Holli vom Netto verwiesen

Vor ein paar Wochen hatte ein unbekannter Filzstift-Künstler Hollis "Wohnung" gestaltet.
Vor ein paar Wochen hatte ein unbekannter Filzstift-Künstler Hollis „Wohnung“ gestaltet. Foto: street-art-dresden.de
Gestern Mittag hat die Dresdner Polizei einen Obdachlosen des Platzes verwiesen. Mit zwei Einsatzwagen und vier Kräften waren die Polizisten vor Ort. Seit ungefähr einem Jahr „wohnte“ Holli hier vor der Tiefgarageneinfahrt an der Kamenzer Straße. In der Neustadt ist er bekannt, er räumt abendlichen Partygästen auch schon mal das Leergut hinterher.

Die Polizisten erteilten ihm im strengen Ton einen Platzverweis. Holli packte seine Sachen und trollte sich nach einer Weile. Heute war er dann wieder da. Aber schon nach kurzer Zeit auch Polizei und Polizeibehörde, sie schickten ihn abermals weg. Damit er definitiv nicht wieder kommt, hat der Hausverwalter an der Stelle einen Zaun errichten lassen.
Zaun statt "Wohnung"
Zaun statt „Wohnung“

Wie in einem Artikel der Sächischen Zeitung kürzlich zu lesen war, ist Holli von der Stadt ein Platz im Übergangswohnheim angeboten worden. Er wollte aber lieber auf der Straße bleiben.

Die Notfalladressen für Obdachlose finden sich auf dresden.de, die aktuelle Liste der Nachtcafés steht auf der Seite der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche. Jeden Dienstag ist von 19 bis 20.30 Uhr die Heilsarmee mit ihrem Einsatzwagen am Alaunpark. Sie verteilt Tee, Kaffee, Suppe und Schlafsäcke bei Bedarf.


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116 Kommentare zu “Holli vom Netto verwiesen

  1. Wenn dem Vermieter das auf den Kranz gegangen ist, warum wartet er ausgerechnet bis in den Winter mit solchen Maßnahmen? Hoffentlich findet der Mann einen vernünftigen, winterfesten Platz.

  2. Holli und sein ,,Domizil“ und sieben Sachen habe ich auch oft bei der Tiefgarageneinfahrt gesehen. Er war immer friedlich!

    Am Freitag oder Sa. schon war der neue Zaun plötzlich an der Schlafstelle angebracht. Ich war schon etwas entsetzt als ich es gesehen habe.

    Einen Tag später oder am gleichen Tag sah’s Holli dann mit seinen Sachen friedlich vor dem Netto. Ich sah wie ein Nettomitarbeiter ihn anredete und sagte er soll verschwinden. Dann hatte er offensichtlich die Polizei gerufen. ???

    Ich denke Netto und eventuell der ansässige Kindergarten hatte etwas gegen einen Obdachlosen in unmittelbarer Nähe.

    Wenn man sich überlegt, was alles passiert sein muss, damit ein Mensch lieber auf der Straße lebt und leben bleiben will. Und dann noch dieser Gitterzaun???

  3. mhm…..von den Bänken am Japanischen Palais sind auch nur noch die Metallgestelle da. Die letzten Jahre gabs da ja paar Schlafgäste. Somit hat sich die Option für die Leute auch erledigt.

  4. Da werde ich morgen am Vormittag mal heißen Kaffee und Brötchen einpacken und schauen, ob Holli schon wach ist – ein echt netter und friedlicher Zeitgenosse übrigens. Bestimmt kommt noch der eine oder die andere dazu und bringt was mit – zum Essen, zum Trinken, was Warmes zum Sitzen. Dann werden dort so viele Leute sein, die kann kein Mensch wegjagen.

  5. so. da habt ihr´s! woltten gestern nacht den zaun abbauen – aber waren zu besoffen, zu beschäftigt mir den frauen und den bauen von dübel. einen verdammten tag später wird er weggeschickt.
    aber, „holli“, also holger, ist wieder da, und zieht weiter seine bahnen durch die kamenzer. und warum auch nicht? wen stört´s denn bitte?
    hand hoch!
    niemand?
    so lasst jeden sein, wie er ist und wie er will!

    meine tochter lacht, wenn sie holger sieht – er auch…

  6. schreibt Ihr Alle von dem Typen, der den ganzen Sommer wild schimpfend und rattendicht in der Kamenzer unterwegs war? wenn ich hier lese das er friedlicher Zeitgenosse ist, kann ich nur lachen, hab echt oft genug miterlebt, wie er Leute vollgepöbelt hat.. er braucht dringend Hilfe und keinen Kaffee… so ein Blödsinn

  7. @würschdbrühe: Das mit den Bänken ist allerorts so ne Sache. Die werden im Winter halt gern abgebaut und dann wenig später frisch gestrichen wieder angebaut.. ist jetzt keine Kritik an deiner Kritik. Ich war länger nicht am jap. Palais und kann nicht beurteilen, wie lange dort schon Bänke fehlen.

  8. Das wurde echt Zeit. Endlich wurde mal ein wirksames Mittel gegen Obdachlose gefunden. Ein Zaun.

    So offensichtlich hat lange niemand mehr nach ’ner Zwangsjacke gebettelt. Und ich meine jetzt nicht Holli. Diese Verrücktheit macht mich echt wütend.

  9. Das er oft megabesoffen Frauen bepöbelt und auch gerne mal Leute bespuckt scheint hier keinen zu interessieren? Oder das die Stadt ihm bereits Hilfe angeboten hat die er nicht annehmen wollte? Oder das es durchaus auch Kinder gibt die Angst vor ihm haben ??Da ist nunmal ein Kindergarten nebenan also ich bitte euch man kanns auch übertreiben mit der Obdachlosenloyalität, der Platz ist zum „wohnen“ einfach gänzlich ungeeignet.

  10. Es spricht nichts dagegen, dem heimatlosen Holli ein Obdach zu geben. Er sollte die Angebote annehmen. Es wäre furchtbar, wenn er dort von einem Auto überrollt wird oder vor Kälte eines morgens nicht mehr aufwacht.

  11. Mich erstaunt vor allem wie ordentlich er ist!

    Der Zaun verbessert es natürlich total. Heute früh muss er irgendwie halb in der Einfahrt gelegen haben. Ich habe bloß ne Frau ihn wecken hören (ohne Hupe), die in die Tiefgarage musste um auf Arbeit zu gehen. Das hat Sie zumindest Ihm und den Anwohnern immer wieder gesagt.

  12. Was geht mit euch? Das ist eine Privatangelegenheit der Anwohner dort und des Vermieters… Auch das anliegende privatwirtschaftliche Unternehmen wird seinen Beitrag ( „permanente polizeianrufe“) dazu geleistet haben, die Person zu vetreiben. Statt z.B. Dem Supermarkt den Rücken zu kehren oder die Bewohner dort zu belästigen, wie sie nur einen (angeblich) friedlichen (organisierte Hilfe verweigernden) Obdachlosen vertreiben konnten, wird jetzt wieder „die Öffentlichkeit“ mit solchen Postings penetriert, wie der Staatsapparat soetwas nur zulassen könne und wie Harsch er sei… Dabei wird wieder vergessen, dass man selbst Teil dieses Apparates ist. Mimimi-Politik ist eben doch einfacher, nicht wahr?

  13. Ich verstehe diese ganze Aufregung nicht. Der Eigentümer hat doch Hausrecht, also kann er bestimmen was an seinem Gebäude oder Grundstück passiert oder nicht. Wenn er nun also den Obdachlosen nicht duldet, kann er Ihn des Platzes verweisen lassen. Das dieser sich aber nicht helfen lässt und statt am Rand nun mitten in der Einfahrt nächtigt ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Vielleicht kann er nichts für seine armselige Situation aber er kann sich doch wenigstens helfen lassen. In Deutschland muss niemand auf der Straße leben!!

  14. Dieser aggressive, pöbelnde Mensch soll endlich aus dem Stadtbild verschwinden. In Deutschland muss niemand auf der Straße leben. Jedes mal, wenn ich ihn sehe, verhält er sich wenig anständig. Den meisten Leuten macht er Angst. Und genau deshalb sollten unsere Steuergelder dafür verwendet werden, diesen Menschen von der Straße zu entfernen und ihm ein Heim zu geben, in welchem er menschenwürdig leben kann. Wenn er sich nicht fügt, soll die Staatsgewalt durchgreifen. Richtig so!

