Mehr Platz für den Martin-Luther-Platz

Gestern Abend hat das Stadtplanungsamt im Ortsbeirat Neustadt erste Pläne zur Umgestaltung des Martin-Luther-Platzes vorgestellt. 2011 sollen die Pläne fertig sein, 2012 wird dann vermutlich gebaut und 2013 hat der Platz dann mehr Platz.

Denn eins steht felsenfest: Die Autos müssen weg. zumindest ein großer Teil. Nach den bisherigen Planungen sollen am Platz und in den angrenzenden Straßen mehr als 100 Stellplätze entfallen. Dadurch soll die Wohnqualität gesteigert werden. Konkret bedeutet das: Direkt um die Kirche herum sollen keine Autos mehr stehen. Dafür am Rand des Platzes schräg zur Fahrbahn. Die Denkmalschützer haben sich stark gemacht, das typische Großpflaster bleibt erhalten, nur auf der Martin-Luther-Straße soll es teilweise durch geschnittenes Pflaster ersetzt werden. Das ist gut für Radfahrer, es holpert nicht so. Am dicken Hintern der Kirche, dem östlichen Teil, kann der Gehweg um den kleinen Park breiter werden, da auch hier die Parkplätze verschwinden sollen.

Am Hinterteil der Kirche soll es künftig einen breiteren Fußweg geben.
Am Hinterteil der Kirche soll es künftig einen breiteren Fußweg geben.
Die jetzigen Planungen sind das Ergebnis der Bürgerbefragungen und der Workshops mit Anwohnern. Die fehlenden Parkplätze würden auch durch das in der Nähe entsehende Florana-Parkhaus kompensiert, erläuterte Thomas Pieper, Sachgebietsleiter des Stadtplanungsamtes.

Die Grünen im Ortsbeirat haben flugs eine Stellungnahme zur Neugestaltung des Platzes formuliert. Sie wollen am liebsten, dass auf der westlichen Seite des Platzes gar keine Autos mehr stehen. Das wären weitere zwölf Stellplätze. Dieser Vorschlag wurde vom Ortsbeirat allerdings abgelehnt. Zustimmung bekamen die weiteren Vorschläge der Grünen, die sich eine durchgängige Baumreihe auf der Martin-Luther-Straße zwischen Bautzner und Platz wünschen. Außerdem solle dort das Parken so geplant werden, dass der Verkehr verschwenkt werden muss. Das bedeutet, auf dem ersten Stück parken die Autos auf einer Seite quer, auf der anderen parallel zur Straße, im zweiten Teil ist es genau umgekehrt. Das soll verhindern, dass die Straße zur Rennstrecke wird. Ebenfalls auf Zustimmung stieß der Vorschlag, aus dem ganzen Platz eine Spielstraße zu machen. Dann würde maximal Schrittgeschwindigkeit erlaubt sein. Außerdem wünschten die Grünen, dass das Hochbeet direkt vor dem Kircheneingang entfernt werden soll, zehn der elf anwesenden Ortsbeiräte stimmten dem zu. Und alle Ortsbeiräte waren für den letzten Vorschlag, die Müllcontainer sollen auf die Rückseite der Kirche.

Ortsbeirat fordert: Weg mit dem Hochbeet vor dem Kircheneingang
Ortsbeirat fordert: Weg mit dem Hochbeet vor dem Kircheneingang

Die Sanierung der Martin-Luther-Straße und Pulsnitzer Straße wird voraussichtlich erst 2014 erfolgen. Im nördlichen Bereich wird es dann keine Stellplätze mehr geben, da beide Straßen dafür zu schmal sind. Dafür soll im südlichen Bereich der Martin-Luther-Straße dann quer zur Fahrtrichtung geparkt werden.

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48 Kommentare zu “Mehr Platz für den Martin-Luther-Platz

  1. Das ist ja nun wieder typisch. Der Martin-Luther-Platz war so gut wie die einzigste Stelle in der Neustadt, wo man überhaupt mal noch einen Parkplatz bekommen hat. Sollen sie doch die Einwohner der Neustadt nehmen, davon den Anteil Grünen-Wähler abziehen und Stellplätze erst dann streichen, wenns mehr in der Anzahl als die restlichen Wähler sind. *ankopffass*

  2. „Denn eins steht felsenfest: Die Autos müssen weg. zumindest ein großer Teil. Nach den bisherigen Planungen sollen am Platz und in den angrenzenden Straßen mehr als 100 Stellplätze entfallen.“

    „Die fehlenden Parkplätze würden auch durch das in der Nähe entsehende Florana-Parkhaus kompensiert…“

    Ich hoffe das hier mal wieder nicht nur von der Wand bis zur Tapete gedacht wurde… 100 Stellplätze die wegrationalisiert werden sollen?!

