Vorbereitung für 13. Februar

Am kommenden Wochenende veranstaltet das Bündnis „Dresden Nazifrei“ eine sogenannte Aktivierungskonferenz zur Vorbereitung der Proteste am kommenden 13. Februar. Das Bündnis setzt sich zusammen aus verschiedenen Einzelpersonen, Verbänden, Parteien, Intitiativen und Gewerkschaften. Ziel des Bündnisses war und ist es, einen Nazi-Aufmarsch in Dresden anlässlich des 13. Februar zu verhindern.

Die Konferenz wird am Freitag, dem 8. Oktober, um 19.30 Uhr mit einer Podiumsdiskussion im DGB-Haus am Schützenplatz eröffnet. Am Sonnabend sind Workshops geplant. Themen unter anderem: Blockadetraining, Busorganisation, Polizeitaktiken und Pressearbeit. Auch juristische Aspekte der Blockaden sollen erläutert werden. Die Dresdner Antifa präsentiert ihre Rechercheergebnise zu „Nazis in Sachsen“.

Weitere Infos auf der Webseite des Bündnisses.

41 Kommentare zu “Vorbereitung für 13. Februar

  1. @Jane
    da Du quasi sonst die diskutant-personifizierte politische Korrektheit bist, schließe ich mich Seb an und verwunder mich desweitern, ob Du in diesem Jahr einen Durchmarsch gewollt hast und es für Dich weiterhin aus demokratischen Gründen duldbar ist?
    Ist doch vor allem auch hier ein wichtiges Reiz-Thema, obwohl ich sonst keine Barrikade-Aktivistin bin../ aber durch Ignoranz löst sich dieses Problem wohl nicht von selbst auf..

  2. manche, dass sind wohl die 10 000 menschen die letztes jahr auf der straße waren und den marsch der nazis blokiert haben…

  3. dd-jazz:

    Dieser Kommentar bestätigt meine obige Vermutung, dass manche eben nicht klug werden.
    Denn es ist gar nicht die Frage, was ich oder du oder irgendein anderer „will“, sondern, wie wir als demokratisch gesinnte Mehrheit zu unserem Grundgesetz stehen und wie viel Vertrauen wir in unsere demokratische Grundordnung bzw. in den Grad ihrer Anerkanntheit innerhalb der Bevölkerung haben.

  4. Zitat Jane „Denn es ist gar nicht die Frage, was ich oder du oder irgendein anderer “will”, sondern, wie wir als demokratisch gesinnte Mehrheit zu unserem Grundgesetz stehen und wie viel Vertrauen wir in unsere demokratische Grundordnung bzw. in den Grad ihrer Anerkanntheit innerhalb der Bevölkerung haben.“

    Gerade deswegen werde ich an der Aktionskonferenz teilnehmen, und gerade deswegen habe ich mich am letzten 13 Februar den Arsch gefroren und werde ich am nächsten 13 Februar auch da sein.

    Das Grundgesetz ist so entstanden, dass Menschen sich gedacht haben, so wie es früher war kann es nicht weitergehen. Sie haben nicht gesagt, ich habe Vertrauen in unsere aktuelle Grundordnung, ich habe Vertrauen in ihrer Anerkanntheit innerhalb der Bevölkerung, sondern haben gesagt, wir nehmen das jetzt selbst in die Hände, und probieren mal was zu ändern und zu verbessern.

    Demokratie kann nur weiter bestehen, indem das Volk die Möglichkeit in Anspruch nimmt, an ihr teilzunehmen, und die Demokratie selbst zu beleben.

    Klar, es gibt eine Polizei, die dafür da ist, die Menschen vor Nazischläger zu schützen, und aufzuklären, ob irgendwelche Straftaten von Nazis gemacht worden sind. Und es gibt auch eine Justiz, um die Täter zu verurteilen. Und es gibt ein Bundesamt für Verfassungschutz, um das Grundgesetz vor Extremisten zu schützen.