  15. @anrainer da bin ich ganz bei dir. Wenn ich den sehe ist der eigentlich immer voll.
    Ich kann den Verwalter verstehen, wie soll er sich denn anders helfen.
    Jeder der Mitleid mit ihm hat kann ihn doch gern in seine Wohnung oder seinen Hausflur aufnehmen. Aber da ist es mit eurer Toleranz bestimmt ganz schnell vorbei.

  16. Ach was reg ich mich auf. Der Zaun wurde genau nach den Geboten der Vernunft und nach den Vorschriften des Spiels, das wir spielen, platziert. Das Spiel heißt „Monopo …äär.. Soziale Marktwirtschaft“ natürlich.

  17. Und von wegen „dem Obdachlosen wurden vermehrt Plätze zum Wohnen angeboten.“ So ein Käse. Offenbar mangelt es doch an Angeboten für Obdachlose, wie es u.a. auch heute in der DNN heißt. (http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Angespannte-Situation-fuer-Dresdner-Obdachlose-Nachtcaf-s-sollen-die-Not-lindern-1026649424) – Ach, ***.

    Sorry, keine persönliche Beleidigung intendiert, heute hab ich das System auf dem Kiecker.

  18. Erstaunlich diese Solidarität mit Obdachlosen, vorallem wenn diese tatsächlich pöbeln, spucken und andere belästigen.Als Vermieter hätte ich schon eher reagiert.Kaffee und Brötchen bringen, damit man sich in der Weihnachtszeit fühlt wie die Heilsarmee.lachhaft.@ hst : so cool das ihr gekifft habt und durch die Frauen mit denen ihr wart garnicht den Zaun abbauen konntet…lachhaft

  19. @Jan und AndreaS:
    mir machen Leute wie Ihr weit mehr Angst als „besoffene Penner“! Hört Euch mal zu:
    „aus dem Stadtbild verschwinden“, „von der Straße entfernen“, wer sich „nicht fügt, (da) soll die Staatsgewalt durchgreifen“
    „Probleme …(mit) zunehmende(r) Einwanderung“ (in anderem Thema)

    Gemäß dem Grunderlass zur „Vorbeugenden Verbrechensbekämpfung“ vom 14. Dezember 1937 konnte, wer „ohne Berufs- und Gewohnheitsverbrecher zu sein, durch sein asoziales Verhalten die Allgemeinheit gefährdet“, im Zuge kriminalpolizeilicher „ Vorbeugehaft“ in ein Konzentrationslager eingewiesen werden. Die Entscheidung, ob ein „gemeinschaftswidriges Verhalten“ vorlag, lag dabei allein bei den Ordnungs- und Polizeibehörden. Im Rahmen der Aktion „Arbeitsscheu Reich“ kam es im Frühjahr und Sommer 1938 zu Verhaftungswellen. Mehr als 10.000 Juden, Roma und Sinti und „deutschblütige Asoziale“ wurden in Konzentrationslager verschleppt, davon 6.000 im Juli 1938 in das KZ Sachsenhausen. Sie wurden in den Lagern mit einem schwarzen Winkel auf der Häftlingskleidung markiert.“

    Ja ich weiß, die Nazikeule, aber wenn ich mir so einige Spürüche hier so anschaue, sind wir da näher dran, als einige wahrhaben wollen…

  20. @thilo:
    ja in der Tat, schon erstaunlich „diese Solidarität mit Obdachlosen“ passt so gar nicht zum Zeitgeist, eigentlich, sieht auch irgendwie unschön aus und stört beim Einkaufen, „vorallem wenn diese tatsächlich pöbeln“, statt nett „Bitte“ und „Danke“ zu sagen und ansonsten die Schnauze zu halten, sich kleinzumachen und am Besten gar nicht erst aufzufallen…
    Keine Frage, als Unbeteiligter besoffen angepöbelt oder zumindest akustisch belästigt zu werden ist unangenehm. Passiert in der Neustadt jeden Abend gefühlte 20 mal…
    Alle sich entsprechend gerierenden Kneipenbesucher „weg von der Straße holen“? Oder vllt. mal Kopf einschalten?

  21. Wer sich nicht helfen lassen will wird zwangseingewiesen.
    Aus den Augen aus dem Sinn.
    Frohe Weihnachten!
    Viel Spaß beim Heimeln.

    @Seldom: Jetzt hast Du auch nen Punkt auf der Godwin-Skala.
    :-)

  22. @Seldon, Ihren Auszug aus einer Gesetzgebung von 1937, demzufolge aus der Zeit der Nationalsozialisten, hätten Sie sich sparen können. Das hat nichts mit diesem Thema zu tun. Sie diffamieren ja schon jeden, dessen Kommentar nicht Ihre eigene Meinung wiederspiegelt. Was war an meinem Kommentar denn falsch? Ich hab lediglich auf das Hausrecht hingewiesen und das ist nun mal ausschlaggebend. Wenn Sie diesem Obdachlosen helfen wollen, tun Sie es doch. Er freut sich vielleicht über ein warmes Bett in Ihrer Wohnung. Ansonsten verweise ich immer noch auf den deutschen Sozialstaat.

  23. @Seldon:

    Wenn ich aus der Tiefgarage fahre, will ich nicht aussteigen und „so jemand“ bitten, ob ich raus dürfe…derjenige fühlt sich auch gestört in seiner Welt und reagiert dementsprechend.
    Wenn ich einkaufen gehe, habe ich keinen Bock auf den Stress, den Gestank und Ja, es sieht unschön aus.
    Wenn er sich der Gesellschaft entsagt, dann doch auch ausserhalb der Gesellschaft…finde ich.
    Und die Kneipenbesucher sind nicht minder schlimm, nur um die geht es hier doch gerade nicht…

  24. Ich wundere mich. Wo sind wir denn, dass wir einem Menschen vorschreiben wollen, wie und wo er zu leben hat? Wenn er keine Angebote der Stadt oder von sonstwem annehmen will, ist das erst einmal seine Sache. Freier Wille – schon mal gehört, all diejenigen, die hier nach der Staatsmacht rufen?

    Wenn er herumpöbelt und Leute belästigt, ist das ggf. eine Sache für die Ordnungskräfte. Das hat aber erstmal nichts damit zu tun, wie und wo er lebt – es gibt auch Mitglieder der „besseren Gesellschaft“ deren Verhalten zwar subtiler, aber letztlich auf andere Weise genauso asozial ist.

    Nicht jeder Obdachlose pöbelt beliebig seine Umwelt an (ehrlich gesagt, sind das eher die Ausnahmen, so weit ich das mitkriege). Nicht jeder Mensch in „geordneten Verhältnissen“ ist ein strahlendes charakterliches Vorbild. Hier werden zwei Dinge miteinander vermischt, die nicht zwingend zusammengehören.

    Die Freiheit des einen endet dort, wo er die Freiheit des anderen einschränkt.

  25. @anderer Stefan: thumbs up!
    @Jan: Diffamiert wird hier zunächst mal ein Mann mit verschiedenen Problemen. Dies geschieht mit einem Vokabular, welches mich in der Tat an die LTI erinnert. Daher der Verweis darauf. Damit habe ich weder Sie noch konkret jmd. anderen angesprochen/ansprechen wollen, sondern allgemein darauf hinweisen, dass der Ruf nach law-and-order, Bereinigung des Stadtbildes und konformem Verhalten oder auch gegen „Überfremdung“ (wie in Ihrem oben verlinkten Beitrag zu anderem Thema) von den damaligen Zuständen nicht allzuweit entfernt scheint…

  26. ein anderer Stefan:
    Ich wundere mich. Wo sind wir denn, dass wir einem Menschen vorschreiben wollen, wie und wo er einen Zaun an sein Haus baut?

    Die Freiheit des einen endet dort, wo er die Freiheit des anderen einschränkt.

  27. @Der ewige Stenz:
    Der Eigentümer hätte natürlich den Schlafgast vorher fragen müssen ob er den Zaun anbringen darf. Wo kommen wir denn hin wenn der Eigentümer über sein Eigentum selber entscheiden darf. Also wirklich diese Eigentümer sind ganz böse Menschen. ;)

    Ich kenne zwar die Rechtslage nicht aber vielleicht wird der Eigentümer bzw. Verwalter in Mithaftung genommen wenn der besagte Herr vom Auto überrollt wird. Es handelt sich hier immerhin um eine Ein/-Ausfahrt. Manchmal sind die Gründe vielleicht viel pragmatischer als man denkt.

