Bischofsplatz in der Diskussion

Nach dem schweren Unfall am vergangenen Freitag, als eine betrunkene Autofahrerin zwei Radfahrer rammte, gibt es nun erste Forderungen nach einer Umstrukturierung des Bischofsplatzes. Am nächsten Dienstag soll die Planung vorgestellt werden.

Die beste Nachricht gleich zu Beginn. Den beiden Radfahrern geht es soweit gut. Ein Bekannter berichtet, dass die Frau zwar ins Krankenhaus eingeliefert wurde, aber weder eine Gehirnerschütterung, noch ein Bruch diagnostiziert wurde. Die Bilder des beschädigten Wagens und der kaputten Fahrräder ließen Schlimmeres vermuten.

Die Frontscheibe des Fords zeigt Spuren des Unfalls. Foto: Roland Halkasch

Die Frontscheibe des Fords zeigt Spuren des Unfalls. Foto: Roland Halkasch

Ein Augenzeuge des Unfalls berichtete, dass die Radfahrer neben den Bahngleisen auf dem asphaltierten Mittelstreifen in Richtung Königsbrücker Straße unterwegs waren, ein Auto fuhr hinterher. Der späteren Unfallfahrerin war das offenbar zu langsam, sie überholte und rammte dann die Radfahrer.

Im Wesentlichen bestätigt die Polizei diesen Ablauf, allerdings so Presse­­sprecherin Jana Ulbricht, seien die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, so sei auch unklar, ob die Radfahrer mit Licht gefahren seien.

Aufgrund des Unfalls gab es am Sonnabend eine kurze Fahrrad-Demo auf dem Bischofsplatz (siehe Bericht der Dresdner Neuesten Nachrichten vom 2. April).

Reaktionen von Piraten und Grünen

Noch am selben Tag forderte die Piratenpartei: „Sichere und komfortable Radverkehrsführung auf dem Bischofsweg jetzt umsetzen!“ Steve König, stellvertretender Vorsitzender der Piraten Dresden: „Es müssen insbesondere fehlenden netzverbindendende Komponenten wie z. B. am Bischofsweg jetzt schleunigst sicher und komfortabel ausgestaltet werden. Wir brauchen hier ein Umdenken in der Verkehrsplanung!“

Der Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi hat eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt, um herauszufinden, welche Maßnahmen geplant sind und wie groß das Problem vor Ort überhaupt ist.

Bürgerinformationsveranstaltung am 11. April

Heute nun teilte die Stadtverwaltung mit, dass es am 11. April eine Bürgerinformation zu dem Thema geben soll.

Inhalte dieser sind unter anderem:

  • eine neue Einordnung der Straßenbahnhaltestelle „Bischofsplatz“
  • die Anordnung von Radverkehrsanlagen
  • die Schaffung neuer Fußgängerquerungen und einer Mobilitätsstation
  • Die Veranstaltung findet am Dienstag, 11. April 2017, um 18 Uhr im Ortsamt Neustadt, Hoyerswerdaer Straße 3, Bürgersaal 2. Etage, statt.

    Verkehrszählung

    Währenddessen hat der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) am Mittwoch, dem 5. April am Bischofsweg, östlich der Königsbrücker Straße eine Verkehrszählung durchgeführt. Im Zeitraum von 7 bis 19 Uhr passierten 2.671 Fahrräder die Zählstelle des ADFC im Bischofsweg/Ost. Damit sei der Bischofsweg stärker frequentiert als der Elberadweg, so der ADFC.

    Dem Club geht es dabei vor allem um die Pläne zum Ausbau der Königsbrücker Straße, die auch die Querung des Bischofsweges betreffen. Während der ADFC eine angehobene Radfahrbahn vorschlägt, sehen die derzeitigen Pläne der Stadt keine Radwege am östlichen Bischofsweg vor. Unabhängig davon geben die Zahlen aber einen guten Eindruck über die Menge an Radverkehr zwischen Äußerer Neustadt und Hechtviertel.

    Aktuelle Situation

    Derzeit gibt es auf dem Bischofsweg in westlicher Richtung bis zum Dammweg einen Radweg. Danach fahren die meisten Radfahrer bis zur Rudolf-Leonhard-Straße auf dem Fußweg weiter. In östlicher Richtung enden Radweg und asphaltierte Straße kurz nach der Johann-Meyer-Straße. Die Mehrheit der Radfahrer zieht dann den schmalen asphaltierten Streifen neben den Gleisen vor. Damit fahren sie gewissermaßen in der Mitte der Straße und sind damit eine potenzielle Unfall-Quelle, zumal das Stück noch nicht einmal mit Tempo-30 ausgeschildert ist.

