Eigentumswohnungen für die Tieckstraße

Neues Haus für die Tieckstraße.
Neues Haus für die Tieckstraße.
Das Viertel südlich der Bautzner wird offenbar immer attraktiver. Nun soll eine der letzten Baulücken auf der Tieckstraße 5 mit einem neuen Haus bestückt werden. Dort sind Eigentumswohnungen auf sechs Etagen geplant. Im Immobilienscout gibt es schon ein paar Preisangaben. Ab 219.000 Euro geht es los. Hübsches Detail am Rande, die Investoren bezeichnen die Neustadt als „Kultur- und Amüsierviertel“. Die Außenansicht lässt auf ein Ladenlokal und eine Tiefgarage hoffen.

50 Kommentare zu “Eigentumswohnungen für die Tieckstraße

  1. Projekt „Urbanes Wohnen“. Brechreiz.
    Können die mal was Normales bauen?
    Fußbodenheizung, „geöltes“ Eichenparkett etc., weesde gleich bescheed wie die Zielgruppe aussieht …

  2. Schon das kleine Stück Tieckstraße auf dem Foto zeigt, wie schön es wirkt, wenn die unterschiedlichen Häuser die gleiche Geschosshöhe haben. Ich finde es bedauerlich, dass der Neubau sich nicht daran hält. Dieser Fehler wurde doch schon zur Genüge seit Anfang der Neunziger gemacht – spontan fallen mir Alaun- und Kamenzer Straße ein.

  3. @Muyserin: Liegt vielleicht auch daran, dass man mit 4m Geschosshöhe nicht unbedingt weniger Heizenergie braucht als mit 3m. Und verschiedene Geschosshöhen finde ich auch in anderen Epochen (siehe die unterschiedlichen Geschosshöhen an manchen Ecken der Alaunstraße aus dem frühen 19. Jh oder den 70ern des 20. Jhs.). So schade es aus ästhetischer Sicht sein mag – die Gründerzeit ist vorbei und damit auch der Standard zweimannshoher Wohnungen.

  4. @Muyserin
    Mit normal meine ich bezahlbar. Mit solchen Buden lockste auf jeden Fall keine Studenten an ;-)

  5. Die Wohnungen sind in meinen Augen für das Grundstück viel zu luxeriös ausgestattet. Wer zahlt denn so viel für eine Wohnung, bei der man vorne auf die enge Tieckstraße guckt und hinten auf ne kahle, hohe Wand. Kein Garten, kein Ausblick und ziemlicher Martinhshorn-Alarm auf der Glacis und dann noch nicht mal Altbau- oder Loftcharme.

    Wer sowas sucht, wartet eher auf die Hafencity.

  6. Es geht immer mehr bergab, mit dem, was der Neustadt zu ihrem Flair verhalf! Wer braucht hier denn Eigentumswohnungen, bezahlbarer Wohnraum fehlt, Wohnraum für Arbeiter und Angestellte muss hier geschaffen werden, keine Protzbehausungen für Snobs und Spießbürger, bewaffnet mit einer ADVOCARD gegen „Störungen aller Art“. Was das für die Mieten in der Neustadt bedeutet, wenn hier immer mehr Eigentumswohnungen entstehen, kann sich jeder ausmahlen. Auf der Förstereistraße werden einigen Mietern ihre Wohnungen gerade zum Kauf angeboten, wobei das „Angebot“ nur als unverschämt zu bezeichnen ist, denn der Preis liegt bei etwa 1000 Euro pro Quadratmeter und wird einige wohl zum Umziehen zwingen, denn Widerstand, wie auch immer geartet, gegen ein solches asoziales Vorgehen von Investmentfirmen, ist hier leider nicht mehr zu erwarten.

  7. Hm, 1000 Euro/m² klingt im ersten Moment eher günstig. Kommt natürlich auf den Zustand der Wohnung an. Der Durchschnittspreis in Dresden liegt für Wohnungen zwischen 40 und 80 m² bei ca. 1600 Euro/m². Quelle: immowelt.de

  8. @Anton Launer
    Der Quadratmeterpreis war auch noch etwas höher, da ich es aber nicht mehr genau weiß, wollte ich auch nicht übertreiben, in jedem Fall ist das für Durchschnittsverdiener unverschämt hoch, für mich einfach Gier.

