Skateboarder sammeln Unterschriften für Tunnel

Der Skateboarder-Winterspot ist abgeriegelt.
Der Skateboarder-Winterspot ist abgeriegelt.
Heute Nachmittag haben sich mehrere Jugendlich am Neustädter Eingang des zurzeit gesperrten Fußgängertunnels getroffen. Sie fordern die Stadtverwaltung auf, den Tunnel endlich wieder frei zu geben. Zu diesem Zweck haben sie vor ein paar Tagen eine Online-Petition gestartet, die inzwischen schon mehr als 1800 Unterstützer aufweist.

„Der Tunnel ist unser Winterspot“, berichtet Stefan, der wie etliche andere auch mit seinem Board angerückt ist. Die Schrägen, die Stufen, das Gelände sei einfach ideal und im Winter eben geschützt vor Wind und Wetter. An guten Tagen hatten sich hier bis zu 15 Skateboarder getroffen. „Der Platz ist zentral gelegen, der Bodenbelag ist toll und der Tunnel ist beleuchtet“, schwärmt Stefan von dem Tunnel. Angeblich sollen die ersten Skateboarder hier schon in den 1980er Jahren gefahren sein. Im Sommer fand hier regelmäßig der Broiler-Jam statt. Bei der Show kamen nicht nur die Skateboarder, sondern auch die Touristen auf ihre Kosten.

Seit der Elbe-Flut 2002 waren die Läden im Tunnel nicht mehr in Betrieb. Früher gab es hier auch mal Souvenirs. Doch der Tunnel wurde wieder geöffnet. In diesem Frühjahr machte sich die Elbe erneut im Tunnel breit, seitdem ist er gesperrt. Am Montag vergangener Woche beantragten die Grünen im Ortsbeirat Neustadt, der Tunnel solle zugeschüttet werden. Die anderen Räte, mit Ausnahme der Linken, folgten dem Antrag. In der Begründung der Grünen heißt es unter anderem: „Laut Stadtverwaltung kostet die Sanierung mindestens 330.000 Euro. Ein Baubeginn ist frühestens im April 2014 möglich.“ Außerdem riegele der Tunnel den Fußgängerstrom auf der Oberstromseite von der Neustadt ab und er habe auch immer wieder mit Vandalismus-Problemen zu kämpfen gehabt.

21 Kommentare zu “Skateboarder sammeln Unterschriften für Tunnel

  1. Mehr Freiräume für Dresden! In vielen Großstädten werden teure Skateranlagen gebaut, weil man erkennt, dass Skater das Stadtbild beleben und Schwung an Orte bringen, wo sonst nicht viel passiert. In Dresden gibt es außer bei der Linken kein Bewusstsein dafür. Schade!

  2. Tunnel für Fussgänger sperren und dann für die Skater ausbauen! Einmalig in der Welt, sag ich! Dann bricht auch kein Chaos aus, wenn der Tunnel mal wieder volläuft…

  3. Ich finde man sollte mal überprüfen lassen, ob eine vollständige Sanierung für den Betrieb des Tunnels überhaupt notwendig ist. Vielleicht könnte man einen Kompromiss erwirken und einen Teil Instandsetzen um ersteinmal eine Nutzung zu ermöglichen, bis eine komplette Lösung gefunden ist. Schließlich dauern solche Planungsverfahren für die Zuschüttung und den Umbau/die Installation neuer Verkehrsanlagen mehrere Jahre und die Finazierung dafür ebenso. Nach der Flut 2002 wurde bestimmt auch keine vollwertige Sanierung in Höhe der geschätzten Summe vorgenommen. Vielleicht ist das ja ein Punkt an dem man ansetzten und aufmerksam machen könnte. Entsprechende Unterlagen dafür müssten ja vorhanden sein, ich würde mich dafür auf jedenfall interessieren und gerne herausfinden an welche Stelle man sich da wenden muss.

  4. vor allem hat die Jugend dann mal was gescheites in der Freizeit zu tun – nämlich machen die Jugendlichen damit Sport – betätigen sich sportlich,,, anstatt nur vorm PC oder Glotze zu sitzen. In der Neustadt gibt es bis jetzt eben keine gescheite Skaterfläche.

  5. Hallo Ralph, Deinen Ruf nach mehr Freiräumen in allen Ehren, aber wenn das auf dem ehem. Robotron-Areal am Hygiene-Museum keine tolle (und sicherlich auch nicht ganz billige) Skateranlage ist, dann weiß ich auch nicht.

