Offener Brief an Farbschmeißer

Rudolfstraße 15 mit Farbe attackiert - Foto: Jens R.
Rudolfstraße 15 mit Farbe attackiert – Foto: Jens R.
Unbekannte haben in den vergangenen Tagen das neugebaute Haus an der Rudolfstraße 15 mit Farbe besprüht und offenbar mit Farbe gefüllte Christbaum-Kugeln gegen die Hausfassade geschmissen.

Der Investor, der Bauingenieur Frank Wießner, wehrt sich gegen die Anschläge jetzt mit einem offenen Brief und lädt die Farbschmeißer zur Diskussion ein. Er vermutet, dass die Leute, die derartige Farbkugeln werfen, damit gegen die Gentrifizierung protestieren wollen.

An dem Gebäude, dass inzwischen fast bezugsfertig ist, hält er in dem Brief unter anderem mit folgenden Argumenten dagegen: „Hier ziehen Familien mit Kindern, meist junge Leute, fast ausschließlich aus Dresden ein, diese geben ihre bisherigen Wohnungen frei, was den Druck auf dem Mietmarkt senkt.“

Sozial und ökologisch engagiert

Außerdem geht er auf Umweltaspekte ein, das Haus sei sehr gut wärmegedämmt, das Regenwasser werde ressourcenschonend versickert und es werden ökologische Baustoffe verwendet. Weiter argumentiert er mit sozialem Engagement, so setze sich die Baufirma seit Jahren vielfach für soziale, kulturelle und ökologische Belange (Spenden für Kinder- und Jugendbauernhof, Ostrale, Jüdische Woche, Parkbänke, WWF, Eselsnest, Bürger Courage und viele mehr) ein. Er fühlt sich zu Unrecht in die Rolle eines bösen Spekulanten gedrängt. „Wir verkaufen unsere Wohnungen zum Teil für weniger als 3.000 Euro pro Quadratmeter“, sagt er, dass sei auf Dauer günstiger als eine Wohnung zu mieten.


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Außerdem fragt sich Wießner, was denn wäre, wenn keine neuen Häuser gebaut würden. Denn dann würden die Mieten doch auch steigen, weil es einfach keine Wohnungen gibt. Seiner Meinung nach ist es wohl besser, wenn Baulücken bebaut werden, als wenn sich die Stadt immer weiter ins Umland ausdehnt.

Gerade aus ökologischer Sicht ist er über die Farbschmeißer empört. „Die Kugeln enthielten lösemittelhaltige Farbe“, berichtet er. Die muss er nun durch eine Spezialfirma entfernen lassen, was zu erneutem Energie- und Wassereinsatz führt.

Gesprächsangebot

Wießner ist in der Neustadt kein Unbekannter. So hatte er sich um das Denkmal in der Scheunenhofstraße bemüht, das im Oktober 2016 abgerissen wurde. „Wir wollten es jedoch erhalten“, sagt er.

Zum Schluss des Briefes bietet er an, dass, falls keine weiteren Farbbeutel fliegen, sein Unternehmen das Geld, das dann nicht mehr für sinnlose Reinigungsarbeiten aufgewendet werden muss, an eine oder mehrere karitative Einrichtungen zu spenden. Er würde sich auch mit den Farbwerfern treffen, um die Ansichten bei einem Bier zu diskutieren. Kontakt kann gerne per Mail oder auch anonym per Post an den Rudolf e.V., Herrn Kunz, Rudolfstraße 2 (Briefkasten) aufgenommen werden.

Rudolfstraße 15 mit Farbe attackiert - Foto: Jens R.
Rudolfstraße 15 mit Farbe attackiert – Foto: Jens R.

78 Kommentare zu “Offener Brief an Farbschmeißer

  1. Ärgerlich, ja, sicher, wenn man in der Neustadt eine weiße Fassade placiert. AÄrgerlich, aber keines Aufschreis der Entrüstung wert. Ich kenne die Neustadt nur so, besprüht, bekleckert. In den alten Zeiten flogen Hühnereier… den Wohnwert innen hat das wenig gestört. Aber seitdem man die Ecke ja auf Biegen und Brechen aufhübscht, sich die ganze Sozialschichtung verändert hat, ziehen wohl auch andere Anischten in die mittlerweile für Otto und seine Gattin Normalverbraucher nicht mehr erschwinglichen Wohnungen ein. Und das mit dem Mietdruck.. holla, übersetzt heißt das : nur weil sich ein Pärchen mit Einzelkind jetzt ne teure Neubauwohnung leisten kann, wird irgendwo ne schwer sanierungsbedürftige Billigwohnung frei, die sicher bald auch hochsaniert wird. Kann man nicht ganz nachvollziehen derartige Argumentationen. Und man kann nur hoffen, dass sich so eine Haltung auch nicht wirklich durchsetzt…guter rat, je mehr man wischt, desto mehr wird geschmissen. Und vielleicht ist es ja auch ein Protest gegen die explodierenden Mieten in der Neustadt, die sich der alteingesessene Neustädter bald nicht mehr leisten kann ?

  2. Ich bin den Tränen nahe.

    Ansonsten: „„Wir verkaufen unsere Wohnungen zum Teil für weniger als 3.000 Euro pro Quadratmeter““

    Ich hätte das Geld für einen Quadratmeter da. Wenn ich spare, könnte ich mir zwei leisten. Na vielleicht verkauf ich meine Seele an den Teufel, da schaff ich eine ganze Wohnung.

    Zum Schluss des Briefes bietet er an, dass, falls keine weiteren Farbbeutel fliegen…

    Facebook und Amazon nutzen ähnliche Beliebtmach-Strategien: Man darf mit jeder Bestellung, für die Leute ausgebeutet werden, eine karitative Organisation unterstützen. Ändert nix an der Kritikwürdigkeit des Systems. Genauso gut hätte man im 3.Reich KZ’s in Rosatönen streichen können um zu sagen: Seht her, alles dufte!

    OMG, ich klinge wie ein Linker. Wie weit ist es mit dieser Stadt schon gekommen?