  9. @hinzundkunz: mir scheint es leider so, dass du keine vorstellungen hast, wieviel heutzutage ein m² wohnfläche kostet. im neubau musst du 1800E/m² rechnen. hinzu kommt noch anteilig das grundstück. darüberhinaus probiert der bauträger einen gewinn zu erzielen. deine postings bieten außer hetzerei & völlig unkonreten mutmaßungen leider keinen inhalt!

  10. @HinzundKunz: also würde man mir meine Wohnung auf der Tieckstraße für 1000€ pro m² anbieten, würde ich in grenzenlosen Jubel ausbrechen… ;-)

  11. @ falky… wer sagt denn das hier nur Studenten wohnen dürfen? die Mischung machts….

    abgesehen davon ne junge Frau, die sich so ne Wohnung leisten kann als Freundin wär doch o ni schlecht oder? da bleibt mehr Taschengeld fürs eigene Hobby statt für blöde Miete

  12. Sebastian: Wer auf die Hafencity warten will, kann das sicher tun – manche wollen das aber nicht. Und da werden die m²-Preise deutlich höher liegen – ich denke, da werden wir am Wasser Preise jenseits der 3000 sehen.

  13. Was die Raumhöhe angeht: in der Gründerzeit waren diese opulenten Raumhöhen teilweise sogar Vorschrift, weil man das für gesunde Wohnverhältnisse hielt (vergleichsweise viel Licht und ein hohes Luftvolumen) – was sogar stimmen mag, wenn ich mir 2,50 m hohe Sozialwohnungen ansehe. Freiwillig haben die das damals sicher auch nicht gebaut, auch um 1900 war Wohnungsbau überwiegend Privatsache und wurde oft von Bauunternehmern im großen Stil durchgezogen. Die hätten wahrscheinlich lieber 2 Meter Raumhöhe gehabt, weil sie dann mehr Fläche vermarkten können.

  14. @Jean64 Nein, denn glücklicherweise brauche ich das auch nicht mehr wirklich so genau wissen. Doch egal, ob du da noch 200, 900 oder 1000 Euro draufschmeißt, ist für das Resultat nicht mehr wirklich von Bedeutung, es bleibt für den Großteil der Leute unerschwinglich. Zieh dich aber ruhig noch etwas an dem von mir angegebenen Preis hoch, weil das wirklich wesentlich mehr Substanz hat. ;)
    Wie von @Anton Launer schon angemerkt wurde, kommt es da wohl auch etwas auf das Objekt bzw. den baulichen Zustand an. Es werden nicht nur Eigentumswohnungen neu gebaut, sondern, hier werden auch Mietshäuser aufgekauft, um dann die Mietwohnungen möglichst zeitnah als Eigentumswohnungen zu verschachern. Die ursprünglichen Mieter werden in 90% der Fälle nicht da wohnen bleiben können. Wie man es trotz Mietrecht schafft, ein Haus leer zu bekommen, ist vielen Leuten mehr oder weniger bekannt. Meine zum Ausdruck gebrachte Sorge, über eine sich immer schneller veränderte Zusammensetzung der Bewohner der Neustadt, darfst du gern als Hetze bezeichnen, das trifft mich nicht.

  15. Nur noch so ein kleiner abschließender Gedanke.
    Im Gegensatz zu der Zeit, als man die Häuser sanieren wollte und deshalb diese „entmietet“ hat, man damals stellenweise hohe Entschädigungen bezahlen musste, da es schon aufgrund der Länge der einzelnen Mietverträge schwierig war diese Mieter so einfach heraus zu bekommen, dürfte der Punkt bei den heutigen Bewohnern etwas einfacher zu lösen sein. Schon deshalb denke ich, werden wohl in der nächsten Zeit noch in einigen anderen Häusern in der Neustadt Wohnungen zu kaufen sein.

