Der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand

Annette Semmer und Wilfried Trompelt vor den gesammelten Werken
Lautsprecher aufdrehen, hier klicken, reinhören, weiterlesen! In den Räumen der Wir-AG am Martin-Luther-Platz befindet sich seit einigen Jahren die Bibliothek der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Das ist die parteinahe Stiftung der „Linken“. Seit vergangenem Jahr ist der Historiker Wilfried Trompelt hier der Herr der Bücher. Neben den schier endlos langen Reihen von Werken von Stalin, Marx und Lenin finden sich auch etliche Überraschungsbücherchen. So stehen gleich daneben Biographien über Kennedy, Kohl und Genscher. Aber man kann sich auch mit dem „literarischen“ Werk von Erich Honecker auseinandersetzen und wer dachte, dass der Herr Jürgen Kuczynski nur den „Dialog mit meinem Urenkel“ geschrieben hat, der wird hier eines besseren belehrt.

Aber wer braucht eigentlich eine solche Bibliothek mit immerhin mehr als 10.000 Titeln dazu noch etliche Zeitschriften und Magazine. Trompelt: „Das sind Studenten, Forscher und Neugierige, denen das Angebot in den öffentlichen Bibliotheken nicht ausreicht“. Doch er möchte die Bibliothek nicht nur als Lagerstätte für Kommunismus-Werken sehen. „Schwerpunkte liegen bei der Geschichte der DDR und der Arbeiterbewegung aber auch in der aktuellen Genderforschung und der Kapitalismuskritik“, erklärt Trompelt, der den Bibliothekars-Job ehrenamtlich ausführt, genauso wie seine Mitarbeiterin Annette Semmer. Immerhin, etwa 100 Bücher pro Jahr werden hier ausgeliehen. Laut Stiftungssatzung dürfen das Freunde und Mitglieder der Stiftung. Wer ein Freund ist, dürfen Trompelt und Semmer selbst entscheiden.

Außer der Stiftung sind in der Wir-AG noch die Büros der Bundestagsabgeordneten Katja Kipping, der sächsischen Landtagsabgeordneten Julia Bonk und Anne Klepsch und des Stadrats Jens Matthis untergebracht. Außerdem haben die Linksjugend, die Vereinigung griechischer Bürger in Sachsen und der Afropa e.V. hier ihr Zuhause.

    Öffnungszeiten der Bibliothek

  • Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 18 Uhr
    Weitere Infos unter wir-ag.info
    Den Bestand der Bibliothek kann man einsehen unter: opac.rls-sachsen.de
  • Übrigens gibt es noch 40 gut erhaltene Lenin-Bände zu verschenken. Bei Interesse einfach bei Wilfried Trompelt melden.


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Literatur Jetzt

34 Kommentare zu “Der Rosa Luxemburg reichen wir die Hand

  1. Platzverschwendung. Ein Buch alle 3 Tage – das ist nichts, und trotzdem noch zuviel für diesen Unsinn.

  2. Ach was, am besten gleich verbrennen den ganzen Mist, oder?
    Wo kommen wir da hin, wenn jede dahergelaufene Stiftung ihre Bücher in ihren Räumen zur Verfügung stellen würde…und dann auch noch drüber berichten…iiii…könnte ja sogar jmd. auf die Idee kommen, mal drin zu lesen…

  3. @nurmalso: 100 Bücher im Jahr klingt erstmal nicht viel, und ganz sicher ist das Interesse an Karl Marx geringer als an Karl May, aber an Büchern mit einer gewissen Substanz liest man auch länger…(und außerdem wird das eine oder andere Buch vllt. sogar mehrmals ausgeliehen…;) ) Und auch wenn die Gruppe der Adressaten im Vergleich zu Lesern so bewegender Werke wie „Wanderhure“ oder „Biss zum Abwinken“ überschaubar sein mag, ist es ja Sache der Stiftung, wieviel Platz sie dem einräumen möchte.

