Dresden hat gewählt

in der Wahlkabine
in der Wahlkabine
So, die Wahllokale haben geschlossen. Und eine Nachricht gibt es schon mal. Die Wahlbeteiligung war etwas höher als vor fünf Jahren.

Sie betrug um 17.45 Uhr: 54,3 Prozent. Zum Vergleich: 2009 lag sie bei 49 Prozent.

Zwar wurde nur die Wahlbeteiligung zur Europawahl erfasst, aber es ist wohl anzunehmen, dass die Anzahl der Kreuzsetzer für die gelben Zettel in ähnlicher Höhe liegen. Genaue Zahlen dazu gibt es erst, wenn alle Stimmen ausgezählt sind.

Die Europawahl ist übrigens auch daran schuld, dass es die Kommunalwahlergebnisse erst ab ca. 22 Uhr gibt. Die werden dann hier ergänzt und sind auch auf wahlen.dresden.de nachzulesen.


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das vorläufige Endergebnis
das vorläufige Endergebnis

Das bedeutet, dass es im neuen Stadtrat andere Mehrheiten geben wird. Voraussichtlich werden sich die 70 Plätze so aufteilen: CDU 21, LINKE 15, GRÜNE 11, SPD 9, FDP 3, Bürger 2, NPD 2, AfD 5, Piraten 2. Damit könnte es eine rot-rot-grün-orange Mehrheit geben, die z.B. den Ausbau der Königsbrücker Straße kippen könnte. In der Neustadt konnten sich die Grünen als stärkste Kraft behaupten und erreichten wieder deutlich mehr als 30 Prozent.

Auch die Wahlbezirke zur Europawahl sind inzwischen ausgezählt. Die Ergebnisse gibt es ebenfalls unter wahlen.dresden.de.

Eine schöne interaktive Karte zu den Ergebnissen hat Jochen Lenz angelegt. Unter: http://teezeit.bplaced.net/stadtrat/

29 Kommentare zu “Dresden hat gewählt

  1. da bin ich ja mal sehr gespannt- auf das Wahlergebnis für den Stadtrat.

    — die Partei hat eben noch im Alaunpark eine große Gruppe sitzen. Grill-und Parteirunde……………

  2. Der erste Wahlbezirk in der Neustadt ist ausgezählt:

    CDU 24,5 % 254
    DIE LINKE 22,0 % 228
    GRÜNE 24,8 % 257
    SPD 8,3 % 86
    FDP 4,9 % 51
    Bündnis Freie Bürger 1,2 % 12
    NPD 2,9 % 30
    AfD 5,2 % 54
    Die PARTEI 1,4 % 15
    PIRATEN 4,8 % 50

  3. Hat jemand die Aufschlüsselung nach Wahlbezirken gefunden? Ich sehe nur Wahlkreise. Und gibt es irgendeine Seite, bei der man auf einen Blick die aktuellen Werte mit der letzten Stadtratswahl vergleichen kann?

  4. Nach der Auszählung von fünf Wahlbezirken sieht’s so in der Neustadt aus:

    CDU 16,8 % 1.063
    DIE LINKE 21,5 % 1.359
    GRÜNE 29,1 % 1.834
    SPD 11,4 % 720
    FDP 3,9 % 248
    Bündnis Freie Bürger 2,0 % 128
    NPD 1,3 % 80
    AfD 3,2 % 204
    Die PARTEI 4,0 % 251
    PIRATEN 6,7 % 424

  5. da hat sich insgesamt (gesamter Stadtrat) nach Mitternacht noch Einiges getan.
    Bis Mitternacht hatte die FDP ja noch glatte 5,0%, die CDU hatte auch weniger Stimmen.

