Leben und Wohnen in Dresden

Auch mehr als 25 Jahre nach der Deutschen Einheit gibt es nach wie vor signifikante Unterschiede zwischen Ost und West – auch bei den Lebens­­­haltungskosten. Das gilt auch mit Blick auf die Großstädte in den neuen Bundesländern, zum Beispiel die sächsische Landeshauptstadt Dresden.

Wohnen in Dresden günstig - in der Neustadt nicht so sehr.
Wohnen in Dresden günstig – in der Neustadt nicht so sehr.
Dresden ist wegen seiner Hauptstadt-Funktion, seiner Wirtschaftskraft, als Hochschul- und Wissenschaftsstandort ein begehrter Platz zum Leben, Arbeiten und Studieren. Die Landeshauptstadt und ihr Umfeld gelten als die wirtschaftsstärkste Region in den neuen Bundesländern. Dennoch halten sich die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu anderen deutschen Großstädten immer noch in Grenzen.

Einkommen, Lebenshaltungskosten und Kaufkraft

Lebenshaltungskostenvergleiche sind nicht ganz einfach. Denn wie sich die Lebenshaltung kostenmäßig gestaltet, ist von Haushalt zu Haushalt unterschiedlich. Viele Faktoren spielen eine Rolle: die Zusammensetzung und Größe des Haushalts, der angestrebte Lebensstandard, die persönlichen Konsumpräferenzen und etliches mehr. Aussagen zu den Lebenshaltungskosten sind daher immer Durchschnittsbetrachtungen für „repräsentative“ Beispiele und last but not least auch eine Frage der Definition. Bei allen Unterschieden umfassen sie typischerweise die „gängigen“ Kosten für Wohnen (inkl. Nebenkosten), Nahrung und Kleidung, Fortbewegung (Auto, Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel) und Freizeitaktivitäten.

Eine etwas andere Betrachtung ist die nach der Kaufkraft. Unter Kaufkraft wird das Einkommen verstanden, das privaten Haushalten für Konsumausgaben (= zur Lebenshaltung) übrig bleibt, wenn regelmäßige Zahlungsverpflichtungen wie Miete, Versicherungsprämien, Kreditraten usw. abgezogen werden. Für regionale Vergleiche wird der sogenannte Kaufkraftindex ermittelt. Er gibt an, wie viel Prozent die regionale Kaufkraft im Vergleich zum Bundesdurchschnitt erreicht. Zwischen Lebenshaltungskosten und Kaufkraft besteht ein Zusammenhang. Je höher die Kaufkraft und je niedriger die Lebenshaltungskosten, umso mehr kann man sich zum Leben leisten.

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Dresden im Vergleich deutscher Großstädte

Dies vorausgeschickt, werden – bezogen auf Dresden – im Folgenden Ergebnisse einer Studie vorgestellt, die im vergangenen Jahr vom Kurzzeitkreditportal Vexcash zum Lebenshaltungskostenvergleich in ausgewählten deutschen Großstädten durchgeführt worden ist. Die Studie bezieht Daten und Auswertungen des Statistischen Bundesamtes, aber auch andere Quellen ein. Verglichen wurden die Städte München, Düsseldorf, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg, Köln, Berlin, Bremen, Leipzig und Dresden.

Mit durchschnittlichen Konsumausgaben von 1394 Euro monatlich ist Dresden im Städtevergleich geringfügig teurer als Leipzig – die von den Lebenshaltungskosten günstigste Metropole. Am höchsten sind – wenig überraschend – die Kosten in Frankfurt, Stuttgart und München. In Relation zum Bundesdurchschnitt lebt man in der sächsischen Landeshauptstadt etwa 13 Prozent billiger.

Wo Dresden besonders günstig ist

Die größten Posten bei den Lebenshaltungskosten sind üblicherweise Ausgaben für Wohnung, Lebensmittel und Verkehrsmittel. Bei den Preisen für Nahrungsmittel und Getränke gibt es vergleichsweise geringe regionale Unterschiede. Hier bezahlt man auch in Dresden nicht wesentlich mehr und nicht weniger als anderswo. Deutlicher hebt sich „Elbflorenz“ dagegen bei den beiden anderen Punkten ab. Bei den Nettokaltmieten (Innenstadt-Bereich) erreicht Dresden mit 7,77 Euro/Quadratmeter weniger als die Hälfte des Münchner Niveaus und ist etwas kostspieliger als Leipzig (6,82 Euro/Quadratmeter). Im begehrten Szene-Viertel Dresden-Neustadt liegen die Preise etwas über dem Stadt-Schnitt. Für gut sanierten Altbau oder Neubauten werden hier schnell mal 10 Euro pro Quadratmeter fällig. Konkurrenzlos günstig ist der Dresdner ÖPNV. Mit rund 60 Euro ist die Monatskarte für Bus und Bahn hier so günstig wie nirgendwo sonst bei den betrachteten Städten.

Ab Donnerstag wieder geöffnet: Villandry
Seit Mai wieder geöffnet: Villandry

Wermutstropfen Gehalt

Das gilt auch für Restaurantbesuche. Hier kann man bereits für gut 30 Euro zu zweit essen, im Bundesschnitt muss man dafür 40 Euro veranschlagen, in Düsseldorf sogar 53 Euro. Selbst das neu eröffnete Gourmet-Restaurant Villandry lockt mit Hauptgängen ab 12 Euro.

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Der „Wermutstropfen“ in Dresden ist der geringere Durchschnittsverdienst. 1602 Euro beträgt das monatliche Netto-Durchschnittseinkommen, fast zehn Prozent weniger als im Bundesschnitt. Dennoch bleibt nach Abzug der Lebenshaltungskosten in Dresden mehr vom Gehalt übrig als bei einem durchschnittlichen Bundesbürger: nämlich 208 Euro im Vergleich zu 177 Euro. Beim Kaufkraftindex liegt Dresden bei rund 80 Prozent des bundesdeutschen Schnitts.

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