Schöner unsere Straßen und Plätze

Am Morgen wurde der Vorplatz abgespritzt.

Am Morgen wurde der Vorplatz abgespritzt.

Heute Morgen wurde der Scheune-Vorplatz mit Hochdruck gereinigt. So sah es zumindest auf den ersten Blick aus. Die Wasserstrahl-Attacke hatte jedoch nicht die Sauberkeit zum Ziel, es ging um die Entfernung von Leon Keers dreidimensionalem Meisterwerk.

Graffiti entfernt: Der klägliche Rest vom Kunstwerk.

Der klägliche Rest vom Kunstwerk.

Nun ist von dem herrlichen Bild nur noch ein kläglicher Rest, während sich die Tags auf den Sitzbänken weiter breit machen dürfen. Und gegen Dreck und Scherben war der Dampfstrahl offenbar machtlos.

Das fertige Kunstwerk.

So sah das Kunstwerk von Leon Keer aus.

Das 3-D-Graffito hatte der Niederländer Leon Keer Anfang August geschaffen (Nesutadt-Geflüster vom 4. August 2016). Die Malerei auf dem Scheune-Vorplatz fand im Rahmen des LackStreicheKleber-Festivals als Vorgeschmack auf die ab Oktober stattfindende Ausstellung „Magic City“ statt. Wie Nina Rauscher, Pressesprecherin des Events auf Nachfrage mitteilte, war die Installation von Anfang an nur temporär gedacht. Sie berichtet: „Ursprünglich war es erst nur für eine Woche genehmigt, dann hat die Stadt den Zeitraum aber noch verlängert, weil sie es selbst schön fanden.“
Scherben auf Beton - auf der Turnhallentreppe Dauerzustand.

Scherben auf Beton – auf der Turnhallentreppe Dauerzustand.

Läuft’s bei Dir richtig?

Abgesehen von den Graffiti ist der Platz bekanntlich auch für Scherben und andere Verschmutzungen anfällig. Offenbar führt der große Andrang an Besuchern dazu, dass es an der Scheune nun ein Urinier-Problem gibt. Die kostenlose Toilette an der Louisenstraße ist vermutlich dem einen oder anderen Struller zu weit entfernt. Der Scheune e.V. versucht nun mit einer Aktion dem Problem Herr zu werden. Am Donnerstag startet um 16 Uhr die Aktion „Läuft’s bei Dir richtig?“ auf dem Vorplatz der Scheune. Es soll Wissenswertes und Überraschendes rund ums Thema präsentiert werden und der Verein ist zuversichtlich, dass wir den Einen oder Anderen sensibilisieren zu können. Elemente der „Läuft’s bei Dir richtig?“-Aktion werden Installationen, Informationen, Wissenswertes mit einem sozialpädagogischen Augenzwinkern und zahlreiche Give-aways sein.

Nachtrag – 30. August

Die Stadtverwaltung, genauer die Immobilienverwaltung der Stadt Dresden, hat auf Nachfrage erklärt, dass es sich bei dem Kunstwerk von Anfang an um eine temporäre Installation im Rahmen der Street Art Events vom 3. bis 6 August gehandelt hat. Die Kosten für die Reinigung wurden den Künstler bzw. durch den Scheune e.V. getragen, daher stand eine Reinigung der umstehenden Bänke nicht zur Debatte. Generell ist die Bewirtschaftung des Scheune-Vorplatzes immer noch ungeklärt. Der Scheune-Verein sieht sich zu den von der Stadt gewünschten Konditionen dazu nicht in der Lage.

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26 Kommentare zu “Schöner unsere Straßen und Plätze

  1. mrstxd
    29. August 2016 at 14:45

    Auftrag ist Auftrag.

    Ich habe die Stadt auch schon mal vier Tage vor Silvester mit der Kehrmaschine auf den Radweg (Neustadtseite) an der Elbe gesehen. Ziel war war es, diesen Weg zu reinigen. Nach vier Tagen war natürlich nichts mehr von der Reinigung zu sehen. is klar ne…

    Und wenn man danach fragt, bekommt man dämliche Antworten „Aber wir arbeiten doch“

    Hier streiten sich nun die Geister zwischen Sinn und Unsinn. Für mich ist es Zeitverschwendung. Wertvolle Lebedenszeit, die man anders besser nutzen kann.

