Mietpreisbremse? Pro & Contra

Wohnungsbauprojekte sind in der Neustadt oft sehr umstritten
Wohnungsbauprojekte sind in der Neustadt oft sehr umstritten
In Berlin verhandeln derzeit die Politiker von Union und SPD den Koalitionsvertrag. Ein Thema, dass in dieser Woche verhandelt wurde, ist die sogenannten Mietpreisbremse. Mit dieser soll in Gemeinden mit einem angespannten Wohnungsmarkt die neue Miete bei einem Mieterwechsel maximal zehn Prozent über dem ortsüblichen Niveau liegen. Außerdem soll der Wohnungsbau wieder steuerlich gefördert werden und die Maklergebühren soll künftig der Vermieter zahlen.

Bei diesen Vereinbarungen handelt es sich noch um kein gültiges Gesetz, aber wenn die Mietpreisbremse im Koalitionsvertrag aufgenommen wird, ist es recht wahrscheinlich, dass ein passendes Gesetz demnächst verabschiedet wird.

Der Wohnungsmarkt in der Dresdner Neustadt hat sich in den vergangenen Jahren rapide entwickelt. Kaltmmieten von mehr als acht Euro pro Quadratmeter, die noch vor knapp zwei Jahren für eine riesige Empörungswelle sorgten, scheinen inzwischen schon ganz normal. Bei Neubauten wird es inzwischen sogar schon zweistellig. Doch kann eine Mietpreisbremse dagegen helfen?

Zu Wort kommen der Neustädter Immobilienmakler Ralph Bildhäuser und der Sprecher des Mietervereins Dresden und Umgebung e.V., Dr. Mathias Wagner.

Pro Mietpreisbremse
Wohnen ist ein soziales Grundbedürfnis. Zugleich ist eine große Errungenschaft der Bundesrepublik Deutschland, dass sie ihren Bürgern Wohnen in einem angemessenen Standard zu bezahlbaren Mieten ermöglicht. Dies kann nicht allein dem Markt überlassen werden. Wenn Wohnungsanbieter die Mangelsituation besonders in Ballungsgebieten ausnutzen, um Mieten ohne entsprechende Gegenleistung in die Höhe zu treiben, muss der Staat gegensteuern.

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Mit der von der großen Koalition geplanten Mietpreisbremse soll ein solches Regulativ geschaffen werden. Der Mieterverein Dresden und Umgebung e.V. begrüßt diese Initiative und betrachtet es als kompletten Unsinn, wenn das als Investitionshemmnis ausgelegt wird. Investiert wird in Neubau und Modernisierung von Wohnungen. Die Mietpreisbremse ist aber für Wohnungen gedacht, die ohne irgendwelche Veränderungen, also auch ohne zusätzliche Investitionen, wieder vermietet werden. Für einen seriösen Vermieter sollte es selbstverständlich sein, sich dabei an ortsüblichen Mieten für vergleichbare Wohnungen zu orientieren. Gebremst werden sollen gierige Spekulanten, denen es vorrangig um höchstmögliche Rendite statt um ein angemessenes Verhältnis von Leistung und Gegenleistung geht.

Der Mieterverein Dresden und Umgebung e.V. spricht sich jedoch dafür aus, eine Begrenzung von Wiedervermietungsmieten uneingeschränkt und nicht nur auf bestimmte Gebiete „mit besonders gefährdeter Wohnraumversorgung“ anzuwenden. Mit einer allgemeingültigen gesetzlichen Regelung könnte Willkür bei der Auslegung und zusätzlichem bürokratischem Aufwand vermieden werden.

Contra Mietpreisbremse
Die sehr deutlich gestiegenen Mieten in der Dresdner Neustadt sind für viele Familien und Singles problematisch. Es ist jedoch fraglich, ob die von der „Großen Koalition in spe“ geplante Mietpreisbremse bei Neuvermietung tatsächlich denen mit geringeren Einkommen hilft. Nehmen wir an, dass eine familiengerechte, gut ausgestattete Wohnung mit 100 Quadratmeter in bevorzugter, ruhiger Lage, aktuell für eine Kaltmiete von neun Euro/Quadratmeter vermietet werden könnte. Bei dieser Kaltmiete von 900 Euro plus ca. 250 Euro Nebenkosten, kommen nur wenige Mieter mit höherem Einkommen in Frage.

Nehmen wir weiter an, der Eigentümer würde gesetzlich gezwungen diese Wohnung für sechs Euro/Quadratmeter also einer Kaltmiete von 600 Euro zu vermieten, dann könnten sich diese Wohnung auch Familien mit geringeren Einkommen leisten. Nur werden diese die Wohnung auch bekommen? Die höheren Einkommensgruppen werden liebend gern die Wohnung für 600 Euro statt 900 Euro anmieten. Und wie wird der Eigentümer der Wohnung entscheiden? Er hat jetzt die Auswahl zwischen vielen Mietinteressenten und wird sich für die Interessenten mit dem höchsten Einkommen entscheiden! Denn dieser bietet ihm die höchste Sicherheit.

