Königsbrücker Straße – doch wieder vier Spuren

Nach dem Treffen der Experten der Stadtratsfraktionen mit Vertretern des ADFC, ADAC und den Dresdner Verkehrsbetrieben am Montag wurde bekannt, dass die Stadtverwaltung eine neue Planung für die Königsbrücker Straße vorsieht. Offenbar soll die Straße nun doch ab dem Albertplatz vierspurig ausgebaut werden. In der Folge würde mehr Grundfläche von den Anliegern benötigt, die Linksabbieger-Spur in Richtung Bischofsplatz müsste entfallen und Fahrgäste der Straßenbahn sollen künftig zum Ein- und Aussteigen zwei Spuren überqueren.

Hintergrund dieses neuen Planes: Im Oktober hatte das Wirtschaftsministerium unter Leitung von Sven Morlok (FDP) in einem Brief an die Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) dargelegt, dass es “auch auf Basis der aktuellen Prognosen die Auffassung vertritt, dass nur die vierspurige Variante eine vernünftige Lösung hinsichtlich Verkehrsabwicklung und Luftqualität darstellt.” (Neustadt-Geflüster berichtete)

24 Kommentare zu “Königsbrücker Straße – doch wieder vier Spuren

  1. Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Typisch Dresdner Provinzposse. Eine intelligente(re) Ampelschaltung und das Verzichten auf die nervige Vorrangschaltung für ÖPNV würde die Luftqualität sicherlich eher verbessern als ein vierspuriger Ausbau. Ganz zu schweigen von den Kosten.

  2. @Andreas du verstehst das Problem nicht! Hier geht es immerhin um FDP-Wähler die gerne mit dem SUV in die Altstadt wollen. Natürlich bringt das weder Verkehrstechnisch (die Zeit bleibt an den Ampeln, nicht an den mangelnden Überholmöglichkeiten), noch Umwelttechnisch (da ist der Vorrang des ÖPNV sogar imho eher sinnvoll, wer sich über wartezeiten aufregt soll halt auch ÖPNV fahren!) noch Stadtplanerisch _IRGENDWAS_.

    …aber für sonen Porsche Cayenne braucht man halt idealenfalls 2 Fahrspuren.

  3. Wenn die noch lange brauchen kann man sowieso, auf Grund der Schlaglöcher, maximal mit nem Traktor dort langfahren.

    Und wie um Himmelswillen kommt man dann zum Bischofsplatz?!

  4. @Dr. Azrael Tod:
    Grundsätzlich ist es natürlich sinnvoller den ÖPNV zu benutzen. Ich will aber nicht die alte Diskussion zum Leben erwecken, in der es um den Sinn und Unsinn der Benutzung eines PKW’s geht. Das bleibt jedem selbst überlassen und für mich ist der ÖPNV keine Alternative. Ich fahre auch keinen SUV. Das Dilemma der Ampelschaltungen läßt sich im übrigen nicht nur zu Stoßzeiten beobachten. Das Umdenken kann man nicht durch Ampelschaltungen als Verkehrserziehung erreichen. Immerhin verpesten die Autos im Stau auch die Luft der Radfahrer und Straßenbahnfahrer.

    Das Dilemma wurde auch schon mal bei Spiegel Online thematisiert:
    „Ein Taxifahrer hat im Selbstversuch herausgefunden, dass er auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt nur dann alle Ampeln bei grün erwischt, wenn er im Schnitt 100 fährt.“

    http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,632765,00.html

  5. @stanley

    Na ganz einfach du musst einmal um den Albertplatz Ring fahren, denn das mit der gesünderen Luft soll ja nur für die Königsbrücker gelten. Für den Albertplatz an sich ist nix dergleichen vorgesehen.
    Ist doch logisch oder…

  6. @Andreas ich würde schon behaupten dass diese Verkehrserzieherische Wirkung funktioniert. Je länger man mit dem PKW unterwegs ist, desto eher ist ÖPNV vergleichsweise sinnvoller. „Bleibt jedem selbst überlassen“ bedeutet ja nichts weiter als dass sich jeder sucht was für ihn gerade günstiger ist, wenn man da an zentraler Stelle irgendwas fördern will, muss man halt diese Entscheidung beeinflussen.

    Das ist für mich übrigens auch ein Grund warum man Straßen nicht unbedingt stärker ausbauen sollte (also selbst für den Fall dass das mal etwas bringt). Wenn wir die Königsbrücker so umbauen dass man in 5min vom Industriegelände zum Albertplatz kommen, dann erhalten wir damit genau eins: mehr Autos die diese Strecke nutzen.