    Leider gibt es sehr viele Beispiele zum Thema „Hauptsache Arbeit“ …

  2. Louise
    29. August 2016 at 14:49

    Echt jetzt?? Ich hab mich ja heut morgen beim Vorbeigehen schon gewundert.. Da beauftragt und bezahlt die Stadt Reinigungsleute, nur um ein (nettes) Kunstwerk zu entfernen und drei Meter daneben bleibt der Dreck meterhoch liegen??

  3. 29. August 2016 at 15:45

    Die Arbeitsanweisungen einer Bhörde sind nun mal unergründlich….

  4. Karsten
    29. August 2016 at 17:51

    Schade.

    Der Rest des Dreckes ist nicht Sache der Stadt, sondern der „Supermenschen“, die ihn liegen lassen. Hier hilft nur Erziehung. Und zwar Erziehung mit allen Mitteln, bis das Erziehungsziel kompromisslos erreicht ist.

  5. 29. August 2016 at 18:13

    @Karsten: Schätze, der erzieherische Aufwand wäre wesentlich teurer als die Reinigung und der erfolg würde sich vermutlich verflüchtigen, sobald die erzieherischen Maßnahmen wieder eingestellt werden.

  6. Karsten
    29. August 2016 at 18:59

    @Anton: Ich denke, das ist eine Grundsatzfrage. Ich bin der Meinung, dass jeder für seinen Dreck selbst verantwortlich ist. Und das muss durchgesetzt werden, mit allen Mitteln.
    Ausweichlösungen im Sinne von „der einfachere Weg“ oder „das dünnste Brett“ halte ich für den falschen Weg. Und, wie die Erfahrung zeigt: Fängt man an, den Leuten ihren Dreck hinterherzuräumen, lassen sie noch mehr Dreck rumliegen. Es wird also nicht besser, sondern immer schlimmer.
    Gewiss, hier ist die Erziehung bereits im Kinderzimmer gescheitert. Und nun muss sich die Gesellschaft mit solchen Sozialterroristen rumärgern. Ist aber so, kann man nicht ändern. Man kann nur konsequent durchziehen.

  7. 29. August 2016 at 19:09

    Grundsätzlich gebe ich Dir da durchaus recht, mir erscheint die Umsetzung ziemlich schwierig. Ich habe mal das Ordnungsamt bei Hundekot-Kontrollen begleitet. Da wurden mir die Probleme solcher Kontrollen ziemlich deutlich.

    Für den Scheunevorplatz würde das heißen, entweder flächendeckende Video-Überwachung (wobei dann vermutlich auch noch ein paar Gesetze geändert werden müssten, eine Flasche runterwerfen ist ja keine Straftat) oder man stellt mindestens 30 Ordnungsamtsmitarbeiter jeden Abend auf den Platz. Soweit ich weiß, klagt das Amt aber jetzt schon, dass es zu wenige Mitarbeiter hat und auch nicht alle Stellen besetzt sind.

  8. Ecki
    29. August 2016 at 21:52

    Ich will ja nicht immer von „früher“ reden – aber mancher Kommentar erinnert an Zeiten, als es noch Blockwarte gab: „Und das muss durchgesetzt werden, mit allen Mitteln. …mit solchen Sozialterroristen…“
    Der Dreck ist nicht in Ordnung – aber ein bisschen Mäßigung beim Kommentieren täte m.E. gut.

  9. mrstxd
    29. August 2016 at 22:23

    @Anton
    @Karsten
    das allgemeine Müllproblem wird man wohl erst lösen in dem man den Selbigen gar nicht erst produziert…wenn ich will bekomme ich beim Bäcker zu jeden Brötchen ein Tütchen :-) …überall wo der Mensch geht und steht, hinterlässt das Tier seine Haufen, bohrt Löcher in die Erde, vermüllt sogar das Universum…als Bürger biste gezwungen Müll zu erzeugen und vor allen Dingen zu bezahlen…wenn se so weiter machen wird die Erde bald zum Mars, dann hamses nicht mehr so weit ;-)

  10. Karsten
    30. August 2016 at 00:05

    Ach Ecki, manchmal kannste halt auch nicht aus Deiner Haut heraus. Und wenn man nix Schlaues zu sagen weiß, son bissl plumpes Linkspopulistengeschwätz geht ja immer…