    Also jetzt mal ehrlich für was zahle ich eigentlich meine Jahregebühr für den Parkausweis, wenn ich am Ende mein Auto im Parkhaus abstellen darf, da ich wenn ich nach 19 Uhr von Arbeit komme meist mehr schlecht als recht (und meistens dann auch nur noch im Bereich um den Martih-Luther-Platz) einen Parkplatz (und jetzt rede ich ja noch nicht mal von in der Nähe meiner Wohnung, sondern allgemein) bekomme?!

    -R

  3. Am besten alles zur Fußgängerzone… und mit Rasen versehen. Dann können sich die Hunde, die eh schon alles vollschei…, sich endlich austoben. Ich warte auf den Tag, an dem ich beim Blick früh aus meinem Fenster nicht einem Köter beim Verrichten seines Geschäfts auf dem MLP zuschauen muss. Die Autos stören mich nicht – so lange sie stehen, machen sie keinen Krach und stinken nicht.

  4. Wikipedia zu Verkehrsberuhigten Bereichen (Spielstraße) http://de.wikipedia.org/wiki/Verkehrsberuhigter_Bereich:
    „Das bedeutet, der verkehrsberuhigte Bereich muss baulich so angelegt sein, dass der typische Charakter einer Straße mit Fahrbahn, Gehweg, Radweg NICHT vorherrscht. In der Regel wird dies durch einen niveaugleichen Ausbau…erreicht“

    Wenn man die „Spielstraße“ also konsequent einrichten würde, könnten Autos verkehrsrechtlich auch mal locker in den jetzigen Gehwegbereichen – inkl. der Hauseingänge – fahren und zum Be- und Entladen sogar halten. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das praktisch funktionieren soll…

  5. Also meiner Ansicht nach steigt die Wohnqualität nicht wenn Parkplätze abnehmen! Den Einzelhandel macht das auch kaputt wenn die Kunden keinen Parkplatz mehr finden.

  6. @ Stanley: Um die wenigen Geschäfte am Martin-Luther-Platz würde ich mir da weniger Sorgen machen. Ich denke, die meisten haben eher fußläufige Kundschaft.

    Da finde ich es für die Anwohner schon problematischer, da das Parkhaus eher keine Alternative ist. Denn erstens ist es zu weit weg und zweitens wird es wohl Geld kosten. Wie schlecht Parkhäuser in der Neustadt genutzt werden, lässt sich auf der Kamenzer Straße jeden Tag erleben. Und das trotz Parkleitsystem.

  7. nun ja, ich als einer der kein auto besitzt und gut mit fahrrad und bahn klar kommt, kann nicht s verwerfliches daran finden die zahl der stellplätze zu reduzieren. mir würde der mlp ohne autos definitiv besser gefallen… (rein subjektiv)

  8. Vermutlich würdest Du (jürgen) aber nun wieder verwerflich finden, wenn es in der Neustadt null Fahrradständer etc. gäbe, wo man ein Fahrrad sicher anschließen kann (was im übrigen tatsächlich auch ein Problem zu sein scheint). Ich bin jedenfalls von der Parkplatzsituation in der Neustadt jetzt schon genervt… und die machen das immer nur noch schlimmer. Schönheit ohne Funktionalität nützt auch keinem was…

  9. Ich finde das sehr gut. Von mir aus könnte die ganze Neustadt autofrei werden. Wer unbedingt ein Auto braucht, soll das ruhig außerhalb abstellen und dafür bezahlen. Platz für Parkhäuser ist ja genug. Ein Fahrrad ist überall schnell angekettet und verschandelt das Stadtbild nicht. Weiter so!

  10. Es ist doch immer wieder interessant, wie solche Fragen der Umgestaltung und Aufwertung von Wohngegenden mit schöner Regelmäßigkeit von der Parkplatzdebatte dominiert werden. Als wäre ein Parkplatz direkt vor der Haustür das höchste und wichtigste Gut auf Erden und noch über angemessene Straßen und Fußwege sowie ein angenehmes Wohnumfeld zu stellen. Da kann man nur noch den Kopf schütteln.
    Empfehlung: Meldet den Jahresausweis für die Straße ab und mietet euch stattdessen einen TG-Stellplatz oder einen im Parkhaus, und schon hat sich das Problem erledigt.