  3. Die generellen Kritikpunkte meiner beiden Vorredner sind weitestgehend einleuchtend, auch wenn der weit gespannte Bogen von der Rudolfstraße bis in die KZs etwas irritiert…

    Aber was wäre denn speziell für diese Baulücke die vermeintlich bessere Alternative gewesen, Ulrich und Torsten???

  4. @Torsten

    Den Bau eines neuen Hauses mit einem KZ im dritten Reich zu vergleichen bedarf schon eines ziemlich kranken Hirns.

    Das Eigentum anderer zu beschädigen bedarf nur krimineller Energie und falsch verstandenem sozialen Engagements. Es ist feige und dumm.

    Denk einfach nach !

  5. ist ja alles nett was der Herr Wießner da erzählt, aber Grau bleibt Grau. sieht halt wie ein hochbunker aus….da MUSS Farbe dran…..vielleicht kommt der Herr Wießner da selber drauf, es soll ja mehrere Farbtöne geben.

  6. SPENDENAUFRUF für Herr Wießner

    Wir sammeln Geld für eine gute Sache.
    wie schon oben erläutert, haben Kriminelle den Lebenstraum von Frank Wießner zerstört.

    Wir sammeln geld für einen Lösungsmittelfreien Eimer Alpina Grau.

  7. @ Jens R: Gute Frage. Aber was würde meine Antwort nützen? Hättest Du eine Alternative? Gibt es überhaupt keine?

    @ bob: „bla bla… kranken Hirns… weiterhin langweiliger Kommentar…“

    Erstens ist es kein Vergleich (und wenn es einer wäre, wäre es keine Gleichsetzung), sondern eine Analogie, zweitens nennt sich das Wort, das Du meinst, ‚kreativ‘ und drittens würde Dir ein Bisschen davon gut tun. Da könntest Du hier auch mal was Unterhaltsames schreiben.

  8. Was, nur 3000 Euro? Das grenzt ja an sozialen Wohnungsbau. Ein großer Schritt für eine buntere Neustadt, nur eben ohne bunt an den Wänden. Ist doch kein Hippieviertel, also wirklich…

    Da muss jetzt das Säuberungs-SEK ran. Alles kontaminiert und unbrauchbar. Bestimmt sind auch schon Käufer abgesprungen und müssen jetzt doch weiter auf der Stauffe Kohle heizen…

    Mein Mitleid hält sich in Grenzen, auch wenn sein Standpunkt nachvollziehbar ist. Es gibt bestimmt tröstende Worte am Stammtisch der Großinvestoren.

  9. @Torsten

    LOL

    Du kriegst dich aus deinem schwülstigen, pseudointellektuellem Gekekse in 10 Jahren nicht rausgeredet…..Das ist einfach nur komplett dusselig.

  10. Mit solchen Leuten reden zu wollen, ist doch sinnlos. Die bekommen selbst nichts auf die Reihe und gönnen anderen nichts. Hier wird so alles zerstört, kaum ist es neu errichtet worden. Der Neid auf andere ist nichts weiter als das Eingestehen der eigenen Unfähigkeit.

  11. warum rechtfertigt sich der eigentümer hier eigentlich und überhaupt ? anzeige erstatten und die fassade selber mal bunt gestalten. sieht hübscher aus und macht keinen ärger mehr. tsss.. sowas aber auch

  12. Eine gestaltete Fassade schützt vor Farbattacken nicht zwingend. So wurde zum Beispiel die Brandmauer an der Bautzner übersprüht, die Graffiti-Wand an der Böhmischen ebenso und das Schwalbennest wurde auch mit Farbe beworfen.

  13. @ Torsten

    Mir fallen einige Alternativen ein, aber keine erscheint mir besonders attraktiv mit Blick auf das „große Ganze“:

    Alternative 1: Die Brache hätte so bleiben können wie vorher. Folge: noch ein kleines bisschen mehr Wohnungsmangel in dieser Stadt mit ihrer immer weiter steigenden Einwohnerzahl
    Alternative 2: Eine andere Baufirma hätte ganz einfache Wohnungen für weniger Geld hinbauen können. Folge: noch weniger Geld übrig für einen farbigen Fassadenanstrich ;-)
    Alternative 3: Ein Bauinvestor von außerhalb hätte die neuen Wohnungen unter russischen, chinesischen oder arabischen Millionären als lukrative Spekulationsobjekte vermarkten können. Folge: siehe Nr. 1

    @ Alle

    Ich muss sagen, es nervt wirklich gehörig, wenn jede einzelne Schließung einer Baulücke in der Neustadt von einigen wenigen Leuten zum Politikum hochgepusht wird. In bestimmten Fällen konnte ich das ja noch verstehen, z.B. beim Verlust des guten alten Lustgartens. Aber nicht jedes neue Haus mit ein paar zugezogenen Familien bringt gleich das soziale Gefüge der ganzen Neustadt durcheinander! Und nur weil sich nicht jeder hier jede beliebige Wohnung im Viertel aus der Portokasse leisten kann, ist so ein Hausbau noch lange kein Grund für böswillige Kommentare und für Straftaten im Namen einer höheren moralischen Instanz.

    Warum habt Ihr Alteingesessenen (mit längerer Neustadt-Erfahrung als meine 17 Jahre als hiesiger Bewohner) nicht mehr Vertrauen in Eure vielfältigen Möglichkeiten, dieses Viertel weiterhin auch ohne Farbbeutel zum Positiven zu gestalten? Und warum nehmt Ihr nicht einfach mal das Gesprächsangebot von Hr. Wießner an? Ich kenne ihn nicht persönlich, aber sein Offener Brief klang vernünftig und im wahrsten Sinne des Wortes „offen“ für mich.

  14. Früher kamen die neuen Nachbarn mit Brot und Salz, heute halt mit Farbbeuteln.

    Er sollte sich glücklich schätzen, so willkommen geheißen zu werden.

  15. Diese Schmierereien sind weder ein Ausdruck von Kreativität noch von einer bunten Neustadt sondern der Ausdruck von Hass und Intoleranz. Man sollte die Sache mal beim Namen nennen. Es handelt sich hierbei um Sachbeschädigung und ist somit kriminell. Die Stadt sollte endlich etwas dagegen tun und konsequent diese Straftäter strafrechtlich verfolgen. Dazu müssen aber auch die Hausverwaltung konsequent Anzeige erstatten.

