Der Problem-Platz

René Keil und Romy Jaehnig mit den Gadgets ihrer Aktion.
René Keil und Romy Jaehnig mit den Gadgets ihrer Aktion.
Drogenhandel, Gewalt, Müll, Glasbruch, Lärm und Wildpinkler – das sind im wesentlichen die Probleme auf dem neuen Vorplatz. Die Scheune­verantwortlichen wollen nun mit einer Aktion dagegen vorgehen. Gestern wurden Freibier (alkoholfrei) und Sonnenbrillen verteilt, den Vorplatz zieren Sonnenblumen und ein paar gelbe Fußabdrücke.

„Wir sind nicht die Ordnungshüter“, betont Romy Jaehnig, die Geschäfts­führerin des Scheune e.V., mit der Aktion wollen wir sensibilisieren. Deshalb haben die Bierflaschen kleine Umhänger bekommen, auf Pikto­grammen wird für mehr Friedlichkeit, ganze Gläser, etwas Ruhe und den Gang zur Toilette geworben. Der ist gar nicht so weit. Mit einem großen Plakat werden nun die Wege zum Pissoir an der „Bunten Ecke“ (Alaun-/Böhmische Straße) oder zur öffentlichen Toilette auf der Louisenstraße unter dem großen Wandbild aufgezeigt, den Weg zu letzterem deuten auch die gelben Fußspuren an.

Scheune-Geschäftsführerin Romy Jaehnig
Scheune-Geschäftsführerin Romy Jaehnig
Auf dem Platz ist es normalerweise gar nicht so übel. Romy Jaehnig: „Es gab auch schon sehr schöne Abende, mit mediterranem Flair und guter Stimmung.“ Aber dann gibt es aber auch solche Situationen: „Da kommt ein Typ in den Biergarten, stellt sich zwei Meter neben die Leute, die dort was essen wollen und pisst an die Turnhallenwand“, berichtet die Chefin. Und René Keil, in der Scheune für die Administration zuständig ergänzt, dass einigen Besuchern der Weg zur öffentlichen Toilette einfach zu weit ist. Und die Bedienung der Toilette ist zu kompliziert. Wegen der Graffiti sehe man den Öffnungsknopf nicht. Deshalb haben sie jetzt ein Toiletten­bedienungs­tutorial entwickelt.

Der kleine Maulwurf informiert über Hygiene.
Der kleine Maulwurf informiert über Hygiene.
Außerdem ziert die Brüstung über der großen Bank nun ein paar Comics, die sich mit dem Thema Hygiene beschäftigen. Ahmet Özer, Chef vom gegenüber­liegenden Ararat will sich an der Aktion beteiligen und den verkauften Bieren auch die Piktogramm-Anhänger überstülpen. Und, so verriet der zufällig anwesende Ortsamtsleiter André Barth, das Ararat wird sich an der „Netten Toilette“ beteiligen. Also noch ein Grund weniger für Wildpinkelei.


Anzeige

Mitarbeiter gesucht bei Simmel

Reinigung täglich, Beratungen zu Gewalt und Lärm

Wegen der gehäuften Gewalt und Lärmbelästigung ist Barth im engen Kontakt mit Gewerbetreibenden und der Polizei. Der Vorplatz wird jetzt täglich gereinigt, zuständig für die Fläche ist das Hochbauamt, dass eine Firma damit beauftragt hat. Etwas problematischer sieht es mit der Treppe zur Turnhalle aus, dort ist das Schulverwaltungsamt zuständig. Nach Beobachtungen der Scheune-Verantwortlichen wird diese am Wochenende gar nicht gereinigt.

19 Kommentare zu “Der Problem-Platz

  1. Solche Wildpinkelcomics hatte ja der Dresdner Zeichner Willi auch schon mal angefertigt. Aber der ist ja jetzt politisch geächet… (Und er hat dennoch viel geiler gemalt)

  2. Gut, dass der Platz nach der Sanierung so gut angenommen wird. Besten Dank an die Verantwortlichen, für diesen schönen Platz.