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    47 Kommentare für “Bischofsplatz in der Diskussion

    1. E-Haller
      6. April 2017 um 17:53

      Ich würde mal kühn behaupten: die Mehrheit der Radfahrer in Richtung Ost zieht ebenfalls den Gehweg vor. Und zwar den links der Fahrbahn. Sie fahren damit nicht nur illegal auf dem Gehweg, sondern auch noch in der falschen Richtung.

      Wie sowas zivilrechtlich enden kann: http://www.olg-hamm.nrw.de/behoerde/presse/pressemitteilung_archiv/archiv/2017_pressearchiv/014-17-Fahrradunfall-mit-Kind.pdf (11-Jähriger!!!)

      Die Farce ist doch, dass schöne Schutzstreifen im übelsten Pflaster enden. Und statt eben sofort nach Fertigstellung des S-Bahn-Haltes diesen Zustand abzustellen (ich kannte den Bau bislang immer als Begründung für die Untätigkeit), blieb es erstmal so.

    2. 6. April 2017 um 18:06

      Ich habe das ungefähr eine halbe Stunde beobachtet, ist natürlich nicht repräsentativ, aber die meisten Radfahrer zogen vom Schutzstreifen direkt auf den Mittelstreifen.

      Die Radfahrer, die auf dem Fußweg unterwegs sind, kommen vermutlich aus Hecht- oder Rudolf-Leonhard-Straße.

    3. fk
      6. April 2017 um 18:06

      „Derzeit gibt es auf dem Bischofsweg in westlicher Richtung bis zum Dammweg einen Radweg.“. Wo genau soll der sich denn befinden?

    4. Zackbäm
      6. April 2017 um 18:22

      Hallo E-Haller,

      das kann ich bestätigen. Mir kommen früh morgens und Nachmittags auf dem kurzen Stück HP Bischofsplatz bis Kreuzung Rudolf-Leonhard-Straße täglich sogar mehrere Fahrräder auf dem Fußweg sowohl west- als auch ostwärts entgegen.

      Macht sich natürlich besonders gut, da durch die Haltestelle auch nicht wirklich viel Platz da ist.

      Aber ich habe mir mittlerweile angewöhnt, als Fußgänger einfach meinen Kurs zu halten.

    5. 6. April 2017 um 18:33

      @fk: Zwischen Straße und Fußweg. Reicht von der Apotheke bis zum Dammweg.

    6. fk
      6. April 2017 um 18:44

      Ich seh da aber weder Zeichen 237, noch Zeichen 240 oder 241. Vielleicht befand sich da mal einer, wurder aber sinnvollerweise entfernt (Dank geparkten Autos und Geistradlern unbenutzbar). Selbst auf Streetview-Bildern von 2008 gibt’s den nicht mehr: https://goo.gl/maps/DEvw62cLWr42

    7. Daniel
      6. April 2017 um 19:55

      @Anton: der Radweg dort ist afaik schon ewig keiner mehr. Kein Schild. Aber wegen dir schau ich jetzt morgen nochmal ;)

    8. Nike
      6. April 2017 um 20:04

      Wenn man mind. 3x pro Woche knapp vom Auto/LKW angefahren wird und einen 30 cm Streifen zwischen übelstem Kopfsteinpflaster und Todesschienen befahren soll, dann wählt man den gemütlichen Gehweg. Ob das jetzt ne Ordnungswidrigkeit ist oder nicht. Ich will noch etwas überleben. Hoffentlich wird es bald ungefährlicher für Fahrradfahrer auf dem bischofsweg.

    9. 6. April 2017 um 20:29

      Oha. Verdammt. Ich fahr da immer lang, ohne das ein Schild steht. Dachte die bauliche Markierung reicht aus.

      Kann gut sein, dass dort noch nie ein Schild stand.

    10. Alauner
      6. April 2017 um 20:49

      Wie kommt man als Radfahrer auf die Idee in der Mitte zu fahren wäre in Ordnung? Soll nun bei jedem Unfall wo die Leute zu doof zum Nachdenken sind erstmal alles umgebaut werden? Hauptsache keiner muss mehr selber sein Gehirn einschalten.

