Keine Angst vor dem Zeckenstich

Kleine Tierchen lauern vor allem abseits der Wege in der Heide.

Kleine Tierchen lauern vor allem abseits der Wege in der Heide.

Der Frühling ist nun offenbar mit Macht da. Da lohnt ein Spaziergang in die Heide. Durchs inzwischen schon recht schattige Unterholz an der Prießnitz entlang lässt es sich prima flanieren.

Die Pflanzenwelt reagiert sichtbar: Die Knospen werden dicker, die Bäume zeigen Blätter und alles fängt Stück für Stück an zu blühen. Allerdings gibt es da ein paar ziemlich kleine Tierchen, die mit den steigenden Temperaturen zunehmend munterer werden – die Zecken.

Die manchmal infektiösen Spinnentiere halten sich vor allem in Wäldern, im hohen Gras, Gebüsch oder im feuchten Laub auf. Zum Schutz gegen einen Zeckenstich, Zecken besitzen einen Stech- und Saugapparat – daher handelt es sich eher um einen Stich als um einen Biss, helfen am besten lange Hosen und langärmelige Kleidung.

„Wer sich in der freien Natur aufgehalten hat, sollte danach unbedingt seinen Körper nach Zecken absuchen. Zecken lieben vor allem warme Körperregionen wie Achselhöhlen, Kniekehlen, den Hals oder den Kopf“, rät Roy-Udo Heim, Ausbildungsleiter Erste-Hilfe- und Notfallseminare bei den Johannitern im Regionalverband Dresden.

Zeckenstiche können zwei Krankheiten auslösen: die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Gelenk- und Muskelentzündung Lyme-Borreliose. FSME ist eine fieberhafte Erkrankung. Bei den Patienten kommt es zu einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten. Symptome sind Erbrechen, Kopfschmerzen und auch Lähmungen. Die Lyme-Borreliose kann unbehandelt zu Nervenlähmungen, Gelenk- oder Herzmuskelentzündungen führen.

Ein Zeckenbiss ist aber kein Grund zur Panik. „Vor Borreliose schützt man sich am besten, indem man die Zecke zügig entfernt“, erläutert Heim. „Die Erreger sitzen im Magen-Darm-Trakt der Spinnentiere und gelangen 12 bis 24 Stunden nach dem ersten Saugen in die Wunde.“

Johanniter-Zeckenkarte - Foto: PR/Jan Dommel

Johanniter-Zeckenkarte – Foto: PR/Jan Dommel

Idealerweise entfernt man die ungebetenen Gäste mit einer Zeckenkarte. Diese kleinen scheckkartengroßen Plastik-Karten gibt es in Apotheken und Drogerien. Die Karte setzt man dann direkt über der Haut an und hebelt die Zecke vorsichtig heraus. In keinem Fall sollten Klebstoff, Öl oder andere Mittel eingesetzt zu werden, um die Zecke zu ersticken, da das Tier im Todeskampf vermehrt Flüssigkeit aussondert und sich dadurch die Gefahr einer Infektion erhöht.

Haben es die Borreliose-Erreger doch in den menschlichen Körper geschafft, rötet sich meist die Haut an der Einstichstelle. Dann sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Häufig tritt die Rötung erst ein paar Tage nach dem Stichzeitpunkt auf. Die Rötung muss allerdings nicht direkt an der Einstichstelle sein und kann irgendwo am Körper auftreten.

Typisch für diese „Wanderröte“ (Erythema migrans) ist die zentrale Abblassung. Auch bei grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen oder geschwollenen Lymphknoten sollte man einen Arzt konsultieren. Doch Vorsicht: Das zügige Entfernen der Zecke schützt leider nicht vor den Erregern für FSME. Diese tragen Zecken in einigen Regionen Deutschlands in den Speicheldrüsen. Daher werden die Viren bei einem Stich sofort übertragen.

Roy-Udo Heim empfiehlt, sicherheitshalber in der Saison immer eine Zeckenkarte dabei zu haben. Ab 23. April 2018 kann die rote Karte für die Zecke kostenlos in der Geschäftsstelle der Johanniter in Dresden (Stephensonstraße 12-14, 01257 Dresden) abgeholt werden, solange der Vorrat reicht.

Weitere Infos zu Zecken

Seltener, aber nicht ausgeschlossen: Auch in Parks wie dem Alaunplatz kann es Zecken geben.

Seltener, aber nicht ausgeschlossen: Auch in Parks wie dem Alaunplatz kann es Zecken geben.

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