  16. Die ganzen Farbbomben in der Neustadt und angrenzenden Stadtteilen sind doch nur ein Zeichen von (Zerstörungs-)Wut und Sozialneid. Inzwischen fliegen doch sogar schon Farbbomben an vor 20 Jahren sanierte Altbauten.

    Zudem bringt es einfach mal überhaupt nichts außer Missgunst. Ich verstehe das Kalkül nicht. Meint irgendjemand wirklich, dass dadurch die Käufer oder Mieter wieder ausziehen und den Stadtteil verlassen und dadurch die Mieten sinken?

    Warum muss bei grauen/weißen Fassaden nun Farbe drauf? Das ist doch eine krude Argumentation und im Endeffekt wieder Doppelmoral. Mit der gleichen Argumentation, dürfte ich Passanten mit einen grauen Pulli mit bunter Farbe beschmieren oder oder einem in der Neustadt parkenden T2 mal eben ein paar dicke Kratzer bis aufs blanke Metall machen, da die Korrosion ja einen schönen rostigen Braunton erschafft! Ich wette da findet sich für jeden „Farbkünstler“ noch irgendein Beispiel, dass ihm/ihr zu weit geht, weil es das eigene Eigentum beschädigt…

    Apropos „bunt“, selbst professionelle und/oder farbenfrohe Fassadengestaltung interessiert die Farbbombenwerfer, Sprayer, Tagger und andere Zerstörungswütige doch schon lange nicht mehr.

    Man kann natürlich auch schöner und hochwertiger bauen, das kostet dann aber deutlich mehr als 3000 €/m².

    Und sonst… Was ist denn die Alternative zum Neubauen in einer wachsenden Stadt bei der der verfügbare Wohnraum immer knapper wird?

  17. Es ist ein Ort der schon eine ganze Weile darunter leidet.Es gibt eine Vermutung wer diese malereien macht. Es macht nur Sinn Videokamera hinzuhangen und die Bekloppten Maler wegen Sachbeschädigung zu bestrafen

  18. Wenn Herr Wießner was für die Umwelt tun will und Geld sparen möchte, dann soll er die Farbbomben einfach an der Fassade lassen. Ich bin mir sicher, dass ihm durch die Farbkleckse nicht ein Euro an Mieteinnahmen und Immobilienwert entgehen wird.

    Aber ich finde es nett, dass er sich mit Gentrfizierungsgegnern treffen möchte. Konsequent wäre es, wenn er damit auch auf eine Anzeige verzichten würde.

  19. ‚„Wir verkaufen unsere Wohnungen zum Teil für weniger als 3.000 Euro pro Quadratmeter“, sagt er, dass sei auf Dauer günstiger als eine Wohnung zu mieten.‘
    Jaja, der Kapitalismus-Fahrstuhl. Nimmt doch alle mit, oder?

  20. Wer bei der Martin-Luther-Str. 22 vorbei geht. Weis wie sinnlos beschmiert wird. Immer schlimmer immer hässlicher. Das hat auch nichts mit einem Statement zu tun, sondern ist pure Zerstörung.

  21. Unter 3.000 Euro ist ein Wort.

    Ich habe das Gentrifizierungsgejammere nie verstanden.

    Warum gibt es unter den eingesessenen Neustädtern so wenig Wohnungseigentümer? Hängt es mit der Lebenseinstellung zusammen? Bisher musste man immer was leisten, um Wohneigentum zu erwerben. Im Osten war die Anzehl der ererbten Vermögen sehr gering. Die Einheimischen, die sich nun die Wohnungen erwerben, haben dafür meist hart gearbeitet oder tun es. Sie hatten halt Glück oder die richtige Entscheidung getroffen, und arbeiten in einem Bereich, der gut läuft. Die höchsten Gehälter gibts nun mal im MINT Bereich.

    Das ganze ändert sich gerade. Es wird langsam üblich zu erwarten, dass andere für das eigene Leben aufkommen sollen. Das kann aber die freie Wohnortwahl nicht mit einschließen. Da muss man schon mal den spitzen Bleistift bemphen und rechnen wie hoch die eigene Finanzkraft ist. Und dann darf man sich durchaus fragen, woran es liegt, dass man kein Wohneigentum leisten kann. Weil nur so kann man etwas dran ändern.

    Wenn die Neustädter tätsächlich gegen Gentrifizierung vorgehen wollen, müssen sie die Häuser selbst kaufen.

  22. Herr, wirf Hirn vom Himmel! Die abhängten, schon länger hier lebenden Wutbürger haben einfach Angst vor Veränderung. Bei uns zu Hause würde man sagen, das ist Pack, was sich hier rumgetrieben hat. Zu oft sind Vorurteile, Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen! Folgt denen nicht.
    Schließlich ist das, was diese Neubürger zu uns bringen, wertvoller als Gold. Schließlich sind sie überdurchschnittlich gebildet und übernormal gesund. Im besten Fall kann es auch eine Grundlage für das nächste Dresdner Wirtschaftswunder werden. Natürlich werden wir unser Zusammenleben neu aushandeln müssen, und vielleicht muss man die Bautätigkeit dem Bürger einfach besser erklären, aber die Neustadt wird sich ändern, und zwar drastisch. Und ich freue mich drauf!

  23. Es ist ja immer schön von Sozialneid etc. zu reden, dass hat in Amerika prima funktioniert. Da haben wir dann Zäune um die Wohnanlagen wegen der schlechten Sozialneider.

    Nur ist der mittlere Wohnungspreis in Dresden 1725€/m2. Und schon dieser hat sich in den letzten 10 Jahren um 50% gesteigert. Um wieviel sind die Löhne gestiegen?

    Wenn ich jetzt in einem Viertel, wo die meisten für kleines Geld zu Miete wohnen, Eigentumswohnungen für mehr ans das doppelte des mittleren Kaufpreises von Dresden hinsetze, muss ich mich doch über Probleme nicht wundern.

