Verfassungsschutz warnt Scheune

Am 13. Februar soll in der Scheune die Punkrock-Band „Feine Sahne Fischfilet“ spielen. Wie die Band jetzt auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichte, hat das Landesamt für Verfassungsschutz den Scheune e.V. angeschrieben. In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Das Landesamt für Verfassungsschutz Mecklenburg-Vorpommern schätzt ein, dass die Band … eine explizit antistaatliche Haltung vertritt, die auf eine Auflösung staatlicher Strukturen abzielt.“

Die Scheune-Mitarbeiter haben das Schreiben zur Kenntnis genommen, teilen aber die Sorgen des Verfassungsschutzes nicht. Programmplaner Frank Schöne: „Die Band spielt auch in anderen namhaften Clubs, wir haben da keine Bedenken.“

Tatsächlich wird die Band in den Verfassungsschutzberichten in Mecklenburg-Vorpommern in den Jahren 2011 und 2012 umfangreich erwähnt. Dort heißt es unter anderem: „… Darüber hinaus vertritt die Band aber eine explizit anti-staatliche Haltung …“ Begründet wird das mit folgenden Textzeilen. „…Stolz auf Deutschland? Stolz auf eine Nation? Stolz auf irgendein beschissenes Konstrukt? Wir kotzen gleich! Aussagen, die sich positiv auf eine Nation beziehen, sind immer negativ! Dieses allzu beliebte, ‚WirGefühl‘ benötigt zugleich auch immer ein Feindbild! Nationalismus und Rassismus gehören zusammen (…) Deutschland? Nie wieder!“ Die Verfassungsschutzberichte lassen sich hier nachlesen: 2011 und 2012.

Die Band nimmt die Warnung offenbar auf die leichte Schulter und hat das Schreiben des Verfassungsschutzes auf ihre Facebook-Site gestellt und mit ironischen Kommentaren und einem Link zum Ticket-Vorverkauf versehen. Beim Konzert am 13. Februar gehen übrigens 2 Euro pro Ticket an das Bündnis „Dresden Nazifrei“.


  • Nachtrag: Das Konzert ist ausverkauft.
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18 Kommentare für “Verfassungsschutz warnt Scheune

  1. salsero
    7. Januar 2015 um 15:02

    ..viel Spaß mit dem widerlichen Antifagefatsche…

  2. Seldon
    7. Januar 2015 um 15:17

    Vielleicht doch mal wieder ein Grund, in die Scheune zu gehen…

    Paar Hintergründe noch hier

    Nicht nur in Sachsen: Kriminalisierung von Antifaschisten und Linken, während rechte Augen regelmäßig zugekniffen werden.

  3. Manfred
    7. Januar 2015 um 15:46

    Auf „Auflösung staatlicher Strukturen“ bzw. deren Überwindung arbeiten auch die Zeugen Jehovas hin….

    soviel nur dazu, liebe Schlapphüte.

  4. Horst H
    7. Januar 2015 um 15:59

    Dazu empfehle ich den, schon etwas älteren, Beitrag von Arte
    http://www.youtube.com/watch?v=nVI2b76rNJk
    Aber die Diskussion ums feine Sahne und den VSBericht ist ja nicht neu.
    Das ganze kann man auch hier nochmal nachlesen: http://www.publikative.org/2014/04/08/foto-von-feine-sahne-fischfilet-schwere-schlappe-fuer-verfassungsschutz/

    http://www.publikative.org/2012/12/13/kampagne-gegen-feine-sahne-fischfilets-nazis-als-kampfer-gegen-extremismus/

    „Auch im jüngsten Verfassungsschutzbericht hat die Band einen Gastauftritt, ihr wird sogar eine größere Bühne geboten als beispielsweise dem NSU, der in MVP mutmaßlich einen Menschen ermordete und möglicherweise Überfälle beging.“
    http://www.publikative.org/2012/10/13/komplett-im-visier-des-verfassungsschutzes/

  5. hannes
    7. Januar 2015 um 19:23

    ****Anmerkung: Kommentar wurde entfernt, da er nicht der Hausordnung entspricht. Beleidigung ****

  6. ein anderer Stefan
    7. Januar 2015 um 22:01

    Ist nicht meine Musik. Aber das macht nix, der Eintrag im VS-Bericht ist lächerlich. Der Textauszug hat ja recht: welchen Grund hat man, auf den Zufall seiner Geburt irgendwie stolz zu sein? Oder auf eine Struktur, die sich aus der Geschichte heraus eben so gebildet hat, wie sie jetzt ist? Oder auf meine Haarfarbe? Auf Dinge, die man nicht beeinflußt hat, die man nur benutzt, um sich abzugrenzen, kann man nicht stolz sein. Wenn die Nazis brüllen „Ich bin stolz, ein Deutscher zu sein“, haben die dabei sicher nichts verfassungskonformes im Sinn. Das ist es doch, diese Gesinnung, wogegen die Band anschreibt und -singt. Eigentlich schützen die Jungs die Verfassung, indem sie gegen Verfassungsfeinde angehen.