  28. „er räumt abendlichen Partygästen auch schon mal das Leergut hinterher“………genau das macht er weil er so ein ordendlicher mensch ist und nicht weil er die kohle brauch…. :D

  29. „Die Freiheit des einen endet dort, wo er die Freiheit des anderen einschränkt.“

    Mm… wer hat denn überhaupt den Netto in die Brache gebaut, auf der sich jahrelang frei getummelt werden durfte? Wer hat denn die Nutzer damals weggeräumt? Warum konnten dort Freiheiten so einfach eingeschränkt werden?

    Welche Freiheit überhaupt? Wessen Freiheit? Freiheit, Freiheit – Quatsch mit Sose. Shopping rules! =) Yeah!

    Und wem das jetzt zu plakativ war: Ich sehe hier ein gutes Beispiel für den Zusammenhang zwischen der Privatisierung öffentlicher oder teilöffentlicher Räume und der Verdrängung finanzschwacher Personen aus diesen Räumen. Das hat aber nix mit Nazis zu tun (leider), sondern mit der Verbreitung neoliberaler Deutungsmuster in unseren Köpfen. Das ist so ähnlich wie Nazis aber legal.

  30. torsten:
    Genau! das ist natürlich uneingeschränkt richtig, denn alles was nicht vorbehaltslos mit [wohlstands-]linken Denkmustern übereinstimmt ist selbstverständlich neoliberal und somit superböse und dadurch klarerweise naziähnlich.

    Wem das also nicht plakativ genug war:
    freiheitlich = sozialistisch
    [neu, böse und national kürzen sich raus]

  31. @torsten
    Dann fange halt an zu sparen und kaufe noch freistehende Grundstücke. Dann kannst du ganz viele tolle Projekte aufziehen.
    In dem Gebäude ist auch ein Kindergarten, ganz ganz schlimm den armen Kindern da einen Betreuungsplatz anzubieten. Und das bei dem Überangebot *;)*

  32. @torsten: ooch ’n gezückter Daumen. Allerdings sehe ich schon parallelen zwischen neo- oder marktliberalismus und Faschismus, siehe die Regierung Cuno in den Zwanzigern: „Aufhebung des Achtstundentags, Überstundenarbeit ohne Zuschlagszahlung, Verbot von Streiks, Umbau des Steuerrechts zugunsten der Unternehmen sowie Abbau aller staatlichen Regulierungsmaßnahmen der Wirtschaft, Sanierung der Reichsbahn nach privatrechtlichen Normen, Ablehnung einer Arbeitslosenversicherung, Privatisierung öffentlicher Unternehmen usw.“

  33. Niemand hat das recht Menschen zu verurteilen, ohne zu wissen, warum ein Mensch auf der Straße lebt,welche Geschichte er in sich trägt hat niemand vorschnell zu verurteilen. Außerdem landet man heut schneller auf der STraße als viele denken, manchen sieht man es nur nicht sofort an.
    Weiterhin trifft man wohl auf viele assoziale Menschen die ohne alkohol und regelmäßiger auffallen als dieser Obdachlose, der durch viele erfahrungsberichte direkter anwohner wirklich positiv und friedlich ist. Außerdem ist das Vorgehen keine Art und Weise einem menschen klar zu machen, dass er dort unerwünscht ist …scheinbar symbolisiert der zaun auch das beschränkte denken was sich auch hier in vielen oberflächlichen kommentaren wiederspiegelt.

  34. @Der ewige Stenz: Zum Zaun habe ich mich überhaupt nicht geäußert, den habe ich auch nicht gemeint. Es ging mir um die Stimmen, die hier fordern, dass der Obdachlose das Angebot der Stadt annehmen müsse – muss er nicht.

    Natürlich ist es das gute Recht des Eigentümers, dort einen Zaun hinzusetzen. Gefallen muss mir das nicht, auch nicht die Aktion am Blockhaus.

    (Seltsam finde ich in dem Zusammenhang den Aufwand, den man für Fledermäuse, Vögel, Schmetterlinge, Zauneidechsen etc. treibt, denen man teilweise bei Neubauten sogar einen Nistplatz o.ä. einbauen muss. Von Brückenentwürfen mal ganz zu schweigen. Aber obdachlose Menschen sind offenbar Schädlinge, die man vergrämen muss…)

  35. @Stenz:
    Nööö, ich hab blos gesagt, dass Freiheit offenbar nicht Ziel des Handelns ist wenn man Leute wegräumt (ihnen also Freiheit nimmt), sondern ein Mittel um bestimmte Lebensweisen zu fördern und um andere zu behindern.
    Anyway: fühl Dich nicht persönlich dafür verantwortlich. In dem Fall sind wir wirklich alle als Kollektiv Schuld. Im Unterschied zu den Nazis, dort war’s ja im Prinzip nur Hitler, sein Fahrer und drei Angestellte.

    @Robert: Super Idee.

  36. Hallo Thilo

    Wenn ich aus der Tiefgarage fahre, will ich nicht aussteigen und “so jemand” bitten, ob ich raus dürfe…derjenige fühlt sich auch gestört in seiner Welt und reagiert dementsprechend.
    Wenn ich einkaufen gehe, habe ich keinen Bock auf den Stress, den Gestank und Ja, es sieht unschön aus.

    Irgendwie hatte ich auch nichts anderes erwartet…Aber man hätte in dem obigen Satz bestimmt noch etwas häufiger das Pronomen ich unterbringen können…

  37. Trotzdem sollte sich jeder potentielle Kaffe-Vorbei-Bringer darüber im Klaren sein, daß aller support, der nicht auf eine Veränderung der Lebenssituation des guten Mannes hinzielt, Sozialkitsch ist und ihm nicht hilft, sondern ihn tiefer in die Scheisse reitet, in die ihn die Umstände gebracht haben. Obdachlosigkeit wird nicht schöner durch einen wärmeren Schlafsack oder einen Pott Kaffee, daran kann man sich super das Ego aufrichten, aber wer Pennern Brötchen reicht oder bettelnden Druffies Geld gibt (anderes Beispiel), hilft, Lebensrealitäten zu zementieren, auch wenn der betr. Person kurzfristig geholfen ist.
    So wie ich das immer gesehen habe, redet der Mensch bereits laut mit Phantomen in seiner Umwelt und hat ne vollgekackte Hose. Den hier Schlafen zu lassen im Dezember, ist eine zynische Problemlösung durch Lungenentzündung, weiter nichts. Wer das gerne möchte, kann sich gern mitschuldig machen durch immer weiteres Unterstützen. Der Mann hat bestimmt eine nicht untypische und uninteressante Geschichte, aber man sollte ihn nicht als Vorlage für notwendige Gesellschaftskritik mißbrauchen, was der braucht ist nen Arzt, Sozialarbeiter und nen Nachtasylplatz. Wenn er es vorzieht, weiter im Winter auf dem Beton zu schlafen, ist es seine freie Entscheidung, aber nicht Eure !

  38. Tja. Was soll man machen? Die Obdachlosen „zu ihrem eigenen Besten“ zwangsweise in ein Asyl einweisen? Sie in der Kälte draußen krepieren lassen? Ihnen was zu Essen oder Geld geben – oder doch nicht? Sich einmischen? es lassen? Wenn einer partout keine Hilfe will, aber eigentlich Hilfe braucht – was dann? Ist sein freier Wille (je nachdem, wie frei der noch ist, sofern Alkohol- oder Drogenabhängigkeit, ggf. Folgeschäden vorliegen) höher zu bewerten, auch wenn er sich damit umbringt, als die Hilfe, die man ihm aufdrängt? Bei Alkoholabhängigkeit nützen alle Angebote nix, wenn der Betroffene nicht selber einsichtig ist – und ich bin mir nicht sicher, ob die Fähigkeit zur Einsicht unbedingt immer noch vorhanden ist.

    Ich bin insgesamt einigermaßen ratlos. Menschen gegen ihren Willen einsperren oder irgendwo einweisen ist ein Unding. Wenn „der Staat“ das tut, muss es dafür eine stichhaltige Begründung geben, warum das geboten ist. Freiheitsentzug ist eine ernste Sache, auch wenn es sich „nur“ um ein zwangsweises Asyl handelt. Andererseits – wenn ein Mensch sich ernsthaft in Gefahr bringt, hat dann „die Gesellschaft“ eine Fürsorgepflicht, auch gegen den Willen des Betroffenen?

