Die Neustadt und der Kirchentag

„Ist grad Konfirmation?“, wurde die Gemeinde, die heute am frühen Abend aus der Martin-Luther-Kirche kam, von einem Tätowierten gefragt. Nein, Konfirmation war nicht, eher ein Geburts-Tag, der in der Kirche wie ein Trauertag anmutete. Die „Nacht der Kirchen“ und der 33. Deutsche Evangelische Kirchentag gehörten in der „Lutherkirche“ zusammen. Doch was da an Frieden herbeigeklampft und an Gerechtigkeit vom Himmel gepredigt werden sollte, erinnerte gruselig an Endzeitstimmung. Nichts von Evangelenfreude, nichts von Kirchentagsbegeisterung war zu spüren.

Kein Wunder, dass Kirchentagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt entgegen anderslautenden Ankündigungen gar nicht erst gekommen war. Sie überließ dem Ministerpräsidenten a.D. des Landes Sachsen-Anhalt Reinhard Höppner das Feld und selbst der eilte vorfristig aus der Kirche, nachdem er reichlich uninspiriert vom Kirchentagsgefühl geredet hatte. So wird das nix mit der Begeisterung für die fünftägige Lutheranerparty im nächsten Jahr in Dresden.

Wie ein schönes Fest mit einem guten Hintergrund funktioniert, zeigten derweil die Umundu-Veranstalter mit bester Musik und vielen Informationen auf dem Martin-Luther-Platz.


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4 Kommentare zu “Die Neustadt und der Kirchentag

  1. Ui, das klingt ja grauslich. Da haben ja sogar die sonst so spaßfreien Katholiken für mehr Vergnüglichkeit gesorgt – in der Garnisonkirche spielte na Blues-Band und draußen war Grillfest für Jung und Alt.
    Aber die Musik bei Umundu war wirklich toll, ich hab zwar nur kurz vorbeigeschaut, aber da war richtig Stimmung.

  2. Hab‘ mich gestern auch noch hochraffen können, mal hier und dort vorbeizuschauen. Der Plan sah vor, auf Kirchtürme zu steigen, wo man sonst nicht hinkommt. Leider hatte ich das gut gestaltete Faltblatt erst in der Friedenskirche (in Löbtau) in die Hände bekommen. Die Webseite führt nur eine ewig lange Liste der Kirchen, die alle mitmachen, aber nicht, wo man auf den Turm steigen kann.
    Lange Rede kurzer Sinn, war dann noch mal drüben in Pieschen in der St.Josephs-Kirche. Da war der Turm aber entgegen der Ankündigung nicht zu besichtigen.
    Schade. Möchte auch nicht rummeckern, so ein großes Ereignis zu organisieren macht sicher ne Menge Arbeit. Mit dem Faltblatt wird sich das nächstes Jahr auch sicher viel besser gestalten.

    Auf die meisten großen Kirchen dieser Stadt kommt man ja sowieso fast jeden Tag hoch: Dreikönigskirche, Kreuzkirche, die Martin-Luther-Kirche hat auch hin- und wieder geöffnet.

  3. Nachtrag:

    aus gut informierter Quelle wurde mir berichtet, daß der Herr Höppner mit der Bahn nach Hause fahren müßte und die letzte Verbindung ab Dresden 19:07 an 23:56 in Magdeburg wäre.

    Man hört ja immer wieder, daß Dresden für die Bahn eher „Zonenrandgebiet“ oder sowas ist.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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