  7. Andreas
    7. Januar 2015 um 22:19

    > Eigentlich schützen die Jungs die Verfassung, indem sie gegen Verfassungsfeinde angehen.

    „Deutschland? Nie wieder!“ lässt sich damit allerdings schwer vereinbaren. Und hat auch nichts mit Nationalstolz zu tun.

  8. fcku
    7. Januar 2015 um 22:35

    ist doch nur ne party

  9. Jochen
    7. Januar 2015 um 23:03

    Ich fände es OK wenn sie vor dem Genus zu lauter Punkmusik warnen, das kann schließlich gesundheitsschädliche Folgen haben. Ich nehm da Gummistöpsel, dann tut es hinterher nicht weh.

    Welche Gefahr aber von solchen Texten ausgehen soll verstehe ich nicht. Wenn der Verfassungsschutz sich mit sowas auslastet, verstehe ich, warum NSU & Co sich solange ungestört bewegen konnten und man als Ausländer oder „anders“ aussehender in MeckPom nicht mehr sicher ist.

  10. Lenbach
    7. Januar 2015 um 23:26

    Die scheune war immer ein Teil der Stadtverwaltung, selbst in den Zeiten als alle dachten, es wäre ein richtiger „Punkerladen“. 2007 wurde die scheune dann privatisiert und wird seitdem durch den scheune e.V. betrieben. Jährlich finden mehr als 300 Veranstaltungen mit zusammen ca. 60.000 Besuchern statt. Die scheune wird 2011 in Höhe von 117.000 € institutionell durch die Landeshauptstadt gefördert.

    http://scheune.org/index.php?info=geschichte

    Vielleicht möchte die Scheune ja auf staatliche Förderung verzichten, von wegen staatliche Strukturen abschaffen. Wäre nur konsequent.

  11. HinzundKunz
    8. Januar 2015 um 00:15

    All den **** und möchtegernintellektuellen Kritikern dieser Band, und was sich sonst noch berufen fühlt, etwas Dummes zu der mehr als notwendigen Existenz des losen Konstrukt „Antifa“ faseln zu müssen, dem möchte ich mit der Darbietung einer weiteren „Combo“ mit Namen „Mono für alle“ antworten wollen:
    https://www.youtube.com/watch?v=mQVtg0wIw6s

    ****Anmerkung: Teile des Kommentars wurden entfernt, da sie nicht der Hausordnung entsprechen. Beleidigung ****

  12. falky
    8. Januar 2015 um 02:11

    Wie fürsorglich.
    Einen gewissen Zweck, wie über mir zu sehen, hat die „Warnung“ in jedem Fall erfüllt.

  13. HinzundKunz
    8. Januar 2015 um 15:11

    Mehr zum Thema, was schützen die eigentlich:
    http://www.taz.de/Verfassungsschutz-Symposium-in-Berlin/!151558/

  14. Kladderadatsch
    9. Januar 2015 um 14:53

    Hahaha der VS :-) immer wieder ein einen Lacher wert. Oder um die Band zu zitieren „[…]komplett im Ar**h“ ;-) Ich fürchte aber das ich am 13.2. wieder mal „anders verplant“ bin ^^

  15. spacke
    9. Januar 2015 um 18:09

    „God save the Queen
    A fascist regime
    They made you a moron
    Potential H-bomb…“

    Jetzt aber los Jungs – Plattenhändler dingfest machen!

  16. nurmalso
    12. Januar 2015 um 15:02

    @HuK: Antifa und „notwendige Existenz“? Der war gut… die Antifa ist doch nur ein müder Schatten ihrer selbst, und wenn die Selbstauflösung so weitergeht, existiert sie bald nur noch in Deinem Kopf. Ist auch gut so, faschistische Ansichten und Menschen, die dem Grunde nach in faschistischen Strukturen denken, gehören nicht mehr in unsere Zeit.

    Über die Band erübrigt sich jeder Kommentar. Dass sich Dresden Nazifrei jedoch für sowas hergibt, ist jedoch enttäuschend, spricht seinerseits aber auch Bände.

  17. emanu
    29. Januar 2015 um 06:20

    „…gehen übrigens 2 Euro pro Ticket an das Bündnis “Dresden Nazifrei”.“

    DAS ist der Fehler.
    Dresden Nazifrei = Dresden Verfassungsschutzfrei ?

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