  39. Zu den Maßnahmen, wie sie vor über hundert Jahren in der städtischen „Arbeitsanstalt“ Dresdens (Königsbrücker Straße 119, war später Wehrkreiskommando der NVA), will hoffentlich keiner zurück. Deren Verwaltungsordnung läßt ein drakonisches Regiment erahnen. Dorthin kamen „lüderliche, trunksüchtige und arbeitsscheue Personen“, die zur Arbeit gezwungen wurden, aber auch solche, die den Unterhalt für ihre Familie und Kinder nicht leisten wollten. Ziel war es, sie wieder an ein geregeltes Arbeitsleben heranzuführen. Freigang (sozusagen) gab es nicht, nur zur Wohnungs- und Arbeitssuche. Strafen bei Fehlverhalten reichten von Essensentzug über ein hartes Lager zu Schlägen und Einzelhaft, dies auch unter verschärften Bedingungen, wie Dunkelzellen oder stundenweise (bis 14 Stunden) Einschließung in eine Zelle, in der man nur stehen oder sitzen konnte.
    Ich denke, das wird sicher gut funktioniert haben, weil Menschen ja allgemein auf Zwangsmaßnahmen gut ansprechen. (Vorsicht, Ironie)

    Will sagen, das Problem ist ja mindestens so alt wie die Herausbildung neuzeitlicher städtischer Gesellschaften, wahrscheinlich deutlich älter. Natürlich kann man es „lösen“, indem man Obdachlose und andere „unerwünschte Subjekte“ an den Rand drängt. Abstellen wird man es so nicht, nur verlagern. Nur weil Obdachlose aus den Innenstädten vergrämt werden, werden sie sich nicht plötzlich ändern und zu einem geregelten Leben zurückfinden.

  40. ich habe die kommentare nur überflogen aber zum glück sind sie von der anfänglichen pikiertheit in sachlichkeit umgeschwenkt. warum der typ macht was er macht, sei dem wie es sei, auch der zaun; aber ich habe ihn schon mehrfach erlebt und finde ihn zum kotzen. stolziert an der ecke rum wie der gockel vom dienst mit geschwollener brust. mault alle an und droht mit schlägen und ich habe ihn auch schon mehrere male handgreiflich werden sehen. für den habe ich von allen, die sich da rumtreiben, die wenigsten sympathien.

  41. Also ehrlich – wo ist das Problem? Jeder Obdachlose kann ne Unterkunft bekommen, wenn er nur will, sowie entsprechende Unterstützung um seinen Alltag zu bestreiten. Aber das wollen Sie nicht. Also bitteschön – dann müssen sie sich aber trotzdem an Regeln halten. Es kann nicht jeder für sich entscheiden, wo er leben möchte, und dazu einfach fremden Grund und Boden auserwählen.

    Und diese Mitleidsmasche, von wegen und „Mir gehts so schlecht, gebt mir nen Euro“ ist bei den meisten (!) einfach nur lächerlich. Sie sind zu faul, das ist alles, und wollen sich durchfüttern lassen. Nur leider führen die Leute, die denen ständig was zuwerfen, nur dazu, dass immer mehr von denen die Eingänge zu den neustädter Nettos etc. blockieren. Schönes antrainiertes Verhalten. Klingt hart, ist aber so.

    Von daher – sollen sie sich an die Regeln halten, die für alle gelten, oder eben die Konsequenzen spüren. Sonst können wir uns allgemeingültige Gesetze gleich knicken. Natürlich gibts immer wirklich hilfsbedürftige Ausnahmen, welche ich von meinen Kommentaren ausschließe, aber die sind wohl die deutliche Minderheit unter ihnen.

    PS. Ich spende gern mal was, aber nicht um Leute in ihrer Faulheit zu bestärken.

  42. @nurmalso: Hauptsache, die eigene Meinung beibehalten, wie? „Faul“ und „durchfüttern“ sind wunderbare Schlagworte aus dem Wörterbuch des Unmenschen, die man ohne weiteres auch auf Hartz-IV-Empfänger anwenden kann (was ja auch gerne gemacht wird.) Ich will gerne zugestehen, dass es sicher Leute gibt, die anders leben könnten, wenn sie sich an die Regeln hielten. Aber mal ehrlich – täglich vorm Supermarkt zu hocken und Leute anzuschnorren klingt jetzt nicht wie der Traum vom Leben. Um so tief zu sinken, dass man sein letztes bißchen Würde über Bord wirft und Leute anbettelt, muss es einem schon echt dreckig gehen. Diese Leute pauschal als Faul zu beschimpfen, finde ich unschön. Die halbherzige Ausrede, dass das nicht für die „wirklich hilfsbedüftigen“ gilt, lasse ich da nicht gelten. Urteile über andere Menschen sollte man nicht leichtfertig fällen.

    Was das an die Regeln halten angeht: man darf auch mal hinterfragen, ob die Regeln (z.B. die Hartz-IV-Gesetze mit ihren Sanktionen und anderen Eingriffen in die persönliche Freiheit) gut und angemessen sind. Regeln sind kein Selbstzweck. Die Regeln einhalten und alles wird gut ist eben kein Patentrezept und keine Entschuldigung, das Denken einzustellen.

    Und die Aussage: „An die Regeln halten oder die Konsequenzen spüren“ ist nicht weit weg von der Gedankenwelt, die zur Einrichtung der von mir oben beschriebenen Arbeitsanstalt geführt hat. Wenn Sanktionierung wirklich ein wirksamer Lösungsansatz wäre, wären unsere Gefängnisse bedeutend leerer.

  43. Ich kenne einige Leute die genau das tun… „täglich vorm Supermarkt zu hocken und Leute anzuschnorren“ … die meisten davon sind ganz und garnicht faul. Die gehen auch arbeiten, wenn es Arbeit gibt für gutes Geld oder ein leckeres warmes Essen und nen Kaffee dazu. Die wollen nur eben nichts von den ganzen Auflagen vom Amt wissen und/oder sich fest an einen Ort binden. Viele sind mal für 2 Monate in der Stadt XY, dann für 5 Monate hier und dann wieder für paar Wochen wo anders. Wenn se für ihre Freiheit auf ein festes Gehalt verzichten wollen, ist das doch ihr Ding. Niemand ist gezwungen denen Geld zu geben, wenn se vorm Netto sitzen und nach Kleingeld fragen.

  44. @ Nurmalso:
    „Jeder Obdachlose kann ne Unterkunft bekommen, wenn er nur will, sowie entsprechende Unterstützung um seinen Alltag zu bestreiten. „

    Ist Märchenzeit im Kommentarbereich? – Ich glaube nicht, denn es wurde ja hier auch schon auf Folgendes hingewiesen:

    – „Angespannte Situation für Dresdner Obdachlose – Kapazitäten reichen nicht für alle Betroffenen“ – http://bit.ly/1cdeg0G
    -„Zahl der Obdachlosen in Sachsen steigt“ – http://bit.ly/1hnynZv
    -„Immer mehr Dresdner von Obdachlosigkeit bedroht – Fallbeispiel aus Dresden“ – http://bit.ly/1jkYAw5

    Ich finde es lächerlich, wie beharrlich einige selbsternannte Moralapostel hier ihre verhärtete protestantische Arbeitsethik und die damit verbundenen kognitiven und emotionalen Einschränkungen stolz vor sich her tragen.

  45. Fakt ist wenn man sich die Obdachlosen und/oder Nettositzer anschaut, nicht als faul oder sich durchfüttern lassen einzustufen sind – eher psychische- und Drogen-Probleme haben- die durch ,,arbeiten gehen“ nicht einfach weg sind.
    Und schön ist es bestimmt nicht da zu sitzen oder zu schlafen.

  46. vor allem weil er ja auch schnorrt oder wie? nicht einmal hab ich ihn schnorren sehen oder gar fordernd. nicht jeden maßnahme ist gut, vielleicht ist es auch nicht immer richtig alle dabei zu unterstützen, aber lieber beschäftige ich mich mit dem thema und geb was zu essen (und nicht blanko geld)als wie die meisten nichts zu machen und zu meckern, davon gibts schon genug, schließlich gehts uns ja nicht schlecht was ist schlimm daran abzugeben? Besonders bei ihm, der wenig negatives verkörpert sondern freidlich dort seine zeit verbringt. komischerweise berichten direkte anwohner oder netto -arbeiter sehr viel postives über ihn und scheren ihn nicht mit jedem anderen sogenannten „penner“ über einen haufen

  47. Der Zaun ist übrigens weg, obwohl es heute früh erst so aussah, als ob mehr dazu kommt. Ein Willkommensgrafitti gibts auch schon und eine schöne Absperrung auf dem Sockel in der Mitte.

  48. Habe ich vorhin auch schon gesehen. Ich finde es unter aller Sau das man Zäune einsetzt, um Menschen am Schlafen zu hindern.
    Das ist das Allerletzte. Welcome back Holli und Danke den Zaunabbauern. Das ist Courage.