  6. habe gerade gesehen-ich war auf einer alten /nicht aktualisierten Seite- also das vorher Geschriebene streichen. der Link oben – der Unterste ist nicht richtig- wo ich nachgesehen habe. ;-)

  7. Bleibt aber zu konstatieren, das mit AfD, NPD und Linke zusammen (über 30%) rund ein Drittel der Wähler in Dresden nach wie vor mit der Demokratie hadert. Und das im dritten Jahrzehnt nach der Wiedervereinigung. Traurig sowas!

  8. Ist doch insgesammt ein schönes Ergebnis. Besonders freue ich mich, daß Lichdi es geschafft hat einen Platz zu kriegen. Er war ja aus der Landtagsfraktion ausgeschieden, weil die nach schwarz-grün tendieren. Hoffentlich überlegt sich die Grünen-Fraktion das jetzt noch einmal.
    @wolle: die Linken mit der NPD gleichzusetzen finde ich schon ziemlich unverschämt. Nicht das ich mit den alten pds-Betonköpfen einer Meinung bin, aber da besteht doch wohl ein himmelweiter Unterschied. Auch der AfD ist ja nicht gegen Demokratie sondern eher ein verzweifelter Versuch der FDP neues Klientel einzuwerben.

  9. @paul:

    Was bitte soll daran so unverschämt sein? Wenn Linke-Abgeordnete davon sprechen das „System“ (damit ist unsere Demokratie gemeint) überwinden/beseitigen zu wollen ist das der gleiche Duktus, wie bei der NPD. Wenn dann noch von Kandidaten der Linken die Stasi gerechtfertigt wird und ähnliches, wird sehr deutlich, das EIN TEIL der Linken bzw ihrer Wählerschaft klar antidemokratisch eingestellt ist.

  10. @Wolle ..das ist doch nicht Dein Ernst, was Du hier ablässt..setzt Du AfD, NPD und LINKE in ein Boot?? ..kaum zu fassen!!

  11. Da hoffe ich mal, dass der irre Ausbau der Königsbrücker schnellstens verworfen und eine verträgliche und angemessene Variante beschlossen wird. Das ist für mich der erste Glaubwürdigkeitstest des neuen Stadtrates in dieser Besetzung!

  12. @Faltarina
    Dann gehören die Piraten aber ebenfalls nicht zum demokratischen Spektrum. Immerhin stellt sich z.B. der Fraktionsvorsitzende im Berliner Abgeordnetenhaus hin, und bezeichnet die Demokratie öffentlich als Brückentechnologie. Ohne ernsthafte innerparteiliche Konsequenzen. Die es übrigens genauso wenig, für die Oben-Ohne-Bomber-Aktion von Anne Helm im Februar in Dresden, gab. Aber immerhin, die EU-Liste der Piraten hat dafür jetzt die Quittung bekommen. Man darf jedoch bezweifeln, dass entsprechende Lehren draus gezogen werden.

  13. @Faltarina:
    Was bittescjhön hat das System denn mit Demokratie zu tun? Volksherrschaft? Da lachen doch die Hühner! Davon abgesehen geht es den Linken, die davon reden (sind ja nun auch nicht viele, der Rest ist ganz sozialdemokratisch im System angekommen) doch wohl eher um’s Wirtschaftssystem. Und dieses abzuschaffen steht in keinem Widerspruch zu Demokratie allgemein und auch nicht zum Grundgesetz. Dort ist nämlich mitnichten die kapitalistische Wirtschaftsweise festgeschrieben!
    Stasi rechtfertigen ist sicher bekloppt, aber wie demokratisch legitimiert idt der Verfassungsschutz, wieviele Abgeordnete von CDUSPDGRÜN… rechtfertigen dessen Existenz? Wieviele Abgeordnete äußern sonsigen bullshit, welche Schlussfolgerungen lassen sich daraus über die Verfasstheit der jeweiligen Partei ziehen?
    Davon ab: Schon viel zu lange, hab‘ ich „Demokratie“.
    ;)

  14. @Seldon:
    Ist Dein Kommentar als Reaktion auf mein Posting ernst gemeint? Oder als satirischer Beitrag?