    Übrigens war mein Hinweis auf SUV nicht spritverbrauchsmäßig gemeint (und schon garnicht war jemand der anwesenden gemeint). Natürlich find ich SUV zwar ziemlich lächerlich, aber auch diese Lächerlichkeit muss man in Relation sehen. Ob man nun 7 oder 10l Benzin verbrennt um eine einzelne Person zur Arbeit und zurück zu bringen, finde ich dann doch schon Krümelkackerei. (Und ja, ich kenne Personen die jeden Tag 2x50Km Arbeitsweg fahren, sowohl mit ÖPNV als auch mit PKW)

  7. Mir ist der Ausgang der Debatte eingermaßen egal (wobei ich derzeit eine klitzekleine Präferenz für die 2-spurige Variante hege) und kann daher nur etwas schmunzeln. Die Unterhaltungsshow auf ganz hohem Niveau geht in eine neue Runde: jede Seite holte wieder ihre eigenen „Experten“ raus, Land und Stadt schieben sich den schwarzen Peter zu, und die Großideologen besorgen die Metadiskussion – alles während die Königsbrücker weiter zerfällt.

  8. Ich finde es nicht ok, wie einige von euch die Mitarbeiter von Werbeagenturen mobben. Dafür, daß sie bezahlt werden, Geld von unten nach oben zu verteilen, tun sie einen ziemlich guten Job. Und das geht nunmal mit großen Projekten wie Leipziger Citytunnel, Dresdener WSB oder eben der vierspurigen Königsbrücker und Bautzner besser als mit Radwegen oder ÖPNV. Das diese Mitarbeiter in ihrem Nebenjob auch noch Landtagsabgeordnete und Minister sind, ist unschön aber noch für eine Weile zu akzeptieren. Wieder ein paar Aufstocker weniger.

  9. Na endlich. Ich hab schon gewartet, wann es mal wieder was zum Thema KöBü gibt. Aufregen braucht man sich über diese neuen Pläne der Stadtverwaltung aber sicher nicht. Mitlerweile weiß ich wie hier Baubrojekte ablaufen. Es wird alles zeredet umgeplant, verworfen und neu begonnen. Ob es Brücken, Haltestellen (Tharandter Str.) – Übrigens bin ich da mal aus der 7 raus, es war auf Weltniveau, weil zufällig Autos da rumstanden und man nicht rauskam, ein Frau mit Kinderwagen hat das vorhaben des Aussteigens abbrechen müssen- Nungut zurück zum Thema, oder eben Straßen sind. Also auch wenn jetzt alles neu wird, wird doch eh nichts gebaut. Dumm ist nur, dass die Straße zerfällt die Anwohner und alle Beteiligten gernervt sind und werden und Touris sich wundern wo sie hier gelandet sind. Ich fahr da täglich lang, meist mit der Tram..laufen ginge oft schneller..Nungut ich erkenne keinen Handlungsbedarf !IRONIE! So sieht es die Stadt sicher auch und daher ist hier alles so. Es ist dabei völlig egal wer nun das Geld geben soll. Wenn man nach 20 Jahren Bundesrepublik immer noch nichts zu Stande bekommt, kann der Fehler nur in der unfähigen Verwaltung zu Suchen sein. Ich denke, wenn ich aus DD wegziehe wird die KöBü immernoch so sein wie heute. Da bin ich mir ganz sicher und daher reg ich mich auch nicht über den 4 Spurenblödsinn auf. Das hab ich schonmal gemacht. Vielen Dank :-)

  10. Lieber Marcel Proust, gäbe es hier einen „Gefällt mir Button“ würde ich ihn für Deinen Kommentar auf jeden Fall klicken! Wundervoll :)

  11. Ich glaube hier eher an eine Zermürbungstaktik von FDP und CDU. Seit 13 Jahren wird das jetzt diskutiert. Ich glaube die wollen einfach, dass die Laute sagen: Hauptsache eine neue Strasse, egal welche.

    Ich z.B. finde, dass die Ecke Louisenstr./Königsbr. eine extrem gefährliche ist. Ich hasse es um diese Ecke zu gehen weils da so eng ist und so na an der Strasse. Mitden Kindern gehe ich da nur im Notfall lang.

    Ich bin natürlich auch für die zweispurige Variante, aber wenn ich die Wahl hätte zw. die vierspurige bald und die zweispurige nie, dann würde ich die vierspurige bevorzugen. Und genau das wollen die mit ihrem neuerlichen Vorstoß, entgegen dem bereits gefundenen Konpromiss, erreichen.

