Am Montag, 6. April 2026, endet um 17 Uhr die diesjährige Internationale Woche gegen Rassismus mit einer Gedenkkundgebung für Jorge Gomondai. Die Veranstaltung findet auf dem Jorge-Gomondai-Platz in der Dresdner Neustadt statt. Bereits ab 16 Uhr informiert ein Stand am Gedenkstein über die Ereignisse von 1991. Der Vorbereitungskreis „Gedenken. Erinnern. Mahnen“ organisiert das jährliche Gedenken.

Zum Gedenken an Jorge João Gomondai
Am 6. April 1991 starb Jorge João Gomondai im Alter von 28 Jahren an den Folgen eines rassistischen Übergriffs nahe dem Albertplatz. Er war 1981 als Vertragsarbeiter in die DDR gekommen.
Geboren 1962 in Chimoio (Mosambik), lebte er in der Dresdner Johannstadt und arbeitete im Schlachthof.
In der Nacht zum Ostersonntag 1991 stieg er gegen 4 Uhr in der Neustadt in eine Straßenbahn. Am Albertplatz stiegen etwa 14 Jugendliche mit rechter Gesinnung zu, beleidigten ihn und griffen ihn rassistisch an.
Kurz nach der Haltestelle bemerkte die Fahrerin eine geöffnete Tür im letzten Wagen. Sie stoppte die Bahn und fand Gomondai neben den Gleisen liegend, schwer verletzt. Sechs Tage später erlag er seinen Verletzungen. Sein Sarg wurde nach Mosambik überführt.
Am 11. April 1991 fand in der Kreuzkirche ein Trauergottesdienst statt. Rund 7.000 Menschen nahmen teil und zogen anschließend zu der Stelle zwischen Hauptstraße und Albertplatz, an der er aus der Straßenbahn gestoßen worden war.
Während des Trauerzugs versuchten Neonazis, die Veranstaltung zu stören. Sie zeigten aus einer vorbeifahrenden Bahn den Hitlergruß und riefen „Sieg-Heil“. Einige Teilnehmende verfolgten die Störer.

Jorge-Gomondai-Platz
Seit 2007 trägt der Platz zwischen Albertplatz und Hauptstraße seinen Namen (Neustadt-Geflüster vom 30. März 2007).
Porträt zu Jorge João Gomondai
Auf der Seite gegenuns.de ist ein Porträt über Jorge João Gomondai zu lesen bzw. anzuschauen. Die Seite ist ein Gemeinschaftsprojekt des Verbands der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt e. V. und der Opferberatung „Support“ des RAA Sachsen e. V.
Gerichtsprozess, Verurteilung der Täter
Im Oktober 1993 wurden drei Angeklagte verurteilt. Der Hauptangeklagte erhielt am Landgericht Dresden zwei Jahre und sechs Monate Haft wegen fahrlässiger Tötung.
Die beiden Mitangeklagten erhielten jeweils ein Jahr und sechs Monate auf Bewährung sowie eine Geldstrafe. Weitere Infos in der Wikipedia. Einen Hintergrund zu den damaligen Ermittlungen bietet ein Bericht des Deutschlandfunks.

