    Falls ersteres, sag ich nur:
    Quod erat demonstrandum…

    :-)

  15. @Seldon
    Danke für dieses tolle Lied

    Wer hier nun wie „demokratisch“ etc. ist oder nicht sei dahin gestellt … Aber anhand dieser Tatsache nun mal wieder „Rechts und Links“ in einen Topf zu werfen ist einfach nur platt.
    Aber schön dass wir wieder bei der HufeisenTheorie angekommen sind …

  16. Hallo Faltarina, was genau siehst Du denn durch meinen Beitrag als bewiesen an? Was hast Du im Einzelnen zu bemängeln oder evtl. auch nicht verstanden? Für wie demokratisch hälst Du das aktuelle System? Ist Deiner Meinung nach das kapitalistische Wirtschaftssystem besonders demokratisch? Ist dessen Abschaffung undemokratisch? Mit dem GG nicht vereinbar? Sorry, versteh‘ Deine Replik nicht ganz…

  17. @Seldon:

    JA, natürlich hielte ich die Abschaffung unserer demokratischen Grundordnung für undemokratisch – ist ja wohl ne Tautologie. Im Übrigen ging es nicht um „besonders demokratisch“,- das wir in einer Demokratie leben stellen denkende Menschen aber normalerweise nicht in Frage. Gegenfrage: Welches Land verfügt denn Deiner Meinung nach über so ein „besonders demokratisches“ System? Du scheinst ja irgendwas als Beispiel im Blick zu haben, da bin ich jetzt echt neugierig.

  18. wer in schubladen, farben oder blöcken denkt, übernimmt unkritisch die vorgekaute medien- und establishment-meinung. de facto gibts kein links-mitte-rechts, es ist allein für schlichte gemüter zum vereinfachten handling da, auch um nicht ständig begriffe lang erklären zu müssen.

    in der tat haben wir im osten eher zwei sozdem-parteien, die linke gibt sich moderat und lokal lösungs- und kompromissorientiert, schleppt puffernd ihre gekränkten hardliner noch fürsorglich bis zur biologischen lösung. real ist man im demokratischen suppenkopf angekommen.

    sachsens staatspartei hingegen zelebriert gern das hinterzimmer und diverse innenzwänge, ist also eher monarchisch als demokratisch. sachsen ist mit dem ländle vergleichbar, dem nach 6 jahrzehnten CDU dann der (grünrote) hut platzt, aber das ist bei uns noch ein ddr-leben hin.

  19. wer die Kommunisten gewählt hat leidet offensichtlich an ALZHEIMER bezüglich 40 Jahre der Diktatur.

    Ali

  20. Die 500 NPD-Wähler sind eine Schande für Dresden und erst recht für die Neustadt. Die Adressen sind bekannt…?

    Mal im Ernst, wie schaffen die es, sich in der Neustadt wohlzufühlen?

  21. Hallo Faltariana,
    Gesellschaftsordnung und Wirtschaftssytem sind nicht dasselbe! Ich kann kapitalistisch wirtschaften in halbwegs demokratischen Staaten und auch in diktatorischen oder in Monarchien. Das es in „der Wirtschaft“ sehr demokratisch zugeht, wirst Du mir nicht erzählen wollen: Nicht das Volk, die Angestellten, nicht mal ein größerer Anteil davon bestimmt über das Wie, Was, Wann der Produktion, wählt seine Chefs, Manager, Abteilungsleiter…Hier gibt es in der Tat Alternativen: bspw. Genossenschaften.
    Was die „Freiheitlich demokratische Grundordnung“ angeht, kann man sich sicher trefflich streiten, wie demokratisch im Wortsinn diese Gesellschaft verfasst ist. Ja, wir können alle vier Jahre wählen gehen, es gibt eingeschränkte Möglichkeiten direkter Einflußnahme über Volksentscheide usw. (nebenbei, wie gesagt, geht’s ja nicht um deren Abschaffung). Die Verfassung gibt selbst Enteignungen her usw. Aber am Ende ist der Einfluß der Bevölkerungsmehrheit doch arg eingeschränkt. Etwas größer ist er bspw. in der Schweiz, noch weitaus größer war er in der Pariser Kommune, in Spanien 36-39, ist er in verschiedenen indigenen Gesellschaften…Hierzulande jedenfalls bestimmt nicht das Volk über Militäreinsätze, Freihandelsabkommen oder Abgeordneten-Diäten!

