Die gegen Autos antrommeln

Nicht nur das Klima leidet unter dem Autoverkehr, auch die Gesundheit der Menschen.

Nicht nur das Klima leidet unter dem Autoverkehr, auch die Gesundheit der Menschen.

Trommelnd ziehen sie durch die Neustädter Straßen. Pink angezogen, tanzen sie für ein Klima der Gerechtigkeit. Wer gerade mit dem Auto unterwegs ist, hat es nicht leicht an ihnen vorbei zu kommen. Sie rufen „Autos raus aus unseren Straßen“ und halten Schilder hoch, die für ein autofreies Dresden plädieren.

Es sind an die dreißig Menschen, die heute Mittag, zum sechsten Weltklimatag auf die Dresdner Straßen gehen. Anlass bietet ihnen die Weltklimakonferenz in Polen. Sie wollen ein Zeichen für die Pariser Klimaziele setzen- und fordern deswegen ein autofreies Dresden.

Die Trommelgruppe RoR sorgt für Stimmung auf der Bautzner Straße.

Die Trommelgruppe RoR sorgt für Stimmung auf der Bautzner Straße.

Die politische Trommelgruppe „Rhythms of Resistance“ (kurz RoR) führt mit guter Laune den Protest für ein besseres Klima an. Sie trifft man häufig auf aktivistischen Protesten. Hinter ihnen laufen Menschen in einem bizarren Holzgestell, dass ein Auto nachahmen soll. „Das ist ein sogenanntes Geh-Zeug“, wie Jonas erklärt. Es ist so breit und hoch wie ein Pkw und zeigt, wie viel Platz eigentlich so ein Auto einnimmt – in dem meist nur ein bis zwei Menschen drin sitzen. Außerdem können sie durch das „Geh-Zeug“ unangemeldet demonstrieren, erklärt Georg Hasel. Er verweist dabei auf das Gesetz: „Nach Paragraph 25 (2) der StVO (1) müssen wir das Holzgestell auf der Fahrbahn tragen.“ Ansonsten würden sie entgegenkommende Fußgänger erheblich behindern.

Rechts tragen die Demonstranten ein sogenanntes "Geh-Zeug".

Rechts tragen die Demonstranten ein sogenanntes „Geh-Zeug“.

Die spontane Demo an der Martin-Luther-Kirche

Die spontane Demo an der Martin-Luther-Kirche

Bis zum frühen Nachmittag ging die spontane Demonstration in Dresden. Auf der Königsbrücker Straße wurden sie dann tätsächlich von der Polizei angehalten. Das Holzgestell hat anscheinend als Erklärung nicht ausgereicht. Nach kurzer Anmeldung einer Demo, zogen sie weiter in Richtung Neustädter Bahnhof, um anschließend am Martin-Luther-Platz zu enden. Sie haben ein besseres Klima gefordert. Wie das genau aussieht, darüber wird hoffentlich gerade auf der Weltklimakonferenz in Kattowitz diskutiert.

Sie trommeln für ein gerechteres und gesünderes Klima.

Sie trommeln für ein gerechteres und gesünderes Klima.

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21 Kommentare für “Die gegen Autos antrommeln

  1. Ole
    8. Dezember 2018 um 17:05

    Wird man jetzt eigentlich auch von der Polizei angehalten, wenn man früh im Dunkeln mit ner Gelbweste rumläuft?

  2. kinski
    9. Dezember 2018 um 07:34

    Ich fordere (spontan): Dresden Menschenfrei!

  3. Zackbäm
    9. Dezember 2018 um 08:06

    30 Menschen, wie süß. Die können sich doch irgendwo auf dem Land ihr eigenes autofreies Dorf aufbauen. Aber dann bitte so konsequent sein und im Notfall auch keine Rettungskräfte rufen, weil die ja mit dem Auto kommen. Lebensmittellieferungen dann per Fahrrad, analog Müllabfuhr…

    Da ein Auto Platz für fünf Personen bietet, darf man auch gern mal fünf Fahrräder (vorn zwei, hinten drei) aufstellen und schauen, wie viel Platz das wegnimmt…

  4. Tomdd
    9. Dezember 2018 um 09:45

    wieder einmal ein Lacher zu Wochenende. Die Farben sind bestimmt Wasserfarben. Ich hoffe mal, das das Holzgestell von heimischen Bäumen stammt und kein Billigholz aus dem Baumarkt ist. Denn das Billigholz kommt von Übersee. Also ne ganz schlechte Ökobilanz. Und was ist mit dem ganzen Equipment?? wurde es mit Pferdeanhängern transportiert?? Oder doch vom alten Diesel???