  3. Ist das nicht aber die Geschichte „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“ von Werner Holzwarth und Wolf Erlbruch….? :D

  4. Genau das ist sie, der Miler hat den Tschechenmaulwerfer gemalt. Was ist denn da schief gegangen in der Kindheit, Anton?

  5. Papierfähnchen an die Flaschen hängen ist eine ausgezeichnete Idee. Auch noch extra neon Farben, damit sie der Straßenfeger beim Einsammeln gut sieht…

  6. Man könnte die Fähnchen aber unauffällig codieren und dann beim Zusammenfegen auswerten, wessen Gäste die schlechter erzogenen sind… ;)

  7. ääääääääh…..Dixi……wo bist du denn groß geworden?? bei den Temperaturen?schon mal de Nase davon genommen neben so nem Ding ??die sind doch nur temporär wenn überhaupt duldbar !!

    grussi…….

  8. Erziehung fängt bereits im Kinderwagen an. Wenn ich Eltern auf’n ElbeRadweg sehe, die Ihre Kinder im Kinderwagen anschreien bzw. sehr laut ansprechen, nur weil das Kind quengelt. Muttis tippenderweise mit Handy in der Hand „Kind jetzt nicht“ oder komm jetzt, wir haben keine Zeit, bummel nicht…wenn das nicht klappt, dann rauchts im Karton….das habe ich dir schon hundert mal gesagt, muss man dir alles zehn mal erklären….solange Du deine Füße unter meinen Tisch steckst und und und…

    Da sieht man das immer noch einige Menschen unserer Gesellschaft nichts gelernt hat. Und mir ist auch nicht bekannt das solche Themen aktiv in der Schule behandelt werden. Und was aus den Kindern wird um jene man sich schon im Kleinkindalter nicht gekümmert hat, weil SMS und mackerhaftes Benehmen von Eltern und Geldverdienen von Drogenherstellern wichtiger sind als die liebevolle Erziehung unserer Kleinen.

    ErwachsenenBildung mit Comics und Papierfänchen. Man muss die Menschen direkt ansprechen. Gewalt ist meiner Meinung nach vorbei, dennoch nur drastische Strafen kann so ein Problem was immer mehr ausartet lösen.
    Wer in die Ecke pinkelt obwohl eine Toilette in der nähe ist oder Flaschen kaputt macht, seine Müll liegen lässt, ohne weitere Vorwarnung in Gewahrsam nehmen, drei Tage Beugehaft und anschließend vier Wochen Ehrenamt im Altersheim. Zum Schluss gibts noch einen Crashkurs fürs Benehmen. Und das macht man so lange, bis das letzte Ohr es vernommen hat.

    Es gibt Stätte das Zahl ich für ne Kippe oder Kaugummi wegwerfen zwischen 20 und 30 Euro, wenn das langt? Unsere Stadtverwaltung hat einfach keine Ahnung und sind zu lasch solche Sachen anzugehen.

    Wochen und Monatelang lang wird über solche Themen diskutiert statt zu handeln und solche Menschen der Gesellschaft etwas härter am Schlafittchen zu packen.

    Immer schön den Weg des geringsten Widerstand gehen…Ich kann doch nicht ständig erwachsenen Menschen den Hintern wischen…aber bitteschön „Mit freundlichen Grüßen“ und nehmen Sie bitte nur das weiche dreilagige Samt-Toilettenpapier mit Rosenduft ;-)

    Da lob ich mir den Ralfi, der schmeißt wenigsten seinen Müll auf einen Haufen ;-)

  9. Sichtbeton tötet die Seele. In dieser leider immer mehr funktionalen und effizienten Welt. Siehe neue Eisenbahnbrücken, welche nicht mehr mit Naturstein verkleidet werden. Kosteneffizientes Bauen. Erbauung für die Seele – Fehlanzeige. Sichtbeton wirkt kalt und seelenlos. „Graffiti“ drauf (oder was manche dafür halten) und schon wirds bunter? Wirklich? Wahlloses Getagge löst die allgemeine Ordnung auf, bescheert Unruhe.
    Eine frisch gestrichenen ehemals zugetaggte Tür wirkt angenehm beruhigend.Lösen sich damit auch gesellschaftliche Normen auf? Sichtbeton + „Graffiti“ als Katalysator für Kriminalität? Würde mich nicht wundern.