    Aber dass sind alle Dinge, die entstanden sind, weil Menschen sich nicht darauf verlassen haben, dass irgendjemand sich schon darauf kümmern wird, sondern haben es selbst gemacht.

    Es ist letztendlich nicht die Menschenkette von der Oberbürgermeisterin, die am letzten 13 Februar den Nazis gezeigt hat, was die Mehrheit der Bevölkerung von denen hält, sondern die Leute die sich den Aufmarsch entgegen gestellt haben. Und das obwohl die Oberbürgermeisterin demokratische Vertreterin des Volkes ist.

  5. Nächstes Jahr wird sicherlich nicht wieder vom Neustädter Bahnhof aus marschiert und es werden sicherlich ein paar mehr Alternativrouten gesucht werden.
    Ich denke nicht, dass eine komplette Blockade diesmal gelingt, auch wenn es ein Zeichen wäre.

  6. Die Hauptfrage ist nicht das Vertrauen in das Grundgesetz, sondern das Verhältnis zur Demokratie. Weil Demokratie aktive Mitgestaltung der Gesellschaft bedeutet und (als Lehre aus dem Scheitern der Weimarer Republik) die aktive Verteidigung der offenen Gesellschaft gegen Rassisten und Neonazis, ist die Blockade des jährlichen Aufmarschs zwingend. Das Grundgesetz bietet lediglich einen juristischen Rahmen – die Demokratie aber lebt vom Selbermachen.

  7. @Seb: „Klar, es gibt eine Polizei, die dafür da ist, die Menschen vor Nazischläger zu schützen, und aufzuklären, ob irgendwelche Straftaten von Nazis gemacht worden sind. Und es gibt auch eine Justiz, um die Täter zu verurteilen. Und es gibt ein Bundesamt für Verfassungschutz, um das Grundgesetz vor Extremisten zu schützen.“ Da stellen sich mehrere Fragen: Gibt es gute und schlechte Gewalt? Sind manche Straftaten besser als andere, weil sie mit dem richtigen politischen Hintergrund begangen worden sind? Gibt es gute und schlechte Extremisten?

  8. @cs:

    Natürlich sind manche Straftaten besser als andere. Es hat ja weiter oben schonmal jemand auf das Konzept des zivilen Ungehorsams hingewiesen, das eine lange, friedliche Tradition. Ich weiß zwar nicht, was „der richtige politische Hintergrund“ in Deinen Augen ist, aber natürlich gibt es „gute“ Straftaten. In diesem Kontext ist es halt nur wichtig, dass man im Nachhinein die Strafe akzeptiert.

  9. Es ist schon interessant welch Kontroverse die Konferenz hervorruft noch bevor sie überhaupt angefangen hat.
    Zu den Fakten: die Nazis konzentrieren sich bisher auf 2 Termine (den 13. sowie den 19.02.).
    Desweiteren wird es an den entsprechenden Tagen wohl seitens der Nazis die Versuche geben dezentral mehrer kleinere Aktionen, Spontandemos u.Ä. durchzuführen.
    Zum Gradmesser für diese Strategie wird wohl Leipzig am 16.10. werden, wo die Nazis gleich 4 Demos angemeldet haben um einer Blockade durch Polizei und Bürger zu entgehen.
    Mag man von Demokratie halten was man will… aber was passiert wenn alle wegschauen, sich auf irgend etwas bzw. irgend wen verlassen und so sollte hinlänglich bekannt sein.

  10. Meiner Meinung nach gibt es keine gute Extremisten. Aber kann man die Leute die am letzten 13 Februar auf die Straßen gegangen pauschal als Extremisten bezeichnen ?

    Ich halte gar nichts von brennenden Mülltonnen, oder von Steine auf die Polizei zu werfen, mich kotzt es auch, wenn bei Demonstrationen gegen rechte Gewalt einige autoritäre Kommunistische Fundamentalisten mitmarschieren. Nichtdestotrotz halte ich es für richtig bei diesen Demonstrationen dabei zu sein, verhalte mich aber friedlich.
    Nur weil eine Idee geteilt ist von Menschen deren Weltanschauung von meiner abweicht, bedeutet es nicht dass ich diese Idee plötzlich schlecht finden muss.

