Podiumdiskussion zur Hafencity

Freiraum Elbtal, Foto: W. Schenk/www.Menschen-in-Dresden.de
Freiraum Elbtal, Foto: W. Schenk/www.Menschen-in-Dresden.de
Die Bürgerinitiative „Elbraum für alle – stoppt Hafencity“ hat Politiker verschiedener Parteien zur Podiumsdiskussion eingeladen. Sie will wissen: „Wie geht’s weiter rund um den Neustädter Hafen“.

Eingeladen sind: Vincent Drews (SPD/zugesagt), Torsten Schulze (Grüne/zugesagt), Kris Kaufmann (Linke/zugesagt), Gunther Thiele (CDU), Mattheo Böhme (FDP), Franz-Joseph Fischer (Freie Bürger) und Jörn Marx (CDU/Baubürgermeister Dresden), die Moderation soll ein Mitarbeiter des Leibnitz-Institus für ökologische Raumentwicklung übernehmen.

  • Podiumdiskussion zur Hafencity: 5. Mai 2014, 18:30 Uhr, Stadtteilzentrum Emmers, Bürgerstraße 68, 01127 Dresden

Die Initiative will mit der Podiumsdiskussion mit anschließender Fragerunde den Austausch zwischen Verantwortlichen und Vertretern aller Parteien mit den Anwohnern und unmittelbar Betroffenen fördern.

18 Kommentare zu “Podiumdiskussion zur Hafencity

  1. Das Bild zeigt deutlich warum da mal etwas gemacht werden muß.

    Aber wer den Hochwassermüll auch noch abwohnen muß, gern woanders.

    Gruß Ali

    jetzt wirds rund gehen oder gibts hier doch auch noch mehrere ordentlich erzogene und saubere Leser des Geflüster?

  2. was hat Ali denn falsches geschrieben?
    Die Linke fordert Freiraum Elbaue, aber etwas sauber sollte sie schon sein und nicht so aussehen wie bei Hempels unterm Sofa.

    Im übrigen was soll das mit Betonbunker ?

    Lieber den als ne Müllkippe.

    Gruß Tom

  3. Also ich finde, das eine Hafencity nicht sein muss, da es wahrscheinlich nur ein paar Baulöwen und anderen prestigesüchtigen dienen wird, die nich den Durchschnitt der Gesellschaft darstellen.
    Ich finde jedoch auch nicht, das es zwingend Menschen überlassen werden muss, die mit Ihrer Art zu Leben auch nicht in der Mitte der Gesellschaft zuhause sind. Wer gern wie im vorigen Jahrhundert leben möchte und nur den Teil der modernen Gesellschaft nutzen will, der Ihm gerade angenehm ist, der sollte mal lieber darüber nachdenken, ob es nicht auch Freitäume gibt an denen man unbeschwerter seine Idee vom Leben verwirklichen kann und nicht die ganze Zeit im Widerstand ist.
    Das Leben in einer Großstadt im 21 Jh hat einen eigenen Rythmus, aber es gibt nicht nur Großstädte…

  4. Es geht bei den Bauplänen gar nicht nur um das Gelände vom Freiraum Elbtal, sondern um ein sehr viel größeres Gebiet (u.a. auch Citybeach). Und daher auch nicht um die Frage, ob diese Art zu Leben nun gefällt oder nicht. Der wesentliche Kritikpunkt ist doch, dass Bebauung im Überschwemmungsgebiet viele Probleme nach sich zieht, u.a. im Überflutungsfall die Situation von angrenzenden Stadtgebieten verschlimmern kann. Dazu wurde eine Analyse des Hochwassers von 2013 beauftragt, deren Ergebnisse nun vorliegen, die aber bisher in der Öffentlichkeit nicht diskutiert wurden. Genau das soll auf der Podiumsdiskussion geschehen. Und dann kann man natürlich noch viele weitere Aspekte diskutieren, zB die sozialen Auswirkungen auf den Stadtteil Pieschen, die Verkehrssituation, den Radweg etc

  5. Hier im Rhein-Main-Gebiet haben die Idioten in der Vergangenheit in die Überschwemmungsgebiete gebaut und nun jammern sie, weil sie nasse Füße bekommen.