  16. @ Hechtsuppen-Kasper: Im-Glashaus-sitz much?
    Die besorgniserregende Anzahl von Ausrufezeichen in Deinem Kommentar kann man noch als ästhetisches Problem abtun; vor einem Ausrufezeichen steht jedoch definitiv kein Leerzeichen.

  17. bis auf die fehlende groß-/ kleinschreibung kann ich bei mir keine generelle rechtschreibproblematik feststellen.

    ansonsten plädiere ich für eine deutlich differenziertere diskussion, fernab von klassenkampfklischees…

    ein teil der derzeitigen wohnungsnot in deutschlands ballungsräumen resultiert aus einer viel zu geringen bautätigkeit in der vergangenheit. hauptursache dafür war die fehlende rentabilität aufgrund zu geringer mieten. deutschland liegt bei den wohnkosten immer noch im unteren europäischen vergleichsbereich.

    zudem verstehe ich nicht, wo bzw. wie die verdrängung stattfindet, indem ungenutzte brachflächen bebaut werden? wäre es sinnvoller bestandsgebäude aufwendig zu sanieren & somit zielgerichtete verdrängung zu betreiben?

    die stadt erzielt zudem hohe steuereinnahmen (stichwort grunderwerbssteuer), die zb für kitaplätze notwendig sind. und wie werden ua die dadurch geschaffenen jobs/ arbeit bewertet?

    die bewertung einzelne user erfolgt leider nicht unter beachtung einer vielzahl von faktoren, sondern ist eher ideologische, individuell geprägt…

    ich bin kein befürworter eines unregulierten baubooms, jedoch kann ich mit einer betrachtung aus der mickey-maus-perspektive nichts anfangen…

  18. „ansonsten plädiere ich für eine deutlich differenziertere diskussion, fernab von klassenkampfklischees…“

    @Jean64
    Ich sage, man kann/darf beides eben nicht voneinander lösen, beides gehört zusammen, auch wenn du das nicht sehen möchtest. Eine bezahlbare, nicht den Großteil des Einkommens auffressende, Wohnung hat ein Grundrecht für jeden Menschen zu sein und da rede ich nicht von Schließfächern mit Wohnklo an den äußeren Rändern der Städte. Zurzeit sehe ich aber eher eine 2. Welle der „Vertreibung“ von Menschen aus der Neustadt kommen. Wenn du das als „mickey-maus-perspektive“ diffamierst, dann denke ich, weiß jeder selbst, was man davon halten darf.

  19. wenn für eine spärlich sanierte Erdgeschosswohnung mit 74m² fast 800Eur Warmmiete aufgerufen werden, finde ich das viel bedenklicher. Für 2 Erwachsene mit normalen Einkommen sind dann der Schritt zum Kauf einer neubau-Immobilie nur ein geringer Schnitt. Bei den derzeitigen Niedrigzinsen ist der Unterschied in der monatlichen Belastung gering. Die Umwelt freut sich über geringeren Energiebedarf. Und schöner als der Brachflächenparkplatz siehts auch aus.
    Guckt Euch mal in der Kiefernstraße an, was da interessantes neugebaut wird.
    Und mir ist lieber die Stadt nimmt über die Grunderwerbssteuern Geld ein, als das sie per Wohngeld noch Geld fürs verpulvern von Heizenergie dazuzahlen muss.

  20. @hinzundkunz: würdest du als wohnungseigentümer für 500E vermieten wenn du könntest oder lieber nur 250E nehmen um einen studenten zu unterstützen?

    diese allgemeinen phrasen helfen doch nicht weiter, wenn jeder einzelne sich nicht anders als die kritisierten verhalten würde…

  21. Jean64, fehlende Kleinschreibung habe ich bei Dir gar nicht festgestellt. :-)
    Aber ich hätte ganz gern Genaueres zum europäischen Vergleich gewusst, nämlich, wo Du diese Vermutung hernimmst (Bulgarien ist auch Europa…) und vor allem, warum man bei den Wohnkosten zu den Spitzenreitern gehören sollte.

