!!!1111
    Läuft bei Einigen hier…

  11. Hihihi…reden wollen die? Ganz klar einem sehr begrenzten AfD-Horizont geschuldet. Eh AfD-Menschenfeinde und Rassisten, über Dinge, über die es keine Diskussion bedarf, weil ein Pro-Argument nur verbrecherisch begründet sein kann, da gibt es auch rein gar nichts zu reden!
    Der Diskurs, er wird schon geführt werden, aber anders, nämlich angemessen … [GG Artikel 20 (4)]!

    Georg Elser Fanklub

  12. @Michael Ton Es geht kaum erbärmlicher! Pass auf, wenn irgendwann 6 Millionen AfD`ler in einer Art von Straflager waren, nur einmal angenommen, selbst dann, wäre es noch immer ein erbärmlicher Vergleich!
    Georg Elser Fanklub

  13. Im Fall Zickler ganz klar nötig, aber einen „Kritikpunkt“ teile ich hingegen schon und möchte deshalb diese Frage in den Raum werfen: wenn Rassisten,Faschisten und Ultra-Nationale in den NETTO gehen,ob es dann vernünftig ist von einem „Nazi-Laden“ zu reden, wenn sie dort auch noch bedient werden? …Echt? Und wenn Rassisten bzw. Nationalisten nebst Faschisten am Baggersee herumlümmeln, dann gehen wir alle nicht mehr baden, oder was? Was ist denn das für eine Herangehensweise? Es nämlich genau diesem Verhaltensreflex (es tut weh zuzuhören…dann gehe ich da nicht mehr hin) geschuldet, dass die sich hier breitmachen konnten. Reflektiert Euch – Venceremos!

  14. Er hat unter seinem Namen den gleichen Kommentar auf der FB-Site des Neustadt-Geflüsters gepostet, ich denke daher schon, dass der Kommentar von ihm stammt.

  15. Hinweis an „Peter“: Ich schreibe immer mit Klarnamen. Eine namensgleiche Person im Hechtviertel gibt es bisher nicht. Unterschiedliche Meinungen wird es immer geben – die Frage ist, wie wir sie äußern und wie wir damit umgehen.

  16. @kekskrümel Nun, diese Leute reden ja auch ohne Scham vom „Bombenholocaust“. Tja, und in dem Zusammenhang darf ruhig an den Vorfall erinnert werden, wobei Zickler einen jungen Menschen festhalten und damit verhindern wollte, dass er Mobi-Plakate für eine Antifa-Demo, anlässlich des alljährlich wiederkehrenden Naziaufmarsch um den „13.Februar“ in Dresden, unter die Eisenbahnbrücke, gleich neben Zicklers Laden klebt. Ende vom Lied, und angemessene Reaktion, jener Zickler bekam ordentlich eine geklebt und die Malerbürste vor den Latz.
    Dass der nicht „koscher“ ist, war eigentlich schon damals für jeden Menschen erkennbar.

    Lieber C. …, ich zumindest, ich habe es nicht vergessen. ;)

    Venceremos!

  17. Zum Thema „Kauft nicht beim Juden“ hier noch 2 Links zum Nachlesen:

    „The Anti-Nazi Boycott of 1933 was a Jewish led international boycott of German products in response to violence and harassment by members of Hitler’s Nazi Party against Jews following his appointment as Chancellor of Germany on January 30, 1933.“
    „The boycott began in March 1933 in both Europe and the US and continued until the entry of the US into the war on December 7, 1941“

    https://en.wikipedia.org/wiki/Anti-Nazi_boycott_of_1933

    Am 1.4.1933 sollte – angeblich als Antwort auf die Boykottaufrufe aus London – in ganz Deutschland ein sogenannter „Abwehrboykott“ gegen jüdische Geschäftsleute stattfinden. Diese Aktion wurde am 4.4.1933 für beendet erklärt.

    https://www.h-ref.de/feindbilder/juedische-kriegserklaerungen/daily-express.php

  18. Immerhin gesteht Philipp noch ein, dass einige der Massnahmen gegen die politisch Andersdenkenden Straftaten darstellen. Die Begründung, dafür gibt es Gerichte und Strafermittlungsbehörden impliziert mir, dass es geduldet wird (ist ja für einen guten Zweck) und gegebenenfalls kann ja dann ermittelt werden. Wie hoch da die Erfolgschancen sind, mag jeder selbst beurteilen. Wie dem auch sei, ich für meinen Teil finde weder das eine noch das andere ok und bin nicht der Meinung, dass man Straftaten als notwendiges Übel o.ä. rechtfertigen kann.