    Zum Thema gute Gewalt, ja, es gibt eine gute Gewalt, die heißt Notwehr. Der Konsens von dem Bündnis Dresden Nazifrei, ist dass von den Leuten keine Eskalation kommt. Sollten Nazis probieren Leute zuzuschlagen, und sollte kein Schutz von der Polizei gewährleistet, werden die Leute auch probieren sich selbst zu schützen und sich wehren.
    Sollten Linksextremisten die Polizei angreifen, sind sie schon außerhalb der Konsens, und ich persönlich werde ich mich in der Fall nicht solidarisch mit denen erklären.

    Aber das sehe ich, wie in mein erster Kommentar geschrieben, so, ich mache mit, obwohl irgendwelche Chaoten auch dabei sein werden, weil ich will mich nicht auf den verlasse, um die Botschaft rüberzubringen, wie man sich den Nazis entgegenstellen sollte, sondern mache es selbst. Und meine Meinung ist, man sollte sich den Nazis entschlossen entgegen stellen, aber friedlich.

  11. Seb:

    Es sagt doch niemand, dass die Demonstranten vom 13. Februar alle pauschal Extremisten sind. Aber allein schon die Tatsache, dass das Bündnis Nazifrei von vorn herein auch jene Stimmen in seinen Reihen duldet, die Gewalt als legitimes Mittel der Interessensdurchsetzung betrachten, ist ein Problem. Ich würde mir ein klares Bekenntnis zum Rechtsstaat bekunden – GERADE als Opposition zu den Nazis, die diesen ja eben nicht anerkennen.
    Aber wenn man merkt, wie militant die Debatte bereits im Vorfeld wieder wird, ahne ich nichts Gutes.

  12. NPD Abgeordnete sind im Sächsischen Landtag auch geduldet. Sollte der Landtag sein Arbeit einstellen ? nein.

    jene, die Gewalt als legitim sehen, sind im Bündnis geduldet. Das ist ihre Meinung, die nicht die Meinung des Bündnis ist. So lange diese keine Gewalt ausüben, sehe ich kein Problem. Sollten sie Gewalt ausüben, ohne das es sich um Notwehr handelt, sind sie schon außerhalb des Konsens, und verdienen keine solidarische Unterstützung.

    Miteinziehen in die Diskussion kann man sie trotzdem.

    Bei der Diskussionsveranstaltung von Sabine Friedel und Polizei Gewerkschafter zum Thema Legitimität von Blockaden (Ich weiss das Datum und Name des Polizei Gewerkschaft Vertreter nicht mehr, könnte aber es nachsuchen) sind auch welche Rechtsextremisten dabei gewesen. Und sie haben probiert ihre Meinung durchzubringen. Da sie aber nicht gewalttätig waren, würden sie auch den Saal nicht ausgewiesen. Und die andere Teilnehmer haben dann auch friedlich deren Meinung und Ansichten widerlegt.

    Sollte die Veranstaltung nicht stattgefunden haben, weil von vorn herein bei dem Thema klar wurde, dass rechtsextreme teilnehmen würden ? nein.
    Sollte das Bündnis Dresden Nazifrei nicht arbeiten, weil von vorn herein, einige mitmachen werden, die eher extremistische Positionen vertreten ? nein.
    Sollte ich mich von Politik fernhalten, weil einige extremistische Positionen haben ? nein.

  13. p.s.: lieber anton, kannst du bitte die kommentarfunktion wieder in der alten form, also mit direkter antwort, aufschalten? dieses ständige „@“ zwingt einen dazu, umständlich hin und her zu scrollen, um den ursprungskommentar zur antwort zu finden.

