Obwohl es ein besonders feucht-grauer Mittwoch ist, schart sich am 10. Dezember eine kleine Menschenmenge um den östlichen Kracht-Brunnen, um seine Wiedereröffnung zu feiern. Unter ihnen ist Eva Jähnigen (Grüne), Umweltbürgermeisterin und erste Rednerin des Tages. Gemeinsam mit Professorin Erika Schmidt von der Bürgerinitiative „Neustädter Freiheit“ ist sie es, die schließlich auf den grünen Knopf drückt und so das Wasserspiel des ostmodernen Kunstwerks nach 23 Jahren Trockenheit wieder in Gang setzt.

Die Bemühungen einiger engagierter Dresdner*innen haben sich ausgezahlt. Aufgrund einer schwierigen Finanzierung und Widrigkeiten während der Sanierungsarbeiten hatte sich die Instandsetzung des östlichen Kracht-Brunnens verzögert (Neustadtgeflüster von 17. November 2025), doch seit Mittwoch sprudelt er wieder. Das von Friedrich Kracht Ende der 1970er Jahre geschaffene Kunstwerk war seit dem Hochwasser 2002 nicht mehr in Betrieb. Seit 2019 stehen beide Brunnen am Neustädter Markt unter Denkmalschutz und im Frühjahr 2024 haben die denkmalgerechten Sanierungsarbeiten begonnen.
2,1 Millionen Euro wurden bis zu seiner Fertigstellung in den Brunnen investiert. Diese setzen sich aus Eigenmitteln der Stadt Dresden (1,52 Millionen Euro), aus einem Sonderprogramm Sachsens zur Denkmalpflege (570.000 Euro) und aus mehr als 9.200 Euro Spendengeldern zusammen. Letztere ermöglichte die Renovierung der Metallkugel im Zentrum des Brunnens. Ursprünglich war die Sanierung mit Kosten in Höhe von 1,87 Millionen Euro geplant.

Einsatz der Dresdner*innen
Die Bürgerinitiative „Neustädter Freiheit“ war es, die sich für das Sammeln solcher Spenden und für die Sanierung des Brunnens im Allgemeinen eingesetzt hat. Erika Schmidt, zweite Rednerin bei der Brunnenweihe, ist Teil der Initiative und betont deren Verantwortungsgefühl hinsichtlich der Gestaltung des urbanen Raums. Auch in Zukunft seien gravierende stadtklimatische und verkehrsplanerische Entscheidungen zu erwarten. Die „Neustädter Freiheit“ würde „die Verantwortlichen unermüdlich an die Bedeutung von Klimaschutz und das Ziel einer Innenstadt mit Wohnwert und Aufenthaltsqualität erinnern“.
Sie hebt auch die kunsthistorische Bedeutung des Kracht-Brunnens hervor und dankt Karin Kracht dafür, bei den Renovierungsarbeiten auf den richtigen Umgang mit dem Werk ihres Mannes geachtet zu haben.

Das Endergebnis wird in seiner technischen Komplexität von Umweltbürgermeisterin Jähnigen beschrieben. 160 Düsen sorgten für sieben verschiedene Wasserbilder, sodass man den Brunnen eine Dreiviertelstunde lang ohne Wiederholung der Formen betrachten könne. Dies würde in den nächsten beiden Wochen noch möglich sein. Die späte Brunnenweihe zur Adventszeit deutet sie als Zeichen dafür, was der Brunnen sei, nämlich „ein großes Geschenk“. Ihr besonderer Dank geht an die Dresdner*innen, die sich für den Brunnen eingesetzt haben, die „Neustädter Freiheit“ und an das Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft.
Zum Schluss bedankt sie sich auch noch bei den Personen, die für den Brunnen gespendet haben. Sie erhalten einen Eisgutschein für das Café Venezia.






















Anmerkung an die Redaktion: Der gestrige 11.12.2026 fiel auf einen Donnerstag. Viele Grüße nach Dresden.
Vielen Dank für den Hinweis. Ich habe den Tippfehler korrigiert. Die Einweihung fand am Mittwoch, 10. Dezember statt.
@erlenhecht: „Der gestrige 11.12.2026 fiel auf einen Donnerstag.“ … Anmerkung der Werkstatt, wir haben Ihren Fluxkompensator repariert :-)
Schön isser, der Brunnen :)