  11. *Ironie-Modus an*
    Nee, Jane. So einfach ist es ja nun auch wieder nicht. Wenn man schon im Monat 300 bis 400 Euro für ein Auto (inkl. Reparaturen, Benzin, Wertverlust) hinblättert, kann man sich doch keinen Stellplatz mehr für 50 Euro monatlich leisten.
    *Ironie-Modus aus*

  12. Moment (Jane)… ich bin zwar sehr oft in der Neustadt unterwegs – wohne dort aber nicht (und werde mich deshalb natürlich auch hüten, irgendeinen Stellplatz dort zu mieten).

    Der Gedanke, in die Neustadt zu ziehen, kam mir schon desöfteren – aber genau das Parkplatz-Problem ist eines der größten, um es nicht zu tun. Weil…

    * Wohnungen mit TG-Stellplatz bzw. mit Stellplatz vor der Tür sind überdurchschnittlich teuer (und JA – ich möchte einen Stellplatz direkt vor der Tür, ich schlepp doch nicht ständig kistenweise irgendwelche Einkäufe oder Getränke durchs halbe Viertel).

    * Es ist für Besucher und Gäste von mir auch extrem nervig. Ich meine – Dresden ist nicht München, wo das vielleicht jeder für normal hält, ’nen Kilometer ums Eck zu fahren, um sein Auto abzustellen. In nahezu allen anderen Stadtteilen von Dresden ist das überhaupt kein Problem mit Auto…

    Ansonsten seh ich das eben genauso – angemessene Parkmöglichkeiten (vor der Wohnung UND vor einzelnen Geschäften) halte ich (neben ordentlicher Wohnungsausstattung und DSL-Versorgung) für wesentlich und viel wichtiger beim Auswahl des Wohnungumfeldes als drei Bäume/Sträucher/Tulpenbeete mehr. Wer im urbanen Umfeld unbedingt mehr Grün braucht, als Platz da ist, kann ja gerne nach Weißig oder ins platte Land ziehen…

  13. @Anton: Ja klar, letztlich ist der Stadtteil immer eine Optimierung des Gesamtsystems. (Weißig fällt jetzt aus, aber vielleicht Löbtau/Pieschen oder so. :D)

    Wobei ich eben zur Abwechslung auch mal laut schreie, damit mal ein Gegenpol zur Grün-Und-Autos-Aus-Der-Neustadt-Am-Besten-Ganz-Raus-Fraktion entsteht.

    Wenn ich mir die Entwicklung der letzten 15 Jahre anschaue, ist es für die Autofahrer nämlich kontinuierlich nerviger in der Neustadt geworden – und man hat nicht den Eindruck, dass dabei ein objektiver Nutzen für alle rausgekommen ist (Ampel Rothenburger/Louisenstr, Parkautomaten, Anwohnerparken Alaunstraße, mehr zugebaute Flächen, etc.).

  14. Citycat:

    Ich sehe da ehrlichgesagt kein großes „Parkplatzproblem“. In diversen Tiefgaragen gibt es noch Plätze zur Dauermiete, ebenso in der Tiefgarage in der Kamenzer, dort ist auch für diejenigen genug Platz, die reingefahren kommen (Anton berichtete). Probleme haben höchstens die, die wie du einen Platz direkt vor dem jeweils gerade frequentierten Haus haben wollen, damit es ja keine längeren Wege vom und zum Auto gibt.

  15. @citycat
    ..und für andere hat ein schönes wohnumfeld nun mal überhaupt nichts mit vorhandenen oder nicht vorhandenen stellplätzen zu tun (ich denke ich spreche da für so einige neustädter), sondern eher mit mehr stadtgrün..

  16. Ich bin alleinerziehend und habe vier Kinder, die Instrumente spielen, in Orchestern und Chören sind und verschiedene Sportarten ausüben. Ich übe eine regelmäßige Tätigkeit in Bühlau aus und habe im vergangenen Jahr in Baden-Baden, Arnstadt, Heidelberg, Halle, Pössneck, Görlitz, Bad Doberan, Aranjuez, Köln, Ulm, York, Chemnitz, Schwetzingen, Bremen, Füssen, Leipzig und Lissabon gearbeitet.
    Wenn ich locker ohne Auto durchs Leben komme, schaffst du das auch, Citycat. Bisschen Kistenschleppen hat noch keinen umgebracht.