    11. Auto- und Radfahrer
      6. April 2017 um 21:26

      @Alauner
      Prinzipiell hast du recht, in Deutschland gilt das Rechtsfahrgebot. Allerdings gilt dies ebenfalls für PkW. 99,9 Prozent aller PkW fahren ebenfalls in der Mitte auf dem asphaltierten Bereich ohne auch nur in Betracht zu ziehen, dass sie eigentlich rechts auf dem mit schönstem Kopfsteinpflaster verlegten Fahrbahnbereich zu fahren haben. Hab dies am Bischofsplatz, außer mal bei Rechtsbbiegern in den Dammweg und rechts Fahrradfaher überholenden PkW (auch nicht erlaubt), noch nie beobachten können. Daher ist es deine einseitige verunglimpfende Sichtweise auf Radfahrer nicht besonders objektiv. Zumal das fahren auf dem rüttelplattenähnlichem Kopfsteinpflaster für Radfahrer ebensowenig zumutbar ist wie für Autofahrer. Hier hätte schon längst durch das STA etwas passieren sollen. Vor allem, da eine potentiell hohe Unfallgefahr abzusehen ist. Die aktuelle Situation ist von Seiten des Straßenbaulastträgers als fahrlässig zu betrachten.
      Viele Grüße

    12. Rob
      6. April 2017 um 21:28

      Es ist wohl nicht ganz die Mitte der Straße..in der Mitte, auf dem Bahnbett, fahren ebenso die Autos. Die Autofahrer fahren da auch nur auf dem Kopfsteinpflaster, um an Straßenbahnen vorbei zu fahren oder weil sie abbiegen. Ergo sind die Autofahrer hier nicht wirklich „besser“ als die Fahrradfahrer.

    13. Wollo
      6. April 2017 um 21:31

      Aus dem gleichen Grund, aus dem das die Autofahrer tun. Diese schonen die Stoßdämpfer ihrer Fahrzeuge und der Radfahrer halt seine Bandscheiben und Handgelenke. Dort fährt auch kein Auto gemäß Rechtsfahrgebot, sondern quasi alle in der Mitte. Hauptsache keiner schaltet das Gehirn ein oder nimmt gar Rücksicht auf andere.

    14. Oliver
      6. April 2017 um 22:16

      Es gibt laut StVO auch Radwege ohne Benutzungspflicht, d. h. Es ist keines der oben genannten Schilder angebracht. Woran man solch einen Radweg aber dann erkennt, bleibt unklar. Eine weiße Linie oder farbiges Pflaster machen jedenfalls noch keinen Radweg.

      Ich fahre die Strecke jeden Tag, einmal hin und wieder zurück. Am gefährlichsten finde ich aber den Abschnitt unter der Brücke, weil sich dort die Fahrbahn verengt und die Autofahrer jedesmal aufs Neue überrascht sind, dass man als Radfahrer auch irgendwo langfahren muss.

    15. E-Haller
      6. April 2017 um 22:46

      Um mal Licht ins Dunkel zu bringen: es handelt sich um die wohl eigentümlichste Radverkehrsanlage, die das deutsche Recht zu bieten hat: den (baulich ausgebildeten) „Radweg ohne Benutzungspflicht“. Gut erklärt: http://www.adfc-diepholz.de/radwege-ohne-benutzungspflicht/

      Der darf in Richtung West genutzt werden, muss aber nicht (in dem Abschnitt ist der Belag der Fahrbahn eigentlich ganz gut). In der Gegenrichtung hingegen: tabu. Ab Dammweg: ab auf die Fahrbahn.

    16. 7. April 2017 um 00:25

      Macht Sinn! Ich hab auch vor meine Küche umzustrukturieren, weil ich neulich im Suff über meine eigenen Füße gestolpert und unsanft auf dem Küchentisch gelandet bin.

    17. Omnie
      7. April 2017 um 07:40

      An kaum einer Ecke müssen mal alle in Zukunft alle mehr aufpassen!
      Ich lauf jeden Tag am grünen Eck vorbei und Fahrradfahrer kommen von allen Seiten teilweise angeschossen und nur mit millimeter abstand.
      Als Fahrradfahrer muss man sich klar sein das auf dem Bischofsweg 50 ist.
      Als Autofahrer muss man sich klar sein das Radler nicht auf den Fußweg dürfen aber die Fahrbahn am Rand quasi unbefahrbar ist.

      Schönes negativbeispiel aus der letzten Woche als es auch fast geklappt hätte :
      Ich fahr Nachts mit dem Auto richtung Fritz Reuter, in der mitte ein Radler, dunkle Kleidung, ohne Licht. Ich seh ihn quasi 2 sekunden bevor es knallt, geh in die Bremsen und er fährt (wohl erschrocken) mit Affenzahn auf den Fußweg.