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Auch die Folgeeffekte sollte man nicht vernachlässigen. So sinken zum Beispiel die Anreize der Investoren, neue Mietwohnungen auf den Markt zu bringen. Auch wird es für die Eigentümer von frei werdenden Mietwohnungen interessanter, die Wohnung als Eigentumswohnung zu verkaufen und nicht mehr dem Mietmarkt zur Verfügung zu stellen. Die Folgen wären eine weitere Verknappung von Mietwohnungen und wohin werden sich dann wohl die Preise entwickeln.

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42 Ergänzungen zu “Mietpreisbremse? Pro & Contra

  1. Solange Schaffung von Wohnraum als Investition angesehen wird, wird sich an der Situation nichts ändern. Eine Mietpreissteigerungsbremse ist IMHO ein zahnloser Tiger, zumal in der vorgestellten Form. 10% über ortsüblich sind immernoch 10% mehr. Ortüblich wird aufgrund von dannn auch noch steuerlich geförderter Investitionen auch bald mehr sein…

    Das Menschenrecht auf Wohnen kann nur gewährleistet werden, wenn der
    Ausstieg aus dem profitorientierten Wohnungsmarkt gelingt. Wohnraum muss
    vergesellschaftet, also allen unabhängig vom Einkommen zur Verfügung
    stehen.

    Bündnis „Keine Profite mit der Miete“

    Kann man so sagen.

  2. So sinken zum Beispiel die Anreize der Investoren, neue Mietwohnungen auf den Markt zu bringen.

    Das Argument zieht schon lange nicht mehr. Jeder, der sich einen Überblick über Neubauvorhaben verschafft, wird sehen, dass die meisten neugebauten Wohnungen Eigentumswohnungen sind, weil da die höheren Renditen zu erwarten sind.

    Gefühlt sind 75% aller Neubauten in Dresden Eigentumswohnungen. Ich glaube kaum, dass sich die Situation mit einer Mietpreisbremese verschlechtern würde…

  3. Auch wird es für die Eigentümer von frei werdenden Mietwohnungen interessanter, die Wohnung als Eigentumswohnung zu verkaufen und nicht mehr dem Mietmarkt zur Verfügung zu stellen.

    Auch das ist in meinen Augen kein Argument für oder wider einer Mietpreisbremse, denn es ist gelebte Realität. Was soll sich also bitte ändern?

  4. Ein Haus mit Wohnungen zu bauen, kostet (abgesehen vom Bodenpreis und den Arbeitsleistungen) fast immer gleich viel, egal ob in Köln oder Radeberg. Warum sollte es dann überhaupt so unterschiedliche Mietpreise geben?
    Noch besser wäre es ja, wenn die öffentliche Hand wieder Sozialwohnungsbau vorantreibt, da sind die Wohnungen wenigstens vom Markt ausgenommen.

  5. Du sagst es ja schon selbst: „abgesehen von…“ Unterschiedliche Planungskosten je nach Mitspracherecht der betreffenden Gemeinden sind auch nicht zu verachten.

  6. @rolle
    Mir fällt kein Grund ein warum man Boden- und Arbeitspreis nicht miteinbeziehen sollte. Die variieren beträchtlich. Laut kurzem googlen gibt es in Deutschland (je nach Bundesland) Unterschiede von bis zu 500€/qm bei den Baukosten von Einfamilenhäusern (ohne Grundstückspreise). Aber deine Stoßrichtung war vermutlich ’ne andere.

  7. Mir scheint, der Herr Bildhäuser hat den Artikel auf SPON gelesen:
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/mietpreisbremse-wird-die-lage-auf-dem-wohnungsmarkt-verschaerfen-a-931617.html

    Tatsächlich ist aber die Frage, wem mit der Mietpreisbremse geholfen werden soll, denn schließlich deckelt diese ja nur den oberen Rand des Preissegments, der eh den Wohlhaben(der)en vorbehalten ist. Die generelle Verstaatlichung des Wohnraums gabs schon mal, ich hatte das Vergnügen, bei der Sanierung einiger dadurch entstandener Ruinen (die immer noch bewohnt wurden) mitzuwirken und halte es nicht für erstrebenswert, das nochmal zu wiederholen. Statdessen erschiene mir eine Reform des sozialen Wohnungsbaus viel sinnvoller und hilfreicher…

  8. reine symbolpolitik als beruhigungspille: ja liebes volk, wir kümmern uns drum. die bremse bringt nur geringstfügig was. alle wissen, dass nur mehr wohnraum was bringt, daher wurde es gleichmit gekoppelt an neue steuerabschreibungen, die neubau fördern. das verteilt zwar nach oben, bringt aber mehr neuen wohnraum. die abschreibungen müsste man eher oder wenigstens gehälftet an die kommunen geben, damit die und ihre gesellschaften oder auch genossenschaften bauförderung bekommen, dann entstehen gedeckelte mieten. die diskussion müsste also eher um die bauförderung gehen und deren ausgestaltung. und bund+land sollten die städtebauförderung wieder einführen. sonst werden die kommunen (weils billiger ist) nur die belegungsrechte mit steuergeldern verlängern können, wenn das überhaupt geht. weil die belegungsrechte flächig auch in dresden bald auslaufen, steigen dort die mieten massiv, daher bringt auch der neubau zu wenig entspannung. eine zeitliche verlängerung der belegungsrechte bringt wesentlich mehr mietdämpfungseffekt. na, das wird noch alles ein kuddelmuddel.