    Das ist aber auch vor allem ein versagen der Politik das hier keine vernünftigen Vorgaben gemacht werden.

  24. einfach dranlassen und in ruhe weiterbauen. das ärgert diese spinner sicher weit mehr, so habense genugtuung durch die öffentlich antwort ;)

  25. Der unaufhaltsame Fortschritt… Auf der nächsten BRN buche ich mir dann vielleicht auch mal ne Kreuzfahrt auf dem Julie-Sallinger-Weg. ;)

  26. Wer sich über Quadratmeterpreise von 3.000 € sein Neidmaul zerreißt, der/die missgönnt dem Arbeiter auf dem Bau und Arbeiter in der Baustoffindustrie ein ordentliches Einkommen. Wie hoch ist den der Gewinn des Investors? Weiß keiner, aber es wird erstmal Raffgier unterstellt. Der Spätibetreiber an der Ecke und der syrische Restaurantbetreiber betreiben ihr Business natürlich nur aus Nächstenliebe und wollen kein Einkommen und Profit erwirtschaften. Wer nichts auf die Reihe bekommt, der suhlt sich in seinem Sozialneid. Das es aber Leute gibt, die ihr Geld in dieses Hundehaufenviertel stecken, verstehe ich aber auch nicht so richtig.

  27. @ Jens R.

    Da fällt mir auch noch eine ein: Selber in Betongold investieren und Anderen solche weißen Bauten vor die Nase setzen. – Tja,es muss scheinbar alles so sein, wie es ist.

  28. Wie schon von Anderen erwähnt: bunte/farbige Fassaden bringen mittlerweile gar nichts mehr.
    Außerdem bin ich der Meinung, dass der langsame Zuzug einer anderen Klientel der Neustadt nur gut tut. Ich habe in den 70-igern bis 90-zigern oft Verwandte auf der Louisenstraße besucht und jahrelang bei Elbe-Chemie gearbeitet. Wie ich in den vergangenen Jahren feststellen musste, hat sich das sogenannte „Flair“ nicht wesentlich verändert. Ich will es mal kurz und knapp so ausdrücken: früher rebellisch – wir haben es bewundert – jetzt nur noch rückwärts gewandt. Darauf sollte man meiner Meinung nach nicht stolz sein, sondern eher mal das Hirn einschalten und nachdenken. Auch wenn es Manchem nicht gefällt, die Uhr hat sich weiterbewegt. Es kann und sollte nicht alles konserviert werden.

  29. Ein Experiment wäre doch mal, seinen eigenen „Neubau“ selber im J.-Pollock-Stil zu gestalten. Kommt dann jemand im Gegenzug mit einem Eimerchen neutral Taubengrau vorbei?

  30. Diese ewigen gestrigen. Leben im verstaubten Gründerzeit-Muff. Nicht offen für was neues. Was mich wundert, das es keine Farbbomben auf der Alaunstrasse geworfen werden. Da sieht es ja mittlerweile aus, wie in Las Vegas. Blink blink von den Dönerbuden und keinen stört es. Ach nee, das ist ja cool. Das ist ja Weltoffen, das ist ja tolerant. Wir sind ja tolle Menschen. Lass es Hirn regnen. Herr Wießner, zu dem Gespräch wird bestimmt keiner kommen, leider! Sie müssen ja ihre Stütze vom Amt abholen, was man als Arbeitnehmer und Arbeitgeber durch Steuern finanziert.

  31. Ich würde gerne mal mit diesen Aktionisten und Strassenkünstlern ins Gespräch kommen. Meiner Meinung werden solche Farbgestaltungsversuche auf längere Sicht nur dazu führen dass diese Art von vorgeblicher Kunst ( und ich vermeide mal das Wort Sachbeschädigung ) rigoros der Strafverfolgung unterworfen wird – mit allem was dazu an Überwachungsmöglichkeiten notwendig ist. Wie das dann abläuft kann man sehr gut am Beispiel anderer Großstädte nachvollziehen – und genau daran sollte niemand ein Interesse haben!

  32. Vielleicht noch eine kleine erhellende Anmerkung zum Thema Gestaltung von Fassaden und Co. und den Preisen auf dem Immobilienmarkt.

    Wießner hatte bereits vor den Farbwürfen geplant, das Erdgeschoss mit Graffiti zu gestalten.
    Eine farbige Gestaltung eines Hauses muss vom Stadtplanungsamt genehmigt werden.

    Laut immowelt.de lagen die durchschnittlichen Kosten für Eigentumswohnungen 2017 bei 1.920 Euro/m² – Allerdings beinhaltet diese Statistik nicht nur Neubauten. Die Preise für Neubauten in der Neustadt sind zum Teil erheblich höher. Siehe immonet.de

  33. @Anton: Es geht auch einfacher. Einfach bei immoscout oder immonet „Neubau“ anklicken. Das mal die Angebote im Kopf hochrechnen. Da merkt man schnell, das die 3.000 € pro Quadratmeter bei Wiesner ein absolutes Schnäppchen sind. Wenn man noch die Provision von Maklern und den gerechtfertigten Gewinn des Bauträgers abzieht, dann bewegen sich der Preis im Bereich der gesponserten Sozialwohnungen der WID. Aber wenn bei einigen der Neid das Hirn zerfrisst, ist denken nicht mehr möglich.

  34. Irgendwelche Einzelpersonen werfen ein paar Farbkugeln und das nehmen eine Menge Gentrifizierungsbefürworter hier zum Anlass mit dem Finger auf „die“ anderen zu zeigen und ihnen sonstwas zu unterstellen.

    Insbesondere @ U.W. liefert hier ein häßliches Beispiel. Beginnend mit der Einsicht, Bedenken anderer „nie“ verstanden zu haben. Sagt er im Prinzip, ich als Wohnungsmieter würde nicht hart genug für mein Einkommen arbeiten oder hätte falsche Entscheidungen getroffen oder „kein Glück“ gehabt.
    Nun, ich spitze meinen Bleistift und stelle fest, dass ich „meine“ Wohnung nie besitzen werde, obwohl ich im Verlauf meines Lebens weit mehr dafür bezahlt haben werde als ein Wohnungskäufer.