    Unabhängig vom Preis würde ich mir an der beschriebenen Stelle an der Tieckstraße keine Wohnung kaufen, selbst wenn die Platin-Wasserhähne und Champagnerkorken-Parkett hat.

  22. @ HinzundKunz: Du wirst Dir gefallen lassen müssen, dass sich sich hier manche am Preis hochziehen, den Du ins Spiel gebracht hast… ;)

    Um Deine anderen Aussagen mal etwas „auf die Füße“ zu stellen:

    Du tust so, als ob jeder Vermieter ein Hedgefon ist – das ist aber beileibe nicht so. Es gibt auch noch den klassischen Einzeleigentümer. Un der kann dann auch mal GEZWUNGEN sein, sein Haus zu verkaufen (Scheidung, Erbengemeinschaft, finanzielle Schieflage…) Ich finde es dann nicht verwerflich, wenn ein Eigentümer seinen Mietern die Wohnungen einzeln zum Kauf anbietet – im Gegenteil. Wenn es dann sogar noch unterhalb des „üblichen“ Preises passiert: fast löblich!

    Wer sich den Kauf nicht leisten kann: auch kein Problem – denn Kauf bricht nicht Miete! Es muss also nicht automatisch jemand ausziehen, weil seine Wohnung verkauft wurde…

    Das wird erst dann relevant, wenn der neue Eigentümer auf Eigenbedarf o.ä. geht. Aber gut – ich kann mir von so manchen Kommentarschreibern hier vorstellen, dass sie auch mit dem Gedanken von Wohneigentum (natürlich in der Neustadt) spielen (oder schon umgesetzt hat) – das wären dann aber die guten, weil schon vor Ort seiender Neustädter, stimmts!?

    Mich nervt diese ganze Vertreibungsdebatte ungemein. Niemand hat ein Anrecht auf sein Viertel, weil er von sich selbst die Meinung hat, dieses zu dem gemacht zu haben, was es ist (oder vorgibt zu sein). Bzw. weil er „viel eher da war…“.

    Geht in Viertel, die noch zu wandeln sind, wandelt sie und regt Euch in 10 – 20 Jahren wieder über die Gentrifizierung auf…

  23. Noch was, Jean64: „diese allgemeinen phrasen helfen doch nicht weiter, wenn jeder einzelne sich nicht anders als die kritisierten verhalten würde…“

    Das ist eine völlig irrige Annahme, es gibt eine Menge Leute, dazu zähle ich auch mich, die eine Menge Dinge aus ethischen Gründen nicht tun, obwohl sie es könnten.

  24. die grundsätzliche frage ist doch: hat ein schon länger ansässiger bürger ein größeres recht auf das viertel als ein potentiell zuziehender? ab wieviel jahren ist man „schon länger da“? und wen hat man selbst verdrängt als man kam? ;)

  25. @Peter Macheli: Verstehe ich das richtig: Man sollte aus ethischen Gründen darauf verzichten, Wohnungen zu sanieren oder zu bauen? ;-)

    Die »Vertreibungsdebatte« ist immer mit einem bestimmten Startzeitpunkt verbunden. Und da ist es doch interessant, dass kaum jemand nach den Einwohnern der Neustadt fragt, die in den 1970er und 1980er Jahren dort gelebt haben.

    In deren »kleinbürgerliche Welt« brachen plötzlich auch Menschen ein, die nicht nur Annehmlichkeiten mitbrachten. Zu den Begleitumständen der ersten Alternativkneipen und Hausbesetzungen zählten für diese Einwohner auch nächtlicher Lärm, Müll und hektoliterweise frei herausgelassener Urin. Manche mögen darüber großzügig hinwegsehen – den ursprünglichen Einwohnern war es ganz sicher nicht gleichgültig.

    Heute fühlt sich ein Teil der damaligen Akteure durch Sanierungen, Neubauten und steigende Mieten bedrängt. Plötzlich steht das böse Wort mit G im Mittelpunkt. Welchen Begriff sollte man für die vorhergehenden Änderungen wählen? Ist das nicht einfach nur eine ganz spezielle Art der Gentrifizierung?