  9. Ich möchte dazu einfach mal in die runde werfen auf welchem Niveau wir uns bewegen.
    1. In ganz Europa gibt es keine bessere Wohnsituation als in Deutschland.
    2. Der jahrelange Anspruch der Mieter an die Vermieter war einfach nicht gerechtfertigt.
    3. Wer als Vermieter sein Geld in einen Wohnungsbau investiert, darf einfach mit Recht das verlangen, was die Gegenseite bereit ist zu zahlen.
    4. Jedem Mieter steht es frei sich eine günstigere Wohnung zu suchen.
    5. Der Markt regelt das Mietpreisverhältnis von ganz alleine.
    6. Sozialen Wohnungsbau gibt es immernoch in Dresden, nur möchten die meisten Mieter da nicht hin.

    Wir sollten nicht vergessen, das die Vermieter in Dresden die letzten 13 Jahre Verluste gemacht haben, das war das Risiko, jetzt stehen Sie einfach mal für die nächsten Jahre auf der Gewinnerseite. Was ist daran falsch ?

    Wir können leider nicht den Staat dafür verantwortlich machen, das Mieter für 5,25 Euro pro m2, eine gute ruhige Lage, Balkon, gute Verkehrsanbindung, einen Spielplatz um die Ecke, perfekten Wohnungszuschnitt, Zentralheizung, Dusche, Wanne, Parkett etc. bekommen.

  10. Alexander: wenn die Vermieter 13 Jahre allesamt Verluste gemacht hätten, wären sie alle pleite und der Mietwohnungsmarkt tot. Das halte ich für eine sehr steile These.
    zu 1: was heisst gute Wohnsituation?
    zu 2: woher nimmst Du diese Erkenntnis?
    zu 3: Wenn ich investiere, erwarte ich eine Rendite. So weit, so richtig. Wenn das aber beim Wohnungsbau dahin führt, dass Wohnraum für Familien nur noch erschwinglich ist, wenn da mindestens 3000 netto im Monat verdient werden, läuft was falsch. Nur nach den Investoreninteressen zu urteilen und zu bewerten, ist sozialer Sprengstoff.
    zu 4: Sofern noch günstiger Wohnraum verfügbar ist, trifft das zu. Nun gibt es auch Menschen, die gerne in ihrem angestammten Quartier bleiben möchten, das aber nicht mehr bezahlen können. Diese werden verdrängt. Das nennt man wohl Ellenbogengesellschaft oder Sozialdarwinimus.
    zu 5: genau so wie der Markt alles andere regelt, z.B. bei den Banken? Der Markt regelt nur, dass einige Menschen auf Kosten anderer Geld verdienen. Damit etwas geregelt wird, braucht es Regeln.
    zu 6: Ja. Deiner Logik folgend, regelt also der Markt, dass sozial schwache Mieter in wenig attraktive Lagen verdrängt werden. Und das ist dann richtig so, denn wenn sie genug Geld hätten, würden sie ja nicht verdrängt werden. Nebenbei haben Adressen, die als Sozialghetto gelten, noch Nebeneffekte – da wird dann schon mal der Kredit abgelehnt, die potentiellen Arbeitgeber werden vielleicht abgeschreckt usw. Klingt nach einer super Lösung. Das ist dann die marktkonforme Demokratie unserer Kanzlerin.

    Es gab mal eine Idee, die nannte sich „soziale Marktwirtschaft“. Leider ist davon nach Kohl, Schröder und Merkel kaum noch was übrig. Die Folgen sehen wir dann u.a. auf dem Wohnungsmarkt.

  11. @Alexander:
    Dein Punkt 4 ist für viele Menschen keine „freie Wahl“ mehr, sondern ist zum Zwang geworden. Und ich bitte darum, diesen Gedanken einmal weiterzuführen.
    Wir bewegen uns auf ein Land zu, in dem eine wachsende Zahl von Menschen im Alter kaum Rente mehr beziehen wird und allein ist bzw. schon im „aktiven Leben“ nur sehr geringe Einkommen erwirtschaftet. Für diese Menschen wird es – so die Entwicklung der Mietpreise so andauert – kaum noch erschwingliche Wohnungen in den Innenstädten geben. Das heißt, dass wir diese Menschen in die billigeren Vororte oder weniger attraktiven Stadtteile „deportieren“. Dort wohnen sie dann zusammen mit denen, die aus anderen Gründen dort gelandet sind und buchstäblich am Rande der Gesellschaft leben. Das kann, um des sozialen Friedens Willen, nicht das Ziel sein! Denn wohin solche Entwicklungen führen, kann man sich in den sogenannten „Problembezirken“ rund um den Erball anschauen.
    Warum müssen wir unbedingt die gleichen Fehler machen? Der „Markt“ kennt nämlich keine Moral oder Ethik, soviel sollte mittlerweile begriffen worden sein.

