Schmier-Anschlag auf Saloppe

Die historische Sandsteinwand wurde beschmiert.
Die historische Sandsteinwand wurde beschmiert.
In der Nacht haben Unbekannte, die sich selbst als Superzicken bezeichnen, einen Farb- und Klebe-Anschlag auf den Eingang der Sommerwirtschaft Saloppe verübt. In einer Bekenner-E-Mail verwiesen sie auf einen antisexistischen Hintergrund.

Aus dem Bekennerschreiben geht hervor, dass die Schlampe den Hirsch getötet habe. Der Hirsch ist seit Jahren das Wappentier der Saloppe. Die Superzicken sind nun der Meinung, dass dieser Hirsch „sich in ekliger Macho-Pose, lüstern aus den Nüstern schnaubend, kaum noch zu bremsen, einen Schlüpper zwischen dem Geweih, mit der Drohung ‚Du willst es doch auch!‘ an die Betrachterinnen wendete.“ Weiter heißt es: „Dass sich die Residenz des Hirsches auch noch den Namen Der Schlampe angeeignet hatte, finden wir mehr als dreist.“

Eingangsschilder wurden beschmiert.
Eingangsschilder wurden beschmiert.
Offenbar haben sich die nächtlichen Schmierer von einer naheliegenden französischen Übersetzung verleiten lassen, die jedoch historisch in die Irre führt. Zwar ist eine der Bedeutungen des französischen Wortes „Salope“ auch Schlampe, aber dies hat mit dem Namen der Sommerwirtschaft nichts zu tun.

Denn der lässt sich auf die ursprüngliche Bebauung im frühen 19. Jahrhundert zurückführen, als es an dieser Stelle einen Kosakenfeldposten gab, der unter dem Namen Wutki Chalupka (deutsch Schnapsbude) bzw. Schaluppe oder fälschlich Saluppe (deutsch Bretterhütte) bekannt war. Daraus hatte sich die heutige Bezeichnung Saloppe entwickelt.

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Die Betreiber der Saloppe sind sauer, haben die Polizei informiert, die heute den Tatort untersuchen wird. Die Sommerwirtschaft an der Brockhausstraße gibt es jetzt seit rund zwei Jahrzehnten mit dem schlüpfrigen Hirsch, der übrigens vom Neustädter Siebdrucker Lars P. Krause gezeichnet wurde. Es ist das erste Mal, so der Saloppe-Betreiber, dass jemand auf die Idee kommt, da einen sexistischen Hintergrund zu vermuten.

Saloppe-Geschichte

Mehr zur Geschichte der Saloppe unter www.saloppe.de, heute Abend wird übrigens im Nachtgarten mit DJ Noxe wieder After-Work-Party gefeiert.

Einen ähnlichen antisexistischen Farbanschlag gab es unlängst auf den Brunnen am Albertplatz (Neustadt-Geflüster vom März 2016), da wollten die Schmierer auf ein unaufgeklärtes Sexualdelikt hinweisen.

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25 Kommentare zu “Schmier-Anschlag auf Saloppe

  1. Ich persönlich würde sagen, antisexistisch gibt es gar nicht, das nennt sich dann wohl eher feministisch.
    Aber dumme Menschen gibt es viele, das fängt, wie man sieht, bei der Rechtschreibung an, wenn man ein p nicht von zwei (pp) unterscheiden kann.

  2. Ok, über die gewählten Mittel kann man lange streiten. Aber ich finde es wichtig, dass zur Sprache gebracht wird, wofür der Hirsch als Markenzeichen stehen könnte. Der Schlüpfer zwischen den Geweihen in Kombination mit der offensichtlich aggresiven Inszenierung des Hirsches ist imho definitiv diskussionswürdig. Um in der Bildsprache zu bleiben: Als Hirschkuh würde ich auf einer Party mit solchen männlichen Zeitgenossen mich im bestenfall nur unwohl fühlen – im schlimmsten hätte ich Angst um mein Recht zur körperlichen Selbstbestimmung.

  3. Wirklich eine ganz traurige Nummer!
    Zum einen ist es natürlich erfreulich in so einer übersättigten Gesellschaft zu leben, in der diese armen fehlgeleiteten Mädchen nicht mit anderen, wirklichen Problemen geschlagen sind, andererseits…würde ich alles beschmieren, was mir vielleicht nicht unbedingt gefällt, glänzte und funkelte die Neustadt silbern.

    Meine Missachtung!

  4. Hö Hö Hö!
    Gegen männlichen Sexismus kämpfen und dazu pinke Farbe verwenden. ein echt guter Witz!
    Pinkstinks rulz!

  5. …die Farbe Pink erinnert mich an die Muttis mit pinkfarbenen Oberteil in der Straßenbahn, das Kind quengelt im Kinderwaagen und Mutti tippt fleißig auf ihrem Handy rum…da kann man(n) den Mund schon mal aufmachen.

    Wenn das Wort Schlüpfer fällt erinnert mich das an einen alten Arbeitskollegen, er hatte in seiner Abseitsjackenbrustasche immer einen gebrauchten Schlüpfer seiner Frau dabei und roch ab und zu während der Arbeit daran. Das würde ihm Kraft geben…weiteres zu berichten wäre zu hart …

    Tja, mit den Schmierereien, da hilft nur Abwaschen „Spuren verwischen“ wird dies auch genannt, und den Berichterstattern zu sagen, den Fall nicht zu sehr an die große Glocke zu hängen. Dann erkennt wohl möglicherweise der Verursacher die Sinnlosigkeit seiner Tat.

