Zweite Chance für Kuchen & Co.

Die Drei von der Bäckerei

Die Drei von der Bäckerei

Der Kunde, der vor mir die neue Bäckerei auf der Kamenzer Straße (Ecke Bischofsweg) betritt, reibt sich verschlafen und ungläubig die Augen. Sein Blick schweift über Schokokuchen, Stollen, Brötchen, Brote und Baguettes. „Ein Stollen für zwei Euro? Brötchen für 20 Cent?“

An der Optik hat er jedenfalls nicht erkannt, dass es sich bei der Tagzwei-Bäckerei um einen Laden handelt, der ausschließlich Backwerk vom Vortag verkauft. Manuela Schopf, Initiatorin des Projekts, erklärt die Idee: „Jeden Tag landen qualitativ hochwertige Waren in Unmengen auf dem Müll. Wir wollen diese Verschwendung eindämmen, indem wir leckere Lebensmittel am nächsten Tag zu fairen Preisen anbieten.“ Was dann vom Tage übrig bleibt, wandert an die Dresdner Tafel. Angeboten werden Produkte einer Bäckerei in Hainichen bei Chemnitz. Allerdings nur die aus den Dresdner Filialen. Später sollen weitere Bäckereien einbezogen werden.

Seit der Eröffnung Ende Dezember läuft das Geschäft gut an. Es hat sich sogar schon ein kleiner Stammkundenkreis eingefunden. Manuela Schopf äußert sich begeistert über das Interesse der Neustadt-Kunden. „Ich denke, dieses Geschäft hat bei dem Kundenklientel hier den perfekten Standort gefunden.“
Um mich zu überzeugen, beiße ich vor Ort in einen Berliner. Zuckersüß, fluffig, marmeladig und gar nicht altbacken. Daumen hoch.

  • Die Tagzwei-Bäckerei sucht übrigens noch nach freundlichen Aushilfen, die Konzept und Laden unterstützen wollen. Infos zur Tagzwei-Bäckerei vielleicht in Kürze unter: tagzwei-baeckerei.de
linie

41 Kommentare für “Zweite Chance für Kuchen & Co.

  1. E-Haller
    6. Januar 2012 um 13:29

    Wo genau ist der Laden? Im Claudius?

  2. Ulli
    6. Januar 2012 um 13:39

    Nee, ehemals Bresan an der Ecke Bischofsweg/Kamenzer Str.!

  3. 6. Januar 2012 um 13:42

    Direkt an der Ecke.
    Tag2 Bäckerei

  4. 6. Januar 2012 um 14:22

    war das nicht mal ne Kneipe?

  5. 6. Januar 2012 um 15:04

    @Aquii: Hast Du da nicht mal drin gefrühstückt?

  6. 6. Januar 2012 um 15:35

    ja, öfters, sogar mal in Anwesenheit von Christoph Waltz, Mitte der 90er, wenn ich nur noch wüsste wie damals der Name der Kneipe war….

  7. 6. Januar 2012 um 15:39

    Mensch Philine, das heißt hier nicht „Berliner“ sondern „Pfannkuchen“.

  8. sabine
    6. Januar 2012 um 15:39

    Café Reale, wenn ich mich nicht irre…

  9. Kosi
    6. Januar 2012 um 15:40

    @Aquii: die Kneipe hieß „Reale“

  10. 6. Januar 2012 um 15:51

    Richtig, Sabine und Kosi. Vor fast zehn Jahren gab es ein Neustadt-Geflüster zu Ehren des „Reale“.

    @Klaus: Meiner Meinung nach spricht man in Dresden von „Berlinern“, wenn die „Pfannkuchen“ etwas kleiner sind.

  11. 6. Januar 2012 um 16:29

    Ich plädiere – egal ob groß oder klein – für Pfannkuchen!

  12. Philine
    6. Januar 2012 um 16:45

    … bei mir heißen die mit der fetten Zuckerglasur Berliner. Nur die mit Zuckergekrümel sind echte Pfannkuchen. Und meiner hatte definitiv eine Zuckerglasurschicht. Außerdem wollen wir ja nicht päpstlicher sein als der Papst. Der Inhalt zählt – und der war Marmelade :)

  13. bad boy
    6. Januar 2012 um 16:55

    wer ist christoph waltz?