    Und aus psychologischer Sicht: Heute werden nicht selten die Mieter und Eigentümer der neuen oder sanierten Wohnungen als arrogant oder herablassend empfunden. Wie mögen sich wohl die Einwohner der Neustadt ab Mitte der 1980er Jahre und mehr noch bis Mitte der 1990er Jahre gefühlt haben?

  26. @HinzundKunz: Wenn das ein Seitenhieb auf Prohlis oder Gorbitz sein sollte – dort leben in der Tat auch viele Leute, denen das Wohnen anderswo zu teuer ist. Auch Studenten, Praktikanten und nicht wenige Rentner, die in der DDR einen Hoch- oder Fachschulabschluss hatten. Aber in der Regel ist es in den Plattenbauten trocken und warm, viele sind ganz ordentlich saniert.

    Es besteht überhaupt kein Grund, aus der Neustadt oder anderen Wohngebieten herablassend auf die Plattenbauten Prohlis oder Gorbitz oder auf dem Sonnenstein in Pirna zu schauen. Es kann manchmal schneller gehen, als man denkt: Dann studiert vielleicht ein Kumpel oder ein Verwandter von einer Bude in Prohlis aus. Oder man lernt einen interessanten älteren Menschen kennen, der unheimlich gebildet ist und in einem Plattenbau auf dem Sonnenstein wohnt.

    Nur mal als Denkanstoß.

  27. @stefanolix: Nein, das verstehen Sie wie selbstverständlich falsch. Die Ausgangsfrage war ja Maximalprofit vs. nötige Finanzierung. Wäre auch ein schöner Aspekt im Artikel über das Fasten in Ihrem Blog gewesen, das nur am Rande.

    Ich wohne schon lange nicht mehr in der Neustadt, ich will gar nicht im Amüsierviertel wohnen. Ich empfehle aber eine Beschäftigung mit der Geschichte des Stadtteils.

  28. @Peter Macheli: Wenn das eine direkte Aufforderung zur Stellungnahme sein sollte: Ich betreibe keine Geschäfte, mit denen rücksichtslos Maximalprofit erwirtschaftet werden soll. Ich halte auch meine Ernährungsweise und sonstige Lebensweise für ausgesprochen moderat. Nicht nur in der Fastenzeit ;-)

    Die Geschichte wird bekanntlich immer von den Siegern geschrieben. Man kann aber auch auf die Stimmen derer hören, die unterlegen sind und verdrängt wurden.

  29. Nein, das ist keine Aufforderung zur Stellungnahme, das fiel mir nur in dem Zusammenhang mit dem Zitat von Jean64 (würdest du 500 statt 250 usw) ein.

    Die Neustadt sollte in den 80ern abgerissen werden, die Anfänge ihres geplanten Neuaufbaus sind am Albertplatz und der Martin-Luther-Str. zu sehen. Die damals Zuziehenden nutzten z.B. Leerstand, Überredungskünste bei der KWV und Eigeninitiative, aber sie verdrängten niemanden.

  30. @Peter Macheli: Ein entscheidender Teil der damals neu Hinzugekommenen hat mit seiner Lebensweise die verbliebenen bisherigen Bewohner an den Rand gedrängt. Die Hinzugekommenen haben sich mehrheitlich für moralisch überlegen gehalten (was waren die Alteingesessenen doch für Spießer!).

    Ich habe doch die Zeit der ersten Szenekneipen selbst miterlebt. Damals hat fast überhaupt niemand Rücksicht auf die Alteingesessenen genommen. Zweifellos war es damals eine besonders bunte und alternative Art der Gentrifizierung. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass dabei Menschen an den Rand gedrängt wurden.

  31. @ Peter Macheli: Du willst doch jetzt nicht erklären, dass die damals zuziehenden zum Umschwung führten.

    Es kam einfach die Wende zum richtigen Augenblick – kurz vor dem Abriss. Auf einmal waren Baumaterialien keine Mangelware mehr – und damit die Rettung der Neustadt als solche möglich.