  6. @Oli:
    Abgesehen davon, das es auch auf dem Lande schwierig sein dürfte, freie Flächen und Räume (also solche, die nicht irgendjemandem gehören, der sie maximal gegen entsprechend hohe Bezahlung „frei“ gibt (kannst ja mal versuchen, für alternative Landwirtschaft Flächen zu pachten, was frei wird, wird im Normalfall schnellsten von einschlägigen Konzernen erworben: Bsp I, Bsp II ) also nur mit dem eher nicht vorhandenen Kleingeld möglich ist. Sind solche Freiräume doch gerade in Städten notwendig: nicht nur und nicht in erster Linie als alternativer Wohnort für eine Handvoll Aussteiger (aber auch dies hat seine Berechtigung, auch in der Stadt!), sondern als Treffpunkt, Lebensort, Kulturinsel (auf dem Frühlingsfest waren hunderte, wenn nicht tausende fröhliche Menschen unterwegs, haben getanzt, unterschiedlichste Musik gehört und Kunst erlebt, Menschen getroffen, geredet, sich verliebt, getrunken, Pläne gemacht, gestritten,…), Experimentierfeld (Stichwort transition town), eben als Freiraum: offen, unverplant, dem Marktgeschehen entzogen, allen zur Verfügung stehend und nicht nur zahlenden Kunden! Eben für die Menschen, die eben zumeist in Städten anzutreffen sind.
    Was die Ordnungsrufe angeht: Leben ist nunmal auch Unordnung, es gibt kaum etwas „ordentlicheres“ als einen Friedhof mit seinen Grabreihen, oder ordentlich zubetonierte Parkplätze…wobei „Unordnung“ nicht gleichbedeutend mit „Müll rumliegen lassen“ ist, aber das seh‘ ich auf dem Photo auch nicht…Du brauchst oder willst das nicht? OK, aber warum sollen diejenigen, die es wollen, es nicht können?

  7. der schöne grüne Hafenarm soll nach den Plänen dann nur trister Stein und Beton sein— wollen wir so etwas???
    Die Elbauen und Elbwiesen sind Naturschutzgebiet und Überschwemmungsgebiet!
    Die Elbe ist (mit) der letzte natürliche Fluss- mit natürlichen Flussbett… in Deutschland bzw. Europa! Darum werden wir viel beneidet. Soll da eine nicht nötige Hafencity sein?

  8. Die Welt ist mir einfach zu groß um dauernd den “ den Untergang des Abendlandes“ zu beschwören, nur weil man Beispiele dafür findet. Also die Grundstückspreise 50 km Außerhalb von Dresden belaufen sich auf weniger als 10€ qm bzw. gibt es haufenweise alte Häuser für wenig Geld und Felder zu kaufen ist gar kein Problem, da gibts beim Amtsgericht in der Zwangsversteigerung schon ackerland für unter 100€ / ha…

  9. Hallo Olli, es ging ja nun in meiner Replik gerade darum, die Notwendigkeit von Freiräumen gerade auch in Städten zu begründen. Findest Du die genannten Punkte nicht bedenkenswert (Anni hat dankenswerter Weise auch noch den ökologischen Aspekt eingebracht)? Was die Situation auf dem Lande angeht, findet man sicher auch (relativ) Preiswertes (aber auch 10,-/qm sind bei drei..vier ha mal schlappe 400.000 Euronen, hat jetzt nicht grad jeder unter der Wohnwagen-Matratze)
    Allerdings vermeldet das nicht gerade als linkes Revolverblatt bekannte Zentralorgan der freien Welt: „Die Preise für Ackerland sind vor allem im Osten enorm gestiegen, zwischen Investoren und Bauern ist ein harter Wettbewerb entbrannt…Preise explodieren: Mussten hier Ende der 90er Jahre noch etwa 94 Euro je Hektar (Pacht) gezahlt werden, seien es 2013 im Schnitt 270 Euro je Hektar gewesen.“
    Nur weil man Einzelbeispiele findet, kann man jedoch die beschriebene Tendenz imho nicht negieren, und die läuft hin auf weitere Privatisierung, Entzug von öffentlichen Gütern für die Allgemeinheit, Verwertung auch des letzten Zipfels unter Mißachtung der Bedürfnisse der Bürger…

  10. > auf dem Frühlingsfest waren hunderte, wenn nicht tausende fröhliche Menschen unterwegs, haben getanzt, unterschiedlichste Musik gehört und Kunst erlebt, Menschen getroffen, geredet, sich verliebt, getrunken, Pläne gemacht, gestritten,…