  17. @robicon: Nee danke… :-) Heisst ja nicht, dass ich jeden Schritt mit dem Auto fahre – aber ohne ist mir zu unflexibel. Dir kauf ich das bei vier Kindern sogar ab, weil der ÖPNV funktioniert am Tag bei kindkompatiblem Lebensrhythmus ja durchaus gut. Aber eben auch nur dann…

    Soll ja hier auch kein Grabenkrieg werden – ich hab halt den Eindruck, dass die Anti-Auto-Fraktion immer viel lauter schreit als alle anderen und das finde ich nicht in Ordnung. Sogesehen wäre die Lösung vermutlich einfach ’ne repräsentative Umfrage oder so…

  18. @ Citycat: In Dresden schreit eigentlich derzeit die Autofraktion lauter oder zumindest erfolgreicher. Ein paar Beispiele?

    Königsbrücker Straße – vier Spuren für Autos geplant
    Bautzner Straße – vier Spuren für Autos geplant
    Alaunstraße – sündhaft teures Parkhaus unter Sporthalle geplant

    Nur damit keine Missverständnisse aufkommen, ich hab ein Auto, fahre gerne und auch ziemlich oft. Hatte aber noch nie ein ernsthaftes Parkplatzproblem in der Neustadt.

    Und ich fahre auch ab und zu nachts mit dem ÖPNV, der innerhalb von Dresden (alles andere kann ich nicht beurteilen) sehr gut funktioniert.

    Erst neulich hörte ich von jemanden. Wenn man nicht mit der Bahn fährt, weiß man gar nicht, wie gut das klappt.

    Übrigens, dank der Parkautomaten hat sich die Parksituation in der Neustadt erheblich verbessert.

  19. Mal meine Meinung: Wir haben ein Auto, fahren damit & kaufen auch ab und zu ein (= Kisten…). Natürlich gibt es, wenn man zum Beispiel Freitag/ Samstag Abend einkauft, keinerlei Parkplätze in unserer Straße, geschweige denn direkt vor der Haustür. Da hält man halt einfach an, lädt aus, parkt das Auto, fertig. Ist das denn _so_ ein großer Aufwand? Eher nicht, würde ich sagen. Ich wohne gerne in der Neustadt, weil sie das ist, was sie ist – eben auch etwas chaotisch.

    Über 2 Jahre habe ich auch ohne Auto in der Neustadt gewohnt und kann nicht sagen, dass ich deutliche Nachteile gehabt hätte. Im Gegenteil, gerade in der Neustadt kann man alles super in Lauf-, Fahrrad oder Straßenbahnweite erreichen.

    Wenn lauter Schnösel, deren Autos ein großes, heiliges Gut darstellen, in die Neustadt ziehen, ist sie auch nicht mehr das, was sie ist – deswegen bleibt mal schön draußen und freut Euch, dass ihr so schön in anderen Stadtteilen vor der Haustür parken könnt :-)

    PRO Umbau MLP! (Wie viele wirklich schöne Plätze gibt es denn in Dresden?)

  20. Ach, Dresdner Debatten ums Parken! Ich komme ursprünglich aus München, und dort ist jedem klar, dass es in den attraktiven innenstädtischen Vierteln kaum Parkplätze gibt. Darüber wird auch kaum diskutiert. Schaut mal in unsere Dresdner Zeitungen: Hier wird fast jeden Tag über Parkplatzprobleme geklagt, obwohl es ein Vielfaches an Parkplätzen gibt. Denn man muss es leider sagen: Dresden ist eine Autostadt, die an vielen innenstädtischen Stellen entsprechend hässlich ist.
    Die Neustadt, Pieschen und Hecht sind die einzigen Viertel in Dresden, die großstädtischen Charakter haben, und dort gibt es wg. der dichten Bebauung einfach zu wenige Parkplätze für zu viele Menschen. Das macht ja z.T. den Charme der Viertel aus. Wer das nicht versteht, sollte vielleicht wirklich einen Umzug nach Chemnitz erwägen.
    Aber die Sache wird sich in wenigen Jahren sowieso regeln: Wenn Benzin für den Normalbürger unerschwinglich teuer wird, und wir über unser über viele Jahre todgespartes ÖPNV-System klagen werden. Also Citycat (wohl eher ProvinzCat): Genieße die verbleibenden Jahre des Luxus!