    Damit ist der Schuldige klar: die Wende. Sonst könnten wir immer noch Subszenenmäßig in unsanierten Häusern mit Ofenheizungen sowie Birken in der Dachrinne sitzen und uns freuen!

    Hört doch auf…

    Es sind die Menschen, die ein Interesse haben – vorrangig an Außendarstellung. Und solange es eben hip ist, hier zu wohnen, werden die Preise und der Druck weiter steigen. Also: je eher wir uns von diesem Dogma befreien, desto weniger haben wir persönlich mit dem Problem „hohe Mieten und Verdrängung“ zu kämpfen…

  32. E-Haller: Nein, ich kann das aus meinem Kommentar auch nicht herauslesen. Ich sehe auch niemanden verdrängt, zumindest in der Neustadt nicht.

    stefanolix: Die Beobachtung habe ich damals nicht gemacht, ich habe in den diversen Filmen aus damaliger Zeit auch nicht den Eindruck, dass dies von den Alteingesessenen so empfunden wurde.
    Aber wir waren sicherlich in völlig unterschiedlichen Gruppenzusammenhängen unterwegs.

  33. Plattenbauten am Stadtrand gibt es nicht nur in Prohlis und Gorbitz. Und haben mit Wohnklo generell nicht mehr oder weniger zu tun als Gründerzeithäuser. Es gibt immer kleinere und größere Wohnungen und sanierte und unsanierte Wohnungen. In der Regel wohnt es sich in sanierten Plattenbauten ganz gut. Ich für mein Teil würde niemals in die krachige (Autos, Party,…) Neustadt ziehen, wo ich dann zur einen Seite Straße und zur anderen Seite einen kleinen Innehof habe, in dem man sich wie im Knast vorkommt. Da genieß ich lieber das Leben mit Aussicht und im Grünen. ÖPNV in Dresden machts möglich.

  34. @Peter Macheli
    Sehe ich auch so. Als ca. `87 die ersten Wohnungen „besetzt“ wurden, musste da niemand verdrängt werden, denn die Buden standen oft schon zu 80% leer und die Dankbarkeit der restlichen Bewohner, in einigen Häusern, oder was davon noch übrig war, nicht mehr alleine „wohnen“ zu müssen war da oft gegeben, denn damals gab es eine regelrechte Flucht aus der Neustadt, eben wegen dem baulichen Zustand der Häuser, das ist jedenfalls meine Erfahrung. Man könnte da also eher von einer Neubesiedlung sprechen, was erst zu diesen einzigartigen Strukturen in der BRNeustadt geführt hat. Gerade viele ältere Bewohner wussten es zu schätzen, dass wieder Menschen hinzugekommen sind und nicht wegzogen, zumindest war das der Fall, solange in der Neustadt noch viele ältere Leute bzw. Rentner lebten.

  35. @HinzundKunz: Na, wenn ich mich an ’91 erinnere, da haben wir mit der Wohnungsbesetzung zwar auch niemanden verdrängt, aber ob sich die anderen Mieter über uns gefreut haben. ;-)
    @Peter Macheli: Gruppenzusammenhänge?
    @Stefanolix: der hektoliterweise fließende Urin ist aber auch ein klassisches Vorurteil derer, die in Striesen wohnen. ;-)

  36. @Anton Launer
    Ich wollte damit auch nicht sagen, dass es immer ohne Konflikte abging, aber ich kenne auch mehrere Leute, die oft als „Kohlenträger“ unterwegs waren und auch bei anderen Problemen halfen, wo die Söhne, Töchter und Enkel nicht vorhanden, oder weiter weg lebten. Das steckte wohl bei vielen ehem. „Pionieren“ noch so drin, und waren die Haare auch noch so bunt. ;)

  37. Ich würde meine Wohnung auch gerne für 1000€/m² kaufen, das ist doch für Neustadt ein absolutes Schnäppchen? Manchen scheinen überhaupt keine Preis- und Wertvorstellungen mehr zu haben.

    Der Wandel in einem Stadtviertel ist doch vollkommen normal, das hat doch nichts mit Vertreibung zu tun.