  14. Seb: Wie man eine Institution wie den Landtag, dessen Zusammensetzung die Bürger in demokratischer Abstimmung festlegen, mit einer zivilgesellschaftlichen Initiative vergleichen kann, deren Zusammensetzung nicht demokratisch, sondern sehr zweckorientiert erfolgt, und die sich überdies zwar gegen Rechtsextremismus mit dem Begründung wendet, die Rechten lehnten die demokratische Grundordnung ab und stellten eine Gefahr für andere Menschen dar, genau solche Mittel und Methoden in den eigenen Reihen aber duldet, ist mir schleierhaft.
    Der Landtag ist zudem keine Vereinigung, kein Interessensbündnis, sondern ein öffentliches Organ, in dem bewusst verschiedene Fraktionen mit völlig verschiedenen Vorstellungen und Zielen eben NICHT für ein und dieselbe Sache kämpfen.

  15. Jane, welche von den Organisationen, die den Aufruf unterzeichnet haben, betrachtet „Gewalt als legitimes Mittel der Interessensdurchsetzung“ und „lehnt wie die Rechten die demokratische Grundordnung ab“?

    cs, ich glaube nicht, daß es gute Gewalt gibt.

    Ich würde aber das ganze Thema nicht durch die Frage „Darf man durch Straftaten die demokratische Grundordnung verteidigen?“ künstlich hoch hängen, sondern es ganz einfach dabei belassen, wie man diesen Aufmarsch dauerhaft aus der Stadt kriegt. Leider hat es die Stadt mit ihren Bürgern über Jahre versäumt, sich den Nazis entschlossen entgegen zu stellen (vor allem als es nur einige Hunderte waren). Deshalb ist der Aufmarsch vollkommen aus dem Ruder gelaufen und wird noch einige Jahre entschiedenen Einsatz der Dresdner brauchen, um dieses gespenstische Treiben zu beenden. Und da denke ich, kann man sich ruhig auf die Straße setzen und Menschenketten z.B. um den gesamten 26er-Ring machen.

  16. Ist euch eigentlich klar was ihr hier erzählt?
    Das verhindert wird, das Faschisten durch die Straßen von Dresden ziehen, ist linken zu verdanken.

    Es ist nicht einer konservativen OB zuverdanken udn auch nicht der Diffamierung der Demonstranten, welche sich für ihre Ideale einsetzen. Diese nehmen ein Risiko in Kauf, was IHR ALLE niemals in kauf nehmen würdet.

    Wegen leuten wie euch ist damals schn die weimarer Republik untergegangen. Protest heißt nicht, sich nicht in einer „Mitte“ zuverstecken, und alle, die für frieden, Gleichheit und kommunismus sind zu diffamieren als vermeintliche Extremisten.

    Auch wenn ihr jetzt nicht versteht, was ich meine, weil ich gleich als Extremist abgestempelt werde, hoffe ich, dass ihr euch mal eurer Lage bewusst werdet und über euer leben und diese Gesellschaft nachdenkt.
    Was erwartet ihr in der Zukunft?

    Ich hoffe ihr habt einen schönen Abend und unterstützt uns am 13. im Kampf gegen die faschisten.

    Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln, ist unsere Losung!

  17. Die beim Bündnis vertretene Gruppierung „No Pasaran“ ist meines Wissens der Antifa-Bewegung zuzurechnen, deren Mitgliedschaft vor allem durch eine gesunde Diffusität glänzt – heißt, dass in deren Reihen auch viele der schwarz vermummten Schläger zu finden sind, die alljährlich für Eskalationen sorgen – bei welchen Demos auch immer. Die Videos von den brennenden Mülltonnen wurden im Nachhinein im Internet bejubelt und mit allerlei Propaganda über angebliche Polizei-Gräueltaten unterlegt.
    Des Weiteren kam es im letzten Jahr schon im Vorfeld der Blockadeaktion zu gewalttätigen Übergriffen von Nazifrei-Plakatierern gegen einen Mann (Neustadtgeflüster berichtete), der im Nachhinein hier auch noch wüst von Protagonisten des Bündnisses zum Nazi gestempelt wurde.