  4. Was meibst du Julia, dass ich keine Kommentare zu den Polizeimeldungen mehr zulasse? Oder habe ich einen Kommentar von Dir irgendwo nicht freigeschaltet? Letzteres ist mir nicht bewusst. Aber ich habe hier täglich ca. 200 Spam-Kommentare, da kann auch schon mal was durchrutschen.

  5. @gyhly
    Na dann sind wir ja beinahe froh, dass Du keine öffentliche Bücherverbrennung vorschlägst! Wäre auch nicht der „richtige“ Termin! (Verwundert wäre ich jedoch nicht.)

  6. Bücher verbrennen oder anderweitig vernichten, weil einem der Inhalt nicht passt, ist ein Unding.

    Das unvermeidliche Heine-Zitat dazu:
    „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher
    Verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen.“

    Man muss Bücher ja nicht lesen. „Mein Kampf“ ist m.E. ein grauenvolles, unlesbares Buch, aber es ist wichtig für die geschichtliche Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit. Das Buch verbrennen? Nein. Das Ding gehört sicher in den „Giftschrank“, aber es zu vernichten, wäre ein Fehler.

  7. Ich finde es klasse, dass es solche Bücher und die Möglichkeit, darin zu stöbern, jenseits der SLUB und Stadtbibos gibt. Wenn man wie ich Geschichte und PoWi studiert, bekommt man im schwarzen Dresden sonst diese Literatur gar nicht mehr zu greifen.

  8. Wer mit der Geschichte der Arbeiterbewegung auseinandersetzen würde, würde u.U. auch lernen, daß unser (hierzulande, heutigentags, noch) vorhandene, halbwegs komfortable Standard denen zu verdanken ist, die für die Rechte der Arbeiter gekämpft, auf die Straße gegangen und durchaus auch gestorben sind. Vom 8-h-Tag bis Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Betriebsräte, Gewerkschaftsvertretung, Streikrecht usw usf sind nicht vom Himmel gefallen und auch keine gnädig gewährten Gaben…inklusive übrigens Presse- und Meinungsfreiheit, ohne die hier niemand seinen Senf bspw. hier beitragen könnte…

  9. Interessant: Die einzigen, die bislang das Wort Bücherverbrennung in den Mund genommen haben, scheinen diese Bücher gelesen zu haben…

    Ich wäre eher für Altpapier, dann wären die Bäume nicht ganz umsonst gefällt worden, sondern hätten wenigstens doch noch einen Nutzen als Toilettenpapier.

    @Seldon(-x)?: Eine Wanderhure bis(s) zum Abwinken polarisiert heute eben mehr als ein bisschen Murx und Engels.

    *Ironie aus*

  10. @nurmalso: Viele ehemalige DDR-Bürger wurden als Jugendliche mit quasisozialistischer Propaganda gequält. Ich verstehe dass man da eine Abneigung entwickelt.
    Es lohnt sich aber, finde ich, manches davon mit etwas zeitlichem Abstand aus anderer Perspektive wieder zu lesen. Gerade Marx hat Dinge geschrieben, die heute aktueller denn je sind.

  11. @Monika
    Deine Mühe in allen Ehren, aber er will es gar nicht verstehen, was aus all den anderen Kommentaren, die er hier so verfasst, ganz klar hervorgeht!

    @ein anderer Stefan
    Tja, hätten alle die dieses groteske Machwerk aufgedrängt bekamen, es auch gelesen hätte die Geschichte anders verlaufen können. Selbst des „Führers Tippse“ R.Hess muss gelegentlich genug gehabt haben von all diesen kranken Endlosmonologen. Einige Sätze brechen plötzlich ab und im nächsten Absatz geht es mit neuem Thema weiter. (Dabei hatten die doch wirklich Zeit?) Vielleicht taten dem auch die Finger und/oder Ohren weh und er hat ein Schläfchen dazwischengeschoben, wer weiß? Wahrscheinlich hat der spätere selbst ernannte GröFaZ, gefangen in seinem verbalen Erguss geistiger Diarrhö, gar nicht gemerkt, dass der Hess pennt. Ein erbärmliches Machwerk, bei dem es trotzdem um jeden Baum schade ist, der für den Druck von „Mein Kampf“ sterben musste.
    Von Marx kann man das, zumindest bei klarem Verstand, so nicht unbedingt behaupten. ;)

  12. Ja. Richtig antizipiert, es ging mir um die Kommentare zu den Polizeimeldungen. Ich fand die Diskussionen eigentlich immer ganz schnicke bis verquer.