    @ Muss früh raus versteht hingegen die Investition in Neustadt-Immobilien nicht, aber wirft mir vor, ich missgönne Bauarbeitern ihren Lohn. Gleichzeitig versucht er Stimmung gegen irgendwelche Spätis und syrischen Restaurants zu machen und bezeichnet meinen Stadtteil als Hundehaufenviertel. Letzteres hat vor 10-15 Jahren mal gestimmt, aber es hat sich stark verändert.

    @ TomDD tut das gleiche nur mit noch mehr Hetze. Da würde ich gern mal wissen, woraus er sein Einkommen schöpft und auf wessen Kosten das passiert.

    @ SteffenDD behauptet, ein wenig moderater, hier werde alles zerstört, kaum ist es neu errichtet worden. Unsinn! Ich sehe hier im Gegenteil viel Engagement der Anwohnerschaft, etwas gemeinsam zu schaffen und anschließend zu pflegen/zu warten. Einfach mal den neustadt-ticker rückwärts durchspulen und mal vergleichen, was wurde geschaffen, was wurde zerstört?

    @ Keks Natürlich ist es falsch, Eigentum anderer zu beschädigen. Aber es wird immer wieder Menschen geben, die ihrer Ablehnung in dieser Form Ausdruck verleihen. Das ändert nichts an der Legitimität dieser Ablehnung.
    In einer wachsenden Stadt immer mehr teures aber optisch fragwürdiges Wohneigentum zu errichten (und zwar in einem Stadtteil der genau aufgrund seiner besonderen Lebensart eine bedeutende Geldquelle für die Stadt ist) ist absolut kein Beitrag zur Bekämpfung der Wohnungsnot. Machbare Alternativen wären für mich der Bau von Sozialwohnungen, aber z.B. auch Wächterhaus-Modelle in ungenutzten Immobilien.

    Ich lehne Gewalt und die Beschädigung von anderer Leute Eigentum grundsätzlich ab, insofern bin ich leider zum Bier nicht eingeladen. Ich würde Herrn Wießner gern sagen, dass ich das Angebot des Spendens des Reinigungsbudgets für keine weiteren Farbbeutel für absurd halte und dass die Autos der Wohnungskäufer die Ökobilanz der Neustadt wohl mehr schädigen werden als das Entfernen von ein paar Farbflecken.

  35. Und die Christbaum-Kugeln waren wahrscheinlich aus Glas. Denken die Idioten vieleicht ein einziges Mal weiter, als bis auf’s eigene Klo? Die kümmern sich bestimmt nicht um die Tiere, die sich an den Scherben verletzen!

  36. @Pitti: Frage einfach mal Schnatterinchen. Ich gehe arbeiten, zahle Arbeitslosenversicherung. Kannst darüber gern mal googlen, falls du das nicht kennst.

  37. Hallo Herr Wiessner,
    wo sind die Neubauprojekte von unter 3000 Eu pro Quadratmeter ?
    Habe Interesse,
    finde aber keine Angebote !
    Würde mich über Info freuen,
    vielen Dank
    herzliche Grüße
    Karin S.

  38. Vielen Dank für die vielen wertvollen Hinweise und Kommentare. Der Architekt (wohnt auch in der Neustadt) hatte den klaren Auftrag, bezahlbaren Wohnraum zu planen, was ja wohl fast alle Menschen wollen. So haben wir das Haus gebaut und die einzelnen Wohnungen an ganz normale Leute sehr günstig verkauft. Zudem haben wir die Handwerker und Planer anständig bezahlt. Wir werden die zukünftigen Bewohner fragen, ob wir die Farbbomben einmal übermalen. Das EG war sowieso mit einer bunten Gestaltung geplant, was noch erfolgt.
    Beim nächsten Bauvorhaben werden wir die Fassade und deren Farbigkeit noch länger diskutieren lassen. Zudem sind wir für die Zusendung von Beispielen für kostengünstigen und dennoch schönen Wohnbau als Denkanstoß immer dankbar.
    Für alle anderen weltpolitischen Themen ist unsere kleine Baufirma nicht zuständig.

  39. Naja, ein ganz klein wenig kann ich ihn schon verstehen.
    Er scheint wohl eher so der Local Player zu sein(?) und sich missverstanden zu fühlen. Sehr strenge, wohl teils überzogene Bauvorschriften und entsprechende Kosten. Weichgespülte und wirkungslose Mietpreisbremsen. Ungestört und schamlos agierende und Mietspiegel treibende Riesenheuschrecken, an die sich keiner rantraut. Große und angepisste Prekariatsschicht und das Gegenstück. Fragt sich, was ihm davon im welchen Maße anzulasten ist?

  40. @Pitti: Das Problem ist doch, dass optisch ansprechender Wohnraum teuer ist. Die Optik einer Gründerzeitbebauung kann sich doch keiner mehr leisten. Wenn man den äußeren Baustil von damals mit den aktuellen Vorschriften von heute (Schallschutz, Dämmung, etc.) kombinieren würde, wären die Quadratmeterpreise vermutlich weit jenseits der 3000 €/m². Ich bin kein Bauexperte, aber wenn man ein wenig herumsucht findet man Baukosten von 1500 €/m² aufwärts. Das ist dann aber wahrscheinlich ein sehr einfacher Standard. Meist wird aber gar nicht erst nach einfachem Standard gebaut, da es die meisten Mieter oder Käufer bei einem Neubau höhere Erwartungen haben bzw. sie sich besser an den Mann oder die Frau bringen lassen. Bei der aktuell sehr hohen Auslastung der Handwerker werden die Kosten wahrscheinlich auch noch höher sein. Da sind wir bestimmt schon bei 2000 €/m² oder mehr (ins Blaue geschätzt). Jetzt kommt da noch eine Marge drauf und der Preis des Grundstückes. Der durchschnittliche Preis laut https://immobilien.kreiszeitung.de/immobilienpreise/dresden/grundstueckspreise liegt bei rund 300 €/m². Durch die Innenstadtlage ist es wahrscheinlich ein ganzes Stück teurer. Das Grundstück Rudolfstr. 15 ist laut Themenstadtplan 360 m² groß. Das macht also einen Grundstückspreis von mehr als 100.000 €. Jetzt kommen wahrscheinlich noch ein paar Nebenkosten (Behörden, Werbung, Makler, etc.) dazu schon ist man bei 3000 €/m².
    Übrigens, im deutlich ansprechender gestalteten Bauprojekt vom gleichen Bauträger in der Hafenstr. 1 gegen die Kaufpreise erst ab 3500 €/m² los.