  49. nix Courage… als ich heute früh dort lang gekommen bin war dort Bauschlosserei XYZ zu gange, eigentlich dachte ich, die würden den Käfig vergrößern, Holli direkt daneben hats scheinbar nicht gestört

  50. @anderer Sefan:
    1. Ist Deine Meinung denn keine eigene?
    2. Wie aus dem Kontext hervorgeht – „An die Regeln halten“ bezieht sich hier ja wohl auf die Tatsache, dass Grund und Boden jemandem gehören, und solange derjenige nicht einwilligt, dass er dort bleiben kann, kann er es nicht, fertig. Oder möchtest Du ungebetene Dauergäste in Deinem Garten/Flur/Deiner Wohnung? Nur weil jemand für sich entscheidet, einen bestimmten Lebensstil zu wählen, geniesst er noch lange keinen Sonderstatus. Denn wenn er es täte, hieße das, jeder kann selbst entscheiden, ob er andere Besitzrechte achtet oder nicht. Und falls dem so wäre, dann stell Dir das ganze x 80 Millionen vor.
    3. Deine Moralkeule mit Hartz4-Gesetzen und Arbeitsanstalten kannst Du stecken lassen. Kreiere Zusammenhänge, wie Du willst, deshalb sind sie noch lange nicht zutreffend, nur weil Du etwas in meine Aussagen hineininterpretieren möchtest.

    @Torsten: „..wie beharrlich einige selbsternannte Moralapostel hier ihre verhärtete protestantische Arbeitsethik und die damit verbundenen kognitiven und emotionalen Einschränkungen stolz vor sich her tragen“ – Wow, was muss man dafür rauchen? Texte lesen, verstehen und korrekt interpretieren gehört anscheinend nicht zu Deinen kognitiven Fähigkeiten.

  51. @ nurmalso: Doch, meine Meinung ist meine Meinung. Ich bin aber bereit, sie zu hinterfragen, wenn es dafür einen Anlaß gibt.
    Natürlich hat der Eigentümer das (Haus-)Recht, unerwünschte Gäste rauszuwerfen. Die Frage ist, wie groß ist die Beeinträchtigung, sprich, muss ich das Recht ausüben? Im übrigen läßt sich eine Tiefgarageneinfahrt schwerlich mit Wohnung, Hausflur oder Garten vergleichen – durch die Einfahrt fährt man zweimal am Tag kurz durch. „Schön“ ist das sicher nicht, wenn da ein Obdachloser rumliegt. Und nun? Wenn ich ihn vergräme? Dann geht er irgendwo anders hin. Hat was von St.Florians-Prinzip.
    Ich störe mich aber an den pauschalen Urteilen und Begriffen wie faul und durchfüttern. Von da ist es gedanklich zum Parasiten nicht mehr weit, glaube ich, zumindest ist damit aber eine (Ab-)Wertung verbunden.

  52. @nurmalso:

    “ “..wie beharrlich einige selbsternannte Moralapostel hier ihre verhärtete protestantische Arbeitsethik und die damit verbundenen kognitiven und emotionalen Einschränkungen stolz vor sich her tragen” – „
    >>Texte lesen, verstehen und korrekt interpretieren gehört
    >> anscheinend nicht zu Deinen kognitiven Fähigkeiten.

    Es gehört sogar zu meinen Stärken und Lieblingsbeschäftigungen. Daher möchte ich es gerne noch mal fundierter tun:
    In Deinen Kommentaren kommen weder Mitgefühl oder Verständnis für Menschen zum Ausdruck, die von Obdachlosigkeit betroffen sind, noch demonstrieren sie ein vorhandenes Wissen über die gesellschaftlichen Umstände, die Obdachlosigkeit begünstigen. Informationen über diese Zusammenhänge werden von Dir scheinbar mühelos ausgeblendet. (Das nenne ich kognitive und emotionale Einschränkungen.)

    Stattdessen werden in obigem Kommentar kausale Zusammenhänge zwischen persönlichem Wohlergehen und einem nicht näher bestimmten, als „Faulheit“ eingeführten Hilfskonstrukt, das hier möglicherweise der Befriedigung eigener Eitelkeiten, als auch der Abwehr sozialer Abstiegsängste dienen soll, hergestellt. Auch der tautologische Verweis auf die Legitimation von Eigentumsregimes und die Notwendigkeit von Regeln (man muss Regeln einhalten, weil sonst die Gesetze sinnlos sind) hat m.E. ganzen starken Verlustabwehr-Charakter. Das nenne ich verhärtete protestantische, ja sogar calvinistische, Arbeitsethik.

    Für eine Kritik Deiner oben ausgedrückten, primitiven behavioristischen Vorstellungen von menschlichem Lernen hatte ich beim ersten Lesen keine Zeit. Das will ich mal nachholen: Die sind natürlich primitiv und behavioristisch.

    Du fragst, was man rauchen muss, um zu einer solch fundierten und gleichermaßen originellen Interpretation zu gelangen. Mm… man muss nichts dafür rauchen, allerdings schadet es auch nicht, wenn man beim Lesen und Denken raucht. Solltest Du mal probieren.
    Vor allem das Denken.

  53. @anderer Stefan:
    Es hat mich nur ein wenig irritiert, wie Du bei einem ersten Post von „beharren“ sprechen kannst. Dann nehme ich mal an, Du hast das Wort falsch gewählt.

    Sicher muss der Eigentümer das Recht nicht ausüben, aber er kann es. Es spielt doch überhaupt keine Rolle, ob es die Tiefgarageneinfahrt o.ä. ist, und es geht auch nicht um schön oder nicht. Wie auch immer – man kann es gut oder schlecht finden, dass der Eigentümer sein Recht (wo auch immer) ausübt, dazu nehme ich gar keine Stellung. Aber es steht ihm zu, insofern verstehe ich die Aufregung nicht. Was dem Obdachlosen nicht zusteht, ist auf fremdem Besitz zu campieren. Diese Tatsache jedoch führt zu keiner Aufregung – also ist die ganze Situation schon abstrus: Wird das Recht eingehalten, regen sich die Leute auf, wird es nicht, dann ist alles bestens.

    Gut – Obdachlose als faul zu bezeichnen, war vielleicht nicht angemessen oder unpräzise ausgedrückt. Nennen wir es halt bequem. Die meisten leben so, weil sie so leben wollen. Also sehe ich keine Notsituation, weswegen man Ausnahmen per se akzeptieren sollte – und schon gar keinen Grund, sie in ihrer Lebenswahl zu bestärken. Aber das kann ja jeder halten, wie er will.
    Und die Obdachlosen, die unverschuldet oder aufgrund eigenen Unvermögens in diese Situation gekommen sind, denen muss natürlich geholfen werden. Aber ob es ihnen hilft, ab und an mal nen Euro in die Tasse zu werfen, und sie in x-beliebigen Ecken campieren zu lassen, nur damit sich ihre unakzeptable Situation immer länger hinaus zögert, darf ja wohl bezweifelt werden. Die beste und nachhaltigste Hilfte ist doch, Betreuung und Unterkunft zu finden, und auch da traue ich Polizei/Ordnungsamt zu, die richtigen Stellen kontaktieren zu können.

  54. @nurmalso: Die Formulierungen im ersten Post klangen nach einer fest gefassten Meinung, daher kam ich zu „beharren“.

    Natürlich hat der Eigentümer sein Hausrecht und kann es durchsetzen. Streng genommen hat dann ein Obdachloser keinerlei Recht, sich irgendwo aufzuhalten, denn jedes Grundstück gehört jemandem. Wenn man das konsequent weiterdenkt, wird der Obdachlose letztlich gezwungen, sich eine Unterkunft in welcher legalen Form auch immer zu suchen. Ob es ausreichend Unterkünfte gibt, darf bezweifelt werden, dazu gab es weiter oben eine Reihe Verweise. Und nun? Weiter konstruiert, wird der Obdachlose legal von jedem Grundstück verwiesen und findet keine legale Unterkunft – was dann? Hauptsache, die Regeln sind eingehalten?

    Ob nun faul oder bequem – das ist Haarspalterei, nur etwas freundlicher formuliert, und es ist eine Wertung. Ob „die meisten“ „so leben wollen“, kann ich nicht beurteilen. Es fällt mir schwer, mir das vorzustellen, dass Menschen freiwillig auf der Straße leben wollen und nicht wissen, wo und wie sie was zu essen finden. Ich kann mich nicht in so einen Menschen hineinversetzen und nachvollziehen, warum er in dieser Situation ist und ob er einen Weg hinaus sucht oder warum er keinen findet.