    Das Fest war toll, aber es ist auch reichlich billig den Leuten eine kostenlose Party zu spendieren, um ein paar Unterschriften abzugreifen. Die Mehrheit der Leute dort duerfte wohl zum ersten Mal auf dem Gelaende gewesen sein, warhscheinlich auch zum letzten Mal. Der Freiraum ist eben nichts, wozu die meisten Leute einen persoenlichen Bezug haben. Nicht wie „die Neustadt“ oder der Lieblingsclub. Und ich setze mich eher nicht fuer Dinge ein, zu denen ich keinen persoenlichen Bezug habe. Nicht fuer Kleinbauern in Nicaragua und auch nicht fuer irgendeine Hippiekommune um die Ecke.

    Die Leute sollten sich dort auch mal dringend Gedanken ueber ihre Oeffentlichkeitsarbeit machen. Mit Bildern wie dem obigen bestaerkt man Leute, die den Freiraum weg haben wollen (und denen er nicht einfach nur egal ist), nur noch darin dort mal richtig aufzuraeumen. Wenn das alles so tolle Kuenstler sind sollen sie avon mal was praesentieren, nicht ein bisschen Geruempel hinterm Haus, das auch die Raeuberhoele eines Zehnjaehrigen sein koennte.

  11. „Mit Bildern wie dem obigen bestaerkt man Leute, die den Freiraum weg haben wollen (und denen er nicht einfach nur egal ist), nur noch darin dort mal richtig aufzuraeumen.
    Wenn das alles so tolle Kuenstler sind sollen sie avon mal was praesentieren, nicht ein bisschen Geruempel hinterm Haus, das auch die Raeuberhoele eines Zehnjaehrigen sein koennte.“

    Zu gut Deutsch: Künstler, welche die ästhetischen, sozialen und ökonomischen Interessen vermeintlicher oder tatsächlicher Vertreter einer Mehrheitsgesellschaft nicht vertreten, müssen damit rechnen, dass bei ihnen mal so richtig aufgeräumt wird.

    – Diese Denkfigut kommt mir bekannt vor.

  12. Zu diesem doch recht kontroversen Thema möchte ich auch etwas loswerden: es braucht wirklich niemand (von Verstand) diese Hafencity. Aber was die Freiräume betrifft, bin ich zwiegespalten. Wenn die Freiräume, wie auf dem Foto, aussehen wie der Garten eines Messies oder Hoarders, dann ist das sehr unschön. Leider ist das meist immer der Fall, wenn sich Wagenburgen oder ähnliches ansiedeln, wie das dort der Fall ist/ war. Als Anwohner ist außerdem unangenehm, das Freiraum oft mit Egoraum übersetzt zu werden scheint- laute Musik, auch Nachts, ist nichts ungewöhnliches. Rücksicht auf Anwohner wird nicht genommen, und wenn man dies anspricht, wird man verspottet oder als Spießer beschimpft. Auch wird der Freiraum nach belieben erweitert, da kann es dann durchaus sein, dass man Abends aufgrund einer Feuershow den Fuß/ Radweg mal für 20 Minuten nicht benutzen kann, auch wenn man das Kind im Rollstuhl nach Hause fahren muss. Ich bin da, wie gesagt, zwiegespalten. Wenn die jungen Alternativen Menschen alle so rücksichtslos und egoistisch sind, dann gute Nacht!

  13. @ Lars:

    Angesichts Deiner Einschätzung (Freiräume sind unangenehm und alternative Menschen sind rücksichtslos): woher nimmst Du das Potential zur Zwiegespaltenheit?

  14. @Torsten:
    ich habe nie behauptet, dass Freiräume unangenehm und alternative Menschen an sich rücksichtslos wären, Du verallgemeinerst. Ich habe als Anwohner entsprechende Erfahrungen gemacht, und das sind Einzelfälle, wenn auch ziemlich unangenehme. Ich glaube, beim Ruf um Freiräume geht es um Freiräume ausserhalb der Gesellschaft, dort kann man sich dann schön von der „bösen Spiesserwelt“ abschotten und muss keinen common sense mehr pflegen- ein Rückzug ins Private, nur umgeben von „Gleichgesinnten“. Diese Tendenz ist bedenklich. Ich bin selbst aus der alternativ- kreativen Ecke, habe aber Familie und muss für mein Geld arbeiten, deshalb stehe ich zwiegespalten auf beiden Seiten.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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