Hausbesetzung auf der Lößnitzstraße

Hausbesetzung auf der Lößnitzstraße
Hausbesetzung auf der Lößnitzstraße
Wie die Gruppe „Social Center 4 all“ gestern mitteilte, hat sie das Haus in der Lößnitzstraße 19 gestern Abend besetzt. Zur gleichen Zeit fand in der Nachbarschaft das Straßenfest „Rudolf.Rocks“ statt. Nach Informationen der Dresdner Neuesten Nachrichten haben die Besetzer das Haus schon wenige Stunden später wieder geräumt.

Die Initiative will laut einer Erklärung auf Indymedia in dem Haus einen Raum schaffen, „in dem sich Geflüchtete, Anwohner*innen und andere Interessierte treffen können, um einen Ort der Solidarität und Begegnung zu schaffen.“ Außerdem wollen die Besetzer zeigen, „dass es die viel beschworene Knappheit an Wohnraum nicht gibt, sondern Wohnraum als Ware gilt, mit der Profit generiert werden muss.“ Deshalb hat sich die Initiative den vorhandenen Leerstand in ihrer Nachbarschaft angeeignet.

Marian Rudolf, Pressesprecher der Inititiative: „Es gibt bereits jetzt viele Ideen den zuvor leerstehende Raum mit Leben zu füllen, wie z. B. Beratungs­angebote, Sprachkurse, gemeinsames Kochen und politische Debatten. Es kann Ausgangspunkt sein sich besser im Viertel zu vernetzen, sich weitergehend politisch zu organisieren und Solidarität praktisch werden zu lassen. Außerdem sind verschiedene Veranstaltungen, Vorträge oder die Nutzung als Wohnraum denkbar.“

Heute Vormittag haben die Besetzer ein Frühstück vor dem Haus veranstaltet, auch der Eigentümer war zum Gespräch vor Ort. Das Haus ist eines der letzten unsanierten Häuser im Viertel.

Hausbesetzung auf der Lößnitzstraße
Hausbesetzung auf der Lößnitzstraße Foto: J. Catoni


Anzeige

Employer Branding

11 Kommentare zu “Hausbesetzung auf der Lößnitzstraße

  1. Woher weist du, dass Lore die Werbung (mit der das hier hoffentlich voll finanziert wird) blockiert und sich somit die dargebotene Leistung erschleicht?

  2. umsonst, umsonster, am umsonstesten
    find’s ne schöne aktion, ne super message und unterstütze das auch ganz umsonst, so ganz ohne werbung und andere finanzielle unterstützung!
    ist doch völlig umsonst, so’n super haus da so rumstehen zu lassen und für nichts und wieder nichts (praktisch umsonst) verfallen zu lassen.
    bringt ja so auch niemandem was, weder geld, noch unterkunft, noch sieht’s besonders schick aus…
    aber nun ja…lassen wir’s lieber so rumstehen, statt es (umsonst) zu nutzen!

  3. in ner anderen Zeitung (RY)stand das das Haus aufgebrochen wurde (der Schaden von ca.200€ übernommen wird) und dem Besitzer das Geld für die Sanierung fehlt weil dieses Haus unter Denkmalschutz steht….. (fand ich besser umschrieben–mit mehr Hintergrund)

    grussi……

  4. Das mit dem Denkmalschutz ist als Ausrede immer gut. Aber den Einbau einer Heizung oder von neuen Fenstern, das Dichten des Daches und Anlage von Innen-WC’s kostet mit oder ohne Denkmalschutz fast gleich viel.
    Wenn jemand generell keine Patte hat, um das Haus bewohnbar zu machen ist das was anderes. Aber wenn man eine Luxussanierung machen will, die dem Denkmalschutz widerspricht, nur um dicke Mieten einzustreichen, dann ist das ziemlich widerlich. Vor allem wenn man das Haus einach so weit verkommen läßt, daß es abgerissen werden darf. Genau solche Aktionen waren der Grund für den Häuserkampf im Westen in den 80-igern.

  5. Ich finde es nicht so schön. Demjenigen einen Schaden beizufügen, der spart und sein Haus denkmalgerecht sannieren will. Statt man ihm hilft seine Probleme zu lösen. Aber es soll ja nichts kosten … Da solltet ihr mal den Staat fragen, warum so viel Eigentum verkauft wurde und immer noch verkauft wird? Das macht man um Steuern zu kassieren.
    Vor nicht all zu langer Zeit hat die Stadt sehr viele Wohnungen abreißen lassen und jetzt hackt man auf einem einzelnen herum. Erklärt das eigene Fehlverhalten damit, das genügend Wohnraum zur Verfügung steht, der nur nicht genutzt würde.
    Schon zu Ẑeiten der DDR und auch heute noch versucht man den Menschen ihr Grund und Boden wegzunehmen. Da hat sich bis heute nichts geändert. Man verlangt immer höhere Abgaben, erfindet Sicherheits- und Umweltvorschriften. Das zwingt viele zu Mieterhöhungen oder zum Verkauf Ihres Eigentums. Glaubt bloß nicht das vermieten ein Geschäft ist.
    In mitten der Metamorphose DDR zur BRD wurden sehr viele Häuser einfach nur zurecht gepfuscht. Und auch heute werden Häuser gebaut, die man am liebsten gleich nach der Fertigstellung abreißen möchte.
    Eine Schande für das schöne Dresden.

  6. Für die Mehrkosten, die eine denkmalgerechte Sanierung so mit sich bringt (und die im Vergleich zur Baumarkt-Plastik-Billig-Sanierung schon erheblich sein können – bei ner anständigen Sanierung ist der Unterschied nicht so groß), hat der Steuergesetzgeber eine Entlastung vorgesehen, die Kosten können mit höheren Sätzen als sonst möglich abgeschrieben werden:
    http://www.dresden.de/de/rathaus/dienstleistungen/denkmalschutz-steuerliche-abschreibung.php

    Insofern würde ich hinter die Aussage, aufgrund des Denkmalschutzes sei die Sanierung zu teuer, mal ein dickes Fragezeichen machen – vor allem, da momentan Kredite fast nix kosten.

  7. Grundsätzlich kann ich dieser Art von Wohnraum“Nutzung“ einiges abgewinnen und stimme den Aussagen von künstlicher Wohnraumknappheit und „Wohnraum als Ware“ durchaus zu.
    Sehr schade finde ich allerdings, dass ein dem Anschein nach ein weiteres „politisches Zentrum“ entstehen soll, welches eindeutig gefärbt ist.
    Mich würde sehr interessieren, wie viele „Geflüchtete“ denn solche Art Angebot(e) wirklich freiwillig nutzen wollen – ob denn wirklich Bedarf besteht.
    Oder ob die „Geflüchtete“ einfach nur als Begründung herhalten sollen.

  8. Um die Steuern sparen zu können, muss man sie erstmal in nennenswerter Höhe zahlen müssen. Nicht umsonst suchen ja vor allem Besserverdiener nach der Anlagemöglichkeit „Denkmal“. Vielleicht hapert es schon da?

    Des weiteren funktioniert das erst nach Abschluss der Arbeiten, bis dahin: Vorkasse…

    Bissl seltsam ist es schon. Theoretisch könnte er ja auch eine Bauherrengemeinschaft gründen und einen Teil der Wohnungen verkaufen, um Geld für die Sanierung der anderen einzunehmen. Vielleicht ja aber auch ein Idealist.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.