  6. die gegend ist ja nicht gerade unbelebt. die linke hat vorrangig auf das achsotolle DDR-bauwerk hingewiesen und bei der argumentsuche glücklicherweise noch die paar skater ausfindig gemacht. dabei waren die skater mehr geduldet als erwünscht, von vielen älteren vielmehr gehasst.

    das ding ist überhaupt nicht mehr zeitgemäß, behindert den anschluss der alt- an die neustadt. auch ohne flut war immer klar, dass – sobald möglich – das ding wegkommt. gut so.

    macht ein schloss an den sperrzaun und gebt den skatern 2 schlüssel, dann können die auf eigene gefahr da rein und machen hinter sich wieder zu. wenns schief geht – schlüssel wieder weg. (bloß in schland ist laissez faire ja ein fremdwort)

  7. Es wird sich doch auf dem Russensprotplatz ein Stück finden lassen wo man etwas Asphalt draufkippen und nen paar Hindernisse dazustellen kann. Is garantiert billiger als den Tunnel zu sanieren.

  8. @piggi bob was ist an einem Tunnel nicht zeitgemäß? wo kommst du denn her. Tunnel für die skater? Warum nicht gleich für die Hufeisen Fledermaus? Leute, Tunnel sind eine tolle Erfindung um den Verkehr von Fußgängern fern zu halten. Denkt mal drüber nach. Dresden verschleudert so viel Geld im Jahr da zahlt man das aus der Porto Kasse. :-)

  9. @ Schorse: Der Park is aber meist so schon überfüllt. Für Anfänger is der garnix, eben weil er überfüllt is mit Machotypen die angeben wollen und eben deswegen auch keine Rücksicht auf Anfänger nehmen und das wichtigste: Der is in der Altstadt.

  10. Es wird immwer argumentiert, das der Tunnel die Neustadt und die Altstadt trennt? Verbindet er nicht eher?
    Kann mir das mal einer Erklären? Ich steh da aufm Schlauch! Danke!

    Was ist denn die Alternative?
    Kürzere Ampelphasen?

    Ich find den Tunnel auch nicht sonderlich schön, aber er erfüllt(e) seinen Zweck.
    Nix gegen die Skater, aber das Argument das es sich lohnt für 10 Skater am Tag da den Tunnel zu sanieren halte ich eher für fraglich. Die Idee mit dem Schlüssel find ich ganz gut.
    Also einfach eine Tunnelseite, bzw den sanierungsbedürftigen Teil vergittert lassen, dann ist kein Durchgangsverkehr mehr da und dann den Schlüssel an nen Jugend- oder Skater-Verein geben (oder beim Watzke lagern und gegen nen Pfand ausgeben).

  11. Ich verstehe nicht, was an dem Tunnel an sich für mindestens 330.000,00 Euro „saniert“ werden muss. Die oberhalb des Tunnels herausgelöste, kaputte Fliese oberhalb des Tunnels am Eingang, wenn man von der Altstadt in die Neustadt den Tunnel durchqueren will, vor welcher mit einer großen Warnbake gewarnt wird, kann es doch wohl nicht sein. Dies soll wohl bedeuten: Schaut her Leute, der Tunnel ist kaputt. Der muss zugeschüttet werden.
    Sicher gibt es Schäden im Tunnel nach dem Hochwasser, die wir alle nicht kennen, vermutlich in den Nebengelassen. Die Stadt soll doch bitte mal detailliert auflisten, was im Einzelnen saniert werden muss und jeweils kostet. Die Nebengelasse im Tunnel(ehemalige Geschäfte und Toiletten, auch wenn letztere wichtig sind) kann man zuschütten, da die bei jedem größeren Hochwasser wieder Schaden nehmen. Das ist kein Thema. Aber der Tunnel selbst ist doch gefliest. Es kann doch nicht so schwer und teuer sein, die Fugen, die nach dem Hochwasser Schaden genommen haben, zu erneuern. In Passau, welches auch regelmäßig vom Hochwasser betroffen ist, arrangieren sich die Hauseigentümer mit dem Hochwasser und haben ihre Keller beispielsweise gefliest. Bevor das Hochwasser in die Häuser kommt, schotten die Hauseigentümer ihre Keller ab und lassen sie mit Leitungswasser volllaufen. So bleibt das dreckige Hochwasser draußen. Das geht natürlich bei dem Fußgängertunnel nicht, aber der ist schließlich auch gefliest. Was dort nach dem Hochwasser zurückbleibt, ist erst einmal Schmutz. Wenn die Nebengelasse zugeschüttet sind, geht man da einmal mit dem Kärcher oder speziellem Hochdruckreinigungsgerät durch den Tunnel und reinigt die Fliesen, erneuert evtl. ausgespülte Fugen und gut ist.

    Ich bin für die Erhaltung des Tunnels, nicht in erster Linie wegen der Skater, sondern für die Fußgänger. Oben die Straße an der Ampel zu überqueren ist ein K(r)ampf. Soll doch oben die Ampel abgeschafft werden, die kostet wieviele Euro im Jahr und funktionierte nach dem Hochwasser ewig lange nicht. Was ich von den Autofahrern damals im Net gelesen habe, war, dass der Verkehr dort ohne Ampel viel flüssiger lief. Die Fußgänger hatten es schwer, für sie war es auch gefährlich, selbst erlebt. Aber wenn der Tunnel da ist, können ja die Fußgänger sicher den Tunnel benutzen.