  21. Die Dresdner Neustadt ist verkehrtechnisch hervorragend angebunden. Wer hier das Auto direkt vor seiner Tür abgestellt braucht, der lebt entweder in einer anderen (alten) Zeit, oder ist ins falsche Stadtteil gezogen.
    Es gibt gerade im Westen Städte(Coburg, Bamberg, …) da ist die komplette Innenstadt autofrei, die Autos der Anwohner stehen in Tiefgeragen oder Parkplätzen ausserhalb und die Straße darf nur zum be- und entladen benutzt werden. Für mich sah es so aus als wären die Anwohner dort sehr zufrieden und schöner ist es allemal.

    Fahrrad und Bus&Bahn sollten in einer Großstadt das NonPlusUltra sein.

  22. Achja, das sind die wenigen Momente der Westalgie…die Radwegenetze in Städten wie Münster oder Nijmegen und dagegen das Kamikazegeradel in Dresden

  23. Also von mir aus könnte man das Karree zwischen Priesnitzstr.- Bautzner Str. – Königsbrücker Str. – Bischofsweg zur Autofreien Zone erklären in die man nur zu bestimmten Zeiten zur An und Ablieferung mit den Auto hineinkommt.

  24. Wow … ist lustig, wie fundamentalistisch die Diskussion grade wird. Wirklich überzeugt hat mich trotzdem noch kein Argument – für mich (!) überwiegen ganz klar die Nachteile.

    Ich finde, dass Auto vor der Tür (darf in ein paar Jahren ja gerne auch irgendein Elektroteil sein, wenn die denn bezahlbar sind) bzw. annähernd vorm Laden, wo man hinwill, schlicht einen Haufen Zeit spart und wesentlich bequemer ist. Und nein, 1-2 Stunden länger pro Tag für Mobilität zu verschwenden finde ich unakzeptabel.

    Ansonsten rede ich hier wohlgemerkt nicht gegen den ÖPNV, der ist in Dresden schon gut und in einigen Fällen nutze ich den auch – er ist nur durch die Laufzeiten von/zur Haltestelle und diverse Umsteige-/Wartezeiten praktisch immer deutlich langsamer als Auto und zum Transport schwererer Sachen eben auch eher ungeeignet.

    Und autofreie Innenstadt finde ich persönlich inakzeptabel – kenne ich auch (von Göttingen), für mich isses nix. Geht ja schon damit los, dass man beim Einkaufen seine Beutel sonstwie lange rumschleppt.

  25. gabs zur Thematik “ Umgestaltung des Martin- Luther- Platzes“
    vor zig Jahren nicht mal ne Menge Papier im Briefkasten in Form von 3 Vorschlägen zu eben jener? Dieses Gejammer find ich leicht verspätet!

  26. @Wurschdbrühe: Frag du mich nochmal wenn du was Sperriges transportieren musst! :-)

    @Bernhard: Bitte Vergleich doch nicht unsere schöne Neustadt mit irgendeiner Innenstadt aus dem Westen…

    Allein bei dem Gedanken wird mir schon ganz schlecht!

  27. Ich für meinen Teil fahre sehr gern Auto und habe mich auch an der Diskussion bei dem Bürgerworkshop zum Thema „Umbau Martin Luther Platz“ beteiligt. Von vorn herein war klar das es weniger Parkplätze geben wird. (Völlig konträr zur Realität.) Bei der Debatte zur Umgestaltung gab es sogar noch einen vierten Vorschlag eines Dresdner Architekturbüros, der die vielfältigen Bedürfnisse(Luftqualität, Parkplätze, etc.) berücksichtig hat. Man muss sich nämlich über eine Sache im klaren sein. Wenn jeden Abend 100 Autofahrer eine kilometerlange Strecke auf der Suche nach einem Parkplatz zurücklegen, ist das auch nicht gerade mit einer Verbesserung der Luftquailtät verbunden. Ich denke außerdem, das soviele unterschiedliche Menschen und Charaktäre in der Neustadt leben, dass eine Einigung von vornherein unmöglich ist. Ich lasse mir im übrigen auch nicht vorschreiben ob ich Bahn, Fahrrad oder Auto fahren soll. Ein gutes Beispiel sind die Spritpreise. Inzwischen kostet ein Liter Sprit gut 1,50€. Ich lasse deswegen mein Auto nicht stehen.

  28. Wenn ich mich recht an den Vorschlag der Architekten erinnere, haben die ihre Stellplatzbilanz „aufgehübscht“, indem sie einfach ein paar Parkplätze dazuaddiert haben, die auf der Bautzner entstehen soll(t)en…

    Beim Platzentwurf selbst kamen sie zu keinen großartig anderen Ergebnissen, als jetzt vorgestellt.