    18. Gurney
      7. April 2017 um 09:22

      Wenn man es genau betrachtet sind in dem Bereich die Straßenbahnspur und die Pflasterspur zwei separate Spuren.
      Ich fahre mit dem Rad auf Straßenbahnspur zwischen den Schienen, leicht links (denn die Pflaster sind unzumutbar für Mensch und Material). Dann kann ein Autofahrer dem es nicht schnell genug geht immer noch auf der rechten Pflasterspur vorbeifahren wenn es sein muss.
      Die ganze Situation ist sehr unschön daher müssen alle aufpassen und angepasst fahren. Das gilt übrigens immer.

    19. Nele
      7. April 2017 um 11:49

      Das die Radfahrer in Dresden das allerletzte Glied in der Kette sind, kann man an zahlreichen anderen Stellen sehen. So zum Beispiel, wenn man von Süden kommend um den Albertplatz fährt, teilt man sich als Radfahrer mit Fußgängern einen zwar breiten aber durch das Pflaster nicht gerade komfortabel Weg für Radfahrer (auch wenn das natürlich kein Vergleich zur Pflastersituation am Bischofsplatz ist, der wirklich unpassierbar ist). Noch viel schlimmer: Wenn man Hospitalstraße, Georgenstraße oder den Abzweig für die Rechtsabbieger Richtung Bautzner kreuzt, wird man sehr leicht von Autofahrern übersehen, da man durch den getrennten Weg zur Fahrbahn und den dazwischenliegenden Baumstreifen, soweit weg von den Autofahrern ist, dass diese einen nicht wahrnehmen.

      Insbesondere macht es mich aber sprachlos, wenn sowieso Baumaßnahmen vorgenommen werden, dass man sich so wenig Gedanken über die Radfahrer macht:
      So zum Beispiel ein Stückchen weiter, am Simmel Richtung Neustädter Bahnhof. Als Radfahrer teilt man sich abermals den Weg mit Fußgängern, was zu Stoßzeiten bedeutet, dass man sich auch nicht schneller als die Fußgänger fortbewegen kann, ohne einen über den Haufen zu fahren. Und das obwohl die Antonstraße so breit ist, dass locker ein Fahrradstreifen hingepasst hätte. Von der Problematik, dass man wiederum von Rechtsabbiegern viel leichter übersehen wird, mal ganz abgesehen.

      Oder die Albertbrücke: Hier hat man als Radfahrer zwar zur Abwechslung mal einen Radstreifen für sich, wofür man wohl schon dankbar sein sollte, dieser ist aber wiederum erhöht, ergo: man wird von Rechtsabbiegern leicht übersehen, er annimiert Radfahrer in die falsche Richtung zu fahren, etc pp. Dennoch baut man in Dresden im Jahr 2016 noch immer genauso. Ganz abgesehen davon, dass laut einem TV-Bericht, den ich gesehen habe, das zweite, hässliche und teure Geländer nur deshalb nötig war, weil der Fahrradweg erhöht und nicht auf der Autofahrbahn ist. Für Fußgänger hätte die höhe des nachgebildeten Orignialen ausgereicht.
      Zudem hat es die Stadt hier geschafft einen Radfahrerstau zu produzieren: Zu Stoßzeiten wollen so viele Radfahrer von Süden kommend hinter der Brücke links abbiegen um auf die Glacisstraße zu kommen, dass es auch nicht möglich ist gerade aus weiter zu fahren, da sowohl Rad- als auch Fußweg komplett mit wartenden Radfahrern vollsteht. Denn Ampelschaltungen orientieren sich selbstverständlich an Autos und nicht an Radfahren. Zudem is halt einfach kein Platz. Der wird ja schon für die 4-spurige Autospur vollständig aufgebraucht.

      Lange Rede kurzer Sinn, dass sich am Bischofsplatz noch nichts getan hat, wundert mich wenig. Und falls sich was tut, bin ich sehr gespannt, was sich da tut.

    20. Karsten
      7. April 2017 um 12:41

      Dann mal meine Meinung, auch bezugnehmend auf viele Kommentare hier.

      Ich kann bestätigen, dass im besagten Bereich auf den Gehwegen teilweise die Hölle los ist. Da können oft genug die „legitimen“ Gehwegbenutzer fast täglich heilfroh sein, wenn sie heiler Haut und Knochen sowie heiler Nerven durchgekommen sind. Und dabei stören mich weniger gehwegbenutzende Radfahrer, die Schritttempo fahren und sich in den Gehwegverkehr einordnen. Können sie von mir aus machen, da die Straße nun wirklich nicht komfortabel ist. Was mich nervt sind diese Radfahrass***, die mit einem Höllentempo, wenns geht noch im Slalom, durch die Gehwegbenutzer hindurchdreschen. Wenn’s das nächste mal klappt, fährt meine Faust gerade aus. In der Folge ist es dann des Radfahrers Problem, mit wieviel km/h er sich darnieder legt…