    Spamkommentare kannst Du bestimmt mit diesen doofen Captchas abfangen oder mit so klugen Fragen wieviel ist 385 mal 7 = ?

    Vorteil. Dann können nur noch die Schlauesten posten ;)
    HIHI.

  13. Naja, wenn ich mir u.a. unsere Diskussionen betrachte, scheint das Polarisierungspotential doch eindeutig auf Marxens Seite zu liegen.
    Auch interessant: diejenigen, die für, wie auch immer geartete, Entsorgung stimmen, scheinen die Bücher nicht gelesen zu haben (scnr)
    Aber mal im Ernst: sich mit der Geschichte der Arbeiterbewegung (nicht nur, selbstverständlich!) zu befassen, mit Analysen und kritischen Betrachtungen des Kapitalismus mag‘ nicht en vogue sein, nichts desto trotz scheint es mir wichtig und richtig, wenn man nicht mit dem „Ende der Geschichte“ auch das Ende der zivilisierten Menschheit einläuten möchte. Wir sehen doch gerade, wie nicht nur an der Peripherie (Griechenland, Spanien, …), sondern immer mehr auch in D-Land einst mühsam erkämpfte Zugeständnisse unter behaupteten Sachzwängen wie „Globalisierung“, „Finanzkrise“ usw. usf. zurückgenommen und Zumutungen verschärft werden. Von Hartz IV bis Totalüberwachung, Polizeibrutalität und Mediengleichschaltung (in Spanien protestierten am Wochenende 2Mio Menschen gegen die aktuelle Anti-Sozial-Politik, kriegt hier nur eine Minderheit mit…)…in Frankreich und anderswo sind die Rechten auf dem Vormarsch…
    Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.

  14. @HinzundKunz: was kann man dann denn da bei „klarem Verstand“ von den „Werken“ Väterchen Stalins erwarten !? Mit seiner in Leder gebundenen Weltsicht begründet, wurden HinzundKunz ermordet oder verschwanden im GULAG. Der Gebirgler hat nach Vollendung dieser Schwarten bestimmt auch noch seine Ghostwriter umlegen lassen.

    …. was aus Faser alles noch so werden kann, das kannste bei Grimmelshausen nachlesen.

  15. Ooch komm‘, Grimmelshausen…die alte Schwarte. Was denkst Du, wie oft die ausgeliehen/gelesen wird?
    ;)
    Aber natürlich hat sie ihre Berechtigung, ist es gut und wichtig, daß sie nicht komplett in Vergessenheit geraten ist und wer sich für den 30jährigen Krieg und das Drumrum dieser Zeit interessiert ist froh, daß es sie gibt.
    Wer sich für das 20Jh interessiert, kommt um Stalin nicht herum, hat er doch nunmal ein Vierteljahrhundert lang die halbe Welt beeinflußt. Sicher nicht zu ihrem Besten (abgesehen von seinem Beitrag zur Zerschlagung des Hitler-Faschismus, aber müßig, über eine Welt mit anderem Verlauf zu spekulieren…). Wer historische Zusammenhänge aufdecken und erfassen möchte, muß sich auch mit Unsympathen beschäftigen, ob verrückte römische Kaiser, griechische Felderren, französische Könige oder Diktatoren aller Art…(und, btw. ob sie im Gebirge oder an der Küste großgeworden sind, mag für Psychoanalytiker interessante Rückschlüsse zulassen, ansonsten scheint mir die Herkunft eher irrelevant…)
    Ob Stalin noch etwas mit Marx am Hut hatte, kann man nur aus seinem Werk erlesen, ob und was er von Lenin übernommen hat, welche Ziele er verfolgt und welche erreicht hat…
    Das er sein Konterfei mit in die Reihe der großen Theoretiker gestellt hat, spricht allein nur für … nun ja… großes Selbstbewußtsein. Ob es berechtigt war, kann nur beurteilen, wer sich damit auch befaßt. Das sind Historiker, ich bin es nicht, Du sicher auch nicht, aber gut ist es allemal, wenn die Möglichkeiten da sind! Wer sich ein wenig mit Marx befaßt hat, sieht zumindest viele Punkte, die Marx kritisiert hätte. Was Stalin auf jeden Fall geschafft hat ist, die Idee des Kommunismus einigermaßen zu diskreditieren. Daß hier das letzte Wort schon gesprochen ist, möchte ich jedoch bezweifeln…