    Es mag sein, dass der „Euro in der Tasse“ den Menschen nicht hilft – aber hilft es ihnen, den Euro nicht zu geben? Werden sie dadurch einsichtig, dass sie Hilfe brauchen, und wenden sich vertrauensvoll an die nächste Stelle, an der sie Hilfe kriegen? Natürlich gibt es Obdachlose, die ihr Geld in Alkohol umsetzen, die vermutlich schwer alkoholkrank sind und möglicherweise vom jahrelangen Mißbrauch Hirnschäden haben. Und? Ist es besser, wenn sie volltrunken in einer Ecke liegen, oder wenn sie durch kalten Entzug Krämpfe kriegen und weiße Mäuse sehen?

    Ich weiß immer noch nicht, was richtig ist. Ich bin da wirklich ratlos. Pauschalrezepte werden aber selten helfen.

  55. aus dem Alltag heraus…frag ich mich manchmal obs getreu dem Motto geht: Dieses Jahr noch schnell ne gute Tat um das Gewissen zu beruhigen. Fragt doch glatt eine junge Dame, die Nummer Zwei der Kumpanen ob er derjenige welcher wäre über den so heftig diskutiert wird und ob Sie helfen kann? Der Gesichtsausdruck des Mannes wird mir über diese graue, triste Jahreszeit hinweg helfen. Wäre die Sitation des Mannes ansich nicht so ernst, ich hätte ne Lachanfall bekommen. Zum Thema Holli: dieser lag nun gestern wieder angeheitert mitten vorm Einfahrtstor der Tiefgarage und lag und lag und lag. Das dies dann, spätestens beim zweiten Auto welches in die TG möchte, zu einem Rückstau auf der Kami führt und allen die so schon voll unter Strom im Weihnachtsvorstress stehn nicht dienlich ist dürfte jedem klar sein. Deswegen kann ich den Hausbesitzer schon irgendwie verstehn auch wenn das an Hollis Situiation leider nichts ändert. Und bevor jetzt alle Gutmenschen wieder losmotzen, euch auch ein besinnliches Weihnachtsfest!

  56. @anderer Stefan: Sicher, Pauschalrezepte helfen nicht in allen Fällen, es muss halt differenziert werden.

    Es gibt schon Notlagen. Aber ich bin in die betreuerische/therapeutische Szene etwas involviert, ohne das hier näher zu erläutern. Für Menschen, die Hilfe wollen und suchen, gibt es zahlreiche Hilfsangebote. Nur Menschen, die keine Hilfe wollen, kann man nunmal nicht dazu zwingen. Die zwei Hauptgründe für ihre Lage sind Unwillen, etwas daran zu ändern (freie Wahl) und Unfähigkeit. Das kann psychische Ursachen haben etc. pp. Und wenn ich mir die Obdachlosen ansehe, die im Sommer vor diversen Läden, der Post etc. lagern, würde ich die wenigsten als unfähig einschätzen. Ganz im Gegenteil scheint es einigen so zu gefallen, wenn sie vor der Post auf der Wiese in der Sonne liegen, und Dich grinsend um ne Spende bitten. Auch wenn wir es uns nicht vorstellen können. Oder hast Du Dich nie gefragt, warum im Winter kaum irgendwo Obdachlose zu sehen sind, sie im Sommer aber zahlreich auftreten?

    Wie auch immer. Ich bin für klare und konsequente Herangehensweise nach dem Motto: „Hier ist Hilfe, die Du annehmen kannst – und das sind die Regeln, was geht und was nicht, mit den entsprechenden Konsequenzen.“ Wer Herr seiner selbst ist, kann ja dann entscheiden, was er tut. Und wer das nicht ist, der braucht ganz andere Unterstützung.

    Ich hätte ihn vermutlich vor Weihnachten auch nicht da abtransportieren lassen, wenns meine Einfahrt gewesen wäre, aber das ist jetzt auch zu leicht gesagt, wenn man die ganze Hintergrundgeschichte und andere Seite nicht kennt.

  57. Der Armutsbericht 2013.
    „Seit 2006 ist die Armut in Deutschland von 14,0 Prozent auf mittlerweile 15,2 Prozent (Sachsen 19%, Platz 12/16) kontinuierlich gestiegen….Die sozialen und regionalen Fliehkräfte, gemessen an der Einkommensspreizung, nehmen seit 2006 in Deutschland dramatisch zu. Deutschland steht vor der Zerreißprobe.“
    Wer da Zusammenhänge zwischen Gesellschaftssystem und gesellschaftlicher Entwicklung sieht, liegt möglicherweise nicht völlig falsch…Bei der beschriebenen Entwicklung werden wir wohl demnächst noch ein paar mehr Leute haben, die „hinten runterfallen“…Mal seh’n, welche sozial-darwinistischen Thesen da noch rausgekramt werden…

  58. Als ob es keine anderen Probleme gäbe!
    Warum regt sich keiner über die haufenweise durch die Neustadt marodierenden , pöbelnden, pissenden, grölenden, auf der Straße herumtorkelnden, Flaschen zerdeppernden, die ganze Woche vor dem Chef kriechenden, am Wochenende-lass-ich-mal-so-richtig-die-Sau-raus- Drecksproleten!?

    D A G E G E N sollte etwas unternommen werden.

  59. Vergesst bitte nicht, dass Ihr hier Zahlen vom Wohlfahrtsverband zitiert. Das ist letztendlich auch eine Lobbygruppe, insofern werden ihre Studien natürlich ihr Weltbild unterstreichen. Ich empfehle da zur Vorsicht bei der Interpretation.

    Genauso wie beim offiziellen Bericht von der Regierung natürlich, der logischerweise sagt, dass das meiste in Butter ist.

  60. @ Torsten: Quatsch mit Soße, der Paritätische hat tatsächlich ’nen eigenen Armutsbericht erstellt (Holla die Waldfee).
    Allerdings: Der Armutsbericht des Bundestags sagt aber keineswegs, dass alles in Butter ist.

  61. @ (rauchender) Torsten: Bist Du sicher, dass Texte lesen und verstehen zu Deinen selbsternannten Stärken und Lieblingsbeschäftigungen zählt? Da man es Dir offensichtlich in kleinen Häppchen verdaubar servieren muss, hier nun das Menü:

    1. Sprichst Du von Kommentaren – zum Zeitpunkt Deines Posts hatte ich zu dem Thema nur einen abgegeben. In dem Zusammenhang ist mir das Wort „beharrlich“ unklar – wie kann man mit der ersten Aussage auf etwas beharren.
    2. Moral – Wenn Du offene und direkte Kritik als Moral verstehst, zumal meine politisch völlig inkorrekte Aussage, Obdachlose wären zumeist faul, nun, dann informiere Dich mal über die Bedeutung dieses Wortes. Ich schwinge wesentlich weniger die Moralkeule als viele andere (inklusive Dir).
    3. Apostel – Dass Du mich als von Christus gesandter ansiehst, nun ja, den Zusammenhang kennst wohl nur Du.
    4. Protestantisch – Wieso das? Wieso nicht katholisch? Oder muslimisch, buddhistisch? Seit wann ist Arbeit religiös? Und ist die Aussage, dass Arbeit eher protestantisch ist, somit eine implizite Behauptung, die anderen Religionen wären eher faul? Es ist schon interessant, dass Du in einem völlig unreligiösen Post einen religiösen Bezug siehst.
    5. Arbeitsethik – auch habe ich keinerlei Bezug zu irgendeiner Arbeitsethik hergestellt. Es bleibt wiederum Dein Geheimnis, wie Du darauf kommst.
    6. Kognitive und emotionale Einschränkungen, zu denen Deine sogenannte „protestantische Arbeitsethik“ führt – hast Du für diese Behauptung wissenschaftliche Belege oder entspringt auch dieser Zusammenhang Deinen wirren Interpretationen?
    7. Dein Versuch einer Psychoanalyse meinerseits: Ganz abgesehen davon, dass man jemanden schon etwas besser kennen muss, bevor allein der Versuch Sinn macht, hast Du eine Grundregel offensichtlich vergessen: Interpretiere nie Deine eigenen unterbewussten Ängste und Sichtweisen in die Aussagen des anderen hinein. Insofern scheinst Du hier Opfer Deiner selbst zu sein.

    Du siehst, Deine Aussage ist nichts als eine Aneinanderreihung zusammenhangloser, hineininterpretierter, unfundierter Behauptungen. Dass Du natürlich nichts über mich etc pp weisst, muss man dafür auch gar nicht erst berücksichtigen.