      Ebenso kann ich bestätigen, dass mir erst kürzlich in der Neustadt in ähnlicher Situation einen Radfahrerin vors Auto gesprungen ist. Sie hatte höllisches Glück, dass ich in diesem Moment gerade nicht mal für 2 Sekunden auf ne Ampel oder an den Straßenrand geschaut hatte. Gleichzeitig kam noch ein Rad über die Kreuzung geschossen, der deutlich Dunkelrot hatte. Meine Vollbremsung verbunden mit Hupen quittierte sie dankend damit, dass ich den Mittelfinger gezeigt bekam und sie mir Beleidigungen durchs offene Autofenster rief. Ich habe ihren Wunsch verstanden. Beim nächsten Mal kommt sie dorthin, wo sie unbedingt hin will. Hoffentlich habe ich dabei Glück, denn die Räder sind weniger empfindlich als Frontscheiben.

      Und ja, im konkreten Fall, mit der alkoholisierten Autofahrerin ist für mich die Frage der Hauptschuld geklärt. Dennoch, wer mitten auf der Straße fährt, wird irgendwann bekommen, wonach er die ganze Zeit bettelt. Mir geht das Benehmen einiger Radfahrer mittlerweile gehörig auf den Beutel. Sicher ist es schön, wenn es gute Radwege gibt. Gibt’s aber nicht immer und überall. Fertig, aus die Maus. Dieses ewige, ständige Kindergarten-mimimi, weil nicht immer alles perfekt ist. Und gleichzeitig völliges Assi-Benehmen. Wo die meinen, alles zu dürfen, alle anderen Leute gnadenlos zu terrorisieren, alle haben ihnen aus dem Wege zu springen. Und wenn’s dann tatsächlich mal „klappt“, geht das Geheule richtig los und die anderen sind Schuld. Es nervt. Wer auf die Straße geht, sollte das Hirn einschalten. Wer das nicht kann, sollte nur an Mamis oder Papis Hand das Haus verlassen.

    21. 7. April 2017 um 13:29

      Mehr Alkoholkontrollen hätten unter Umständen auch geholfen. Aber so genau weiß das keiner. An einen fahrradgerechten Umbau glaube ich auch noch nicht, erst nach der Fertigstellung der Köngsbrücker, aber vor der Variante 10 oder 12 wird das nix.

    22. _
      7. April 2017 um 14:03

      Es ist mir eh unverständlich, warum man dort mit 50 langrasen darf. Wo ist der Unterschied zur vergleichbaren 30er Strecke auf der Königsbrücker? Auch auf dem Stück vn der Königsbrücker bis zur Görlitzer ist einfach so wenig Platz und gleichzeitig so viel los, dass eine Beschränkung auf 30 mMn. schon angebracht wäre.
      Das hätte den Unfall wahrscheinlich nicht verhindert aber mindert das Risiko im Allgemeinen.

    23. Nele
      7. April 2017 um 15:34

      Rücksichtslose Fahrer gibt es überall. Sowohl unter den Radfahren, als auch unter den Autofahrern. Das hat mit der Gesamtsituation nichts zu tun.
      Wenn Radfahrer nicht gezwungenermaßen auf Geheweg oder Straßenmitte ausweichen müssen, haben alle was davon. Nicht nur die Radfahrer.

    24. Karsten
      7. April 2017 um 17:00

      Genau Nele. Ich hab ein Anspruch auf alles. Ich bin gezwungen, auf dem Gehweg rücksichtslos zu rasen. Wenn ich kriege was ich will, muss ich auch keine Fußgänger, Kinder, Alten… erschrecken und ihnen ggf. die Knochen brechen. Ich Opfer meines Intellekts und meiner Sozialisierung bin dazu gezwungen das zu tun, ich krieg ja schließlich nicht das, was ich will. Wenn ich grade mal wieder cool sein will, fahre ich mitten auf der Straße und nerve und nötige andere Leute maximalst. Ich bin halt einfach der Größte. Ich verstehe aber auch nicht, warum mich andere Leute wahlweise für kindisch oder assi halten. Ich verstehe auch nicht, warum niemand mit mir diskutieren will. Und wenn mir morgen die Rübe zu Matsche gefahren wird, schreie ich rum und verstehe gar nicht, wie mir geschieht…

      Nech, Nele?

    25. Max
      7. April 2017 um 21:08

      Ganz ehrlich, als Troll gibst du dir aber echt Mühe. Chapeau!

