Unterschriftensammlung pro Tunnel

Skateboarder im Tunnel Foto: Archiv/2013
Skateboarder im Tunnel Foto: Archiv/2012
Morgen Nachmittag wird es ab ca. 15 Uhr eine Aktion am Tunnel am Neustädter Markt neben dem Goldenen Reiter geben. Die Bürgerinitiative „Kein Abriss/Zuschüttung des Fußgängertunnels an der Hauptstraße“ will vor Ort weitere Unterschriften sammeln, um die vom Stadtrat im Januar beschlossene Zuschüttung zu stoppen.

Von politischer Seite engagiert sich vor allem die Linke für den Erhalt des Bauwerks aus DDR-Zeiten. Die erste Sammlung zum Erhalt des Tunnels ging damals noch von der Landtagsabgeordneten Julia Bonk aus. Als im November 2013 zum zweiten Mal Unterschriften gesammelt wurden, waren wieder Linke-Politiker beteiligt, diesmal engagiert sich die Ortsbeirätin Kristin Hofmann. Sie fordert: „Der Tunnel muss erhalten bleiben. Er ist ein architektonisch wichtiges Erbe und nicht zuletzt als emissionsfreie und sichere Querung bei vielen Menschen beliebt.“

Dem hält die grüne Verkehrspolitikern Margit Haase entgegen: „Fußgängertunnel sind Relikte aus Zeiten, wo Fußgänger nur als störende Elemente für den Autoverkehr betrachtet wurden. Tunnel sind für Radfahrer und Menschen mit Behinderungen gleichermaßen ärgerliche Hemmnisse. Der Tunnel ist hochwassergefährdet und kann nicht gänzlich hochwassersicher gestaltet werden, da Elektrik für Beleuchtung und Wasserpumpen installiert sein muss.“ Deshalb haben die Grünen eine eine Verfüllung des Tunnels und stattdessen eine attraktive oberirdische Fußgängerquerung gefordert. So werde die direkte Wegebeziehung zwischen Markt, Brücke und Altstadt wieder hergestellt.

  • Aktion „Tunnel erhalten!“, Dienstag, ab 15 Uhr, Neustädter Markt, weitere Infos auf Facebook.
Statt untendrunter soll man nach dem Willen des Stadtrates künftig über die Straße gehen.
Statt untendrunter soll man nach dem Willen des Stadtrates künftig über die Straße gehen.

24 Kommentare zu “Unterschriftensammlung pro Tunnel

  1. Das es immer noch Leute gibt die sich an solchen Objekten festhalten, nur weil sie die letzten Dekaden immer dort lang gelaufen sind. So ein Tunnel ist, finde ich,
    unpraktischdennüber die Ampel gehts schneller
    teuer z.B. durch Hochwasserschäden, Beleuchtung, Winterdienst, Reinigung)
    ein Sicherheitsproblem für die Passierenden nicht nur im Sinne von Kriminalität sondern auch durch die Benutzung von Rampen und Treppen.

    Für mich ein absoluter Schuss in den Ofen und purer Populismus.

  2. Ach Gott, wieder so ne Sinnlosaktion. Hierzu sind ja nun wirklich alle Argumente genügend dargelegt worden. Wenn jetzt noch jemand weiterbohrt, kann es sich eigentlich nur noch um persönliche Begeisterung für den Urin-Tunnel oder um beratungsresistenten Starrsinn handeln. Wo ist eigentlich Julia Bon(g)k?

  3. Es ist ein Unding, dass – wieder einmal – ein Relikt der DDR-Architekturgeschichte von den Öko-Gutmenschen der ehemaligen BRD im Wahrsten Sinne des Wortes dem Erdboden gleichgemacht werden soll.

    Wer jemals mehrere Minuten an der zugigen Fußgängerüberquerung an der roten Ampel stand, weiß den schnellen und behaglichen Übergang durch den Tunnel zu schätzen.

    Der Fußgängertunnel ist ein Stück DDR-Indendität! Wir sollten uns nicht alles nehmen lassen!