    Ansonsten finde ich erschreckend, wie sich Einige darin überbieten, für AfD und weiter rechts immer neue möglichst drastische Bezeichnungen zu finden. Bringt uns zwar überhaupt nicht weiter, aber vermutlich hilft es dem eigenen Ego, dass man auf der guten Seite ist. Und es macht auch das Leben so schön einfach. Man könnte sich auch fragen, warum in zwei Monaten wohl ein Viertel der Sachsen die AfD wählen werden und überlegen, wie man zumindest ein Teil dieser Menschen erreicht und überzeugt, eine andere Wahl zu treffen. Aber was soll’s, sind halt pauschal Nazis etc. mit begrenzten Bildungshorizont und reden wollen wir mit denen auf keinen Fall. Sehe ich in beiden Fällen als falsch und überhaupt nicht zielführend (weniger AfD-Wähler) an, aber wir können ja die Strategie noch paar Jahre probieren, irgendwann wird es schon funktionieren …

  19. Eine sehr schöne und absolut wichtige Demo. Die Neustadt hat sich selbstvergewissert und endlich mal ein deutliches Zeichen gesetzt.

    Erschreckend, wie sich hier mittlerweile Rechte und gewaltbereite Nazis breitmachen. Zweite insbesondere in den Läden von Ahmet Özer. Selbst in der Neustadt ist man nicht mehr sicher, wenn man bunte Haare trägt, Migrant ist oder anderweitig aus dem Raster fällt.

    Das Problem ist nicht zu wenig Toleranz, sondern zu viel Toleranz gegenüber menschenverachtenden Meinungen. Es ist eine Mär, zu glauben, dass das die Leute erst recht zur AfD treibt. Dort, wo es wesentlich mehr Druck auf die AfD gibt – von Leipzig über Berlin und Hamburg bis nach Hannover und Stuttgart – schneidet sie jedenfalls deutlich schlechter als in Dresden ab.

    Dieses Gesuhle im Opfermythos ist echt grandios. Man haut ohne Ende Menschenverachtendes raus. Und da ist Zickler als Anhänger des Höcke-Flügels ganz vorne mit dabei. Die URA hat auf ihrer Homepage ja einige Zitate veröffentlicht, da rollen sich einem die Fußnägel hoch:

    “Gebt aber schon mal allen Wendehälsen einen Tipp. Sie sollen sicherheitshalber eine AfD-Broschüre im Keller verstecken, damit sie später mal behaupten können, sie hätten in diesen schweren Zeiten auch Widerstand geleistet.”

    Das sind doch finsterste Fantasien.

    In Dresden hat sich ein Sumpf an Rechten und gewaltbereiten Nazis entwickelt, mit fließenden Grenzen. Es muss doch zumindest gelingen, die Neustadt davor zu bewahren.

  20. @Ole: Oh vielen Dank für dieses hilfreiche Detail. Und im Sommer/Herbst 1939 gab es den Verteidigungsschlag gegen die Aggressoren aus Polen… LTI…

    @Anwohner: Es ist vielsagend, dass du einen neutralen Hinweis auf Strattaten so deutest, als würde ich damit deren Duldung implizieren. Dass ich von keiner speziellen Partei spreche, würde in deiner Logik heißen, dass ich Nazi-Gewalt ebenso dulde. In meinem Weltbild aber (das sich in meiner Aussage spiegelt) ist eine Straftat etwas, um dessen Bewertung sich die zuständigen Behörden und nicht der Internettroll kümmern. Denn zumindest im Idealfall spielt für diese es dann keine Rolle, welcher Nationalität, politischen Richtung etc. jmd angehört.

    Und meine Bezeichnung der Afd als unappetitlicher Teil der deutsch-nationalen Richtung ist kein Überbieten, sondern angesichts dessen, was diese Leute (gerade der Dresdner Angeordnete Maier kann als Vorzeigefall gelten) so von sich geben, eine recht nüchterne Umschreibung.
    Und natürlich, wenn die Argumente ausgehen, bemüht man sich als Hobbypsychologe und raissonniert über das Ego anderer…

  21. @andi Da kannst Du ja froh sein, dass vor Deiner Tür nicht demonstriert wird, bei dem Unfug den Du schreibst.

    Es scheint ja dann wohl ziemlich besonders und extra schlimm zu sein, wenn Du den Namen Ahmet Özer erwähnst, dass sich in einem Laden von einem Türken, jetzt schon solche Leute treffen.

    Desweiteren scheint ist es nun sogar schon mittlerweile ein Kriterium zu sein in welchem Stadtteil man wohnt. Das ist dann noch ne Stufe schärfer wie der „Nazi“ und sein „Südländer“.

    Wie Du einen „Migranten“ oder einen z.B. asiatisch abstammenden in Dresden geborenen unterscheiden willst, ist mir auch ein Rätsel. Jetzt sag nicht, dass Du Menschen anhand von Optik einteilst, bewertest und in Gruppen einteilst. Das hat „Geschmäckle“. Zumal es ja noch weitergeht mit bunten Haaren. Die Zschäpe hat ja auch bunte Haare, nur mal so nebenbei.

    Erschreckend auch Dein letzter Satz, dass klingt sehr stark nach Grenzen. Eine Abgrenzung innerhalb einer Stadt! Nicht die Grenze um einen Staat, die dafür sorgt, dass es überhaupt einen Staat gibt.