    26. 7. April 2017 um 23:01

      Mühe? Zu ’nem Alki sagt doch auch niemand, dass er sich Mühe gibt, so viel zu trinken …

    27. Karsten
      8. April 2017 um 11:57

      Wie war gleich nochmal die Definition von Troll?

    28. kurth
      8. April 2017 um 17:41

      Ich kenne inzwischen die (durchaus nachvollziehbare) Angewohnheit von Radfahrern, in engen Passagen möglichst _extra_ keinen Platz zu machen, weil alle schonmal fast angerungst wurden, durch, ja: sich überschätzende Autofahrer. 5cm mehr und der _Radfahrer_ packt sich auf die Nase, ggf. ins Krankenhaus. Da es sich bei vielen dieser engen Bereiche nur um ein paar Minuten Fahrzeit handelt, so what, zuckelt man halt mal 2 Minuten mit 20 hinter einem Radfahrer her. Stört zumindest mich, wenn ich mal Auto fahre nicht. Die Autofahrer hinter mir dann meistens schon. Ich kann’s als Auch-Radfahrer dann aber verstehen, die hinter mir wohl meistens nicht. Und diese ewige Leier der Kampfradler, ja, die gibts, als Argumentationsgrundlage ist das aber einfach nur dünn und doof. Einer in hundert ein Kampfradler: Gefahrpotential Blauer Fleck am Schienbein (mir ist mal so einer reingefahren) gg. Einer von hundert Kampfautofahrern: Gefahrpotential RIP. Ist doch nicht so schwer.

    29. kurth
      8. April 2017 um 17:49

      Achso, noch ein Nachsatz für die andere Seite: Ich kann genausowenig verstehen warum die wenigsten Radfahrer (wegen einer ~5-minütigen Verzögerung) nicht mal absteigen können und ihre Mühle einfach durch die hochfrequentierten Fußwege (zB da am Bischof) _schieben_. Wäre auch nicht zu viel verlangt…

    30. Max
      8. April 2017 um 20:40

      Aber heißt doch (Fahr)rad und nicht (Lauf)rad?

    31. tom
      8. April 2017 um 21:46

      Als Radfahrer dort in der Mitte zu fahren ist einfach nur dämlich. Als Autofahrer kann ich nur sagen, es ist saugefährlich. Vor allem solche Vollprofis die ohne Schulterblick an der Stelle einfach vom Rand in die Mitte rüberziehen.
      Mittelspurfahrer sind einfach scheiße. Das gilt auf der Autobahn genauso wie für die Radfahrer rund um den Bischofsplatz. Aber die sichere Variante, mit dem Rad auf den Gehweg, ist ja ein paar Meter Umweg…also scheiß auf das eigene Leben und schön mit dem Rad in der Mitte fahren. Die Tonne Stahl, die von hinten mit 50km/h auf das Klümpchen Hackfleisch zugerollt kommt, wird schon ausweichen…

    32. Marcus
      9. April 2017 um 03:58

      Den meisten Autofahrern ist leider nicht klar, dass man laut Gesetzgeber zu einem Radfahrer beim Überholmanöver 1,50m Abstand halten muss. Ein Radfahrer soll zum rechten Straßenrand 80cm Abstand halten. macht 2,30m + Radfahrer. Da wird es in engen Passagen im wahrsten Sinne des Wortes eng mit dem Überholen. ^^

    33. julia
      10. April 2017 um 01:41

      Nur ist das kein Grund jemand umzufahren. Die Dame war betrunken, daran wird es am meisten gelegen haben. Und für alle, die noch kein entspanntes Miteinander zwischen Rad und Auto erlebt haben, fahrt mal nach Münster. Da ist erstens die Infrastruktur ausgebaut und zweitens ist benehmen sich Autofahrer entspannt, in jeder Hinsicht. Die hier stellenweise vorhandene Diskussion in Stile von: du bist doof, nein du bist doof, nein du bist dooff, nein du bist doof … ist nämlich genau eine Ursachen, der allgemeinen Missmut auf den Straße.

    34. Omnie
      10. April 2017 um 09:20

      Weiterer Gefahrenpunkt ist ganz eindeutig die Görlitzer richtung Louisenstraße.

      Liebe Radfahrer, in diese Richtung dürft ihr nicht fahren! Und da ich dort häufig mit Auto lang muss schilder ich mal meine perspektive:
      Ab Louise ist eine Einbahnstraße und man muss höllisch aufpassen auf
      – Autos die von links oder rechts starten
      -die Straßenbahn
      -Leute die sich wie in einer Fußgängerzone fühlen
      -rechts vor links Straßen
      -Radfahrer die ohne Handzeichen die Fahrbahnseite wechseln oder vom Fußweg auf die Straße fahren
      -Ausfahrten

      Kommt nun einem noch ein Radfahrer entgegen mit dem man eigentlich nicht rechnen muss sieht es echt übel aus. Daher bitte liebe Fahrradfahrer, diese Straße ist für euch derzeit absolut zu recht nur in eine Richtung befahrbar!