  5. Muss früh raus
    9. Dezember 2018 um 10:23

    Klima: „Gesamtheit aller meteorligischen Vorgänge, verantwortlich für den Zustand der Erdatmosphäre an einem Ort“ (Wikipedia) Daran gibt es nichts zu verbessern. Klima ist immer, ob es warm ist, ob es kalt ist, ob die Atmosphäre klar oder verstaubt ist, Klima ist immer.

  6. seldon
    9. Dezember 2018 um 10:29

    Eher „Wie deprimierend“. 30 Leute machen sich Gedanken…Aber war ja spontan…
    In der Stadt braucht man in der Tat nur in Ausnahmefällen ein Auto, im Gegensatz zum Land.
    Die Wege sind kurz und ÖPNV fährt regelmäßig.
    Natürlich gibt es Situationen und Notfälle, die Autos erfordern, Aber der Normalfall ist doch der einzelne Fahrer im Berufsverkehr, der mit seiner Karre die Straße für Bus und Bahn und ggf Rettungsdienst versperrt.
    Insofern greift auch Dein Fahrrad-argument nicht, denn wie oft siehst Du denn real fünf Leute im Auto sitzen?

  7. verkehrsplaner
    9. Dezember 2018 um 12:22

    @Zäckbam:
    Welcher PKW befördert denn heute noch 5 Personen gleichzeitig?

    das hieße ja bei 80 Millionen deutschen nur 20% Autos! Hihihihi

  8. nepumuk
    9. Dezember 2018 um 15:40

    Wozu war das „spontan“? Sowas ist großes Anliegen, WOZU gibts Medien wie z.B. dieses hier, wenn man es NICHT ankündigt? Sinnlos! Die Rosa-Jacken trommeln seit Jahren auf fast jeder linksliegenden Demo, langweilig. Bald also wieder ein paar frustrierte Idealisten mehr, das Übliche.
    Noch viel schlimmer jedoch ist die träge Masse, die ihren bewegungsentwöhnten Leib und Geist ins Abgasvehikel schleppt und morgen früh wieder „Stau“ an paar Ampeln verursacht und vor den Grundschulen „frühen Kindstot“ riskiert, damit die eigene verzogene Zucht sicher zur Erstgrundbildungseinrichtung kommt. Ihr kommt später alle in die Hölle. Amen. Soweit das Wort zum Sonntach.

  9. Pfini
    9. Dezember 2018 um 17:07

    Warum sind hier alle Kommentare so vernichtend? Man darf doch dagegen demonstrieren, dass man die Stadt vor lauter Smog an manchen Tagen nicht mehr sehen kann. Dass man die Fenster geschlossen halten muss, weil die ganze Nacht durch Autos ohne Ende über die Strasse fahren. Und vor allem: dass in jedem Auto morgens nur eine Person sitzt, obwohl so viele von ihnen den gleichen Arbeitsweg haben.
    Ich finde es gemein, sich darüber lustig zu machen, dass die Demonstranten doch dann bitte auch recyceltes Papier benutzen sollen usw. Das ist das gleiche, wippte einem Veganer zu sagen, er müsse wenn dann auch nur bio kaufen. Darum geht es doch gar nicht, diese Menschen machen die Welt ein Stückchen besser, und das ist es was zählt.

  10. Ina
    9. Dezember 2018 um 17:58

    Ach, alle die es für sinnlos erachten einen privaten PKW zu besitzen sollen also aufs Land ziehen? Und wenn ich gern in der Stadt wohne mit Kultur und Bildungsmöglichkeiten? Seit wann gehören PKWs zu Stadt oder Land, sicher könnten viele ohne privatem Auto auskommen, aber man ist ja bequem geworden….