    Insofern, lieber Torsten, beachte doch bitte, dass vermeintliches Wissen und tatsächliches Wissen ein Unterschied sind. Kreativität kann man Dir wirklich nicht abschreiben, aber bevor Du das nächste Mal Deine vermeintlichen Stärken betonst, hinterfrage sie doch erstmal kritisch ;).

  62. Soweit ich weiß beruht der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung auf dem SOEP und der des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes auf dem Mikrozensus.

  63. @ Nurmalso:

    „Bist Du sicher, dass Texte lesen und verstehen zu Deinen selbsternannten Stärken und Lieblingsbeschäftigungen zählt? „

    Relativ sicher. Ganz sicher bin ich mir, dass ich für Deinen Output protestantische Arbeitsethik und die Geduld eines Erklärbären bräuchte. Hab ich beides nich.

  64. Da wir uns hier nicht auf wissenschaftlicher Sprachebene befinden, ist es nur logisch, wie nurmalso reagiert.
    Torsten, Deine zwischen den Zeilen erkennbare Arroganz amüsiert mich..

    Egal, Frohes Fest Euch allen

  65. @anni

    Na, andersherum wird ein Schuh draus: es gibt zu wenig Armut! Wenn der Druck höher wäre, würden sich die Typen eben auch eher Arbeit suchen! So bekommen sie ihren Sprit noch auf Staatskosten,- und das bedeutet, auf UNSERE Kosten nachgeworfen. Man sollte diesen Leuten nur noch Lebensmittelgutscheine aushändigen, die nicht für Alk verwendet werden dürfen. So wird das nie was mit dem „nützlichen Mitglied der Gesellschaft“!

  66. @Martin:

    So bekommen sie ihren Sprit noch auf Staatskosten,- und das bedeutet, auf UNSERE Kosten nachgeworfen.

    Mal schnell zwischen Plätzchen und Glühwein: Recht hast Du, Martin. Ich weiß auch nicht, warum die mit ihren Panzern da am Hindukusch rumgurken.

  67. @ Peter M. …die Panzer sind das letzte Bollwerk, das unsere christlich geprägte Welt vor dem Zerfall und unsere geliebte Demokratie vor der Übernahme durch einen muslimischen Gottesstaat schützen… und dafür sind 6 (sechs) Panzerhaubitzen nun wirklich nicht zuviel

  68. @ hortkind:

    Meine Arroganz wirkt gegenüber der Deinen, mit der Du zu bestimmen suchst, wer hier wie zu reden hat (und um Gottes Willen doch nicht mit durchdachten Argumenten), geradezu knuffig.

  69. @ hortkind: Danke, und ja, der sich selbst als „knuffig“ und „relativ sicher“ bezeichnende Torsten ist tatsächlich amüsant. Wenn ihm schließlich die Sackgasse seiner Argumentation bewusst wird, wirft er eine Nebelbombe a la „Och, bin ich zu faul dafür..“ und hofft, dass es keiner merkt.
    Na, zu Weihnachten darf ja jeder mal träumen :).

  70. @ nurmalso (& his meatpuppets):

    Ich kann nicht erkennen, wo mir die Sackgasse meiner Argumentation bewusst werden soll. Und: „Nebelbomben der Faulheit“? – Come on, was Dir hier zu schaffen macht, sind doch einfach nur die belegten Mehrkornbrötchen der Dummheit.

  71. Weil ich es gerade überall lese und den Holli auch gestern in der Tiefgarageneinfahrt schlafen sah:

    Wann immer man Obdachlose trifft, gerät man in einen Gewissenskonflikt: Geh ich einfach vorbei und schaue weg, oder leg ich ein paar Münzen oder was zu essen hin, damit ich in dem Glauben einschlafen kann, was Gutes getan zu haben? Und ihr großes Herz entdecken viele auch immer dann, wenn es um vermeintliche Ungerechtigkeiten gegen Obdachlose geht. Worauf will ich hinaus?

    Obdachlosen hilft kein Mensch, indem man den Eigentümer einer Tiefgarage anprangert dafür, dass er seine Mieter und nicht zuletzt auch Holli vor sich selbst schützen will und dafür sorgt, dass der Mann sich nicht mehr an einem Ort zur Ruhe legt, an dem er a) im Winter ziemlich schnell erfrieren und b) ziemlich schnell überfahren werden kann. Ich finde die Reaktion des Eigentümers alles andere als „herzlos“ und sie ist auch aus den genannten Gründen nicht mit der Aktion der Stadt vergleichbar, die Simse vor einem Museum blockieren lässt, um einfach den Gästen das Bild eines zerlumpten Menschen zu „ersparen“ – DAS ist herzlos, denn vor dem Museum hätten Obdachlose weder sich selbst noch andere gefährdet, in der TG-Einfahrt hingegen sieht das anders aus.

    Wirklich geholfen werden kann nur jenen Obdachlosen, die sich helfen lassen wollen. Eine eigene Wohnung wollen die wenigstens von ihnen. Ich habe selbst Reportagen zu dem Thema gemacht, die meisten wollen die damit verbundene Verantwortung nicht tragen bzw. sind ihr aus verschiedensten Gründen nicht gewachsen. Viele sind krank. Solchen Menschen hilft kein Geld und schon gar keine schön gestaltete TG-Einfahrt. Sie bräuchten medizinische Betreuung und Unterstützung, um im Alltag Fuß zu fassen. Wer das aber nicht will, der darf auch nicht erwarten, dass der Rest der Welt sich nach seinen Bedürfnissen richtet. Wenn Holli in eine eigene Wohnung will, dann sollte ihm dabei jede nur erdenkliche Unterstützung gewährt werden. Allerdings finde ich es nicht sinnvoll, den Mann auch noch in seinem Irrglauben zu bestärken, es gäbe irgendein Recht, das ihm das Nächtigen in einer Tiefgarageneinfahrt gestattet. Was kommt als Nächstes? Demonstrationen dafür, dass Obdachlose sich in fremden Kellern einquartieren oder auf dem Grünstreifen der Autobahn nächtigen dürfen?

  72. @ Jane: Kann nur zustimmen.

    @ Torsten: Wenn Du den Text genau liest (was ja angeblich Deine Stärke ist), wirst Du feststellen, dass ich nicht von „Nebelbomben der Faulheit“ gesprochen habe. Wiederholt verstehst Du Texte nicht, interpretierst nicht existente Aussagen hinein und flüchtest Dich in Beleidigungen. Nunja, das Muster kennen wir ja schon, offensichtlich kannst Du vorhandene Lücken nicht anders füllen. Lassen wir es an der Stelle gut sein, es zeigt sich mal wieder, dass Gras nicht länger wird, wenn man dran zieht. :)

  73. @christoph: Müssten dann nicht 5 vor dem Kanzleramt und eine vor meiner Haustür stehen? Oder schießen die notfalls bis hierher? Falls die Hindukuschler ihre Dingsda in Dresden verteidigen wollen…

  74. @ Peter M.

    die maximale Reichweite ist geschossabhängig und liegt zwischen 30 und 56 Km.. also sollte für den Großraum Dresden und speziell für Deine Haustür ein solches Schmuckstück ausreichen, wie es um das BunteKanzlerinnenamt bestellt ist, vermag ich nicht zu sagen, dort wird meines Wissens noch auf barocke Verteidigungsmaßnahmen (Wassergraben einseitig) gesetzt

  75. @nurmalso:

    Nunja, das Muster kennen wir ja schon, offensichtlich kannst Du vorhandene Lücken nicht anders füllen.

    Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Ich könnte und würde schrecklich gerne, nur bei Deinen Lücken mir fehlt leider die Zeit.

  76. @Torsten: Was Dir fehlt, ist ein rauchfreier Kopf. Oder Du hast zu viele Deiner oben genannten Mehrkornbrötchen verspeist. Vermutlich beides.

  77. Ihr geht mir mit eurer gutbürgerlichen moral sowas von auf den zucker.
    Es ist ja schon längst nicht mehr der „Holli“ allein der das ganze Problem ausmacht sondern alle seine anhänger und morgens um 8 biertrinkenden und wegelagernden
    freunde / obdachlosen.
    Seitdem er dort schläft, hausiert, pöbelt, tagsüber total dicht im NETTO LIEGT !!!, in die Ecken schifft .. haben sich eine Menge anderer gleichgesinnte dort angesiedelt. Sie schlafen bei uns im Haus, schlagen den Feueralarm mitten in der nacht ein .. die Polizei vertreibt sie und eine halbe Stunde später sitzen sie wieder alle munter u fröhlich saufend da.