    Allerdings hat die Schmiererei die Neustadt zu vielen bunten schönen Bildern verholfen. Was durchaus einen positiven Effekt hat.

    Jedoch in diesem Fall erkenne ich nur Hass, Neid, Unzufriedenheit mit sich selbst, Langeweile und vor allen Dingen keine wirklichen Inhalte im Leben für ein Miteinander.

    Um noch einen drauf zu setzen, in einigen Teilen Niedersachsen wird der Mann von Frauen als hirschend bezeichnet, wenn er gut aussieht.

    Es müssen schon ganz schön BBB Frauen gewesen sein die da wohl am Werke wahren.

  6. D#accord. Und dann noch das unsägliche „Du willst es doch auch.“ Gäbe es Statistiken über Sätze die während sexueller Belästigung fallen, dieser Satz wäre sicher in den Top 3.

  7. Was wir hier sehen ist schlicht Sachbeschädigung und die Beseitigung wird teuer. Wie dumm ist das denn!!!
    Eine Diskussion lässt sich auch anders in Gang bringen. Überflüssig ist das nicht und eröffnet offensichtlich nicht nur den Betreibern eine ganz neue Sichtweise.
    So allerdings spielt ihr Montagsmaler solchen wie dem ewigen Stenz, der offenbar überdies gute Gründe zu haben scheint, der Neustadt alsbald den Rücken zu kehren, doch nur in die Hände.

  8. Ach, dort ist sowas „Geschmiere“ und kein „Streetart“? Die ganze Neustadt ist mit Graffitigeschmiere zugepflastert, da interessiert es doch auch keinen.

  9. Das sexistische Antlitz der Location ist mir auch schon aufgefallen. Find ich nicht in Ordnung. Hinweise an die Betreibenden wären aber das erste Mittel der Wahl gewesen. Es gleich so zu beschmieren erscheint mir kontraproduktiv, denn so überwiegt beim Otto Normalbürger die Wut über die „sinnlose“ Sachbeschädigung und es fällt leicht, die TäterInnen zu verurteilen ohne sich dem Thema zu widmen. Andererseits, ohne drastische Taten wird die Problematik wiederum schnell mit Worten wie hier von der ewige Stenz abgewiegelt, ohne große Aufmerksamkeit.

    Hoffentlich nimmt sich die Saloppe die Kritik dennoch zu Herzen, ändert etwas um nicht nur „die Spuren zu verwischen“.

  10. Meiner Auffassung nach, ist der Hirsch vom Jäger verfolgt aus dem Wald in ein nahe gelegenes kleines Örtchen gerannt, und verfing sich da in Rosas Wäscheleine! Dabei zertrampelte der vom Leben Überzeugte die frisch gewaschene Wäsche und blieb leider in Rosas Schlüpfer hängen. Der Slogan „du willst es doch auch“ bezieht sich auf den Überlebenswillen des Hirsches! Jede möchte doch Freiheit! Und in Ruhe durch den Wald spazieren, ohne vom Jäger gejagt zu werden!

  11. Leichtes Offtopic: Am Bischofsplatz wurden die ersten Bilder auch schon von einigen Idioten überschmiert und heute morgen waren Bahnmitarbeiter mal wieder mit weißer Farbe am Überpinseln.

  12. Erinnert mich an mein Lieblingsgraffitti aus alten Tagen auf der Louise: “ Armut und Arbeitslosigkeit treiben Frauen in Heirat und Prostitution“

  13. Ja, mit weißer Farbe und die übermalten Graffiti scheinen leicht durch und im Treppenaufgang wurde ein Bild von Schmierfinken schwarz übersprayt.

  14. @ Ingo: (a.k.a. Karsten?)

    Der Dreisatz des Saloppachos von Nikäa sagt:
    D# = Dis; D#accord = Disaccord; Dissacord = Widerspruch

    Google ist für unmusikalische Weichbirnen.

  15. Oha. Endlich. Die deutsche Form des Stierkampfes, … nice … würde ich sagen, wenn ich 17 und männlich wäre. Ansonsten ist gegen da rutsch mir der Schlüpper, doch nix zu sagen und umschreibt auf selbstgefällig lustige Art, die Selbstverständlichkeit sexuell zu sein. Das mit dem Hirsch paßt nicht ganz zur Gegend und ist doch bei dem überstrapaziertem Thema schon wieder erfrischend neben der Spur. Freilich ist Freiwild weit weg vom freien Willen, um den es wohl letztendlich geht. Schlampen, Flittchen, entgleiste Katholikinnen vereinigt euch. Möchte man rufen, das Ende naht ;)

  16. Hallo Torsten, hier bin ich, Karsten. Ich kenne weder ingo noch Ingo.
    Liebe paranoide Grüße von hier, ich.

  17. @Torsten Für dich zur auflösung, da ich meinen Post nicht mit einem virtuellen Einleitungsakkord begonnen habe, war wohl d’accord gemeint, wir sind ja schliesslich bei verfassen von Kommentaren.

  18. Hallo ingo, „Für dich zur auflösung,…“ – d‘ als Auflösung von D#??? Das kannst Du hier nicht bringen, zu Freejazz…

    Karsten, äh… ich meinte einen anderen Karsten, mhja…

  19. Ich finde das Geschehene wird hier noch viel zu sehr verharmlost.
    Ich würde Sprühdosen als chemische Massenvernichtungswaffen bezeichnen und von einem Terroranschlag historischen Ausmaßes sprechen. Dass noch kein Gefahrengebiet angeordnet und die Bundeswehr hinzugezogen wurde, ist unverantwortlich!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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