  29. Endlose Diskussion mit Entscheidungsfrage: Wollen wir einen Parkplatz oder einen Platz mit Park. Beides geht nicht. Das wäre die eierlegende Wollmilchsau. Viele Anwohner sprachen sich stark für eine Aufwertung der Aufenthaltsqualität im Sinne eines Platzes (mit Park) aus. Da stellt sich dann die Frage nach dem Parkplatz… Es ist unmöglich es allen recht zu machen….

  30. Citycat:
    Na gottseidank wohnst du nicht hier (in der Neustadt), sonst müsste man dir glatt anraten, doch von hier wegzuziehen ;)

    Die Neustadt ist zugepflastert genug – jede Ecke, die man irgendwie begrünen kann, hilft gerade im Sommer, das Klima im Viertel erträglicher zu gestalten. Ob irgendwelche Auswärtigen beim Einkaufen oder Kneipengang ein paar Schritte zu ihrem Auto laufen müssen, interessiert da glücklicherweise recht wenig. Wer in der Neustadt wohnen will, der sollte Derartiges aus Liebe zum Viertel in Kauf nehmen können. Wir haben hier weiß Gott andere Probleme als die Bewegungsfaulheit und Komfortgeilheit des neuen Wohlstandsbürgers… 8)

  31. @Jane: Na sollte ich mal in die Neustadt ziehen, käme sowieso nur ’ne Wohnung mit Stellplatz infrage oder eventuell auch nicht ganz das Kerngebiet.

    Ansonsten bin ich schon oft in der Neustadt unterwegs – ich finde es jetzt zwar „eng“, aber bin eben nicht so der Begrünungsfreund. Wenn grün, dann halt Alaunpark. :D

    Ansonsten… sollte ich je Wohlstandsbürger werden, sag ich Bescheid. Unerwiderte Liebe um der Sache selbst willen ist aber nich so mein Ding – bin ein Kerl. :-D

  32. Nur mal so: in „der Neustadt“ wohnen zahlreiche Menschen, die zB. regelmäßig mit dem Auto auf Arbeit fahren (müssen, da weit außerhalb der Stadt), Kinder in die Krippe bringen (müssen) oder ähnliche spießige Verrichtungen zu erledigen haben. (nebenbei: ich benutze im 2,3-km-Radius meist keinen ÖPNV, ich laufe). Wer auf der damals stattgefundenen Bürgerversammlung war und die Argumente von Stadtseite gehört hat, weiß, daß es der Stadt nicht darum geht, Euch passionierten Radfahrern und Spaziergängern das tägliche Schlendern zu versüßen. (Achtung! Ironie). Auch die „demokratische“ Komponente (habt ihr am Wider-spruchsverfahren teilgenommen ? Habt ihr ?) dürfte anzuzweifeln sein. Die Baukosten für das geplante Parkhaus an der Bautzner werden von der Stadt hoch bezuschusst werden (google-suche hilft); sicher nicht, um dem Projekt „Schönere Neustadt für Alle“ Genüge zu tun. Im übrigen rufe ich jede/n auf, sich dieses horrible Projekt mal anzusehen : http://www.florana.info/dresden/-bautzner-strasse-33—35–29.htm
    Wer DAS als Alternative zum jetzigen Zustand des Lutherplatzes ansieht, muss mal DRINGEND über seinen Tellerrand gucken.

    Wohnwertsteigernde Merkmale und steigende Vergleichsmieten sind des Pudels Kern, liebe Leute. Jedes neue, schicke Bäumchen ,jeden Spielplatz (ja, unser Kind benutzt sie auch) und jede Gehwegsanierung bezahlen wir zweimal : von unseren Steuern der Stadt und über unsere Mieten den Vermietern, in meinem Fall dem Vertreter eines Haufen Fonds-Aktionäre.