    Oja der böse hauseigentümer, so ein Aas .. wie kann er nur sein Eigen davor bewahren, dass es beschmiert und bepisst wird. Der auszug aus der SZ hat dem ganzen die krone aufgesetzt. Holli vermisst seine Familie so sehr und seine Enkelkinder. Aus dem Grund schläft er auch eben dort am Kindergarten und eine übergangswohnung will er auch nicht da er es aus eigener kraft schaffen will.

    Ja ne .. is klar. Aus eigener kraft. Deswegen liegt er jeden tag rotzedicht in der Ecke , schafft es aus eigener kraft zur nächsten Ecke wo die Mütter mit ihren Kinderwägen hindurch müssen und wo er fleissig sein Hochprozentiges wieder ablässt. Weil er das ja so genießt .. die Kindernähe. Das sich aber inzwischen der Kindergarten selbst, Eltern, Anwohner beschwert haben weil es einfach irgendwann zu viel des „Guten“ ist, darüber wird kein Wort verloren.

    Aus eigenen Stücken wird er das nicht schaffen. Der Typ sieht von Woche zu Woche abgefuckter aus. Verständlich. Ohne Stoff würde es keiner 24/7 auf der Strasse aushalten. Aber wenn ihm jeder sein Mitleid, Zuspruch, Geld und Wünsche und nun sogar eine Couch zukommen lässt .. wie bitte ist ihm da geholfen ? kein stück. es ist natürlich schön das er eine gewissen Aufmerksamkeit zu teil wird und ihm geholfen wird. aber weiß jemand auch warum er dort gelandet ist wo er jetzt ist? was muss man verbrochen haben das man dort landet ? er hat Familie .. warum will er nicht bei ihr sein sondern schläft bei der arschkälte in einer garagenauffahrt?
    ich will ihn garantiert nicht nur schlecht reden..aber es gibt für alles im leben einen Grund und jeden tag sieht u riecht man es .. wird von irgendwelchen zahnlosen angepöbelt weil man ihnen kein geld geben will, was man aber 2 tage zuvor getan hat.
    klar kann man sich an sowas schlecht erinnern wenn dazwischen 30 Bier und 2 Flaschen korn liegen.

    der typ muss absolut weg. nicht in eine andre ecke..nicht in eine andre auffahrt und darf/muss nicht nur als problem an sich verschwinden sondern er muß für sich u seine Abhängigkeit in ein heim..obdachlosenheim mit Entzug oder andere Institutionen.
    Hilfe zur Selbsthilfe ..

    so ich warte auf die nächsten Kommentare wie arm er doch ist und alle alle böse ausser er. nehmt ihn doch bei euch auf !

  78. und ja.. Rechtschreib- und satzbaufehler ..alles drin . aber in der Hitze der Thematik kann man sich leicht mal verlieren.

  79. @ Jonas:

    „Ihr geht mir mit eurer gutbürgerlichen moral sowas von auf den zucker.“

    …“Es ist ja schon längst nicht mehr der “Holli” allein der das ganze Problem ausmacht sondern alle seine anhänger und morgens um 8 biertrinkenden und wegelagernden freunde / obdachlosen. … der typ muss absolut weg. nicht in eine andre ecke..nicht in eine andre auffahrt und darf/muss nicht nur als problem an sich verschwinden sondern er muß für sich u seine Abhängigkeit in ein heim..obdachlosenheim mit Entzug oder andere Institutionen.

    Ich hätte jetzt die Deinem Beitrag zugrundeliegenden Vorstellungen als gutbürgerliche Moral bezeichnet. So kann man sich irren …

  80. „@Torsten: Was Dir fehlt, ist ein rauchfreier Kopf.“
    @ nurmalso: Weißt Du, was der Rauch in meinem Kopf und Dein Humor gemeinsam haben?
    – Sie existieren nicht! haha

  81. @Torsten: Na, da hast Du es ja doch mal geschafft, eine Aussage nicht völlig falsch zu interpretieren.
    Jetzt musst Du nur noch den Unterschied zwischen Humor und Ironie lernen. Dann dürfte Deine selbsternannte Stärke nicht mehr zu Deinen größten Schwächen zählen.

  82. Ich bringe meine Tochter jeden Tag in den Kindergarten neben dem Netto. Und wie schon erwähnt ist Holli nicht allein sondern oft auch in Gesellschaft. Manche sind so besoffen, dass Sie erst ihre Flaschen fallen lassen und dann selbst in die Scherben stürzen. Bisher durften wir schon Blutlachen, Kotzhaufen und Urinpfützen bewundern. Übrigens auch Männer mit offenen Hosen, die gerade pinkeln. Und Jane hat Recht. Wer will schon aus der Ausfahrt kommen und nebenbei ein paar Leute überrollen.

    Und nur weil ich die Neustadt liebe, muss ich längst nicht alles bedingungslos hinnehmen. Wir sind schließlich nicht alle am Gehirn zusammengewachsen und dürfen somit auch eigene Meinungen äußern.

  83. es ist halt echt so reeudig.
    es stiiiiinkt so nach pisse ..es sieht aus wie die sau dort und das ganze Gesocks..sorry…aber das geht halt echt gar nich mehr mittlerweile.

  84. es war kein Bett sondern ein Sofa was da stand– jetzt aber wieder weg ist.

    weit schlimmer wäre es doch wenn dort die Rechten stehen – liegen würden.

    bin da auch mehrmals die Woche im Netto- habe aber noch nie etwas negatives von den Obdachlosen ausgehen sehen.
    Obdachlose gehören zu unserer Gesellschaft-mit denen müssen wir nun mal leben- nicht bei allen geht es immer Super im Leben zu.
    Ob der Standort des Kindergartens der richtige ist- steht auf einen anderen Papier—- gefällt es @Jonas denn, dass sein Kind auf dem Dach eines Supermarktes spielt?

  85. **Ironie on**hahaha, genau, wir verlegen den Kindergarten, der ist ja völlig verkehrt dort und ausserdem stört er die Obdachlosen.**Ironie off**
    Mal anders gedacht: Warum nehmen Obdachlose keine Hilfe an, die Ihnen angeboten wird..?

  86. he anni. ja das is generell schon richtig und sie „gehören“ zum gesellschaftsbild. aber das ist eben von fall zu fall wieder einzeln zu bewerten. anfänglich war ich auch absolut dafür, dass er dort liegt/lebt und hatte es nicht verstehen können, warum der hausmeister/eigentümer mittels Zaun und Absperrungen versucht dem Holger den schlafplatz streitig zu machen. ein halbes Jahr später ist es jedoch aber auch echt anders. Da ich hier wohne u das tagtäglich mitbekomme, anders als andere die hier „mal“ einkaufen gehen. wie schon erwähnt..der einzige Zugang zum Hinterhof wird eben durch Holger u seine Gefolge belagert. gut. sei es drum. aber wenn ich an seiner stelle weiß, dass ich trotz Hausverbot nur geduldet werde…dann pisssseee ich nich in die ecke..in jene ecke wo Mütter mit ihren Kinderwägen durchmüssen. es stinkt und sieht dort aus..echt..ich weiß nicht ob ihr das schon mal gesehen habt wenn der Hausmeister nicht dort fegt. das geht halt echt gar nich. aber wie es dort aussieht kann mir im Prinzip auch Stulle sein. stimmt. aber egal ist es mir dann nicht mehr, wenn die dort unten um 9 zu 3. oder 4. stehen..noch total überhopft von der vornacht sind und gefragt werden wollen, ob man mal hindurch zur Tür kann …??!! da dachte ich ..mich tritt ein Pferd :D im netto hat er inzwischen auch Hausverbot . er klaute. er bezahlte mit total verpissten Geldscheinen die an der Kasse nicht mehr angenommen werden konnten. Im interview in der SZ heuchelte er was von Kinderliebe u das das der ausschlaggebende Grund dafür wäre, warum er hier unten läge. ja ne..is klaa..:)) inzwischen hat sich auch der elternrat beschwert und es geht hin zur obersten Instanz des Stadtrates. Holger bekommt auch seit 2 Monaten harz4 . klar, er kann frei wählen wonach ihm ist..wo er wohnen mag..etc. aber eben nich so. sorry…ich bin froh wenn der Penner weg ist !

  87. Wie Nightwalker Danilo berichtet, hat ihm Holli erzählt, dass er nur noch wenige Stunden auf der Strasse leben wird. Er bekommt wohl eine Wohnung und erhält ALG II.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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