Sudanesische Leckerei

Köfte-Teller mit reichlich Salat und Dips
Köfte-Teller mit reichlich Salat und Dips
Seit einer Woche hat der neue sudanesische Imbiss auf der Louisenstraße geöffnet: „Ibras“. Das kleine Lädchen zwischen italienischem Restaurant und Reisebuchladen sieht noch ein bisschen unfertig aus. Tische und Stühle stehen zwar schon rum, auch eine Glasvitrine ist da, aber die Wände sind noch karg und kalt ist es auch.

Ich habe mich mit einem Kollegen verabredet. Das Bistro ist fast leer. Drei Gäste sind da und bestellen gerade. Nach einer kurzen und freundlichen Verständigung mit dem Herrn hinter der Vitrine, er scheint Koch und Kellner in einem zu sein, setzen wir uns und warten. Gut, dass wir einiges zu schnattern haben, nach etwa 20 Minuten hat der kellnernde Koch die Gerichte für die drei Gäste fertig und nimmt unsere Bestellungen auf. Ich ordere einen Köfte-Teller und eine Tee, der Kollege entscheidet sich für den Grill-Mix-Teller und dann warten wir wieder. In der Zwischenzeit trudeln weitere Gäste ein, dem Kellner-Koch stehen inzwischen trotz Kälte ein paar Schweißperlen auf der Stirn. Er legt und sortiert und dekoriert, unsere Getränke haben wir gleich bekommen, und nach weiteren 20 Minuten steht er mit zwei großen Tellern am Tisch. Das sieht lecker aus.

Viel Salat, dazwischen die Köfte, das sind Rindfleisch-Bouletten in Rollenform und ein paar fritierte Kartoffelstückchen. Rundherum sind verschiedene Dips platziert, einer mit Joghurt, einer aus Auberginen und Bulgur. Das ist ein Hartweizengries, der mit Olivenscheiben vermischt ist. Das ganze sieht sehr gut und auch reichlich aus. Ich schnappe mir eine Hackfleisch-Rolle und dippe. Joghurt-Dip – lecker. Auberginenpaste – auch lecker, obwohl ich sonst dieses Gemüse nicht so sehr mag. Der Salat ist recht frisch, beim Bulgur wird es fitzelich, da ich versuche die Olivenscheiben herauszufischen. Selber schuld.

Der Teller ist fast leer und ich bin gut satt ohne Völlegefühl. Nun sitzen wir schon über eine Stunde hier. Fastfood ist anderswo, auch wenn das Ambiente so aussieht. Als ich bezahle, frage ich nach. Ja, sie sind ein Ableger des „Ibras“ aus Erfurt und eigentlich sind sie hier zu dritt. Da aber die ersten Tage so wenige Leute kamen, stehe er heute allein hier.

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  • Fazit: Nun, wenn es mit dem Service besser wird, die Wände noch ein paar schmucke Bilder bekommen und die Raumtemperatur jackenfreies Sitzen erlaubt, könnte der Laden funktionieren. Geschmacklich hab ich jedenfalls nichts auszusetzen und die Preise (Köfte-Teller: 6,90 Euro) sind auch in Ordnung. Das Köfte-Sandwich gibt es schon für 4,50 Euro.
  • „Ibras“, Louisenstraße 36, 01099 Dresden, täglich 11 bis 22 Uhr

15 Kommentare zu “Sudanesische Leckerei

  1. Ja. Zum Beispiel der Vegan Teller mit Auberginenpaste, Hummus, Reis, Gemüse, gefüllte Paprika, Weinblätter, Falafel, Zucchini-Scheiben, Kartoffelscheiben, Bulgur und Salat.

  2. Gut angerichtet, sieht das aber nicht aus (oder das Foto aus der falschen Perspektive) – ich bin jedenfalls satt vom hinsehen.

  3. Danke für diesen Beitrag und die Antwort nach vegetarischen Gerichten. Ich werde es auf jeden Fall austesten. Schönen Sonntag euch allen.

  4. Was genau macht eigentlich sudanesische Küche aus? Mir kommen Köfte, Falaffel…gefüllte Weinblätter seeeeeeeeeehr bekannt vor, es fällt mir nur grad nicht ein woher. ;)

  5. Anton, na wenn dich schon Humus auf der Karte nicht stört, siehts aber echt schlimm aus mit deinem Geschmack.

    Alraune,mit kleingärtnerischem Gruß

  6. Hm. Irgendwie klingt das alles aber eher türkisch, statt sudanesisch. Bulgur? Ich weiß nicht, ob man dieses typisch türkisch-arabische Speise im Sudan kennt. Und Köfte? Darunter versteht der Türke glaube ich Fleischbällchen.

  7. ich habe den eindruck, seitdem die polizeiwache aus der neustadt verschwand, bekamen wir eine neue wächterriege: die NG-rechtschreibpolizei.
    zumindest fällt sie durch stärkere präsenz auf als das original. dabei handelt es sich um wohl makellos-fehlerfreie vollzeitautomaten, was mit der zugehörigkeit zum mesch-sein nicht vereinbar wäre.
    also ich hab auch gegen humus, huhn-mus oder uhus pups nichts einzuwenden – solangs vergetarisch bleibt, ok.

  8. @Jane: Zumindest klingt es alles nicht besonders sudanesisch, es gibt kein Ful, und auch Karkadeh (Malventee) wird nicht gereicht. Aber das gegrillte Tilapiafilet klingt schon nach sudanesischer Küche und Köfte sind ja sehr weit verbreitet, obwohl man sie im Sudan wahrscheinlich eher Kufta nennen würde.

  9. Ich habe selbst schon in Assuan (Grenze Ägypten – Sudan) Köfte gegessen, die auch genau so hießen. War lecker. Etwas längliche Fleischbällchen im Fladenbrot. Bulgur hab ich da allerdings nirgens gesehen. Ist aber wahrscheinlich ein Ersatz für Hirse-Gerichte, die hier nur schwer zu bekommen sind.

  10. Naja. Was will man machen als türkischer oder arabischer Mitbürger in der Neustadt, wo es doch schon an jeder Ecke gefühlt fünf Dönerläden gibt? Man muss halt erfinderisch sein ;-)
    Manchmal frage ich mich aber schon, warum die mehrheitlich ihr Heil in der Gastronomie suchen. Ein bisschen mehr Selbstbewusstsein und Glauben an die eigenen Fähigkeiten wäre vielleicht ganz gut.

  11. abrazzo: Von einem sudanesischen Restaurant würde ich mindestens erwarten, dass es nicht nur das gibt, was es auch beim Döner gibt, sondern vielleicht auch ein paar sudanesische Spezialitäten. Die gibt’s dort aber anscheinend nicht. „Ful“ gehörte da auf jeden Fall mit auf die Karte.
    Dass man in Ägypten Köfte kennt, mag daran liegen, dass man dort arabisch spricht und von der orientalischen Kultur beeinflusst ist. Das ist im Sudan aber ganz anders. Es gibt dort zwar den Islam, aber es gibt dort keine arabische Kultur.

  12. Witzig, Ibras gibt´s auch in Erfurt. Hat dort die gleiche Speisekarte. Keine Ahnung, wie das zusammenhängt, aber in Erfurt der ist super und ich hab´s mir immer für Dresden gewünscht. Der Vegan-Teller ist sehr zu empfehlen.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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