  16. @Seldon & followers: Wie schon oft gesagt und nun zum x. Mal wiederholt: Ich stimme ja zu einem nicht geringen Teil mit der Problemanalyse überein, nur nicht mit den daraus gewonnen Lösungsvorschlägen. Nein, nicht nur weil der Versuch schon x-Mal gescheitert ist, und nein, auch nicht nur, weil ich keine Lust auf weitere solcher Experimente habe, und nein, nicht nur weil es bislang jedesmal in menschenverachtender Politik ausartete. Sondern ganz einfach, weil ich sie unglaubwürdig und mit menschlicher Natur nicht vereinbar halte. Noch dazu sind sie einfach überholt. Also wenn einer dieser Vergangenheitsromantiker sich mal umdrehen könnte, nach vorn schauen, und etwas anbieten könnte, das für die Zukunft gemacht ist, dann wäre ich sehr offen, mir das mal anzuhören. Bis jetzt leider Fehlanzeige, außer Verklärung der Vergangenheit nichts zu sehen. Das ist leider immer die Krux mit den „modernen“ Linken.

  17. @gyhly
    Hahaha, kleingeistiger Mensch, habe ich irgendwo etwas zu Stalin gesagt? ;)
    Hat wer behauptet, Du müsstest es lesen? Was ist eigentlich Dein Problem? Willst du denen das Verleihen dieser Bücher verbieten? Geh einfach aus der Sonne!

  18. @Seldon
    „Ob Stalin noch etwas mit Marx am Hut hatte, kann man nur aus seinem Werk erlesen, ob und was er von Lenin übernommen hat, welche Ziele er verfolgt und welche erreicht hat…“
    Das begreifen diese Leute nie und wollen die auch nicht begreifen!!! Die Reden über Dinge, die sie nicht verstehen, und was der Mensch nicht versteht bekämpft er, ob dass nun „Hexen“ sind oder Leute, die sich andere Gesellschaftsordnungen bzw. Wirtschaftssysteme vorstellen können, daraufhin arbeiten, umso das Leben aller Menschen zu verbessern, ist dabei beinahe egal.

  19. @nurmalso: Na, ist doch schonmal schön: in der Analyse sind wir uns also „zu einem nicht geringen Teil“ einig. Da versteh‘ ich nicht, worüber wir in letzter Zeit immer gestritten haben. Es geht doch genau um die Analyse von Marx et al. die zunächst mal nichts anderes ist und macht als eben den real existierenden Kapitalismus zu beschreiben. Welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden, ist dann was völlig anderes. Der Staatskapitalismus realsozialisischer Prägung war offensichtlich eine Sackgasse, die Pariser Kommune oder die spanische Republik wurden gewaltsam beendet, verschiedenste Graswurzelexperimente haben mit Ignoranz, Kapitalinteressen und sich selbst zu kämpfen…Du willst eine Karte in’s gelobte Land? Die wirst Du nicht bekommen! Aber wenn das Problem klar ist, muß eben diese angegangen werden. Das Problem heißt: Kapitalismus! Was diesen ausmacht ist bekannt, also muß man diese Voraussetzungen ändern! Dem steht nicht die Natur des Menschen, sondern die Interessen bestimmter Menschen entgegen, (und die Bequemlichkeit, Unsicherheit, und ja, auch Unwissenheit vieler).