  12. @ „_“:
    Erst informieren, dann posten. Der tunnel bietet trockene flächen und licht, darum geht es hauptsächlich und nicht um das erbauen eines neuen skateparks.
    Aber das sind solch typisch spießige kommentare
    Es geht nicht nur um „10“ skateboarder sondern um ein stück dresdens und zudem noch die möglichkeit der unbehindernden über / unterquerung der hauptstraße
    Da haben alle was davon ;)

  13. Zum Vergleich und Einordnen der Sanierungsmittelhöhe: Der Skaterpark an der Lingnerallee hat incl. Rekonstruktion Blüherpark 450.000 Euro gekostet.

  14. Für alle, die nicht verstehen warum der Neustädter Markt von der Altstadt abgegrenzt ist. Zu aller erst ist da natürlich die oben befindliche 4-spurige Köpckestraße schuld. Dieses Relikt aus DDR-Zeiten muss dringend verschmälert werden. Dies wird auch in den nächsten Jahren geschehen, es ist nämlich geplant den Verkehr nicht mehr da entlang zu leiten, sondern über die Marienbrücke, somit wird die B170 verlegt. Außerdem wird die Augustusbrücke für den Autoverkehr komplett gesperrt werden. Eine Bundesstraße hat mitten im Stadtzentrum sowieso nichts zu suchen. Eine schmalere Straße bedeutet weniger Verkehr, somit müssen und können Fußgänger auch wieder oberirdische Übergänge nutzen. Da nun der derzeitige Fußgängertunnel durch das Hochwasser beschädigt wurde, ist es doch rausgeschmissenes Geld diesen noch zu sanieren, wenn er in einigen Jahren sowieso zugeschüttet werden wird. Daher ist dies ein für Dresden erstaunlich weitsichtige aber richtige Entscheidung.

  15. Ich gehe davon aus eine Bürgerinitiative könnte die erforderlichen Baumaßnahmen in ihren Kosten maßgeblich reduzieren. Das gerade die Grünen hier mit finanziellen Problemen argumentieren ist ja beinahe lächerlich, keine andere Partei hat so eine miserable Finanzpolitik…

  16. Moin,

    der Tunnel war fast die kompletten 90er mein BMX Flatland Winterspot. Ich war sehr dankbar für diese Möglichkeit im beleuchteten und trockenem fahren zu können. Anfang der 90er trafen sich dort auch regelmäßig die Break Dancer der Stadt. Sk8ter wussten den Spot schon zu DDR Zeiten zu schätzen. Im Winter hat man mich dort fast täglich angetroffen.

    Leider gab es aber auch genug Unschönes zu sehen. Der Tunnel war oft genug Opfer von Vandalismus. Die Schaufenster wurden früh aufgegeben. In die Decke wurde investiert … Nachdem sie komplett zerstört war. Die Touristinformation hat fast täglich Grafitis von der Scheibe wischen müssen. Der Boss ( man kannte sich mittlerweile ) hatte für die lauten Skater nur Rollsplitt übrig. Auch er hat aufgegeben.

    Den Skatern ging es im Tunnel auch nicht immer gut, sie wurden gejagt und verprügelt. Mich hat es zum Glück nicht oft getroffen da Flatland fahren wenig Lärm macht und ich immer im hinteren Gang geübt habe.

    Mir fällt es schwer zu glauben das die Skater den Tunnel als Spot erhalten können, wünsche Ihnen aber alles gute. Der Tunnel ist nicht schön gehört aber zur Stadt !!! Sollte der Tunnel zugeschüttet werden, bitte das Relief am Eingang Narrenhäusel retten. Thx

    P.S.: der Tunnel hat eine super Akustik, wenn er zugeschüttet wird bitte die Skater und mich ein letztes mal fahren lassen mit fettem Sound ( den bring ich mit ) DANKE

  17. wat wollen die denn da sanieren? Die brauchen doch nur die Halogenröhren wasserdicht zu verschalen. Den Dreck machen die Skater doch sicher gerne selber weg, wenn sie dafür ne Nutzfläche kriegen.

    Und dieses Argument mit „der Tunnel behindert den Anschluss zwischen Alt- und Neustadt“ – sorry, ich leb erst 12 Jahre in Dresden, aber selbst mir ist aufgefallen, dass es da ne Fußgängerampel gibt, die gelinde gesagt beschissen konstruiert is. Wenn man als Stadtverwaltung Fußgänger auch als gleichwertige Verkehrsteilnehmer ansehn würde, dann gäbs da auch kein Problem mit dem Anschluss, völlig unabhängig vom Tunnel. Das is doch der gleiche Käse wie mit dem Ausbau der Königsbrücker. Da hab ich den entsetzten Baugegnern gesagt, dass ich das ne tolle Idee finde, wenn der Bürgersteig in der Breite eingekürzt wird und die Fußgänger vom noch „flüssigeren“ Verkehr platt gefahren werden.
    Auto – brntata brntat…

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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