    Dabei vergessen die alle, dass der Verkehr abnehmen wird, wenn erst mal die neue Brücke fertig ist. So gesehen hilft die uns dann vielleicht noch.

  12. Ehrlich gesagt, halte ich es für unwahrscheinlich das der Verkehr abnimmt nur weil dann bald eine Brücke mehr steht. Man sollte bei dem Thema bedenken das die anderen Brücken mal irgendwann saniert werden müssen und so sicher mal zeitweise nicht befahrbar sein werden.

    Letztlich ist es doch so, die Königsbrücker gehört neu gemacht. Und ob nun zwei oder vier Spuren, es wird immer eine vielbefahrene und entsprechend gefährliche Straße bleiben. Das wird die Waldschlößchen Brücke auch nicht verbessern.

    Woran wieder niemand denkt bei der ganzen Geschichte ist das Thema Kosten/ Nutzen. Ich wöllte einfach mal behaupten das ein zweispuriger Ausbau günstiger ist und das Verkehrsaufkommen wird deswegen auch nicht dramatisch schlimmer so wie es sicher beim vierspurigen Ausbau auch nicht weniger wird.

  13. Wie sich das Verkehrsaufkommen mit WSB entwickeln wird, würde ich erstmal abwarten. Schon so manche Prognosen haben sich als Irrläufer erwiesen.

    Ansonsten denke ich auch, schafft man erstmal eine breite und schnelle Straße, wird die auch so genutzt – breit und schnell!

    Hier sollten wir nicht erst warten, bis Tatsachen geschaffen werden (siehe S21) sondern jetzt Handeln! Den Menschen, die hier wohnen, kann es doch nicht egal sein, wenn die Neustadt von Autobahnen umringt wird: Königsbrücker, Stauffenbergallee, Bautzner: denn FDP (und CDU?) wollen auch den 4-spurigen Ausbau der Bautzner, damit Herr Zastrow fix ins Büro auf selbiger kommt – wo wohnt eigentlich Mr. Morlock?

  14. So hier mal meine Anmerkungen zum Thema 4 Spuren.

    Also das wichtigste als erstes, sicher ist der Verkehr auf 4 Spuren komfortabler, (schneller) und sicher unterwegs. Aber das Problem ist UND bleibt der Albertplatz. Der Albertplatz befindet sich an seiner Leistungsgrenze. Das heißt die Zeit die die Autos im oberen Teil der Königsbrücker gut machen, werden sie am Albertplatz wieder verlieren.

    Weiterhin gilt in der Netzplanung immer: Auf eine Aktion folgt Reaktion. Das heißt fals 4 Spuren kommen sollten, dann fahren mehr Autos, als heute. Das ist der selbe Effekt als wenn es die Brötchen beim Bäcker absofort zum halben Preis gibt….

    Fals es das ganze mit den 4 Spuren wieder ins Gespräch kommt und so umgesetzt werden sollte, dann bin ich mir relativ sicher das die Gerichte sich im Falle einer Klage auf die aktuelle Verkehrsprognose berufen und somit ist die Notwendigkeit einer 4 Spurigen-Straße nicht mehr gegeben. Insbesondere, da bei einer 4 Spurigen Lösung meiner Meinung nach das Abwägungsgebot nicht beachtet wurde (es wird nur zugunsten vom MIV-Verkehr geplannt)

  15. Ein Aspekt, den noch keiner angesprochen hat: Seit 3.1.11 ist der Dresdener Luftreinhalteplan veröffentlicht, und der besagt, dass das MIV in der Stadt um 5-10% reduziert werden soll. Deshalb ist es für Dresdner Verhältnisse folgerichtig, die Königsbrücker 4-spurig auszubauen. Denn bisher wurde immer sorgsam darauf geachtet, abstrakte Strategiepapiere und konkretes Handeln zu trennen. Aber ein Trost: Die Rohölpreise steigen und steigen, und bald wird sich eben nicht mehr jeder ein Auto leisten können. Dann wird das große Klagen ausbrechen, wie unattraktiv und ineffizient die DVB sind.

  16. Ich macht auch einen Vorschlag,es ist aber legendlich nur eine Idee von mir.Hat die Stadt Dresden je schon mal eine
    Test Strecke ausprobiert,die Tram unter die Erde zu bekommen.Ich bin mir auch vollkomen bewußt über solche kosten,die dieses Projekt mit sich bringen würden.
    Wenn man es auf der Königsbrücker darauf ankommen lässt,und einfach die Tram ins Erdreich verschwinden lässt,das müßte doch auf so einer großen Straße sicherlich machbar sein.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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