  22. Nochmal @Faltarina:
    Ich fragte ja: „Ist Deiner Meinung nach das kapitalistische Wirtschaftssystem besonders demokratisch? Ist dessen Abschaffung undemokratisch? Mit dem GG nicht vereinbar?“
    Wirtschaftssystem!
    „Das Grundgesetz“, heißt es im Mitbestimmungs-Urteil des BVG vom 1. März 1979, enthalte „keine unmittelbare Festlegung und Gewährleistung einer bestimmten Wirtschaftsordnung“!
    Was sagt unser freies demokratisches Grundgesetz?
    Art. 15: „Grund und Boden, Naturschätze und Produktionsmittel können zum Zwecke der Vergesellschaftung durch ein Gesetz, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt, in Gemeineigentum oder in andere Formen der Gemeinwirtschaft überführt werden.“

    Und nun?

  23. @Seldon,

    das wird ne langweilige Diskussion mit Faltarina, du hast sie zwei Mal darüber aufgeklärt, dass das Wirtschaftssystem nichts mit unserer demokratischen Grundordnung zu tun hat und sie geht nicht darauf ein, sondern spricht wieder von der Abschaffung der Demokratie, als ob jemals ein prominenter Linker dies gefordert hätte. Ebenso die unbewiesene Behauptung und Pauschalisierung, dass „die Linken“ (genau die sind alle gleich.-)), die Stasi verteidigen. Solche Leute wollen zumeist nicht diskutieren, sondern nur ihre geliebte Meinung in die Welt hinausposaunen.

  24. @Faltariana
    Antidemokratisch? Schwachsinn, denn antikapitalistisch ist nicht gleich undemokratisch! Wenn hier jemand antidemokratisch ist, dann sind es all die Schwätzer die ihren Torso, unter vorschieben fadenscheiniger Begründungen, am Sonntag nicht an die Urne geschleppt haben. Auch wenn es einige Leute vielleicht verwundert, aber genau deshalb bin ich für die bundesweite Einführung einer Wahlpflicht, so wie es in anderen europäischen Demokratien schon gegeben ist. Wer nicht wählt, der begeht dann eine Ordnungswidrigkeit und ist mit 50 Euro dabei. Wer will, darf einmal ausrechnen, wie hoch da die anzunehmende Einahme diesmal wohl wäre! Noch ein kleiner Tipp, im GG steht nichts von Kapitalismus als eine Art Grundbedingung für dessen Gültigkeit. Nein, viel besser, da steht überhaupt kein Wort von einem vorgeschriebenen Wirtschaftssystem, nicht einmal etwas von „Sozialer Marktwirtschaft“.
    Leider gibt es bis heute aber auch keine Möglichkeit, sich der Stimme offiziell zu enthalten, und allen Bürgern sollte schon klar sein, dass die Politik sich gegen Wahlverweigerung abgesichert hat, dass wer seine Stimme ungültig macht, trotzdem die Parteien finanziert, denn seine Stimme ist bares Geld wert und wird unter den Parteien aufgeteilt. Auch ist die Höhe der Wahlbeteiligung eben nicht der legitimierende Faktor. Also, wer ist antidemokratisch?
    Wenn Du wüsstest, wie mühsam es oft ist in einem „linken“ Plenum verbindliche Beschlüsse zu fassen, dann würdest Du nicht solchen unqualifizierten Quatsch schreiben … pah antidemokratisch … dass ist fern jeder Realität!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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