  38. @HinzundKunz: Wer sagt denn, dass die neuen »Einwanderer« in die Neustadt nichts Gemeinnütziges tun? Möglicherweise spenden sie für Projekte in der Neustadt oder sie engagieren sich im Schulförderverein oder […]? Das kann man auch tun, wenn man in einem neuen oder sanierten Haus wohnt und mehr Geld dafür bezahlt. Gentrifizierung ist nicht notwendigerweise mit Egoismus, Kaltherzigkeit und anderen furchtbaren Eigenschaften verbunden …

  39. @Anton: Nu, unterschiedliche zusammenhängende Gruppen eben… :-) stefanolix in den von alternativen Verdrängern arrogant belächelten, ich in den sowieso alles und jeden angrinsenden, disziplinlosen Haufen.

  40. @stefanolix
    Sicherlich, möglich ist vieles. Leider ist meine Erfahrung, dass dem nur so ist, solange alle im selben Boot sitzen. In dem Moment, wo die Interessen von Mietern nicht mehr mit denen von Eigentümern übereinstimmen, in diesem Moment wird daraus sehr schnell Egoismus, Kaltherzigkeit, Arroganz verbunden mit anderen furchtbaren Eigenschaften. Schließlich glaubt der Eigentümer gegenüber dem Mieter in einer „besseren“ Position zu sein und wird auch versuchen diese, wenn nötig auch gerichtlich, durchzusetzen. Damit wird er zwar nicht immer Erfolg haben, doch ein Miteinander ist dann nur noch schwer möglich. Natürlich gibt es auch unter Mietern Nachbarschaftsstreitigkeiten, ohne Frage, doch die finden auf Augenhöhe statt. Weil aber bei Eigentümern oft auch noch finanzielle Belastungen gegeben sind, wird der Wille zum Kompromiss massiv leiden. Wer da andere Erfahrungen hat, gut, aber das ist das, was ich erleben/beobachten konnte, und nicht nur einmal.

    @Alauner
    Wer 1000 Euro pro Quadratmeter, oder mehr, für teilsanierte Altbauwohnungen, als gerechtfertigt ansieht, der hat für mich das eigentliche Problem mit Preis und Wertvorstellungen. Wie @Peter Macheli weiter oben schon einmal anmerkte, nicht alles, was man machen kann, muss auch gemacht werden, nur weil man von niemandem daran gehindert wird.

  41. @HinzundKunz: Nun wird das eigentliche Problem klar. Wir reden hier über Äpfel und Birnen gleichzeitig. Leider hast Du in der Diskussion bisher die Grundlage für die 1000 Euro/m² nicht erschöpfend erläutert, so dass natürlich alle anderen staunten, was so billig? Was verstehst Du denn unter teilsaniertem Altbau. Welche Lage hat er denn und welche Etage. Es gibt viele Faktoren, die den Preis bestimmen.

    Mal ein kleines Rechenbeispiel. 6,50 Euro/m² Kaltmiete sind in der Neustadt momentan ziemlich normal. Macht 78 Euro/m² im Jahr. Macht in 20 Jahren 1560 Euro/m². Und da hat noch keiner an Zinsen gedacht.

    Und übrigens, sprich mal mit Vermietern. Die glauben in der Regel, dass sie gegenüber den Mietern in der schlechteren Position sind. Wenn die Mieter nicht zahlen, stimmt das sogar.

  42. Anton hat natürlich recht, man kann’s aber auch noch banaler und kurzfristiger betrachten: 1000 Euro x 3 % Zinsen kosten 30 Euro pro Jahr, also 2,50 Euro pro Monat. Da bleibt noch viel übrig für Kreditilgung und Instandhaltung.

  43. Ganz spannende diskussionsbeiträge.Ich verfolge die entwicklung
    des dresdener immobilienmarktes schon seit mehreren jahren. Ihr werdet euch daran gewöhnen müssen.Schaut euch die preise
    in frankfurt,stuttgart oder münchen an und seid froh,daß es bei euch noch nicht soweit ist.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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