Wohnmacht oder Ohnmacht?

Der Rudolf e.V. lädt für Mittwoch in die Chemiefabrik zum Filmgucken und Diskutieren. Es geht ums Wohnen. Zur Einstimmung wird der Film „Mietrebellen“ gezeigt, der sich mit der Mietwohnungssituation in Berlin beschäftigt.

Im Anschluss ist eine Diskussion geplant mit Matthias Coers (Regisseur „Mietrebellen“), Frank Wießner (Bauunternehmer, Max Wiessner Baugeschäft GmbH), Anja Stephan (Stadtratskandidatin Die Linke), Vincent Drews (Stadtrat & Stadtratskandidat SPD) und Torsten Schulze (Stadtrat & Stadtratskandidat Bündnis 90/Die Grünen).

Der Verein kündigt die Veranstaltung so an: „Steigende Mieten, Wohnhäuser als Investmentobjekte, Gentrifizierung von gewachsenen Kiezen, verschwindende Freiflächen und Kreativräume in Stadtvierteln – das Thema des bezahlbaren Wohnraums und einer sozial gesunden Stadt(teil)entwicklung bestimmt derzeit die öffentliche Diskussion in Dresden.“


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Explizit verweisen die Organistor*innen vom Rudolf e.V. auch auf die Veränderungen im Scheunenhofviertel zwischen Hansastraße, Bischofsplatz und Neustädter Bahnhof. Die Mieten steigen, auf Frei- und Brachflächen werden neue Eigentumswohnungen gebaut. Offen bleibe dabei die Frage, in wie weit Anwohner*innen dieser Entwicklung machtlos gegenüberstehen und scheinbar keine Gestaltungs- und Mitspracherechte besitzen.

In der Diskussionsrunde soll klärt werden ob es nur Ohnmacht ist oder auch eine Wohnmacht gibt. Also Möglichkeiten der Mitgestaltung, der Mitsprache in der Entwicklung des eigenen Stadtteils oder gar Optionen zur Verhinderung von unbezahlbaren Wohnungen? Welche Rolle spielt dabei die Stadtpolitik, welche die lokale Bauwirtschaft – und welche Hebel und Rechte können Anwohner*innen dabei nutzen?

Während die Ansätze der drei Politiker*innen ziemlich ähnlich sein dürften, wird voraussichtlich den spannendsten Teil in der Runde der Bauunternehmer Wießner übernehmen. Der hatte erst kürzlich im Viertel für Aufmerksamkeit gesorgt, als er einen offenen Brief an Farbbeutelschmeißer*innen geschrieben hatte. Das Thema stieß auch hier im Neustadt-Geflüster auf recht große Resonanz.

Wohnmacht oder Ohnmacht?

  • Mittwoch, 22. Mai, 18 Uhr (Einlass: 17.30 Uhr), Chemiefabrik, Petrikirchstraße 5 in 01097 Dresden
Das von Wießner errichtete Haus in der Rudolfstraße war Ziel von Farbbeutelattacken.
Das von Wießner errichtete Haus in der Rudolfstraße war Ziel von Farbbeutelattacken.

5 Kommentare zu “Wohnmacht oder Ohnmacht?

  1. Ausgewogenheit sieht anders aus, aber das kennt man aus TV-Talkshows.
    Hoffentlich werden aber auch Fragen zu den Ursachen gestellt. Wer hat die Woba verkauft, wer hat Baugeld so billig gemacht, warum können sich in Deutschland vergleichsweise wenig Leute eine eigene Wohnung/Haus leisten, warum sorgt der Staat mit immer neuen Auflagen für immer höhere Baukosten, wie wird sich die Grundsteuerreform auf Dresden auswirken und warum wird der Zuzug von immer neuen Menschen = Mieter nicht auf ein verkraftbares Maß begrenzt?

  2. Die große Frage nach bezahlbaren Wohnraum ^^ ich bin eigentlich der Meinung das Wohnraum ausreichend da ist aber ungerecht verteilt ist , wobei „ungerecht“ warscheinlich das falsche Wort dafür ist . Zur Erklärung kann ich bloß sagen das bei mir im Haus 4 von 8 Wohnungen von verwitweten bzw alleinstehenden „Rentnern“ bewohnt werden die eigentlich gern von einer 3 Raum Wohnung in eine kleinere ziehen würden ABER für die kleinere Wohnung mehr zahlen müssten . So bleiben sie in der zu großen aber preiswerten Wohnung wohnen und die Familie mit Kindern wohnt derweil in einer überteuerten zwei oder Einraumwohnung

  3. @ SteffenDD …ganz genau! …es sollte insbesondere in der Neustadt die Einkindehe/ -lebensgemeinschaft durchgesetzt werden. Nur so kann dieser nimmer endende Zustrom von Menschen eingedämmt werden…

    oder was meinst Du?

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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