    Ich denke, das reicht für den Anfang.

  18. Isaak:
    Auch du seist gefragt: Wo genau liegt denn der Erfolg darin, dass Nazis an diesem Tag nicht marschieren dürfen? Wenn, dann gibt es hier doch höchstens einen Sieg auf ideologischer Ebene. Gegen Rechtsextremismus als solchen wird doch damit überhaupt nichts erreicht, im Gegenteil: Man verleiht den Rechten mit einem derart ungesetzlichen und undemokratischen Auftreten sogar noch einen Märtyrer-Status.
    Sorry, aber da sage ich: Zu viel der Ehre und Aufmerksamkeit für diese Leute – und auch für die Freizeitdemokraten bei den Linken. Und das sage ich selbst als überzeugte Linke, aber als solche, die den demokratischen Rechtsstaat als hohes Gut erachtet, das von KEINEM für Eigeninteressen einfach so umgangen werden sollte.

  19. wie schon beuys sagte: „demokratie ist lustig“.

    man muss (leider) das paradoxon akzeptieren, dass in dieser regierungsform auch parteien demokratisch gewählt werden können derern ziel es ist, eben genau diese demokratie zu zerstören. das ziel der gesellschaft ist, wenn ihr etwas an der grundordnung und menschlichkeit liegt, mit verstand diesen antidemokratischen kräften entgegenzuwirken und das NICHT mit gewalt, sondern vor allem durch bildung und die ausformung sozialer kompetenzen. gewalt erzeugt immer gegengewalt und im sinne der humanität sollten wir davon abstand nehmen.

  20. Nee, muss man nicht. Eine solche Form der Demokratie haben wir hierzulande nämlich nicht. Parteien, deren Ziel es ist, die Demokratie abzuschaffen, werden verboten, weil sie nicht dem Grundgesetz entsprechen.

    Artikel 9:
    (2) Vereinigungen, deren Zwecke oder deren Tätigkeit … sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung … richten, sind verboten.

    Artikel 20:
    (1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.
    Quelle: Grundgesetz

  21. wie es im gesetzespapier steht ist mir schon klar, doch weiß doch jeder was vereinigungen wie die npd eigentlich wollen und das äußern sie ja auch frank und frei in der öffentlichkeit und ein verbot scheint ja mittlerweile in weite ferne gerückt. insofern müssen wir sehr wohl damit auseinandersetzen bzw. uns dem friedlich stellen.

  22. klaro sind aufklärung und bildung die besten „waffen“ gegen intoleranz und dummheit. in einer gesellschaft aber, in der konservativ-neoliberale die deutungshoheit und definitionsmacht besitzen ist es (leider) sehr schwer auf rein argumentativer ebene gegen faschistisches gedankengut vorzugehen.
    politisch gewollte ungleichheit, rechtspopulistische hetze gegen minderheiten, das gleichsetzen von links und rechts durch eine, nennen wir es umstrittene, „extremismustheorie“ und der sukzessive abbau sozialer sicherheit (und somit auch der „öffentlichen ruhe“) befördern, m.e., einen allgemeinen rechtsruck und einen „extremismus der mitte“, welcher den sog. „rechtsextremismus“ obsolet werden lassen wird und dies auch zum nachteil derer, die sich jetzt noch das label DEMOKRAT*IN anheften und jedweden demokratieabbau, natürlich nur zum schutze der demokratie, für gut befinden und der meinung sind, dass linke eh viel gefährlicher sind und rechte auch ein recht auf politische partizipation haben. wenn aber eine regierungspartei durch rechtspopulismus versucht ihre wählerschaft an einem abwandern zu noch rechteren partein zu hindern, wird mir angst und bange.
    denn viele menschen in diesem land sind über die letzten jahrzehnte zu unpolitischem und unreflektiertem „wahlvieh“ herangezogen wurden, welchem es egal ist, wer die bösen ausländer (je nach bedarf auch eine andere minderheit) nun aus dem land ausweist/raus prügelt, da nur diese ja an der derzeitigen situation schuld sind. -ja sehr polemisch-
    solange (neo-)nazis marschieren dürfen, nicht weil dies ihr demokratisches recht ist sondern weil einfach nicht erkannt wird/werden will das dies nichts mit demokratie zu tun hat (schon paradox, oder?), solang werde ich faschistisches gedankengut auf allen ebenen bekämpfen! bin kein pazifist, aber bevorzugt mit friedlichen mitteln!
    denn ich will das bisschen demokratie, das hier existiert verteidigen. auch unkenrufen „wahrer“ demokrat*innen zum trotz.