  20. @Seldon: Zu einem nicht geringen Teil, heisst eben nicht ganz und gar. Ich denke nicht, dass das gegenwärtige Wirtschaftssystem in seiner Gänze an sich das Problem ist. Es sind dessen Auswüchse, verbunden mit der (Nicht-) Moral einiger, sowie dem wie ich finde falschen Wertesystem vieler. Viele Menschen sehen im Geld Ursache, Problem und Lösung zu gleich. Nach meiner Meinung ist der Fokus auf materiellen Besitz (in wessen Hand auch immer, Einzahl oder Mehrzahl) viel zu groß. Alles dreht sich in den Diskussionen darum. Das trifft meines Erachtens aber den Punkt nicht vollständig.

    Um mal betriebs/volkswirtschaftlich zu formulieren: Viele sehen im Geld die knappste Ressource. Sie streben ihr ganzes Leben nur danach und nach immer mehr, mit dem Ziel diesen einen Punkt zu optimieren. Ich denke, sie liegen falsch, denn m.E. ist die knappste Ressourcen die Zeit, die wir haben. Die Frage ist, wie sinnvoll oder sinnlos wir diese verbringen. Wenn man sich selbst vom Drang nach immer mehr materiellem Wohlstand befreien kann, kann man sich auch von vielem befreien, was den „Druck“ im heutigen System ausmacht. Sei es Konsum, gewisse Jobs, etc. pp. Wenn Menschen verstehen und einsehen, dass das Motto nicht „immer mehr“ sein kann, und sich davon lösen, wird sich vieles von selbst ausbalancieren.

    Viele sind eben viel mehr Sklaven ihrer selbst, als Sklaven vom Staat, Arbeitgeber, Unternehmen etc. Dabei können wir vieles eben selbst verändern, ohne immer nur den Finger auf „das große übergeordnete Übel“ zu richten. Das ist viel zu einfach.

    Also wenn man das Wertesystem von Menschen ein bisschen gerade rücken könnte, ihnen die Augen öffnen könnte, wäre Konsumexzess wie heute kaum ein Thema, und die damit verbundenen Nachteile ebenfalls. Und wenn alles mit etwas mehr gesundem Menschenverstand zugehen würde, könnte man sehen, was wo wie noch problematisch ist, und ggf. anpassen. Dazu muss man nicht alles auf den Kopf stellen, wie Du es vermeintlich vorschlägst, nur um am Ende festzustellen, dass es doch nicht funktioniert, weil man wieder zu kurz gegriffen und nicht am richtigen Punkt angesetzt hat.

  21. @nurmalso:
    Hallo, können wir uns zunächst auf diese Defintion von „Kapitalismus“ einigen?
    Was kennzeichnet Kapitalismus?
    1. Warenwirtschaft, d.h. eine Wirtschaft, die für den Markt erzeugt,
    2. Monopol der Kapitalisten (Kapitalbesitzer) auf die Produktionsmittel,
    3. Lohnarbeit (Arbeitskraft als Ware)

    Wenn nicht: wie sieht Deine Definition aus? Was erklärt sie besser?

    Wie sich daraus Wachstums- und Konsumzwang ergeben ist z.B. hier kurz angerissen:

    Die Verwertung des Werts (Kapital ist nicht einfach eine Wertsumme, sondern Wert, der sich verwertet, Mehrwert hervorbringt – durch die Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft…) kennt keine innere Grenze, sie ist maßlos. Der Druck der Konkurrenz zwingt den einzelnen Kapitalisten diese Maßlosigkeit auf, ob sie individuell besonders gierig sind oder nicht, (sich an ethischen Regeln orientieren oder nicht) spielt dabei keine große Rolle.