  4. @Gerd Knebel: Es ist doch seltsam, woran manche Menschen ihre Identität festmachen! In diesem Zusammenhang wäre mir ein Fußgängertunnel nie in den Sinn gekommen.
    Ich halte es für ausgemachten Unsinn, aus ideologischen Gründen ein abgehalftertes Bauwerk zu erhalten.
    Übrigens: emissionsfrei? Der Uringetank und die brachige Luft dadrin würde ich nicht so bezeichnen

  5. @Gerd Knebel: Der Beitrag ist hoffentlich sarkastisch gemeint!? Auf die Idee, eine städtebaulich-verkehrliche Lösung – und sei sie noch so „unterirdisch“ – mit dem „Sachargument“ zu verteidigen, es wäre ein DDR-Relikt, muss man erstmal kommen. Ausgerechnet DAS als DDR-Identität zu bezeichnen, grenzt an Beleidigung aller Ossis.

    Die sichere Querung innerstädtischer Straßen – insbesondere auf einer Hauptrelation für Fußgänger – hat oberirdisch zu erfolgen. Überkommene Verkehrspolitik der 70er Jahre wird nicht dadurch besser, dass einige sentimental aus Prinzip an allem ostdeutschen hängen. Auch die Zastrow-Truppe trommelt ja für den Tunnel: Merkwürdige Allianz aus Linke-Ostalgikern und FDP-Autofetischisten, die aus unterschiedlichen Motiven heraus eine zeitgemäße, urbane Stadtentwicklung bekämpfen.

  6. „Öko-Gutmenschen der ehemaligen BRD“

    „Der Fußgängertunnel ist ein Stück DDR-Indendität! Wir sollten uns nicht alles nehmen lassen!“

    You made my day!
    Lang nicht mehr so köstlich und herzhaft gelacht!

  7. Für die DDR-Identität sorgt doch das Ampelmännchen oben. Und die Sicht auf die sich mit der August-Statue beißende Plattenbau-Architektur im Hintergrund. Aber wer hat schon Dienstag nachmittag Zeit für eine solche Veranstaltung… bzw. will die Anti-Tunnler am Erscheinen hindern?

  8. Für alle zum Nachrechnen: Verfüllung (gemäß Kostenschätzung 2002/03 (!)) 1.300.000 Euro zzgl. oberirdische Querung Ostseite. Sanierung Flutschäden 300.000 Euro. Betriebskosten pro Jahr 38.000 Euro. Die Fußgängerampel auf der Westseite war in den letzten Sommern permanent überlastet und auch sonst eine Katastrophe, vor allem im Haltestellenbereich auf dem Mittelstreifen.
    Für die Kosten der Verfüllung kann man den Tunnel zweimal sanieren und knapp zwanzig Jahre betreiben.

  9. NUR in DIESEM Zusammenhang wünschte ich mir die alten DDR – Zeiten zurück, da wurde etwas beschlossen und fertig und so wurde dann auch meistens gebaut.

    Alraune

  10. Der Tunnel stammt doch noch aus einer Zeit, als es sogar Pläne gab, den (gerade wieder aufgebauten) Zwinger zugunsten einer Stadtautobahn teilweise abzureißen. So viel zum Thema DDR-Architektur. Wen noch mehr davon interessiert: Schaut euch mal die Carola-Brücke an: Wieso hat die eigentlich in ihrer Krümmung über dem Fluss plötzlich unvermittelt ein (nicht einmal horizontal verlaufendes) schnurgerades Stück? Lasst also lieber die Ideologie beiseite!

    Und zum Tunnel selber: der war doch auch für Radfahrer seltsam hoch vier: Die Neustädter Rampe mit der Spitzkehre – da durfte niemand entgegenkommen! Und die Einfahrt aus der Rampe in den Tunnel war ebenso Glückssache, liefen dort doch immer irgendwelche verträumten Fußgänger. Also, diese Verkehrsführung war schon sehr speziell…

    Jetzt gibt es die A 17, damit ist der Fernverkehr raus aus der Stadt: Zeit für neue Strukturen! Am besten gleich Nägel mit Köpfen: die Große Meißner reduzieren und ein Flaniermeile von Hauptbahnhof bis Albertplatz. Ist das so schwer vorstellbar?

  11. „Und zum Tunnel selber: der war doch auch für Radfahrer seltsam hoch vier …“

    Ich nehme an, dass die Rampen eher für Kinderwagen und Rollstühle und nicht primär für Fahrradfahrer oder Skateboarder gedacht waren.