    Ich erzähl Dir mal ein Schwank aus meinem Leben. Damals wars… also früher… weißt schon, als alles schlechter war. Da war ich eines Nachts jung und trunkig. Das war ich damals oft, ziemlich oft, in diesen schlechten Zeiten. Jung und trunkig.
    Selbstverständlich wollte ich meine künstlerischen Fähigkeiten ausprobieren. Damals. Die leer Bierpulle flog in einer enormen, wirklich beeindruckenden Bogenlampe über die damaligen (weißt schon, früher…) Straßenbeleuchtungsfreileitungen, um mitten auf der Straßenkreuzung zu zerschellen. Welch klarer Hall, fast kirchenglockenklar, schallte zwischen den Häuserwänden, in dieser kalten, leicht nebeligen Herbstnacht. In dieser Stille der längst schlafenden Stadt. Und welch Lichterspiel. Millionen kleiner Kristalle tanzten im gelblichen Licht der Quecksilberdampflampen über den feuchten, tiefschwarzen Asphalt. Wie wundervoll.
    Dann begannen auch noch die lieben Englein zu singen. Ich konnte sie nicht sehen, aber ich konnte sie hören, ich schwör’s!
    J., dieser langlohdige Vollbartfritze hatte mir doch tatsächlich eine eingeschenkt. Mitten in die Fresse rein.
    Ach, wär das nur heute passiert. Heute, wo alles so besser und so fortschrittlich ist. Was hätte ich den J. verklagen können. Ich hätte reich werden können dabei. Gewiss würde ich unter posttraumatischen Belastungsstörungen leiden. Und ADHS. Und so. Bestimmt würde ich aufgrund solch furchtbarer Erlebnisse die nächsten 365 Nächte einnässen. Und an Arbeiten wäre gar nicht mehr zu denken, selbstredend. Viel Mitleid könnte ich einfordern, dafür, dass ich endlich leider nicht mehr arbeiten kann.
    Aber es war damals. Früher. Als alles schlechter war. Mit Blockwarten und so. Und Nazis und hastenichtgesehen. Ja… schlimm wars…. da blieb mir nichts als die Erkenntnis, dass mich diese saudämliche Aktion kein Stück cooler gemacht hat. Mir blieb keine andere Wahl, als sowas nie wieder zu tun… Jaja, schlimm war’s. Früher.
    Da bin ich doch froh, dass heute alles so anders ist. Mit Linksaußen, die sich für Einstein und Kant in Personalunion halten, obwohl sie nicht mal richtig schreiben und rechnen können. Die Hammer, Schaufel, Besen und Wischlappen nur aus Google-Bildchen und Wikipedia kennen. Mit erhabenen Kommunisten und Wendehälsen und Dummschwätzern. Mit Menschen, die nur eine Denkschublade bedienen können. Die sich ständig an die finsteren Zeiten von 33-45 erinnert fühlen, obwohl sie sich gar nicht daran erinnern können. Weil sie damals noch nicht mal selbständig in die Windeln scheißen konnten. Ach was rede ich… fraglich, ob damals überhaupt schon die eigenen Eltern geboren waren…

    (So lieber Ecki, nimm’s nicht persönlich. Nimm’s sportlich. ;-) Grüße.)

  11. nepumuk
    30. August 2016 at 00:53

    Es sitzen da allabendlich völlig normal wirkende und auch durchaus nette Zeitgenossen, die die paar Meter zum Mülleimer scheuen. Offensichtlich gilt es als signifikant uncool, den Allerwertesten mal kurz zur Tonne zu bewegen. Das persönliche Ansehen könnte ja nachhaltigen Schaden nehmen. Dabei ist eine sinnfällige Verklappung aller ureigensten Nachlassenschaften doch Zeichen von Geist, Vernunft und Stärke. Zudem ein deutlicher Wink gegen kulturelle Verödungstendenzen im massenpsychologisch-verfälschten Individualisierungswahn. Doch das sehen wohl viele in hier wirksamer posterzieherischer Sauf- und Gruppendynamik nicht mehr. Die nicht selten vorhandene gute Kinderstube scheint im Neustadtkraftfeld im Besonderen außer Kraft gesetzt zu sein. Abhilfe aus dem Opferstatus des unbewußten Müllproduzenten kann in erster Linie eine Abkehr von fremdbestimmter Geistestrübheit sein, welche von verfälschter zurück zu wahrer Individualität führt. Die daraus logisch erwachsene echte Coolnis bewegt den gerade noch verängstigten Arsch selbstsicher gen Müllsammler. Man wird somit der Einäugige unter den Blinden, die flätzende Galerie der anscheinend „Netten“ auf Betonbank und Co. bekommt einen ersten Riß. Stürmischer Applaus statt Genöl müßten folgen, ein Blitz schlüge zwischen die alkvernebelte denkpubertäre Langweilerriege ein. Hinfort, ihr Zögerer! Und am nächsten Morgen erschiene das Heiland fürs Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft. Es gäbe endlich mal wieder „müllfrei“. Amen, meine lieben Lämmchen.
    Und denkt dran: Das nächste Mal ist für euch der supercoole Mülleimer das verdammt nochmal erste und letzte Ziel eurer Nachtwanderung! Alles andere ist ja sowas von uncool.