  12. Weil’s schon etwas spät ist hier nur nochmal kurz, was schon an anderer Stelle gesagt wurde:

    Woher kommt nun die Wohnungsnot? Wie entstand sie? Herr Sax (und hier Alexander u.a. S.) darf als guter Bourgeois nicht wissen, daß sie ein notwendiges Erzeugnis der bürgerlichen Gesellschaftsform ist; daß eine Gesellschaft nicht ohne Wohnungsnot bestehen kann, in der die große arbeitende Masse auf Arbeitslohn, also auf die zu ihrer Existenz und Fortpflanzung notwendige Summe von Lebensmitteln, ausschließlich angewiesen ist; in der fortwährend neue Verbesserungen der Maschinerie usw. Massen von Arbeitern außer Arbeit setzen; in der heftige, regelmäßig wiederkehrende industrielle Schwankungen einerseits das Vorhandensein einer zahlreichen Reservearmee von unbeschäftigten Arbeitern bedingen, andrerseits zeitweilig die große Masse der Arbeiter arbeitslos auf die Straße treiben; in der Arbeiter massenhaft in den großen Städten zusammengedrängt werden, und zwar rascher, als unter den bestehenden Verhältnissen Wohnungen für sie entstehn, in der also für die infamsten Schweineställe sich immer Mieter finden müssen; in der endlich der Hausbesitzer, in seiner Eigenschaft als Kapitalist, nicht nur das Recht, sondern, vermöge der Konkurrenz, auch gewissermaßen die Pflicht hat, aus seinem Hauseigentum rücksichtslos die höchsten Mietpreise herauszuschlagen. In einer solchen Gesellschaft ist die Wohnungsnot kein Zufall, sie ist eine notwendige Institution, sie kann mitsamt ihren Rückwirkungen auf die Gesundheit usw. nur beseitigt werden, wenn die ganze Gesellschaftsordnung, der sie entspringt, von Grund aus umgewälzt wird. Das aber darf der Bourgeoissozialismus nicht wissen. Er darf sich die Wohnungsnot nicht aus den Verhältnissen erklären. Es bleibt ihm also kein anderes Mittel übrig, als sie mit moralischen Phrasen aus der Schlechtigkeit der Menschen zu erklären, sozusagen aus der Erbsünde.

    Engels, Zur Wohnungsfrage
    Jaja, 150 her, jetzt ist ja alles ganz anders, …
    Morgen dann weiter…

  13. Was für eine ***, ***, entlarvende „Argumentation“ von Herrn Bildhäuser.
    Bring eh nix, ****, denkt an die armen Investoren und Spekulanten!

  14. @Alexander
    Punkt 6 sagt dir deshalb was? Ich erzähle dir, was mir das sagt, nämlich das man die Leute hier vertreibt und in Gegenden abschiebt, die dadurch zu Armenvierteln werden, weil gut betuchte „…“ sich in deren alten Wohnungen breitmachen oder ihre hässlichen Luxusbuden in die Hinterhöfe zimmern wollen. Dass die das nicht einsehen möchten, kann ich verstehen und die Wut und den Zorn, den dieses asoziale Verhalten unter Umständen bei den betroffenen Menschen auslöst, bis hin zu irrationalen Reaktionen verschiedenster Art, finde ich gut und gerechtfertigt, weil es die einzige Möglichkeit ist, dann doch noch ernst genommen zu werden.
    Alle 6 Punkte strotzen von selbstherrlicher selbstgerechter Ignoranz, den Menschen gegenüber die davon betroffen sind. Weißt du was, verschwinde doch selbst noch Prohlis, wenn es dir dort gefällt!

  15. die Neustadt braucht aber unbedingt viele gute und auch schöne Sozialwohnungen!
    Für die Sozialedurchmischung— nur Luxus und höheres Wohnen ist schädlich — schnell gibt’s dann eine Gettosierung der ,,Reichen“ in der Neustadt.

    Das „die“ Vermieter generell minus gemacht haben wie weiter oben beschrieben/gemeint— kann man nicht glauben und stimmt auch nicht.

  16. viele bezahlbare bzw. Sozialwohnungen wurden jetzt erst – in diesem Jahr in Dresden mit Hilfe der Stadtverwaltung abgerissen!? Schon dadurch steigen die Mieten und die Mietkosten der Stadt für die Sozialleistungen der ALG Empfänger und Geringverdienenden— dass ist ein Irrsinn!?

    Wo werden denn neue Sozialwohnungen geschaffen?

  17. @ seldon
    Dann auf zu den Waffen, Revolution und Bürgerkrieg!! Der Sieg ist uns sicher!!
    Danach wird alles gut!

  18. Ich denke die beste Lösung ist es alle Städte abzureißen.
    Bevorzuge Innenstadtlagen gibt es dann nicht mehr. Man baut einfach alles neu wie zB. in Mahrzahn.
    Dann ist es egal wo man wohnt, alle wohnen gleich schick. Es entsteht kein run auf bevorzugte Lagen.
    Alle sind dann gleich gut versorgt und sind zufrieden. Die Miete wird vom Bundestag festgelegt. Privates Bauen wird nicht mehr erlaubt.