    Vor vielen Jahren gab es mal den schönen Zustand, daß man sich freute, in den zahllosen Bruchbuden und Hinterhöfen hier ungestört was **machen** zu können (man vergleiche zB. die Veranstaltungsorte auf der BRN vor 10,15 Jahren und heute). Heute will man stattdessen **schön wohnen** und es scheint jeder dannach zu lechzen, es baldigst so heimelig wie die Menschen in den richtig schönen Stadtteilen (Achtung Ironie)zu haben. Zieht doch einfach woanders hin, wenn man hier furchtbar lebensfeindliche Plätze wie den guten alten Lutherplatz ertragen muss. Das nervige und meine wenigen Ausschlafmorgen störende Kirchen-Gebempel um 7.OO stört mich persönlich Welten mehr als die paar Autos und die krummen Gehwege.
    Autos! Wer keine Probleme hat, macht sich welche…

    Cheers!
    Frank

  33. Muss noch was nachschieben :
    Autofahren im aktuellen Zeitalter der prekären und teilw. mehrfachen, gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnisse pauschal als Wohlstandsphänomen abzustempeln, lässt dieses flache, aus den 80ern stammende Argument (abgebrochene Mercedes-Sterne—) ziemlich hurtig ziemlich unüberlegt (freundlich ausgedrückt) aussehen. Es wirft aber ein interessantes Licht auf die Selbstwahrnehmung vieler, jetzt hier im Viertel wohnender Menschen.

  34. @ Frank:

    „Autofahren im aktuellen Zeitalter der prekären und teilw. mehrfachen, gleichzeitigen Beschäftigungsverhältnisse pauschal als Wohlstandsphänomen abzustempeln,“

    Falls das auf meinen Kommentar bezogen sein sollte, kann ich nur sagen: Du hast mich absolut missverstanden. Es geht mir gar nicht um die Autofahrer als Bevölkerungsgruppe (was auch wenig Sinn ergeben würde, denn bei denen handelt es sich genauso wenig um eine homogene Gruppe wie bei „den Fahrradfahrern“ oder „den Fußgängern“), sondern um jene, die schlicht zu bequem sind, ein paar Meter zu Fuß zu ihrem Auto zu laufen, sondern es direkt vor der Haustür stehen haben wollen. Zumal dann, wenn es sich dabei nicht mal um Anwohner handelt, sondern um Auswärtige, die nur ab und an mal in die Neustadt reinfahren und dann meinen, sich über die „miserable Parkplatzsituation“ beschweren zu müssen, von den anderen Problemen der Anwohner also ziemlich wenig wissen dürften.

    Zu deinem ersten Posting:

    Wenn man immer danach gehen würde, dass jede wohngebietsaufwertende Maßnahme „zweimal“ bezahlt wird, hätte man, wäre man da konsequent, gegen sämtliche Sanierungs- und Verschönerungsmaßnahmen im Stadtgebiet Sturm laufen müssen. Ergo wäre dann die Neustadt heute nicht mehr vorhanden, da die Häuser schlicht und ergreifend irgendwann zusammengekracht oder zumindest unbewohnbar geworden wären, so marode waren die meisten bereits 1989.
    1989 wirkte quasi ein ganzes Viertel darauf hin, es zu retten, es zu einem angenehmen, alternativen und schönen Ort zum Leben zu machen – dazu gehörten auch Bepflanzungen, Renovierungsarbeiten und etwa die Errichtung von Spielplätzen. Und was mich persönlich betrifft: Ich bezahle diese positiven Entwicklungen gerne dafür, dass ich heute noch im Viertel meiner Kinderjahre leben kann, und ich denke, vielen anderen geht es genauso.

    Zu sagen: Macht nichts mehr an der Neustadt, pflastert sie ruhig zu, damit irgendwelche Yuppies keinen Anreiz mehr haben, hierherzuziehen und damit die Mieten hochzuschrauben, kommt ja quasi dem Forderung gleich, die Neustadt zur demografischen Festung zu erklären: Hier kommt keiner rein, der so viel verdient, dass er sich eine Miete von über 7 Euro/m² leisten kann.
    Die Entwicklungen der letzten Jahre sind nicht mehr umkehrbar, das sollte man akzeptieren.
    Im Übrigen finde ich, dass so wenig wie möglich Autostellplätze gerade ein probates Mittel darstellt, diejenigen mit den ganz dicken Karren und dem größtmöglichen Bequemlichkeitsbedürfnis so lange es geht aus der Neustadt fernzuhalten.

  35. Meine ganz subjektive, unreflektierte Wahrnehmung des Lutherplatzes: Ein wunderschöner Platz, vielleicht einzigartig in Dresden oder sogar in Deutschland. Er erinnert mich beim Überqueren stets an einen Platz, wie es sie in französischen Städten gibt…ja wenn er nicht komplett von Autos umgeben und zugestellt, sondern viel mehr von Menschen belebt wäre (kleines Cafe mit Außenplätzen, doch ein Boulodrome). Ich freue mich auf den Umbau und hoffe dass dann die Schönheit des MLP so richtig zur Geltung kommt und die Neustadt weiter an Lebenqualität dazu gewinnt und Deutschlands schönster Stadtteil bleibt…!
    Dafür parke ich auch weiterhin gerne 1km weit weg!!!