  23. Anton:
    Das Doofe ist, du musst der zu verbietenden Partei, bevor du sie verbietest, erst mal lupenrein die Absicht *nachweisen*, die Demokratie im Lande abschaffen zu wollen. Genau das gestaltete sich in der Vergangenheit bei der NPD schwierig, weil die die verfassungsrechtlichen Grauräume geschickt nutzte. Und dann ist die Frage: Wo fängt das Abschaffenwollen von Demokratie an, und wo hört es auf?
    Legt man da einen sehr eng gefassten Begriff von „demokratisch“ zugrunde, könnten quasi alle Parteien im Land Gefahr laufen, ein Verbotsverfahren an den Hals zu bekommen.

    Das Problem des Verbots extremistischer Parteien ist zudem, dass die Folge oft der Gang in und die Operation aus dem Untergrund ist – das macht bestimmte Gruppierungen erheblich schwerer beobacht- und einschätzbar.

    egal: Das Problem, gegen meiner Ansicht nach als faschistoid einzustufendes Gedankengut anzuargumentieren hatte ich persönlich auch schon außerhalb der von dir genannten konservativ-neoliberalen Sphäre, nämlich in der extrem linken. Faschistoides Gedankengut lässt sich eben nicht zwangsläufig an der Farbe der Parteinadel festmachen, sondern besteht parteiübergreifend und zumeist an bestimmte Sachfragen und Problemstellungen gebunden, die eine klare Positionierung verlangen.

  24. Also ich finde es gruselig, was z.B. Udo Pastörs uneingeschränkt in der öffentlich von sich geben darf. Der Staat kann nicht einerseits von mir fordern, den historisch erworbenen Minderwertigkeitskomplex weiter zu pflegen und gleichzeitig dem Antisemitismus, Rassismus und Anti-Demokratismus einer NPD freie Fahrt lassen, da sträubt sich in mir etwas. Ich bin durchaus dafür, dass jeder seine Meinung frei äußern darf, sowohl von links als auch von rechts, nur erstarren „wir“ zu oft in Angst, wenn polemisiert und provoziert wird, anstatt eine sachliche Diskussion darüber zu führen und die Ursachen dafür zu ergründen. Ein Verbot sollte immer das letzte Mittel sein, aber in Sachen NPD darf nicht tatenlos zugesehen werden, wie eine gewaltbereite, inhumane und antidemokratische Masse herangezogen wird und ich finde, dass der Extremismus von rechts eine andere Qualität als der von links hat, ohne den einen seeligsprechen zu wollen.

  25. Ich bin mir nicht sicher, wozu die Diffamierung von Leuten, die sich einen Kopp machen, unter Verweise auf das ach so tolle Grundgesetz gut sein soll. In beiden heute als Unrechtsstaaten bezeichneten Deutschländern gab es anerkannte und wirksame Gesetze, die dennoch genutzt werden konnten, um menschenverachtendes staatliches Handeln zu legitimieren. Ich wundere mich immer, wo Leute die Sicherheit hernehmen, dass das mit den heutigen Gesetzen nicht passieren kann.

