10 Jahre in der Umlaufbahn – Laika feiert

Im Sommer sitzt es sich gut vorm Laika - Foto: Archiv 2016

Im Sommer sitzt es sich gut vorm Laika – Foto: Archiv 2016

Auf die Frage, ob sich das Jubiläum eher wie ein Kindergeburtstag oder der 30. anfühle, antwortet Chef Kristian Münder mit sinnendem Lächeln: eher wie der 30. Seit zehn Jahren hält der Ableger des Sputnik-Clubs, die Café-Bar Laika, die Stellung in der Peripherie des Viertels. Exorbitant, familiär, kuschelig, spelunkig kreist es auf seiner Umlaufbahn durch den Kosmos Neustadt und versammelt Irdische und Außerirdische an Frühstücktisch und berüchtigtem Tresen zwischen Blümchentapete und Tanzdiele. Die ganze Woche lang wird der Tag der Tage, der 8. Februar, gefeiert. Zeit für ein kleines Porträt.

In den frühen Dunkelstunde ist das Laika noch spärlich besucht. Den meisten Platz nehmen die Mitarbeiter*innen ein, die das Laika-Quiz vorbereiten. Eine der Geburtstagsattraktionen in dieser Woche. „Wir haben uns irgendwas Kosmisches als Thema vorgenommen, aber wir schießen darüber hinaus“, sagt Falk. Volle Kraft voraus! Im schummrigen Tresenlicht zieht der Orion_Nebel in weißen Wölkchen dahin. Kapitän Kristian Münder betritt seine Kneipe, wird herzlich gegrüßt, nimmt die kleine Bierflasche in Empfang. Das Gespräch wird unterbrochen vom Jubel des Teams: Die Laika-Shirts werden freudig aus ihrem Karton gehoben. „Das ist ja wie Weihnachten und Geburtstag zusammen!“ freut sich der Barkeeper.

Die Ruhe vor dem Sonnenwind. Das Laika im abendlichen Schummerlicht

Die Ruhe vor dem Sonnenwind. Das Laika im abendlichen Schummerlicht

Das Laika ist ein Relikt des legendären Sputnik-Clubs, der seine letzte (Raum-)Station auf der Tannenstraße machte, bevor das Gebäude 2007 abgerissen wurde. Drei Freunde waren die Kosmos-Pioniere, die sich vom Traum von der urbanen Gastraumfahrt nicht loslösen konnten und das Spuntik 2 auf der Kamenzer Straße ins Leben riefen.

Kristian Münder ist geblieben und hält den Kurs durch Sternhagel und Sonnenwind mit ruhiger Hand. Das Laika – man kam bei der Namensgebung schließlich auf den Hund – ist eine Anwohnerkneipe in der „schönen Ecke der Neustadt“: Familien kehren zum Frühstück ein, nachdem die Vorabendgäste von der Bar nach draußen gekehrt wurden. Manchmal, erklärt Chef Kristian, stelle dies das Team vor organisatorische Herausforderungen. Aber bis jetzt ging alles gut. Auch zur BRN, die die Café-Bar alljährlich bereichert. Man feiert mit dem Einverständnis der Nachbarn, die gelegentlich bemerkten, „dass es gestern schon ziemlich laut war“, um dann eine „coole Party“ zu bestätigen. Das Laika – ein friedlicher Ort der inter-speziellen Koexistenz.

Tanz vorm Laika

Zur BRN gibt’s jedes Jahr den Tanz vorm Laika – Foto: Archiv 2017

Für den Frühstücktisch geht Kristian auf den Markt. Nicht nur für seinen eigenen, auch für das Laika gibt es frische Brötchen und natürlich Bio-Eier. „Unter dem geht es in der Neustadt nicht“, sagt er. Zwei bis dreimal in der Woche schaut er im Laika vorbei. Auf seine Besatzung ist Verlass. Zwei feste Mitarbeiter und acht Pauschalkräfte steuern die Kapsel durch den Orbit, während Kristian seinem Hauptberuf als Forstwissenschaftler nachgeht oder Zeit mit seiner Familie verbringt.

Wenn eine Fee käme, frage ich, und drei Wünsche zur Verfügung stellte: Was wünschtest du dir für das Laika? Kristian gibt die Antwort der Zufriedenen: Alles soll so weiterlaufen wie bisher. Die zwei unbenutzten Wünsche bleiben auf der glatt geschubberten Holzplatte zwischen Aschenbecher und Bierflasche liegen für einen, der sie braucht. Herzlichen Glückwunsch!

Das Laika feiert 10. Geburtstag

  • Donnerstag, 8. Februar: Geburtstagsständchen vom Dresdner Kneipenchor
  • Freitag, 9. Februar: Große Party mit DJ Micha & Captain Sternburg, Snacks und Freibier
  • Sonnabend, 10. Februar: Konzert mit Oskar Pfeiffer
  • Sonntag: ab 10 Uhr Frühstücksbuffet, Kuchen und abends Tatort aus Weimar
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