  12. Ich lebe seit 44 Jahren in dieser schönen Stadt. genau zwei Mal ist dieser tunnel überflutet wurden. das ist statistisch zu vernachlässigen.

    Jetzt sollen Fakten geschaffen werden. Eine grüne Agenda wird durchgepaukt und der Bürger hat das Nachsehen.

    Laufen Sie einmal über die Große Meißner Straße. Sie müssen im Slalom an den Straßenbahnen vorbei. Viele Touristen laufen auch entlang.

    Das ist typisch Verwaltung Dresden pur! Ich werde unterschreiben. So geht das nicht. Der Weg zur Elbe und Augustusbrücke wird abgeschnitten!

  13. Eine Anmerkung:

    Es ist interessant, dass gerade beim Thema Bürgerbegehren die Grünen, welche sich dieses Thema einst auf die Fahne schrieben, die direkte Demokratie vehement ablehnen. Siehe Königsbrücker Straße, Einkaufssonntage, und jetzt der Tunnel.

  14. @ Alraune:

    NUR in DIESEM Zusammenhang wünschte ich mir die alten DDR – Zeiten zurück, da wurde etwas beschlossen und fertig und so wurde dann auch meistens gebaut.

    Stimmt, das war wirklich toll, wie das beim Mauerbau geklappt hat. Beschließen, Zack-Bum und Gutt is… Hach-jahhh …

  15. Also, das ist doch ein sehr feiner Tunnel. Treppe runter, Treppe rauf und schon ist man drüben. Kein blödes gewarte auf die ewig selben Autos, kein in der Schlange stehen, frei und individuell.

    Ich mags.
    Knicks

  16. Gert Knebel: Nach allen Prognosen ist künftig mit häufigeren Hochwassern zu rechnen. Das letzte heftige Hochwasser vor 2002 war 1890 (Pegel über 8 Meter), 1940 gab es eines mit 7,88m Pegel). Die Frühjahrshochwasser/Schneeschmelze werden eher zurückgehen, aber die Sommerhochwasser, so wie 2002 und 2013, werden eher zunehmen. Nun sind Prognosen immer schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen, aber angesichts des Klimawandels scheinen diese Prognosen glaubhaft. Und dann ist das in Bezug auf den Tunnel weder statistisch noch finanziell zu vernachlässigen.

  17. … jetzt wird schon der Klimawandel bemüht, kauf ich mir eben eine Taucherbrille … der Tunnel bleibt. Basta. Bääääh.

  18. Die überkommene DDR-Verkehrspolitik muss endlich überwunden werden. Keine Extrawürste und Autobahnuntertunnelungen für Fußgänger mehr. Ziel muss es sein, den Fußgängerverkehr in die Innenstadt zu reduzieren. Pförtnerampeln am Goldenen Reiter können dabei helfen. Kann ja wohl auch nicht sein, dass sich da Sozialschmarotzer um die DVB-Abgabe drücken wollen und einfach zu Fuß gehen. Dabei weiß doch jedes Kind, dass beim Laufen (und Fahrradfahren!) viel mehr CO2 frei gesetzt wird. Die setzen quasi ihren eigenen Tunnel unter Hochwasser! Klar, dass bei dem Irrsinn Linke und FDP wieder vorn mit dabei sind. Zum Glück gibt es noch die grüne Stimme der Vernunft. Puh.

  19. Als ob Dresden sonst keine Sorgen hätte.

    Was da 2003 geschätzt wurde, 1,3 Mio. oder was, ist mir Schleierhaft.

    Eingänge zubauen, überpflastern und gut is.

    Ich gebe zu bedenken, das kennt man auch zu genüge aus anderen Städten, dass solche Tunnel gerne Dreckecken sind die selten heimelig und freundlich wirken. Es stinkt und müffelt darin und man ist froh wenn man wieder draussen ist. Von der fehlenden Barrierefreiheit ganz zu schweigen.

    Meinen Vorrednern muss Ich recht geben, so einen blöden Tunnel als Ex-DDR-Relikt zu verhuldigen grenzt doch an, naja…..

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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