    Was will ich mit meinem Palaver sagen? Hier beißt sich doch die Katze in den Schwanz. Günstige Neubauten in der Innenstadt sind scheinbar schwierig zu realisieren und wenn dann nur auf städtischen Grundstücken. Schön werden sie dann noch lange nicht, siehe aktuelle Projekte der WiD. Wer der Meinung ist, dass nur ansprechende Neubauten in der Neustadt gebaut werden sollen, der muss auch damit rechnen, dass sie teuer sind und dann kommt das Klientel, dass der gemeine Farbbeutelwerfer sicher nicht in seiner Nachbarschaft haben möchte.

  41. @TomDD
    Davon bin ich ausgegangen. Ich bin sogar davon ausgegangen, dass Du selbständig bist und alle Abgaben selbst trägst und Dir Konsumgüter ausdenkst, die Du selbst anfertigst und verkaufst. Irgendwo muss die Courage ja herkommen, Arbeitslose pauschal zu dissen.

  42. ein zitat meiner letzten ungewollten wurfsendung im briefkasten vom wiessner war >>wir bauen in guter qualität mit ökologischem anspruch. die wohnungen werden dringend gebraucht, damit die mieten wegen des bevölkerungswachstums nicht weiter steigen.<< den kompletten schriebs kann ich laden

  43. Wäre ein schönes Stück über den Kapitalismus herauszuextrahieren aus den Kommentaren… Man stiftet Unfrieden, spaltet, macht die Gesellschaft zutiefst im Inneren misstrauisch gegen fast alles und jeden… …und kann mit immer weiter steigenden Profiten rechnen.

  44. ich mag es bunt und genau so bunt, egal ob farbbeutel, grafitti, gekritzel, plakate, aufkleber u.s.w. AUCH das macht die neustadt aus.

    weiter machen!

  45. Mit einer Zahnbürste könnte man sich vergleichbare Spitzer auf die Brille machen. Das finde ich konsequenter und es hält ein Leben lang.

  46. @Frank Wießner:

    “ Der Architekt (wohnt auch in der Neustadt) hatte den klaren Auftrag, bezahlbaren Wohnraum zu planen… „
    – Ach, plant denn irgendwo auf der Welt jemand unbezahlbaren Wohnraum?

    „So haben wir das Haus gebaut und die einzelnen Wohnungen an ganz normale Leute sehr günstig verkauft.“
    – Toll, wo doch alle anderen Investoren nur an unnormale Leute verkaufen.

    “ Zudem haben wir die Handwerker und Planer anständig bezahlt. „
    – Crazy? Echt? Hätte ich an Ihrer Stelle nicht gemacht. Handwerker arbeiten doch normalerweise immer ohne Bezahlung.

    Was sollen also diese hohlen Phrasen? Sie haben hier Niemandem einen Gefallen getan. Es ist einfach ihr Geschäft, das Sie betreiben.

  47. @Torsten
    Was genau möchtest du denn überhaupt sagen? Ich lese von dir nur inhaltsloses Gemecker ohne Substanz. Was ist denn dein Vorschlag, wie Herr Wießner seine Arbeit machen soll?

  48. Pegidaopa mag es nicht dass sich in seiner kleinen Welt etwas ändert.
    —-> dumm doof Nazi
    Neustadtbewohner möchte nicht dass sich etwas in seiner kleinen Welt
    ändert
    —-> heldenhafter Antigentifizierungskämpfer
    Gegen Zersiedelung sein aber für jede blöde Brache Bürgerkrig anzetteln
    Umwelt schützen wollen aber daraus folgende Kosten (Bauvorschriften)
    sind Wucher.
    gerechten Lohn fordern, darf aber trotzdem alles nicht mehr kosten
    Refugees welcome aber der neue Nachbar aus Bautzen, der sich die
    Wohnung gekauft hat, ist nicht zu ertragen

    …..

    Wirkliche Toleranz und Zukunftsfähigkeit sind in der Neustadt schon lange Mangelware. Man will unter Seinesgleichen bleiben, weil man denkt auf der guten Seite der Macht zu stehen. Das Weltbild ist in Stein gemeiselt.

    Aber keine Angst, sie haben schon verloren. Die Farbbeutel halten gar nichts auf, es sinnlose Rückzugsgefechte.

    Es ändert sich ständig immer alles.

    Schönes WE.

  49. Noch mal an Herr Wiessner,

    Ich nehme Sie gerne beim Wort, Herr Wiessner,
    zeigen Sie mir bitte das Neubauprojekt Ihrer „kleinen Baufirma“
    bei dem ich eine Eigentumswohnung von unter 3000 eu pro Quadratmeter
    erweben kann.
    Vielleicht ist etwas im Projekt Hafencity dabei ?
    Da werden mehr als 100 Wohnungen gebaut
    (durch Ihre kleine Baufirma)
    Ich habe nichts gefunden.
    Warum argumentieren Sie mit diesen Zahlen
    wennn sie nicht der Realität entsprechen ?

    Freundliche Grüße
    Karin S.