    35. E-Haller
      10. April 2017 um 11:45

      @ Omnie: Auf der Görlitzer gibt es keine rechts-vor-links-Straßen.

    36. _
      10. April 2017 um 13:35

      Jup. Es ist richtig, dass die Görlitzer eine Einbahnstrasse ist und auch dass die Pedaleure die da falsch lang fahren einfach nur zu faul sind 100m Umweg zu fahren.
      Jedoch bei all den Gefahren die du da aufzählst, solltest du auch beachten, dass du noch immer deine Fahrweise den aktuellen Gegebenheiten anpassen sollst. Und wenn es verdammt noch mal so scheiße unübersichtlich und gefährlich ist, dann fahre halt langsamer. Niemand zwingt dich auf dem Stück mit 30 lang zufahren.

    37. paula
      10. April 2017 um 16:30

      Ist ja verständlich und o.k., wenn Du den gemütlichen Gehweg benutzt. Ich hoffe nur, dass Du dann auch gemütlich fährst! Denn auch gehbehinderte Fußgänger würden gern überleben und angstrei den Fußweg benutzen. Oft wird man von viel zu schnell fahrenden Radfahrern auf dem Gehweg geschliffen und fast umgefahren. Viele überschätzen wohl ihre Reaktionsgeschwindigkeit oder sind einfach nur rücksichtslos.

    38. Omnie
      10. April 2017 um 22:20

      @ E-Haller

      Doch, Seifhennersdorfer & Sebnitzer.

      @ –

      mach ich ja auch, das ist wahrscheinlich der einzige Grund warum ich dort noch keinen Radler umgefahren habe. Aber „du-weißt-ja-wie-es-dort-ist“ ist nix worauf man eine StvO aufbauen kann.

    39. 11. April 2017 um 08:43

      Verkehrs- und Freiraumplanung für den Bischofsplatz
      Bürgerinformation am 11. April

      Das Ortsamt Neustadt lädt zur Vorstellung einer Verkehrs- und Freiraumplanung für den Bereich des Bischofsplatzes zwischen Dammweg und Johann-Meyer-Straße, ein. Die Veranstaltung findet am Dienstag, 11. April 2017, um 18 Uhr im Ortsamt Neustadt, Hoyerswerdaer Straße 3, Bürgersaal 2. Etage, ein.
      Im Auftrag der Landeshauptstadt Dresden erarbeiten die Büros mgp Verkehrsingenieure und Freiraumentwicklung Ehrler aus Dresden die Planungen. Inhalte dieser sind unter anderem:

      eine neue Einordnung der Straßenbahnhaltestelle „Bischofsplatz“,
      die Anordnung von Radverkehrsanlagen,
      die Schaffung neuer Fußgängerquerungen und einer Mobilitätsstation.

      Der Straßenumbau und die neu geordneten Verkehrsräume ermöglichen es auch, neue Aufenthalts- und Grünflächen am Bischofsplatz zu schaffen. Die Gestaltung der Vorfläche des S-Bahn-Haltepunktes „Bischofsplatz“ an der Hechtstraße ist ebenfalls Bestandteil der Planung.

    40. 11. April 2017 um 09:39

      @Omnie: Auf der Görlitzer gibt es keine Kreuzung mit „rechts vor links Straßen“.

      Die Seifhennersdorfer ist ein verkehrsberuhigter Bereich und endet auf der Görlitzer als Ausfahrt mit abgesenktem Bordstein. Und die Sebnitzer ist eine Nebenstraße, klar am auf der Görlitzer stehenden Vorfahrtsstraßenschild zu erkennen.

      Ich bin die Görlitzer in den vergangenen 25 Jahren bestimmt schon mehrere tausend Male mit dem Auto entlang gefahren, hatte dort noch nie ein Problem.

      Es ist eben eine Straße in einem Wohnviertel mit ner Schule daneben, da hält man einfach die Augen offen und einen Fuß in der Nähe des Bremspedals, so schwer kann das nicht sein.

      Görlitzer Straße

    41. 11. April 2017 um 09:40

      Doch „du-weißt-ja-wie-es-dort-ist“ entspricht so ziemlich genau dem 1. Abschnitt des 1. Paragraphen der STVO.