  14. Someone Else
    6. Januar 2012 um 16:58

    na der schauspieler aus „inglorious basterds“, nech? ;)

  15. 6. Januar 2012 um 17:20
  16. Wurschdbrühe
    6. Januar 2012 um 17:20

    dank friseur hatte ich das mit dem reale schon fast verdrängt obwohls da leckeres frühstück gab…
    aber bäcker ham wa ja jetzt langsam genuch!!

  17. 6. Januar 2012 um 17:38

    bester dialog im reale:

    „sorry, der wein korkt.“ „nein, der ist trocken, das steht doch in der karte…“

  18. Someone Else
    6. Januar 2012 um 17:55

    schön aufgelegt da…

  19. Reiko
    6. Januar 2012 um 18:09

    Eine spannende Frage ist, ob dort Ware verkauft wird, die eigentlich schon am zweiten Tag zur Tafel gegangen wäre, nun aber durch diesen Zwischenhändler erst am dritten Tag dort landet…

  20. Ingo
    6. Januar 2012 um 18:21

    geniale idee! da schau ich doch mal vorbei! ;)

  21. Steffen
    6. Januar 2012 um 18:24

    Stollen für 2 Euro? Cool ich bin dabei

  22. Someone Else
    6. Januar 2012 um 18:42

    also ich finde die idee mehr als gut.
    alle schimpfen in regelmäßigen abständen über die verschwendung in unserer überflussgesellschaft, besonders im bereich der lebensmittel und jetzt endlich wandelt einmal jemand diese wut in eine kreative idee um. etwas für menschen tun, ohne dabei nur den profit im auge zu haben.
    das ist meine neustadt! :)

  23. 6. Januar 2012 um 19:59

    Eindeutig Daumen hoch!

  24. Asmo
    6. Januar 2012 um 21:39

    finds toll da ich besher vergeblich nach kuchen vom vortag gesucht habe. endlich eine alternative zum deem cz-bäcker an der bautzner/rothenburger : )

    aber wie das mit der tafel ist würde mich auch interessieren… wobei, wenns eh bloß ein bäcker ist der sein zeug in den zweittag laden gibt

  25. S.Ebnitzer
    7. Januar 2012 um 01:54

    Stollen vom ;-) Vortag gibt’s leider nicht mehr. Ich habe am Donnerstag den letzten ergattert. Ich könnte ihn ja jetzt für 3 € anbieten…

  26. 7. Januar 2012 um 16:04

    Die Kaffepreise sehen auch sehr vernünftig aus, der ist aber hoffentlich nicht vom Vortag ;)

  27. Burki
    8. Januar 2012 um 14:09

    Für die Idee den Daumen hoch.
    Ich wünsche dan drei in ihren Geschäft viel Erfolg und noch weitere Nachahmer.

  28. Wurschdbrühe
    8. Januar 2012 um 17:48

    hab ihn gestern mal angetestet und bin positiv überrascht!
    ne tüte voll schrippen für 70cent + diskussion und auswertung (konzeptvorstellung ;) )
    mit den kids am frühstückstisch….daumen hoch!

  29. s.
    8. Januar 2012 um 19:32

    @Someone else „ohne dabei nur den profit im auge zu haben“
    wie kommste denn da druff? wie soll das funktionieren? wer bezahlt dann die ladenmiete, die leute, strom, gas, wasser, sch.ße?
    hier geht es genauso um kapitalistische verwertunglogik, wie wo anders auch. die idee ist nun wahrlich nicht neu. solche crämer habe ich schon vor 10 jahren in anderen städten gesehen. das nachsehen hat die tafel, bzw. die leute die auf die tafel angewiesen sind!
    für alle anderen ist es gut und schön, denn hier kann weiter der „geiz ist geil“ geist ausgelebt werden.

  30. Someone Else
    8. Januar 2012 um 20:09

    ich sagte NUR auf den profit! ich bin nicht auf der wurstbrühe hergeschwommen und mir ist durchaus klar, dass ein solches unternehmen auch laufende kosten hat. tss…
    war ja aber klar, dass wieder irgendwer kritik anbringt. ich denke, dass eher menschen da einkaufen gehen werden, die es wirklich nicht so dick in der tasche haben, denn der „ottonormalverbraucher“ wird ganz sicher weiterhin auf sein frisches brot bestehen. „geiz ist geil“ sind netto & co., aber sicher nicht dieser kleine laden mit einer guten idee.