  11. Neustädter
    9. Dezember 2018 um 20:24

    Natürlich ist ein autofreies Dresden eine lächerliche Forderung, da gibt es allen Grund sich drüber lustig zu machen. Warum wird nicht stattdessen für mehr Fahrgemeinschaften demonstriert? Das wäre eine realistische Förderung, mit der man sich nicht direkt zum Affen macht.

  12. Terry Pratzschwitz
    9. Dezember 2018 um 20:51

    Das Auto is hier in der Volxseele ähnlich tiefenpsychologisch eingraviert wie die Knarre bei den Amerikanern. Ja, ein überdramatisiert-hinkender Vergleich, aber als Stichwort: Tempolimit. …sollte man sich immer ducken. Und wie es jemand schafft mit einem SUV in die VG zu fahren, sich dort auf dem engen und vollen Parkplatz (Bhf. Mitte) zwischen andere Autos und der Hauswand auf den Fußweg stellt, sodass man nicht mehr vorbei kommt, dann da 2 Packungen irgendwelcher veganer Buletten kauft, vermutlich (gemeingemutmaßt) Grün wählt, …und dabei trotzdem nach außen (und vermutlich auch sich selbst) einen emotional und geistig stabilen Eindruck zu machen scheint… Erstaunlich immer wieder; in Abwandlungen kein Einzelfall. Die Leude

  13. kinski
    10. Dezember 2018 um 12:05

    Besser mit dem SUV zur VG, als mit dem SUV zu Netto, etc. Eine Alternative wäre ein VG-Zweitfahrzeug, vielleicht ein putziger kleiner Smart (Vielleicht sogar E?), das man nur für Fahrten in die VG benutzt, dann hat der SUV mal Pause und das Bild nach außen stimmt auch.

  14. Franzl Lang
    10. Dezember 2018 um 13:26

    @kinski: Und für den E-Smart muss dann der Hambi abgeholzt werden? Nee, auch nicht gut.

  15. Klaus W.
    10. Dezember 2018 um 14:29

    „Sie trommeln für ein gerechteres und gesünderes Klima.“ -also was ein gesünderes Klima sein soll, kann ich mir gerade noch vorstellen (Mittelmeer?).
    Aber ein „gerechteres Klima“ – wie etwa in der Sahara möchte ich einfach nicht haben!

  16. seldon
    10. Dezember 2018 um 17:44

    Ach wie gut dass man sich an möglicherweise ungeschickter Ausdrucksweise abarbeiten kann. Brauch ich meinen Lebensstil und die allgemeine Wirtschaftsweise nicht infrage zu stellen. Und solange hier noch irgendwer 0,8% CO2 mehr als der Durchschnitt produziert, muss ich meinen ökologischen Fußabdruck von der Größe eines Fußballfelds auch nicht kritisieren lassen!

  17. bob
    10. Dezember 2018 um 18:30

    @seldon

    Was ist denn los mir Dir ? Sagt der olle Kalle nix zu dem Thema ? Enttäusch mich nicht !

  18. Marcus
    10. Dezember 2018 um 18:46

    Vielleicht sollten die 30 Menschen hier mitradeln:
    https://twitter.com/cmdresden?lang=de

  19. oha
    11. Dezember 2018 um 10:37

    Bier, Hipstercola, oder dem Mategetränke sind voll mit CO2 und keiner wechselt sein Trinkverhalten. ;-)

  20. goldfish
    11. Dezember 2018 um 12:22

    Autos sind keine Weltreligion, es werden immer mehr, also müssen es wieder weniger werden. Gestank mag niemand, Dreck und Giftstoffe erst recht nicht. Für mich ist es eine gute Aktion, wenn auch etwas naiv. Mehr in die Richtung bitte langfristig politisch umsetzten …

  21. Rüdiger
    14. Dezember 2018 um 12:36

    Samstag Mittag Albertplatz … ich wäre fast in die entfernt, bitte verzichten Sie auf Beleidigungen – die Redaktion reingefahren. Da latschen die mitten auf der Fahrbahn und gefährden nicht nur sich sondern auch ihre Mitmenschen. Man hat ja nicht mal verstanden, was die da eigentlich gebrüllt haben. Selbstgerechte entfernt, bitte verzichten Sie auf Beleidigungen – die Redaktion die sich in ihrer Ökoblase gegenseitig die Köpfe heiß quatschen. Veilchenduft in der Großstadt … man man man

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