  50. Jeder Farbbeutelwurf, jedes (achso illegale) Grafitti und sonstiges UrbanStreetArt steigert doch die Attraktivität des so „bunten“ Stadtviertel; das ist intensive Mitgestaltung am LifeStyle vor Ort; darum ziehen doch Menschen in die Neustadt; weil es einfach hip, schick und trendy ist, irgendwie anders zu sein. So was hat nun mal seinen gesteigerten Preis. Stadt-Individualität auf höchsten Niveau eben. Im Gegensatz zur ProhlisGorbitzTristesse. Diese Stadtviertel sind doch nur noch sich selbst überlassen – Lost In Space. Nase rümpfen – als doch so hipper evtl. engagierter Neustädter.
    Warum eigentlich nicht Farbbeutelwürfe auf dem Weißen Hirsch – für mich eigentlich brauner Hirsch. Selbst zu DDR wurden hier echte Nazi-Größen als Faustpfand von den Sowjets unter Artenschutz gestellt.
    Besser wäre noch ins Umland zu ziehen (hier bekommt man Wohnungen und Häuser zum kleinen Preis), um dort Startup-mäßig den NeustadtLifeStyle zu verbreiten und kann damit auch etwas gegen die Dorftristesse und damit verbundenen Rassistendümpel der dort lebenden Inlands-Wirtschaftsflüchtlinge (MEI, BZ, GRH, PIR, ERZ,etc.) welche täglich nur sinnlos Stress und Hass in DD verbreiten (u.a. Pegida & Co). Das wilde Leben auf dem Land – voller Romantik und noch mehr gelebte Individualität. Und das flächendeckend, als nur auf einige Quadratkilometer fokusiert, was dann u.a. auch die Miet- und Kaufpreise exorbitant ansteigen lässt (in anderen größeren Städten auch nicht anders – und das global).
    Hat eben doch alles seinen Preis und seine Ordnung!
    Venceremos (selbst da fehlt nicht mehr viel zum ordentlich gepflegten Kapitalismus).

  51. @Icedsmoke: Da verwechselst Du was. Ich meckere nicht substanzlos herum, ich meckere an dem lächerlichen Business-Gesülze rum, mit denen hier ein Investor seine gewinnbringende Geschäftstätigkeit als lobenswertes Engagement zu verkaufen versucht. Und an den Doofies, die ihm das abnehmen.

    Meinen Vorschlag an Herr Wießner, willst Du wissen? – Okay: Wer in der Neustadt nicht bauen kann, ohne über Farbkleckse zu weinen, der baut eben in Hoyerswerda. Da kann man sehr gut bauen. Niemand wird gezwungen in der Dresdner Neustadt zu bauen.

  52. @Torsten

    Wir empfehlen dir sehr dringend ein Schild zu malen. Da schreibst du rauf: „DAGEGEN“

    Und dann stellst du dich damit vors KARSTADT…..

    LG vom Balkon

  53. Hallo Herr Wießner – Danke dass Sie sich der Diskussion stellen. Ich denke viele Menschen sind deprimiert, weil Neubauten in Dresden generell in grau oder weiß gestrichen werden. Warum nicht einmal ockergelb? Hat in Dresden Tradition. Können Sie uns vielleicht den Farbgebungsprozess erläutern bzw. hat das Stadtplanungsamt immer das letzte Wort und einen Grau-Weiß-Fetisch? Vielen Dank für Ihre Rückmeldung-

  54. @ statler & waldorf:

    Die lassen Euch noch auf den Balkon? Fahrlässig!

    Ansonsten: Superlustiger Kommentar! Hat bob geholfen? Und warum bin ich plötzlich so müde?

  55. @torsten

    who the fuck is bob ?

    Und warum du müde bist ? Keine Ahnung. Wir nehmen an, dass du von Dir selbst gelangweilt bist.

  56. Stoffbeutel-Torsti versucht anscheinend, in die Fußstapfen unseres Vorzeige-Proletariers HinzundKunz zu treten. Aber selbst die sind eine Nummer zu groß.

    Ich habe schon minderbemittelte Jungspunde erlebt, die versucht haben, einem alten Strich 8er den Stern abzubrechen, weil: Niemand ist gezwungen, seinen Bonzen-Mercedes in der Neustadt abzustellen. Das ist Dein Niveau.

    Von nichts eine Ahnung, außer vielleicht von Stoffbeuteln.

  57. @ stasi & waldoof: Danke, dass ihr meinen Witz den anderen Begriffsstutzigen hier nochmal erklärt (einschließlich euch selbst). Finde ich gut, wenn ihr helft!

    @Lenbach: Wie Sie hier auf halber Strecke ohne Ahnung zusteigen wollen, tut mir ein bisschen Leid. Aber kommen Sie her, ich erklär’s Ihnen kurz: „Niemand ist gezwungen…“ ist eine Referenz auf einen darwinistischen Kommentar im Hungerstil-Beitrag „Niemand ist gezwungen in der Neustadt zu wohnen.“
    – Aber was werf ich schon wieder Perlen… ich muss weiter. Adiö!

  58. Sorry, daß ich hier auch noch meinen Senf dazu geben muß. Aber das Niveau von „zieht doch nach Hoyerswerder“ gegen „baut doch in Hoyerswerder“ ist wirklich nicht besonders konstruktiv.
    Tatsache ist doch leider, daß heutzutage ein Neubau kaum noch so billig realisiert werden kann, daß die bislang ortsüblichen Mieten gehalten werden können. Die Sanierung eines Gründerzeithauses in den 90igern war auch wesentlich billiger, zumal da kräftig subventioniert wurde.
    Ich fürchte also, daß man mit den teuren Mieten für Neubauten wird leben müssen.
    Was mir aber vor allem im Magen liegt, ist der völlig sterile Einheitslook der Bauten. Ist das denn wirklich so ein Preistreiber, die Fassaden etwas origineller zu gestalten?
    Es hat auch nichts mit meiner prinzipiellen Ablehnung von „neuer Architektur“ oder Gründerzeit-Romantik zu tun. Wäre das Haudertwasserhaus tatsächlich gebaut worden, hätte ich alles drangegeben, dort einziehen zu können.
    Aber diese Schuhkartons? Die verschandeln das Viertel auf Dauer.

  59. @abrazzo: Das Hundertwasserhaus bekäme heute keine Baugenehmigung, da sich auf die runden Formen die Wärmedämmung nicht aufbringen lässt, die uns die selbsternannten grünen Weltretter veordnet haben. Und ein rundes vierfach verglastes Fenster kostet bestimmt soviel wie ein Einfamilienhaus…. mit Grundstück. Das viereckige Huas mit glatter Fassade ist dem heutigen Dämmwahn geschuldet. Fragt sich nur, wer den ganzen Dämmungs-Sondermüll bei der nächsten Sanierung entsorgt. Oder wir befeuern dann die ehemaligen Kohlekraftwerke damit, als Nachnutzung.