    Ich denke das hört sich gut an! Bin stolz auf mich!

  19. Abgesehen von der unfassbaren Sachlichkeit und Argumentationstiefe der vorstehenden Beiträge ist es natürlich schon physikalisch völlig unmöglich, anders als profitorientiert zu wirtschaften. Gemeinsames und gemeinschaftlich organisiertes Bauen und Nutzen von Häusern ist ein kommunistisches Hirngespinst. Nur edle Kapitalbesitzer sind in der Lage und aus ihrem tiefen Philantrophismus heraus auch bereit, die Ärmel hochzukrempeln und Stein auf Stein die schönsten Appartementhäuser hochzuzimmern.

  20. @seldon: Das ist zuerst einmal eine Frage der Perspektive. Wenn hier nach pro&contra einer Mietpreisdeckelung gefragt wird, darf man implizit annehmen, dass die aktuelle Wirtschafts- und Sozialstruktur als gegeben gesetzt wird. Wenn du dann eine Vergesellschaftung des Wohnraums forderst, geht man von der gleichen Prämisse aus, und dann ist das wirklich – mit Verlaub – Unfug. Das heisst aber nicht, dass nicht eine Gesellschaftsform denkbar wäre, in der das nicht möglich und sinnvoll wäre. Innerhalb des kapitalistischen Systems in der sozialmarktwirtschaftlichen Ausprägung sollte Verstaatlichung (denn Vergesellschaftung ist in diesem System kaum/nicht möglich) als Regulativ eingesetzt werden, um Marktverwerfungen durch oligo- oder monopolistische Macht zu korrigieren. Anwärter dafür wäre z.B. die Mineralölindustrie.

  21. Polemik gewünscht? Wollte eh gerade prokrastinieren:

    Marktwirtschaftlich organisiertes Bauen und Nutzen von Häusern ist ein neoliberales Hirngespinst. Nur edle sozialistische Menschen und Politiker sind in der Lage aus ihrem tiefen Altruismus und ihrer überlegenen wissenschaftlichen Weltanschauung heraus, für die Auflösung des Widerspruchs zwischen Produktionsverhältnissen und Produktivkräften die Ärmel hochzukrempeln. ;)

    Ein griffiges Zitat:

    „Neben der Erzeugung von Wohnungsknappheit produzieren Mietpreiskontrollen Schwarzmärkte, Privilegien für jene die zufällig einen Vertrag für eine mietpreiskontrollierte Wohnung haben, Nepotismus bei der Verteilung der verfügbaren Wohnungen, Schwierigkeiten für Familien mit Kindern eine Wohnung zu finden und an vielen Orten einen Verfall des Wohnungsbestandes. Eigentlich scheinen Mietpreiskontrollen in vielen Fällen, neben der Bombardierung, die bisher effizienteste Technik zu sein, um Städte zu zerstören.“ Assar Lindbeck (übersetzt)

    Abgerundet mit einem thematisch passenden Link:
    http://bit.ly/1c54tFN (Youtube)

  22. @Unfassbar
    Hahaha, die ersten kleineren Kämpfe bzw. ersten Aufstände finden in Europa schon statt!
    Ich habe die Doku früher schon empfohlen, aber tue es gern noch einmal, denn mehr gibt es aus meiner Sicht zu diesem Thema auch nicht zu sagen, doch gerade der Beginn der Doku passt sehr gut zu deiner flapsigen Revolutionsaussage:
    ARTE Doku 2010 „Für eine andere Welt“
    https://www.youtube.com/watch?v=yoUkoXTfMLE

  23. Hallo googlehupf,
    ja und warum hast Du nicht prokrastiniert (aufgeschoben)?
    Nagut, jetzt haben wir alle mal Dampf abgelassen und können vielleicht zur sachlichen Diskussion zurückkehren.
    „Schwierigkeiten für Familien mit Kindern eine Wohnung zu finden“ treten durchaus auf dem real existierenden Wohnungsmarkt auf, ebenso aus Spekulationsgründen leerstehender Wohnraum, Unappetitlichkeiten wie Makler und deren Einfluß auf Wohnungsverteilung usw. usf.
    Assar Lindbeck also…verteilt der nicht auch den Wirtschaftspreis der schwedischen Reichsbank?
    Wirtschaftswissenschaftler sind keine Naturwissenschaftler. Gerade solche neoliberaler Konvenienz versuchen jedoch nur zu gern, ihren kruden Thesen einen naturwissenschaftlich begründeten, gesetzmäßige Zusammenhänge behauptenden Anstrich zu geben. Hierzu haben sie sogar den sog. „Wirtschaftsnobelpreis“ installiert, der weder mit Nobel noch mit (Natur-)Wissenschaft zu tun hat. Der sog. Wirtschaftsnobelpreis wurde Ende der sechziger von Vertretern der neoliberalen Marktradikalen um Hayek und die Mont Pelerin Society installiert und ging in der Folge an bisher acht Mitglieder der Mont Pelerin Society (Friedrich von Hayek, Milton Friedman, George Stigler, Ronald Coase, James M. Buchanan, Maurice Allais, Gary Becker, Vernon L. Smith). Erik Lundberg, der langjährige Präsident des Komitees, welches die Preise vergab, war ebenfalls ein Mitglied dieser „Denkfabrik“. Kein Wunder also, daß dort einiges anders gesehen wird. Zum Vertiefen empfehle ich den hier