    Die unmittelbaren Produzenten sind in dieser auf immer mehr Verwertung ausgerichteten Produktion ein Kostenfaktor, den es zu reduzieren gilt, während gleichzeitig die Produktivität dieses Faktors immer weiter gesteigert werden soll. Diese Konstellation hat nicht nur äußerst zerstörerische Konsequenzen für die Arbeitskraft (wie auch für die Natur), sie bildet auch eine wesentliche Ursache der Krisenhaftigkeit der kapitalistischen Produktionsweise.

    zum Thema was von Luxemburg hier. (…reichen wir die Hand…)

    und der Klassiker.

    und ganz kurz von mir:
    Warenwirtschaft: es wird nicht produziert, was gebraucht, sondern was verkauft werden kann (zahlungskräftige Nachfrage), und zwar nur unter dem Aspekt der Profitmaximierung (Verwertung des Werts durch Schaffung von Mehrwert qua Ausbeutung der Ware Arbeitskraft–>Lohnarbeit)
    Besitzer von Produktionsmitteln stehen den Nichtbesitzern gegenüber und haben entgegengesetzte Interessen (exemplarisch beim Trotzdem-Streik im seeeehr Kleinen zu beobachten gewesen.)–>Zwang seine Arbeitkraft zu verkaufen
    Konkurrenz–>Rationalisierungszwang (mehr billiger und schneller auf den Markt werfen als der Konkurrent, sonst weg vom Fenster–>Überproduktionskrise
    Immer mehr immer billigeres Zeug muß abgesetzt werden–>Werbeaufwand, sozialer Druck, gesellschaftliche Entwicklung (Konsumgesellschaft, shoppen als akzeptierte Freizeitbeschäftigung, Moden, geplante Obsoleszenz, ….), tatsächliche oder vermeintliche Bedürfnisse

    Soweit der Ist-Zustand, ganz ohne tiefenpsychologische oder „Natur des Menschen“ – Betrachtungen…

    Aber zum Wertesystem-Zurechtrücken und Augenöffnen ist ein bisschen Marx-Lektüre ja möglicherweise auch ganz geeignet…

  22. @Seldon: Und wieder sind wir in der Sackgasse, in der wir schon mehrmals waren: Du behälst Dein eigenes Gedankensystem bei, und versuchst, was auch immer für Argumente kommen, in eben dieses zu integrieren bzw. damit zu antworten. Du schaffst es einfach nicht, Dich mal von vorgegebenen Gedankengängen, ewig ausgetretenen Wegen, zu befreien und mal völlig frei und unvoreingenommen Dinge zu durchdenken und nach vorn zu blicken. Sondern verharrst in dem ewig alten Denken. Allein Deine Wortwahl zeigt das.

    Sorry, eben diese sture Borniertheit erinnert mich an nichts anderes als Staatsbürgerkunde DDR. Neue Gedanken unerwünscht und – für manche leider unmöglich zu erfassen! Und mit eben diesem Mindset hast Du Dir Marx und Konsorten an die Wand tapeziert, unfähig, noch was anderes zu sehen, zu denken und erfassen.

    Tut mir leid, weitere Diskussionen mit Dir sind offensichtlich Zeitverschwendung. Ich tausche mich gern mit Leuten anderer Meinung aus. Aber nicht, wenn sie so ideologisch vernagelt sind, dass ich das auch mit ner Wand tun könnte. Offenheit, Flexibilität oder Wille die eigene Gedankenhaltung weiterzuentwickeln: 0. Das einzige, was Du hier versuchst, ist anderen Deine Meinung aufzudrücken. Danke – das hatten wir wirklich schon (und langsam glaube ich, das dieses Problem wirklich Hand in Hand geht mit kommunistischen Gedanken). Danke, genug davon. Viel Spaß im kommunistischen Winterschlaf, oder vielmehr kommunistische Todesruhe.

  23. Btw: Ich finde es etwas armselig, sich immer nur hinter alten Büchern zu verstecken, hinter Aussagen anderer Leute, und keine eigenen Gedanken zu entwickeln. Mit Zitaten um sich zu werfen, ist keine intellektuelle Leistung, sondern recht gedankenfreies Copy-Paste. Es schafft nichts neues, sondern kocht den alten Kram nur wieder und wieder auf. Aber langsam glaube ich, Du bist da irgendwie obsessiv dran gebunden, und gar nicht in der Lage, neues aufzunehmen. However, Deine Sache, nicht meine, und weitere Zeit werde ich dieser Deiner Obsession nicht schenken.