    Ich halte fest.
    Zitat: Ralph Waldo Emerson
    „Versuche niemals jemanden so zu machen, wie du selbst bist. Du solltest wissen, dass einer von deiner Sorte genug ist.“

  22. @Philipp
    Wenn ich mir die “Massnahmen“ der rechten und linken Extremisten ansehe, brauche ich kein Jurist sein um diese als Straftaten zu erkennen. Da ist eine Seite nicht besser als die andere.

    Und ja, wenn jemand zu einer von der Antifa organisierten Demo geht, weiß er (hoffentlich), wem er damit eine Legitimation verschafft. Ist umgekehrt ganz genauso, wer sich z.Bsp. bei Pegida mit auf den Platz stellt. Wobei ich Letzteres eher als einen Haufen Verwirrter sehe, aber wer da meint hingehen zu müssen, soll dies tun.

    Das mit dem Überbieten war nicht auf Dich bezogen, sondern auf einige der anderen Beiträge hier.

  23. @ oha: Ich kann dir in deinem Geschwurbel nicht folgen.

    Typisches AfD-Gelabere.

    Habe ich irgendwo gesagt, dass ich Leute nach der Optik beurteile? Nein. Das behauptest du einfach mal so. Zwar übelst wahrheitswidrig, aber ihr scheint das zu können.

    Ahmet Özer kritisiere ich nicht, weil er einen türkischen Hintergrund hat. Ich kritisiere ihn, weil er ein massiver türkischer Nationalist und Erdogan-Fan ist. Und keinerlei Probleme mit deutschen Faschisten hat.

    Rede doch mal mit den zahlreichen KurdInnen hier in der Neustadt! Oder den nicht-kurdischen AnhängerInnen der türkischen Opposition. Es gibt in der Neustadt genug entsprechende Läden.

    Sagen wir mal so: Die mögen ihn wegen seinem türkischen Nationalismus nicht. Mit seinem Kuscheln mit Pegida und der Identitären Bewegung schießt er dann vollkommen den Vogel ab.

  24. @andi

    Du sagst: „Habe ich irgendwo gesagt, dass ich Leute nach der Optik beurteile? Nein. Das behauptest du einfach mal so. Zwar übelst wahrheitswidrig, aber ihr scheint das zu können.“

    Hab ich gesagt beurteilen? Warte, nö…. EINTEILEN in „Gruppen“.
    Du redest von Migranten und Leuten mit bunten Haaren, oder anderweitig aus dem Raster fallenden.

    Woran erkennst Du einen Migranten? Typische Merkmale?
    Wer darf bunte Haare tragen und welche Nachteile ergeben sich dadurch? Weshalb werde ich bunten Haaren zu Opfer?

    Welches Raster? Gibt es eine menschliche Norm?

    Woher weißt Du, dass seine Gäste Faschisten sind. Welche Gespräche wurden geführt, um zu diesem Schluss zu kommen?

    Auch habe ich nicht gesagt, dass Du in kritisierst, weil er Türke ist. Du hast ihn an den Pranger gestellt, oder seinen Namen genutzt, um zu dramatisieren und Ihm zu schaden.

    Dies tust Du in Deiner Antwort erneut. Dir geht es nicht um meine Aussagen. Dir geht es darum jemanden zu schaden und genau deshalb muss Du es wieder zum Thema machen.

    Ich wünsch Dir alle Gute

  25. Unsere Diskussion neigt ins Sinnlose.

    Ich habe Ahmet Özer kritisiert, weil er ein übelster türkischer Nationalist ist und den Kontakt zu deutschen rechtsradikalen Kreisen sucht.

    Mit dem traurigen Highlight, dass Identitäre in einem seiner Läden in der Nacht auf den 20. April Hitlers Geburtstag gefeiert haben.

    Sorry, du redest doch wirr, um vom Thema abzulenken. Woran ich einen Migranten erkenne? Vielleicht daran, dass er Ahmet Özer heißt und keine Gelegenheit auslässt, Erdogan abzufeiern. ;-)

    Davon abgesehen ist der Migranten-Hintergrund ja überhaupt nichts schlimmes. Außer für AfDler und Pegidigisten. Ich kritisiere Özer ja nicht deswegen, sondern weil er ein Anti-Demokrat ist. Pro AKP und pro Pegida: Da treffen sich die Richtigen…

  26. Ahmet Özer kennt und toleriert gerne seine Nazi Kundschaft! Auf seinen eigenen Facebook Profil ist zu sehen , wie er mit einem bekannten Fascho, der nen Hitlergrüß macht posiert! Auch dass er Erdogan Anhänger ist ist kein Geheimnis und er versteckt es nicht!

  27. @skrivva. War. Der Post ist seit einer Weile nicht mehr zu sehen. Bzgl. seiner Einstellung zu Erdogan gibt es unterschiedliche Aussagen von ihm. Das bekannt gewordene Bekenntnis zu Erdogan schrieb er in der Nacht des Putsches. Während einer Veranstaltung in der Scheune sagte er mal, dass er ein Gegner der Erdogan – Politik sei.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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