  60. @früh raus: der Giftmüll-Dämmzwang ist keine grüne Entscheidung sondern reine Wirtschaftsförderung im Geiste des „ewigen Wachstums“.
    Das Hundertwasserhaus wäre selbstverfreilich baubar – als Sonderbau gemäß BauGB, somit Freistellung von Auflagen bei Bedarf. Abgesehen davon, daß es scheiterte weil der Investor eine Zielmiete kalt von 10€ für nicht erzielbar hielt und die verkehrlichen Aspekte von Besuchermassen nicht geklärt waren, war auch die Architektenschaft ganz „begeistert“ und ließ sicherlich paar Strippen ziehen. Hundertwasser sei architektonisch als „schrecklicher Kitsch und Blödelkrams“ verhaßt, hieß es. Also baut man in Dresden nun wirklich schöne Gebäude. harr harr… Oh mann, schade, die Hohen Haine wären die Semperoper des 21.Jh für DD geworden, aber dann hätte man auch die Bautzner davor zur Fußgängerzone machen müssen. Schnee von gestern.

  61. Mich würde mal interessieren was die farbbeutelwerfer so beruflich machen und wie sie da ihr Leben gestalten und wie sie so wohnen.

  62. Wer diese Schmierereien und Farbkleckse da gut findet, muss echt irgendwo falsch abgebogen sein.

    Dann doch lieber solche schönen Bilder wie bspw. an den Brückenbögen zwischen Bahnhof Mitte und Friedrichstadt…

  63. Wie solch wenig farbenfrohe Kleckse doch schon die gräulich graue, große Wand beleben!

    Herr Wießner, schreiben Sie, statt der Aufzählung all Ihrer „Weihrauch-Wiedergutmachungen“, ein der Neustadt angemessenes, künstlerisches Wandgemälde aus, organisieren Sie einen öffentlichen Wettbewerb, stellen die erforderlichen Kübel Natur-Farbe für das Kunstwerk zur Verfügung und überreichen dem Künstler dann – beim Enthüllungsfest – ein großzügiges Honorar.

    „Er [Goethe] liest uns jetzt über die Farben, sagt, daß sie in unsern Augen liegen, drum verlange das Auge die Harmonien der Farben, wie das Ohr der Töne.“
    Charlotte von Stein

  64. Ist eine sehr interessante Diskussion hier.

    Gibt es denn auch die Möglichkeit, dieses Thema in einem Forum, meinetwegen in einer Kneipe (bspw. VeränderBar), zu diskutieren? Hier prallen neben Ansichten ganze Philosophien und Lebenskonzepte aufeinander. Da wir alle irgendwie miteinander auskommen müssen, finde ich einen Minimalkonsens schon wichtig. Dass ein Investor und Bauherr das Gespräch sucht, ist schon bezeichnend und macht mich nachdenklich.

    Zu skizzieren, wie man sich als „Bunter“ die Neustadt oder „seinen Kiez“ vorstellt, iwt gar nicht so einfach und auch oft utopisch. Das darf m. E. aber nicht das Argument dafür sein, die Bebauung dieses besonderem Viertels rein wirtschaftlich zu planen. Da sollten andere Aspekte mit einbezogen werden, was aber systembedingt nur schwer möglich ist.

    Also deswegen nochmal die Frage: Wo könnte man das mal diskutieren?

  65. Hallo Erik, das war keine Einladung zu einer privaten Diskussionsrunde. Ich wollte dich nur darauf hinweisen, dass morgen in der Scheune eine solche Diskussionsrunde stattfindet, bei der vielleicht auch solche Aspekte thematisiert werden. Infos siehe hier.

  66. Auch der Einzug in eine neue Wohnung trägt ebenfalls zur Steigerung des Mietniveaus bei: die alte Wohnung wird frei und darf ohne Regulierung zu deutlich gesteigerter Miete neu vergeben werden. Damit steigt auch die Vergleichsmiete, was wiederrum Mietsteigerungen für Bestandsmieter begründet.

    Weiterhin ist die Formulierung „Wohnungen zum Teil für weniger als 3.000 Euro“ nicht ungeschickt: ich vermute mal, wir reden über die Wohnungen in den unteren Etagen. Da die Bewohner nach vorn auf die Straße und nach hinten auf einen Hang schauen, ist die Wohnqualität so lala. Ob es denen weiter oben mit Blick auf die Hansastraßenbebauung besser geht…

  67. „Auch der Einzug in eine neue Wohnung trägt ebenfalls zur Steigerung des Mietniveaus bei: die alte Wohnung wird frei und darf ohne Regulierung zu deutlich gesteigerter Miete neu vergeben werden. Damit steigt auch die Vergleichsmiete, was wiederrum Mietsteigerungen für Bestandsmieter begründet.“

    So ist es. Diesen Umstand wüsste ich in Dresden tatsächlich gern reguliert. Aber wahrscheinlich ist dem Großteil der Interessensvertreter die dresdner Durchschnittsmiete einfach noch nicht hoch genug… O_o

  68. Und warum kann man eine Wohnung bei Auszug des Mieters dann zu mehr Geld vermieten? Weil der Bedarf da ist!*

    Um die Mietpreisspirale in die andere Richtung zu drehen, muss die Nachfrage sinken: Entweder über weniger Zuzug oder ein größeres Angebot. Das ist Marktwirtschaft.

    und wegen der Inflation

  69. Die Leute erregen sich über steigende Mietpreise und beschmieren deshalb Hauswände…
    Liebe Leute, mit diesen Farbschmierereien sorgt Ihr dafür, dass die Kosten für Gebäudeinstandhaltung steigen und der Vermieter diese Kosten auf die Mieten umwälzen muss. Gerade Ihr sorgt mit solchen Aktionen dafür, dass Mieten in der Neustadt immer weiter steigen!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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