  24. @Nurmalso:
    Ich hab‘ ja nun ’ne einfache Frage gestellt und um Deine „neuen Gedanken“ gebeten. Wie stellen sich die Gegebenheiten denn so völlig neuartig dar? Wenn Du behauptest, es wäre alles so neu und anders, daß Marxens Ansichten keine Gültigkeit mehr besitzen, mußt Du Dich erklären, nicht ich. Ich beschreibe aktuelle Zustände und erkäre sie mit dem von Marx aufgestellten System. Wenn dies an Grenzen stößt, wie Du behauptest, wäre es schön, mal die eine oder andere zu benennen, damit wir schauen können, ob man hier noch marxistisch argumentieren kann oder nicht. Mehr als Vorurteile und Ressentiments hab‘ ich da selten gehört, beim Trotzdem-Thema hatten wir eine kleine Diskussion, die Du abgebrochen hast. Natürlich argumentiere ich marxistisch! Solange das funktioniert und mich in keine Widersprüche verwickelt, seh‘ ich auch keinen Grund, davon Abstand zu nehmen. Du benimmst Dich wie ein Kreationist, der dem Evolutionsbiologen vorwirft, er würde ja Gottes Hand völlig vernachlässigen. Ich sage: zeige mir eine Lücke in der bisherigen Argumentationslinie, dann reden wir drüber. Im übrigen hab‘ ich ja oben nun wirklich eine einfache Frage für den Anfang gestellt. Wo liegt das Problem? Wo liegt auch das Problem in weiterführenden links? Wir bewegen uns hier schließlich im Internet! Und natürlich ist es auch meiner Bequemlichkeit geschuldet, den einen oder anderen prägnanten Absatz zu zitieren, ist ja nicht so, dass sich das Thema in zwei Sätzen abhandeln ließe. Ich seh‘ auch nicht, wieso wir etwas Neues erfinden sollen um Sachverhalte zu beschreiben, die schon sehr treffend beschrieben wurden. Wenn wir über Zahlen reden, verlangst Du ja hoffentlich auch nicht, ich solle doch mal bitte das Dezimalsystem nicht so überbewerten…

  25. Hallo nochmal nurmalso und andere: Ich glaube, der fundamentale Unterschied ist:
    Du willst das Denken der Menschen ändern, ihnen ein neues Wertesystem nahebringen, ihre moralische Integrität stärken usw. (man könnte fies sagen: „ihnen Deine Meinung aufdrücken“) ich will die materiellen Verhältnisse (die auch o.g. bestimmen) ändern. Ich denke nicht, dass sich beides ausschließt, sondern lediglich, dass die materiellen Verhältnisse als das bestimmende Element aufgefasst werden müssen. (und dies versuche ich zu begründen) Es liegt in der Natur des Menschen, essen zu müssen, hierzu u.a. Äpfel zu pflücken, es liegt nicht in der Natur begründet, das einer sagt: „Was ihr pflückt und der Baum gehört mir! Pflückt weiter, auch wenn ihr genug Äpfel habt, und hackt ihn anschließend noch um, denn Brennholz läßt sich grad gut verkaufen!“

  26. Ach so, eins: noch: wenn ich begründen will, das Marx durchaus noch aktuell ist, muß es auch möglich sein, ihn mal zu zitieren. Dann kann man anhand dessen ja gerne versuchen zu diskutieren, ob der von mir vrmutete aktuelle Bezug auch tatsächlich vorhanden ist. Gebetsmühlenartig zu wiederholen: „alter Hut, olle Kamellen, angestaubt…“ kommt hier einer Argumentation nicht sonderlich nahe.

  27. Ich war Dank dieses Artikels vor kurzer Zeit mal in der Bibo, weil ich einen alten Zeitungsausschnitt suchte. Und siehe da, ich wurde fündig. Vielen Dank!

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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