  36. Also ich möchte dazu sagen das ich nun seid 10 Jahren in der Dresdner Neustadt lebe.( Alaunstrasse)
    Ich habe Dresden gerade wegen seiner gemütlichen Stadtteile und den vielen Grünflächen lieb gewohnen.
    Der Lutherplatz ist einer meiner liebsten Ecken weil sich da für mich vieles vereint.
    Das Flair der alten Zeit,Bäume , Raum für Tiere & Kinder, und nicht zuletzt auch für mich die Möglichkeit auch als Autofahrer mal dort zu parken.
    Hier findett man im Gegensatz zu anderen Ecken in Dresden immer mal einen Parkplatz.
    Und ich kann die Anwohner sehr gut verstehen wer will seine ganzen Einkäufe schon durch die halbe Stadt tragen?
    Es sollte zumindest die Möglichkeit des haltens gegeben sein.
    Im übrigen finde ich auch nicht das Parkplätze einen Platz verunstalten sondern die Art wie er im ganzen gestaltet ist.
    Mir ist sowas wie der Lutherplatz wo Autos mit Bäumen vereint stehen tausendmal lieber als ein zubetonierter Platz
    wo garniemand mehr ist weil ihm einfach die Seele fehlt.
    Im übrigen hat mir gerade der hintere Teil der Kirche sehr gut gefallen der im Sommer im Schatten der Bäume immer eine besondere Ruhe ausstrahlt.
    Dort Container aufzustellen finde ich als ein Hohn für diese besondere Architektur.
    Ich finde es schade das Dresden nicht erkennt weshalb es so viele Menschen hierher zieht.
    Es ist der Charme des alten historischen und das viele Grün was immer mehr zum Luxus wird.
    Viele Städte erkennen das und bauen versuchen mit sehr kostenintensiven Mitteln wieder gut zu machen was sie über viele Jahre versemmelt haben.
    Ich kenne außer Dresden keine Stadt wo die Flußufer so traumhaft schön sind oder wo Kinder mitten in der Stadt Schlitten fahren.
    Leider verlieren wir immer mehr den Bezug zum ganzen wie konnte sonst sowas wie die Waldschlösschenbrücke geschehen ?
    Ich hoffe das jetzt auch nicht der besondere Zauber des Lutherplatzes verlorengeht.
    Ich sitze gerne hier am Brunnen und schaue den Kindern und den Hunden zu.
    Ich denke bei der Umgestaltung von solchen Pläzen darf man nur mit sehr viel Feingefühl rangehen.
    Ein Feingefühl das den Platz seine Besonderheiten und die Menschen dort mit einschließt.

  37. Parkplätze? Autos? Schande! Was ist mit den Bäumen???

    Ich kam nach Dresden, weil es einer der grünsten Städte ist die ich kennengelernt habe… wenn sich das nun nach und nach ändern sollte, fände ich das sehr bedauerlich… gerade in der Neustadt sollte Natur großgeschrieben werden… und Autos sollten hier (in der Neustadt)das sein was sie sind: lärmende, stinkende Gefahrenquellen! Sie sollten es in jeder Großstadt so schwer wie möglich, wenn nicht gar unmöglich gemacht bekommen, und dafür sollte dann natürlich ein günstiges und effizientes öffentliches Verkehrssystem einzug halten. Dann gäbe es auch auf einmal gar kein Parkplatzproblem mehr. Auf einmal hätten wir wirklich „Platz“
    für mehr Lebensqualität!!!

    In Erinnerung an Bruno, den einst letzten frei in Deutschland lebenden Braunbären… ihr erinnert euch, die bayrische Regierung, die Jäger dieser heute ausgestopfte braune Vertreter einer intakten Natur… Schande

  38. Der Platz ist schön wie er ist. Für eine 80-er-Jahre-Autofeindlichkeit vertrockneter Grünköpfe in Zusammenarbeit mit klimahysterischen Weltverbesserern werden hunderttausende
    € vergeudet. Meine Lebensqualität: Bäume, Kinder, Autos u.v.m.
    Ohne Rücksicht ist sowieso alles scheißegal, doch die kommt nicht automatisch von autofreien Gebieten.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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