  12. 30. August 2016 at 06:39

    Machen wir das mal als Happening?

  13. E-Haller
    30. August 2016 at 08:57

    @ Karsten: In deiner blumigen Beschreibung finde ich die Stelle nicht, wo J. dir einen Besen in die Hand drückt, mit dem du die Scherben wegfegst… Lagen die nach deiner Aktion also auch noch da? Biste am Ende doch nicht besser, als alle anderen?

  14. Peter Macheli
    30. August 2016 at 09:09

    Wie kommst Du auf den Zusammenhang Flaschenwurf – Maulschelle, @Karsten? Selbstgefällig gebrabbelt haste! Und über die Jahre gar nix daraus gelernt, soviel zum Thema kompromisslose Erziehung.

    Grüße
    Js Alter Ego

  15. Karsten
    30. August 2016 at 10:42

    @nepumuk: Mal wieder herrlich geschrieben. Mein Applaus.

    @Anton: Inhaltlich wäre es in etwa das, was ich Dir zu dem obigen Gesprächsfaden antworten wöllte. Es mag sein, da stimme ich Dir zu, dass auch beim Ordnungsamt zu viel Geld eingespart wird. Aber: Kann es immer nur der einzig richtige Ansatz sein, immer alles zu beklagen, und gleichzeitig jegliche Verantwortung auf Stadt und Ämter abzuwälzen?

  16. Karsten
    30. August 2016 at 10:55

    @E-Haller: Die Stelle kannst Du auch nicht finden, da sie nicht existiert. Denn wie beim verstehenden Lesen ersichtlich wird, war es bereits etwas später am Tag. Und auch zu diesen damaligen schlimmen Zeiten war es nicht so, dass an jeder Straßenlampe ein Besen herumstand.
    Nun, J. hätte bestimmt einen besorgen können. Denn als Chef besaß er den Schlüssel zum Jugendclub. Allerdings waren wir schon einige Meter in die entgegengesetzte Richtung unterwegs, Richtung nächste Kneipe.

    So muss ich annehmen, dass die Scherben weiterhin noch da lagen. Zumindest unter der Annahme, dass es damals noch kein selbstkompostierendes Glas gab. Dies scheint aber heute auch noch so, schaut man sich den Scheunevorplatz an.

  17. 30. August 2016 at 13:02

    @Karsten…..du schreibst genau so tolle Geschichten wie Anton „von früher“
    das Bild auf dem Fußweg fand ich toll—>schade das es weg mußte !!!

    grussi……..

  18. 30. August 2016 at 13:32

    Iwo, ich wäre nur für praktikable Vorschläge. Und das finde ich nepumuks Hapenning-Ansatz viel interessanter.

  19. 30. August 2016 at 14:44

    Nachtrag – 30. August

    Die Stadtverwaltung, genauer die Immobilienverwaltung der Stadt Dresden, hat auf Nachfrage erklärt, dass es sich bei dem Kunstwerk von Anfang an um eine temporäre Installation im Rahmen der Street Art Events vom 3. bis 6 August gehandelt hat. Die Kosten für die Reinigung wurden den Künstler bzw. durch den Scheune e.V. getragen, daher stand eine Reinigung der umstehenden Bänke nicht zur Debatte. Generell ist die Bewirtschaftung des Scheune-Vorplatzes immer noch ungeklärt. Der Scheune-Verein sieht sich zu den von der Stadt gewünschten Konditionen dazu nicht in der Lage.