  10. … da hat er recht, die Sandsteinmauer vorher hatte schon etwas gemütliches.
    Bleibt nur die Frage offen, wenn die Sitztreppen und Bänke jetzt aus Sandstein wären…?
    Es wird immer wieder Menschen geben, die wissen mit ihrer Zeit nix Sinnvolles anzufangen.
    Wenn man Menschenkindern alles gibt und fertig vorsetzt, überhäuft mit Angeboten, wird’s Leben eben irgendwann langweilig. Man braucht nicht mehr denken oder gar zu arbeiten, ist ja alles da … und Wertschätzung = 0

  11. Ich würds wie Sandstein anmalen, wie seitlich die Mauer am Waldschlößchen – ganz professionell und möglichst authentisch. Mit malerischem Grünbewuchs gleichmit – falls wie am Waldschlößchen erwünscht. Dann siehts gleich g’miedlisch aus. Wette, das kommt irgendwann sowieso – notgedrungen. Ach, das Archi-Urheberrecht düfte hoffentlich bei der glorreichen Stesad liegen, und mit denen kann man doch drüber reden, gell. Malt es an, und vielleicht ist dann auch weniger Müll als in dieser gefühle-tötenden Betonarena. Hier mag ich gern noch in eigener Sache hinzufügen: sicher liegts auch an den unterbliebenen Baumpflanzungen. Na klar.

    @mrstxdd: Strafen legt nicht die kommunale Ebene fest, daher kann „die Stadt“ auch nicht „zu lasch“ sein. Diese Gesetze werden im Bund gemacht und dann kommt es auch auf das Durchgreifen der Justiz an, was ebenso jenseits städtischer Einflußmöglichkeiten liegt. Was du ggf. zu Recht meinst ist, daß zumindest der Polizei die Hände gebunden sind und es die – sicher auch zu Recht – nicht als deren Aufgabe sehen, tagtäglich Putzdavid gegen freiheitlich-demokratisch-toleranten Müll-, Piss- und Kotzgoliath zu spielen.

  12. Na, der Platz wurde von den Verantwortlichen doch perfekt geplant. Auch dass die Videoüberwachung abgeschaltet wurde, hat die Stimmung nur verbessert. Ein voller Erfolg für alle, die gern mal in der Neuse die Sau rauslassen wollen. Wir Anwohner sollten uns da nicht so haben, finde ich.

  13. @Schön

    genau … ich habe mich da nicht so und persönlich ist mir das auch piep egal. Lasse feiern bis der Arzt kommt. Ich habe einen ruhigen Schlaf. Nur womit ich ein Problem habe, wenn irgendwelche Typen ihren Schwanz raus holen und während sie laufen auf die Straße pinkeln. Oder volle Mülltonnen umkippen. Das ist ja normal, ne…Hauptsache jeder hat etwas zu tun.

    Und „Schön“ sagt es auch schon „wurde von den Verantwortlichen doch perfekt geplant“ und finde es immer wieder lustig wenn man die Verantwortlichkeiten dann auf andere schiebt.

    Naja, hat ja eh keinen Sinn, was reg ich mich überhaupt auf…es gibt auch schon wieder neue Themen im Neustadt-Ticker http://www.neustadt-ticker.de/48550/aktuell/notrettung-an-kirche-eine-uebung

  14. Ein bisschen Off-Topic, aber der Bierflaschenpfand gehört langsam mal an den Einwegpfand angepasst, das würde sicher einen ordentlichen Teil der zerwichsten Flaschen verschwinden lassen.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.