    Mein Einwurf

  26. @jane: klar hast du recht. faschistoide züge gibt es auch in einigen linken kreisen. allerdings sind diese selten ideologischer natur. wobei mich interessieren würde bei welcher problemstellung du faschistoides gedankengut in linken kreisen erfahren hast.
    ich aber rede von FASCHISTISCHEM gedankengut. und gegen dieses geht es anzugehen.
    abgesehen davon, sind viele dem „rechtsextremismus“ zuzuschreibende attribute in „der mitte“ der gesellschaft verankert. und da liegt das große problem.
    denn wenn rechtes gedankengut gesellschaftlich akzeptiert ist, schlimmernoch, politisch forciert wird, wird es schwierig auf rein sachlicher und argumentativer ebene gegen die braunen geister anzukämpfen. versuch mal einem/einer npd-wähler*in zu erklären dass,z.b. rassismus total uncool und dumm ist, wenn demokratisch legitimierte entscheidungsträger*innen sie/ihn durch öffentliche äußerungen aber genau darin bestätigen.
    und so blöd es für dich auch klingen mag, eine „rechts-links-gleichsetzung“ ist nicht nur blödsinnig und falsch, sondern auch kontraproduktiv.

  27. Am 17.10. beginnen die offenen Arbeitskreise des Bündnisses Ihre Arbeit. Vielleicht sollten wir unsere Energie dort hintragen um mitzugestalten, mitzuwirken und um uns einzubringen damit unsere Stadt sauber bleibt!!!

  28. egal:
    Den Unterschied zwischen „faschistisch“ und „faschistoid“, könntest du mir den mal erklären? Vielleicht steh ich da ja einfach nur auf der Leitung ;)

  29. @jane:
    mit google und wikipedia kommt mensch hier recht schnell zu einer antwort. und für einen blog und eine anfanfgsrecherche ist hier auch wiki legitim, zumal ein wissenschaftlicht recht seriöser artikel vorliegt.
    und „wir“ finden:

    „Als „faschistoid“ werden Eigenschaften bzw. Haltungen bezeichnet, die faschistische Züge tragen oder dem Faschismus ähnlich sind, aber in abgeschwächter Form auftreten. Auch einzelne Bestandteile einer Ideologie bzw. eines politischen Systems werden manchmal als „faschistoid“ bezeichnet. Man spricht dann von „faschistoiden Tendenzen“ des jeweiligen Systems bzw. der betreffenden Ideologie.
    Der Begriff wird häufig polemisch bzw. als politischer Kampfbegriff verwendet, um politischen Gegnern übermäßig autoritäres oder autoritätsgläubiges Verhalten vorzuwerfen. Beispielsweise unterstellten Teile der 68er-Bewegung sowie die Rote Armee Fraktion den maßgeblichen Vertretern der Bundesrepublik der 1960er und 1970er Jahre „faschistoide“ Züge bzw. eine postfaschistische Attitüde.“

    somit gibt es unterschiede. die stelle mit der polemik und dem „kampfbegriff“ find ich da ganz drollig aber egal.
    mit faschistiod kann ich auch gesetze, entscheidungen und politiker*innen der brd im istzustand (demokratie) titulieren ohne sie direkt als faschistisch zu diffamieren. und wie gesagt, deine faschistoiden erfahrungen in linken kreisen würden mich immer noch interessieren.

  30. der Faschismus als solcher bezeichnet eine Epoche bzw. die darin verbreiteten Gesinnungen, die längst vorbei sind. Das heißt: Faschismus in Reinstform gibt es heute nirgendwo mehr. Vielmehr gibt es viele verschiedene faschistoide Gesinnungen, die also dem ursprünglichen Faschismus in der einen oder anderen Weise ähneln oder daran angelehnt sind. Die Unterscheidung zwischen (wahren) Faschisten und faschistoiden Gesinnungen in Bezug auf die heute existenten verschiedenen Strömungen mit faschistoidem Einschlag macht also gar keinen Sinn. Selbst ein NPD-Anhänger muss nicht zwangsläufig ein Faschist sein.

  31. Na da bin ich ja beruhigt, dass ein NPD-Anhänger „[…]nicht zwangläufig ein Faschist[…]“ sein muss. Ich dachte schon, die fänden Hitler und das Dritte reich cool. Danke!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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