    42. christoph
      11. April 2017 um 14:21

      wieso ausweichen? …einfach mal geduldig ein paar Meter hinterherfahren… das „Problem“ gibts ja nicht nur am Bischofsplatz, auch in der Gegenrichtung nutzen clevere Radfahrer gern das Gleisbett vom Apark bis zur Schauburg und dann möglichst noch bis zum Bischofsplatz…trotz Radweg
      je nach Tagesform hab ich dann Geduld, Mitleid…. oder scheiß einfach drauf, genau wie der Radler vor mir ;)

    43. Martin
      12. April 2017 um 07:29

      Christoph, es gibt keinen Radweg zwischen Alaunpark und Schauburg. Und wie nah soll man denn an parkenden Autos vorbeiradeln, deiner Meinung nach?
      Und es gibt auch keinen Radweg mit Beschilderung, wie hier schon erwähnt wurde, ab Schauburg in Richtung Bischofsplatz. Das sollte mal einer werden, oder was auch immer.
      Die Autofahrer können eigentlich froh sein, dass es noch so viele Radfahrer/Radpendler bei diesen Dresdner Verhältnissen gibt. Wenn diese alle in ihre Autos steigen würde, dann versinkt die Stadt noch mehr im Stau. Dann wäre sicher allen geholfen :)

    44. ein anderer Stefan
      12. April 2017 um 08:09

      Was mir in der Diskussion fehlt, ist eine Trennung zwischen
      – vermeidbarem Fehlverhalten einerseits
      und
      – mangelhaften baulichen Gegebenheiten andererseits.

      Von Fehlverhalten (im Sinne der StVO regelwidrigem Verhalten) kann sich sicherlich kaum ein Verkehrsteilnehmer freisprechen, und es ist immer so, dass das Fehlverhalten des jeweils anderen, das mich betrifft, als besonders schlimm wahrgenommen wird. Dagegen hilft auch die perfekte Infrastruktur nichts. Das geht nur mit dem von Anton oben erwähnten § 1 StVO. Ja, Radfahrer und Fußgänger und Motorradfahrer sind gegenüber den Autos und LKWs im Nachteil. Das ist aber kein Freifahrtschein für beliebiges Verhalten. Die Regeln dienen dazu, ein für alle Verkehrsteilnehmer möglichst berechenbares Umfeld zu schaffen. Die Probleme entstehen regelmäßig dann, wenn sich Verkehrsteilnehmer nicht an die Regeln halten, wie z.B. nicht alkoholisiert Auto oder Fahrrad zu fahren. Oder beim Überholen von Radfahrern den Seitenabstand nicht einzuhalten. Oder bei Rot über die Ampel gehen oder fahren. Oder oder…

      Die Infrastruktur ist ein anderer Aspekt. In einer idealen Welt ist die Infrastruktur für alle Verkehrsteilnehmer in perfektem, intakten und ausreichend bemessenem Zustand. In der Realität sieht es anders aus. Da hilft nur, das einerseits zu bemängeln und auf Abhilfe zu drängen, soweit möglich (wo nicht genug Platz ist, wirds halt schwierig) und andererseits das eigene Verhalten an die Gegebenheiten anzupassen. Wenn ich mit dem Motorrad bei regennasser Fahrbahn zu schnell fahre, kann es halt passieren, dass ich auf den Schienen wegrutsche und mich auf die Klappe lege, um mal ein willkürliches Beispiel zu nehmen. Daran sind aber nicht die Schienen und das Wetter schuld, sondern meine nicht angepasste Fahrweise.

    45. Peter Macheli
      12. April 2017 um 08:49

      Komisch, oder @Martin? Statt über jeden froh zu sein, der nicht auch noch einen Parkplatz sucht und nicht vor einem im Stau steht…
      Als passionierter Autofahrer müsste man sich doch eigentlich für einen massiven Ausbau einer möglichst separaten Fahrradinfrastruktur stark machen, man profitierte ja direkt davon. Stattdessen wird in jeder Diskussion immer das Bild vom Kampfradler in den Vordergrund gerückt, als ob das irgendwas ändern würde.

    46. Christoph
      12. April 2017 um 12:21

      @Martin Natürlich gibts keinen Radweg zwischen Apark und Schauburg, auf dem Stück, das ich gestern meinte, darf übrigens nicht geparkt werden so besteht auch nicht wirklich ein Grund als Radler das Gleisbett zu nutzen… gibt ja auch noch sowas wie ein Rechtsfahrgebot ;)

      ich schaffs übrigens auch mit Rennrad den Pflasterstreifen zu befahren, zugegeben nicht täglich… aber es geht

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