Der wohl umtriebigste Künstler der Neustadt: Thomas Preibisch hat vor ein paar Tagen in der Rudolf-Leonhard-Straße die „Unschule für Kunst“ gegründet.

Ein unkundiger Betrachter, der am vergangenen Donnerstag in die Räume der „Unschule für Kunst“ in der Rudolf-Leonhard-Straße blickte, hätte vermuten können: In der Unschule wird im Unterricht einfach nur Kuchen gegessen. Doch weit gefehlt. Einer der Künstler wurde vom letzten „Erweiterten Ringgespräch“ – einer zentralen Methode der Unschule – zu einer essbaren Skulptur inspiriert.
Von der Frage zum Kunstwerk
Die Teilnehmenden diskutierten die Frage: „Bildung ist wichtig. Wozu?“ Alle Künstler*innen sollten die Gedanken des Gesprächs künstlerisch umsetzen. Eines dieser Kunstwerke war dann ein Apfel-Zimtkuchen. Die Gruppe stand vor der Aufgabe, das Unsagbare in diesem Werk zu entdecken. Das kann nur die Kunst vermitteln. Dafür musste der Kuchen von allen gegessen werden. Die Erkenntnis der Gruppe kam schnell und überraschend: „Es ist gar kein Kuchen – es ist ein Gedicht!“
Verlernen statt lernen
„Genau das meinen wir, wenn wir sagen: Hier kannst du was verlernen“, erklärt Thomas Preibisch. „Wir verlernen das Schubladendenken und ein zu vorschnelles Urteilen, indem wir versuchen, das Wesentliche wahrzunehmen.“ Thomas Preibisch, Gründer des Instituts für Gute Laune und Initiator der Unschule, fiel in der Vergangenheit durch solch wunderbare Kunst-Experimente wie die Gesellschaftskuh oder den „Stift für Zwei“ auf, außerdem gilt er als Schöpfer des wohl aufregendsten Weihnachtsliedes aller Zeiten.
Offene Türen jeden Donnerstag
Die Unschule für Kunst lädt jeden Donnerstag Neugierige, Kreative und Verlernwillige ein. Sie sollen Teil dieses sozialen Kunstwerks werden. Gesucht werden Menschen aus allen Bereichen. Das reicht von der Tänzerin bis zur Köchin, vom Dichter bis zum Fotografen.
Die Unschule für Kunst in Dresden versteht sich als soziokulturelles Experiment. Sie ist ein Gegenentwurf zu klassischen Bildungseinrichtungen. Es geht nicht um das Anhäufen von Wissen oder Noten. Es geht um das bewusste Verlernen von limitierenden Glaubenssätzen und Leistungsdruck.

Jeden Donnerstag treffen sich Menschen unterschiedlichster Disziplinen. Dazu gehören Tänzer, Köchinnen, Maler und Poeten. Sie werden nach der Methode des Erweiterten Ringgesprächs gemeinsam kreativ. Ziel ist die Schaffung eines sozialen Kunstwerks. Der Dialog und der Prozess sind wichtiger als das perfekte Endergebnis. Das Projekt ist kostenlos und offen für alle.
Die Veranstaltungen finden immer donnerstags von 17 bis 21.30 Uhr in der Rudolf-Leonhard-Straße 19 in 01097 Dresden statt. Der Eintritt ist kostenlos.



