  31. s.
    8. Januar 2012 um 22:13

    och Someone Else

    dieser kleine laden gehört doch mit zu der bäckerei aus „Hainichen bei Chemnitz“, „aus den Dresdner Filialen“ – siehe text. die verwerten nur ihre ware, die sie nicht mehr als frischware verkaufen kann. macht im übrigen fast jeder bäcker so. nur ohne extrafiliale ;). aber wie gesagt, die idee ist echt alt und hat schon so nen bart…

  32. s.
    8. Januar 2012 um 22:16

    „denn der “ottonormalverbraucher” wird ganz sicher weiterhin auf sein frisches brot bestehen.“ und das soll glauben wer will. ich nicht.

  33. Someone Else
    8. Januar 2012 um 23:55

    ja, alles scheiße,
    die menschen sind doof,
    nur ellenbogen,
    jeder will nur billig,
    netto, netto, aldi, aldi.
    alles korrupt,
    alles kapitalismus,
    alles hat bart-ist alt, alt!
    blöd alles.
    glaube nichts, ich nicht!

    lyrik ende und gute nacht!

  34. christoph
    9. Januar 2012 um 09:46

    @someone else … auf ottonormalverbraucher hätte sich sooo schöön zigarettenschlaucher gereimt … da gibts noch „verbesserungsmöglichkeiten“ vll sollten wir nen kleinen LEISEN dichterzirkel in der 33 einberufen

  35. Someone Else
    9. Januar 2012 um 10:32

    :D sollte nur ein spaß sein…

  36. christoph
    9. Januar 2012 um 12:47

    sehr schade, ich dachte hier kommt eeeendlich mal etwas kultur rein

  37. 11. Januar 2012 um 03:45

    Kulturteil:

    „Die Kunst sei noch so groß,
    die dein Verstand besitzet,
    Sie bleibt doch lächerlich,
    wenn sie der Welt nicht nützet.“

    Christian Fürchtegott Gellert
    (Die Spinne)

    Den erdenden Wahlspruch des Gellertgymnasiums finde ich genauso passend für die Gellertstadt-Bäckerei-Zweitverwerter. Oder für Vortags-Bäcker nerell. Die haben soziales Gewissen. Es gibt auch arme Nicht-Tafel-Menschen.

  38. Ä Hainch'norr
    11. Januar 2012 um 03:59

    Mehr Kultur? Bitteschön:

    Die Kunst sei noch so groß,
    die dein Verstand besitzet,
    Sie bleibt doch lächerlich,
    wenn sie der Welt nicht nützet.

    (Christian Fürchtegott Gellert)

    Könnten sich die Gellertstadt-zwie-bäcker doch über ihre Ladentür hängen.

    Ich finde alle Bäcker gut, die so was anbieten. Es gibt auch arme Nicht-Tafel-Menschen.

  39. Thomas
    25. Januar 2012 um 15:14

    Na Wahnsinn! Der arme Claudius. Der arme „echte“ Bäcker!
    Noch billiger als alle anderen weil vom Vortag und hinter diesem
    karitativen Gemeinwohl nichts auf die Müllhalde zu kippen
    verbirgt sich letztendlich nur eine Fehlkallkulation des Bäcker 2.0.

    http://bit.ly/uWqdOn (Billige Brötchen–ARD Mediathek)
    http://bit.ly/uXU5sp (Billige Brötchen–SWR-Doku)

  40. E-Haller
    25. Januar 2012 um 16:09

    Der „arme echte Bäcker“ hat andere Probleme als Brötchen von gestern…

  41. Michse
    11. Juni 2018 um 15:19

    ich hab da kurzzeitig gearbeitet, musste krankheitsbedingt aufhören und habe jetzt nichts als Ärger bei der Beschaffung wichtiger Unterlagen fürs A-Amt. Danke nochmal dafür an die NEUEN !!! Betreiber.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

linie