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Die Sterne im Konzert

Vom Ende einer Republik

BRN-Flagge
BRN-Flagge
Heiß schla­gen mir die Flam­men ins Gesicht, ver­sen­gen ein paar Haare. Der Gestank von bren­nen­den Plas­tik steigt mir in die Nase. Hek­tisch reiße ich die Holz­pa­lette von den Müll­ton­nen weg, ein paar Nach­barn haben Mut gefasst und eilen mit Was­ser­ei­mern her­bei. In weni­gen Sekun­den ist das Feuer erstickt.

Diese Idio­ten, die machen unser Fest kaputt. Ich bin stock­sauer und würde mir am liebs­ten den einen oder ande­ren der Radau­brü­der mal rich­tig zur Brust neh­men. Doch Sekun­den spä­ter muss ich die Beine in die Hand neh­men, um nicht von der anrü­cken­den Poli­zei über­rannt zu wer­den. Denen fällt es offen­sicht­lich schwer, zwi­schen Gut und Böse zu unter­schei­den. Wie sol­len sie auch, die Neu­stadt wim­melt noch von Men­schen. Die Bunte Repu­blik Neu­stadt ist am Aus­klin­gen. Tau­sende tum­meln sich auf den Straße, tan­zen zur Musik, drän­gen sich an Döner- und Bratwurstständen.

Sicher­lich, diese BRN hatte so ihre Macken, oft­mals war die Musik ein­fach viel zu laut, in der Loui­sen­straße kämpf­ten ver­schie­den Stil­rich­tun­gen gegen­ein­an­der. Auch der Dreck war in die­sem Jahr immens. Plas­tik­be­cher und zer­schla­gene Fla­schen bestimm­ten das Bild. Doch die Gesich­ter waren fröh­lich und müde. Klare Zei­chen für durch­fei­erte Nächte. Die Neu­stadt zeigte sich bunt: bemalte Kin­der­ge­sich­ter, flat­ternde Tücher, wilde Haare, eskor­tierte Ober­bür­ger­meis­ter­kan­di­da­ten. Kurzum, ein gelun­ge­nes Stadtteilfest.

Und nun das: Auf der einen Seite ein paar Ran­da­lie­rer, die jeder­zeit in der bun­ten Menge unter­tau­chen kön­nen, auf der ande­ren Seite ein Heer von Poli­zis­ten. Und dazwi­schen, cou­ra­gierte Anwoh­ner. Einige löschen mit Eimern in der Hand, andere räu­men Trüm­mer bei­seite. Drei junge Män­ner kann ich dabei beob­ach­ten, wie sie die her­aus­ge­bro­che­nen Pflas­ter­steine zusam­men­tra­gen und sich deut­lich davor stel­len, ihre Geste ist klar: Keine Gewalt.

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Auch die Orga­ni­sa­to­ren vom BRN e.V. stür­zen sich wage­mu­tig ins Gesche­hen, ver­su­chen mit den Gewalt­tä­tern zu reden, doch mit ver­nünf­ti­gen Argu­men­ten kommt man hier nicht weit. Auch auf der ande­ren Seite eska­liert die Gewalt. Poli­zis­ten schla­gen bru­tal zu und tref­fen dabei nicht nur Ran­da­lie­rer. Über­haupt wirkt die gesamte Stra­te­gie am Sonn­tag Abend sehr kon­fus. Erst trei­ben die Ein­satz­kräfte die Stei­ne­wer­fer in das Zen­trum des Fes­tes, um sie dann wie­der mit viel Mühe hinauszudrängen.

Wenn es jemals wie­der eine Bunte Repu­blik geben sollte, muss sich eine ganze Menge ändern, ich erin­nere an das Motto der ers­ten BRN: „Der Bür­ger der Bun­ten Repu­blik Neu­stadt ver­pflich­tet sich, hier und im Umkreis von 40.000 Kilo­me­tern keine Gewalt auszuüben.“

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