  24. Zu dem Märchen vom freien Wohnungsmarkt:
    In kapitalistischen Gesellschaften ist die Wohnung eine Ware, wie jede andere Ware auch. (Kann man sich zunächst mal auf diesen Satz einigen?) Private Investoren bauen Wohnungen nur dann, wenn sie für ihr investiertes Kapital mindestens die marktübliche Rendite erzielen und an dieser Rendite orientiert sich der Mietpreis. (ja oder nein?) Ohne Aussicht auf Rendite werden auch keine Wohnungen gebaut. Der kapitalistische Wohnungsmarkt versorgt also nur den zahlungsfähigen Teil der Bevölkerung. (Soweit einverstanden?)

    Für den kleinen Geldbeutel gibt es zwar das „Discount-Wohnen“ in der Platte, trotzdem muß(te) der Staat desöfteren eingreifen, um a) Versorgung mit Wohnraum zu gewährleisten (Förderung auf „Kundenseite“), b) Wohnungsbau anzukurbeln (Förderung auf „Erzeugerseite“)
    Neben direkten Subventionen hat er eine ganze Reihe indirekter entwickelt, wie Steuervergünstigungen, die in den privaten Wohnungssektor fließen. Erst durch diese Milliarden Steuersubventionen wird der private Wohnungsbau zum großen Geschäft für Kapitalanleger und Immobilienkonzerne…
    Ein paar Zahlen und weitere Betrachtungen hier.

  25. Ich denke eine sachliche Diskussion mit Leuten, die für die Vergesellschaftung des Wohnraumes eintreten, ist nicht möglich. Ich dachte immer das Beispiel DDR hat jedem gezeigt, was dabei rauskommt – habe ich mich wohl geirrt.
    Also vorwärts Genossen und Proletarier aller Länder – vereinigt euch. Fegt die Kapitalisten hinweg. Und bitte nicht beim Wohnraum halt machen. Es gibt auch ein Recht auf Essen und Trinken. Deswegen müssen alle Nahrungsmittelbetriebe wieder zu Volkseigenen Betrieben zusammengefasst werden.
    Also Genossen. Lasst euch nicht unterkriegen. Auf zur letzten Schlacht.
    Und wenn die gewonnen ist hat endlich wieder jeder verdiente Werktätige ein Anrecht auf einen Warteplatz für eine neue WBS70 Wohnung in Prohlis oder Gorbitz.

  26. @Seldon: ganz schön viel copy&paste … ich habe den Aufsatz kurz quergelesen, und mir fällt folgendes auf: Es wird der Eindruck erweckt, der Investor würde für Baukosten von 160.000 EUR Subventionen von 276.990 EUR erhalten. Dem ist nicht so: Er erhält exakt 0 EUR, die Subventionierung besteht darin, dass seine Steuerlast durch die entsprechende Investition sinkt. Der Staat verzichtet also freiwillig auf Geld, weil er der Meinung ist, dass der Wohnungsbauer damit sinnvolleres anstellt – dem würde ich erst mal zustimmen:-). Das ist aber nur richtig, wenn der Investor auch entprechend hohe Steuern zu zahlen hat – zahlt er, warum auch immer, keine Steuern, kriegt er auch keine Subventionierung gegengerechnet. Außerdem wird bei dem Aufsatz zwar die Fragwürdigkeit der Steuerfreiheit beim Immobilienverkauf nach Ablauf der Spekulationsfrist von 10 Jahren genannt, nonchalant unterschlagen wird aber die Steuerpflicht des Käufers (Grunderwerbssteuer) – bei drei Eigentumswechseln in der Beispielrechnung auch schon was. So viel erst mal in gebotener Kürze: da ich meine Beiträge hier i.W. selbst tippe, kann ich leider nicht so ausführlich werden, wie ich gerne möchte ;-)

  27. Was den Einfluss staatlicher Stellen angeht, so braucht man nur in die deutsche Geschichte zu schauen. Im Kaiserreich war der Wohnungsbau nahezu ausschließlich privaten Investoren vorbehalten. Das Ergebnis waren dann gerne mal Mietskasernen, wie sie Zille so treffend beschrieben hat. „Man kann einen Menschen mit einer Wohnung genau so töten wie mit einer Axt.“ In Quartieren mit Blockrandbebaung war eine hohe Dichte vorgesehen, die heute gerne das Ziel von Sanierungsgebieten wird, um die Mißstände zu beseitigen. (siehe Äußere Neustadt)

    Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Inflation zur Hyperinflation, und Immobilienkredite konnten extrem günstig abgelöst werden. Diesen Gewinn hat man mit der Hauszinssteuer abgeschöpft und damit sozialen Wohnungsbau betrieben, zudem sind in dieser Zeit viele Genossenschaften entstanden. Ein Ziel hierbei war es, die drückende Wohnungsnot zu lindern und zudem auch einigermaßen gesunde Wohnverhältnisse zu schaffen. Daraus resultieren die zahllosen 20er Jahre-Siedlungen in Deutschland, die in aller Regel bis heute einen zwar einfachen, aber vernünftigen Wohnstandard bieten, wenn sie unterhalten worden sind. Profitabel im marktwirtschaftlichen Sinne sind diese Anlagen eher selten. Im Falle von Genossenschaften und kommunalen Wohnungsgesellschaften bieten sie aber in der Regel bezahlbaren Wohnraum bei meist ganz vernünftig gestalteter Umgebung, wie z.B. im oberen Hecht. Diese Modelle haben sich langfristiger als jede Renditeorientierung gehalten. Daher müssen sie wohl Vorteile bieten, sonst wären sie längst verschwunden.

  28. Hallo Konrad,
    erstmal Danke für eine erfrischend sachliche Diskussion! Ja, ich erlaube mir aus Gründen notorischer Faulheit (ein typisches Phänomen in der linken Szene ;) )
    und der Effektivität in der Tat die Nutzung der Möglichkeiten moderner Textverarbeitung…Ein Satz wie

    In kapitalistischen Gesellschaften ist die Wohnung eine Ware, wie jede andere Ware auch.

    ist sicher nicht besonders copyright-bewehrt und zwar im Grunde auch schnell hingetippt, aber viel anders hätt‘ ich ihn jetzt auch nicht formuliert…btw:
    bevor wir in’s Detail gehen: würdest Du den ersten drei Aussagen nun zustimmen oder nicht?
    Das ein Investor keine Steuern zahlt, mag eine theoretische Möglichkeit sein, der Aspekt der Steuererersparnis spielt aber im Hinblick auf Investition oder nicht doch im Allgemeinen eine nicht unwesentliche Rolle. Grunderwerbssteuer wird wohl erhoben, richtig, 3..5% der Verkaufssumme, soweit ich weiß. Viel, wenig? Im Vergleich zu sagen wir 40% Steuersatz bei Verkauf? Bei dem es im Übrigen noch weitere Schlupflöcher gibt, bspw. bei vorheriger überwiegender Eigennutzung der Immobilie usw.

  29. Und hier noch zehn gute Gründe in Immobilien zu investieren, wie sie ein Finanzdienstleiter findet…
    (Schaffung von Wohnraum, gar bezahlbar, ist da nicht dabei…wundert uns das?)

  30. Langsam würde ich eine zeichenbegrenzung begrüßen. Manche Menschen glauben sie müssen hier im blog das Kapital von Marx neu deuten… Nach einem Tag kommt man ja kaum hinterher. Warum trefft ihr euch nicht auf ein Bier und diskutiert es von Angesicht zu Angesicht?

  31. Ich bitte bei den Mitlesenden (z.B. Dom) und Anton um Entschuldigung für das Derailing. Nur das hier dann bin ich auch wieder raus oder zurück beim Thema.

    @Seldon
    Ich kenn‘ mich gar nicht man so schlecht aus mit dem Themenkomplex. Mich nervt es ehrlich gesagt, dass man hier dauernd beim Grundsätzlichen und ideologischen Grabenkämpfen landet. Daher sollte ich eigentlich konsequenterweise an dieser Stelle gleich aufhören aber von einer einmaligen Erwiderung kann ich dann doch nicht absehen (die Zeit auf Schulmeister einzugehen habe ich aber nicht, beim Überfliegen des „Wahrnehmungsrasters“ musste ich aber mehrfach die Stirn runzeln):

    1. Das Zitat von Lindbeck habe ich genommen weil es so schön polemisch ist und er dennoch m.W. zu den Ökonomen sozialdemokratischer Provinienz gehört.

    2. Für einen angeblich von der MPS „installierten“ Preis ist die Ausbeute von knapp 1/10 der Preisträger ganz schön schlecht. Die ganzen anderen Preisträger, zu denen auch Sozialisten gehören, (z.B. Gunnar Myrdal) sind bestimmt nur Ablenkung.

    3. Grundsätzlich ist es sowieso eine steile These, dass vorrangig liberale Ökonomen den Anschein erwecken wöllten, dass es die Ökonomie wie eine Naturwissenschaft funktioniert. Sowas findet sich quer durchs Spektrum der Ökonomen. Dass du ausgerechnet Hayek als erstes in diesem Zusammenhang anführst dürfte für die meisten die sich nur ein wenig mit seinem Werk auseiandergesetzt haben erstaunlich sein: Hayek kritisiert genau diese Auffassung als „Szientismus“. Das hier hatte er übrigens zum „Nobelpreis“ in seiner Empfangsrede zu sagen:

    “I must confess that if I had been consulted whether to establish a Nobel Prize in economics, I should have decidedly advised against it. […] The Nobel Prize confers on an individual an authority which in economics no man ought to possess.”