  20. nepumuk
    30. August 2016 at 18:24

    Freilich ließe sich daraus ein Happening machen, aber eher im Sinne eines „Worrying“. Der damit erreichte Wirkungskreis ist leider und zwangsläufig sehr überschaubar, wenn nicht vernachlässigbar. Da sehen dann paar zufällig Anwesende oder Ertappte die kleine Show, zudem angeheitert bis verklärend, doch schon Minuten/Stunden später, ja erst tagsdrauf und so weiter, oje, ist der Rajon erneut von quasi Nichtinformierten besudelt. Auch durch lokalmediale Berichterstattung wäre eine nur geringe Breitenwirkung anzunehmen – jedoch lediglich konsultativ und entertainend rezipiert, und nur im erreichten Leser- und Userkreis.
    Aber ok, man sollte was tun. Ohne mich der Verbindlichkeit entledigen zu wollen, sehe ich personell wie orga-mäßig professionellere Umsetzung durch z.B. den Scheuneverein (zumal im Zuge der Wildpiss-Debatte) oder gerne auch durch die Abteilung Ordnung & Sauberkeit mit unserem Neustadthäuptling in schauspielerischer Hauptrolle. Hierzu biete ich flankierende Unterstützung an.
    Hauptanliegen meinerseits war aber, wenigstens dem lesefähigen Dunstkreis dieses Nachrichten-Tickers den müllproduzierenden Opferstatus der Delinquenten einzuflüstern, auf dessen mutmaßlich-wahrscheinliche Ursache sowie erste Lösungsansätze hinzuweisen. Raus aus dem Pseudo-Coolnis-Behaviorismus, rein in dreckvermeidendes Selbstvertrauen. Der naturbedingten Wirrnis der Jugend (sowie dort verbliebener Älterer) aus dem falschen Geiste einer als „cool“ konnotierten Kulturverödung ist ein unverzerrt-undogmatischer Coolnisbegriff entgegenzuschleudern, welcher die tatsächliche Opferrolle aufzeigt und die müllpsychologische Gleichschaltung einer sich stetig weiter zumüllenden Partymeute zerlegt. Des letzten Königs Abdankung „Macht doch eiern Dregg alleene“ heißt somit auf heute gemünzt: Räumt gefälligst eiern Schei.. selbst weg! Oder: Wer im Dreck sitzt, sollte nicht (auch noch) mit Bierflascherl werfen. Partylaune als Funktion der Müllmenge wäre auch dem Geenich fremd gewesen. Am Hof hatte man noch Sitten. Nu genau, so wars! Und so sonnig könnts auch widdor sin. Hust.

  21. Franzl Lang
    30. August 2016 at 19:35

    @nepumuk:

    Nudging (aka Fliege im Pissoir) heißt das Zauberwort! Ein auf Einwurf reagierender (durch Blinken oder Abspielen einer Melodei) Mülleimer würde das Wegwerfen zum Erlebnis machen!

  22. Karsten
    30. August 2016 at 21:06

    Gute Idee, das mit dem Happening.

    So ich mich recht erinnere, gab’s doch vor Jahresfrist ein paar fleißige Neustädter, die allmontäglich in des Straßenkehrers Kluft durch die Stadt wuselten und im Rhythmus einer besorgten Marschbläserband durch die Luft kehrten. Könnten diese nicht das Anliegen unterstützen?
    Würde dann noch unser allseits beliebtes Parteiprintorgan wieder wohlwollend berichten, könnte unsere geliebte Stadt schnell von der neuen Kunde erfahren.
    Falls es noch gewollt wäre, erkläre ich mich hiermit bereit, der berühmten Forschergruppe eine Tüte Erbsen zu sponsoren, damit sie all die fleißigen Bienchen fehlerfrei zählforschen und in die Welt zwitschern kann.

    Ja, so könnt’s was werden…

  23. Marcel Proust
    30. August 2016 at 21:27

    „Generell ist die Bewirtschaftung des Scheune-Vorplatzes immer noch ungeklärt.“

    Bei so einer fundamentalen Weichenstellung sollte man die Entscheidung nicht überstürzen und sorgfältig alle Varianten abwägen.

  24. falky
    31. August 2016 at 22:53

    Die Stadtreinigung ist hier jeden verdammten Tag präsent, insbesondere am doch etwas müllintensiveren Wochenende nicht zu übersehen. Gewiss kann man sich über das Verhalten von Leuten ärgern, aber wer nen paar runtergefallenen Flaschen hier ein Müllproblem zusammenphantasiert, hat in meinen Augen nicht mehr alle Tassen im Schrank…

  25. _
    6. September 2016 at 13:55

    Anscheinend hast du zu viel Kohle im Schrank.

    Die Stadtreinigung ist ja nicht für umme TÄGLICH hier hier.
    Weil hier derart viel Müll produziert wird fallen die meisten Strassen hier in der Gebührenordnung in die Kategorie F1W7 oder gar F3W7. Gegenüber einer Strasse, in der nur 1 mal die Woche gekehrt wird, macht das 28 bzw. 31 € pro Jahr und Meter mehr. Udn da müssen alle die hier wohnen mittragen.

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