    Bei Hayek ist es oftmals wie bei Marx (und anderen): guilt-by-association, mehr Hörensagen als genuine Beschäftigung mit dem Werk, sture ideologische Brille, usw. usf.

    PS:
    Sich mit fremden Menschen im Internet streiten ist für mich Prokrastination wenn ich stattdessen an meiner eigentlichen Arbeit sitzen sollte. ;)

  32. 8. November 2013 um 20:40
    @ seldon
    Da dein “paste” von Engels das beseitigen der jetzigen Gesellschaft fordert, habe ich einfach mal schon den nächsten Schritt vorweggenommen. War das falsch? Endet es nicht in Revolution, Blut und Bürgerkrieg?

    Wie verteilt Engels und Marx denn die Innenstadtlagen? Dazu höre ich immer keine Antwort..
    In der DDR haben vorwiegend Systemtreue und Kinderreiche in der Innenstadt gewohnt.
    Dann ist deine Wohnung ja sicher, aber wohl nich wegen vielen Kindern.. Oder?.

  33. Hallo Googlehupf, möglicherweise habe ich den Sinn der Kommentarfunktion ja mißverstanden. Ich ging davon aus, dies stelle eine Einladung dar, den redaktionellen Beitrag zu kommentieren, i.e. durch eigene Ansichten zu ergänzen. U.U. ergibt sich daraus ein Dia- oder Polylog, der ggf. auch mal etwas vom eigentlichen Thema fortführt. Inwieweit grundsätzliche Erwägungen hierbei nichts zu suchen haben, erschließt sich mir nicht. What ever…
    Inwieweit ist die Nähe zur Sozialdemokratie für den Inhalt der Aussage von Herrn Lindbeck relevant?

    Bei Hayek ist es oftmals wie bei Marx (und anderen): guilt-by-association, mehr Hörensagen als genuine Beschäftigung mit dem Werk, sture ideologische Brille, usw. usf.

    Da geb‘ ich Dir gern Recht. Erich Fromm hat auch schön gesagt:

    „Marx geht es wie der Bibel: Er wird viel zitiert und kaum verstanden.“

    Nur frage ich Dich, wieviel „genuine Beschäftigung mit dem Werk“ von Marx bspw. Du bei verschiedenen Mitdiskutanten so vermutest?

    und ich bin der erste der zugibt, Hayek eher aus Sekundärliteratur zu kennen. Allerdings treibe ich hier auch kein Hayek-Bashing, wenn ich seine Marktradikalität anspreche. Die ökonomischen Zusammenhänge, wie Marx sie beschrieben hat, erscheinen mir hingegen einleuchtend. Deshalb bringe ich diese Gedanken auch vor. Wenn darauf mit Argumenten jenseits von „Blödsinn“ und „Nordkorea“ eingegangen würde, könnte vielleicht auch ein gewisser Erkenntnisgewinn aus der einen oder anderen Debatte erwachsen.

    Und zurück zum Thema „Wohnungsmarkt“ könnte man ja einfach mal drüber reden, ob der Markt aufgrund seiner Verfasstheit in der Lage ist, allen angemesenen und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen oder nicht. Auch wenn’s vllt. etwas grundsätzlich anmutet…

  34. Also der Atrikel ist sehr gut, danke dafür Anton!

    Ich persönlich finde die Mietpreisbremse eher Negativ (wirtschaftlich gesehen), da nun mal das Angebot und die Nachfrage den Preis bestimmen sollte. Aber nein in Dresden werden günstige Wohnungen abgerissen und somit steigt die Nachfrage und auch der Preis. Weiterhin sind Bodenkosten, Grundkosten und vieles mehr in Dresden sehr teuer, wodurch immer weniger Wohnungen von Privaten Investoren gebaut werden. Wenn dann nur noch im gehobenen Segment um innerhalb von 5-10 Jahren die Kosten zu erwirtschaften (was für mich völlig verständlich ist, ich geh ja auch nicht arbeiten um sozial gut dazustehen, sondern um leben zu können).

    Das die politik darüber spricht zeigt aber mmn wieder einwas: man möchte den einfachen Wähler, welcher nicht selbst ein Grundstück unterhält und somit nicht weiß was für Kosten dabei auflaufen, ruhig stellen. Finde ich absolut nicht in ordnung, denn es gibt weitaus wichtigere Probleme in Deutschland.

    Und das es gefragtere Virtel gibt als andere und damit auch der Mietpreis sich verändert ist doch völlig normal. Wer dies nicht mitmachen will sollte in ein anderes Virtel umziehen und fertig. Man hat zwar den Umzugsstress, aber sonst hängt nichts großartiges dran an einem Umzug von einer Mietwohnung in einer andere.

  35. Kilertofu:
    wenn man eine Weile an einem Platz /Wohnung wohnt hat man ein gewisses soziales Netz und Nachbarn– gerade auch bei den vielen Familien wichtig. Dass hat man bei Umzügen – in ein anderes Viertel erstmal nicht mehr ……….

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