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Römisches Bad wird repariert

Es ist ein Trauerspiel. Große Sandsteinklötzer liegen wild in dem einst so schönen Becken herum. Die Sandsteineinfassung ist verwittert, rissig und bröckelt. Das Römische Bad am Schloss Albrechtsberg ist hinüber. Seit zehn Jahren ist der Zugang gesperrt.

Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) vor dem Römischen Bad am Schloss Albrechtsberg
Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) vor dem Römischen Bad am Schloss Albrechtsberg

Das soll sich nun ändern. Am Freitag präsentierte Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) die Sanierungspläne vor Ort. Die Stadt Dresden stellt zum Start erst einmal eine Million Euro bereit, der Freistaat Sachsen fördert mit einer weiteren halben Million. „Insgesamt rechnen wir mit Sanierungskosten in Höhe von etwa sechs Millionen Euro“, sagt Kühn. Aber mit den jetzt zur Verfügung stehenden Mitteln können man erst einmal anfangen.

Eine Spendenkampagne soll demnächst ins Leben gerufen werden, außerdem bemühe man sich intensiv um mögliche Bundesmittel zur Denkmalpflege.

Öffnung ab März

Bis 2025 dauern diese ersten Arbeiten vor Ort. Bereits im März 2023 soll der Zugang von der Elbe göffnet werden. Damit erhalten die Dresdnerinnen und Dresdner wieder einen Blick auf das Römische Bad. Parallel beginnen erste Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten, für die keine weitere Planung erforderlich ist.

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Bei der Präsentation vor Ort waren auch die zwei Landtagsabgeordneten Albrecht Pallas (SPD) und Thomas Löser (Grüne) mit dabei. Beide hatten sich für die Förderung eingesetzt. Löser erinnerte sich, wie er hier als Hilfsbademeister im damaligen Pionierpalast Ende der 80er Jahre gearbeitet hat: „Ich freue mich persönlich sehr, dass wir mit den Denkmalschutzgeldern des Freistaates Sachsen das Römische Bad nach vielen Jahren des Verfalls aus seinem Dornröschenschlaf erwecken und die schrittweise Sanierung des denkmalgeschützten Ensembles beginnen kann.“

Pallas ergänzt: „Für die Dresdnerinnen und Dresdner ist es sehr schmerzlich, dass diese architektonische Perle seit Jahren nicht zugänglich ist. Daher habe ich mich im Landtag intensiv dafür eingesetzt und ich freue mich außerordentlich, dass die Instandsetzung des Römischen Bades nun endlich beginnt.“

Projektleitern Romy Eichler, Landtagsabgeordneter Thomas Löser, Hochbauamtsleiterin Anja Lange, Baubürgermeister Stephan Kühn, Landtagsabgeordneter Albrecht Pallas und David Klein, Denkmalschutz-Amtsleiter
Von links: Projektleitern Romy Eichler, Landtagsabgeordneter Thomas Löser, Hochbauamtsleiterin Anja Lange, Baubürgermeister Stephan Kühn, Landtagsabgeordneter Albrecht Pallas und David Klein, Denkmalschutz-Amtsleiter

Erster Bauabschnitt

Begonnen wird an der westlichen Portikus, dem Säulengang. Dort stellen Fachleute den Giebel mit dem Kreuzgratgewölbe als Sandsteinarchitektur wieder her. Die Balustrade, das Traufgesims und die Stützmauer werden ergänzt und schadhafter Sandstein restauriert. Bei den Treppen werden Lotabweichungen korrigiert und ebenfalls der Sandstein restauriert. Unter den Treppenläufen werden eine WC-Anlage und ein Technikraum eingebaut. Die Kolonnaden, Stützmauern und Balustraden werden wieder standsicher hergestellt und Schäden am Sandstein beseitigt.

Kosten und Ablauf der Instandsetzung

Der erste Bauabschnitt umfasst Bauarbeiten von insgesamt 3,68 Millionen Euro. Mit den verfügbaren 1,5 Millionen Euro kann das Fachamt etwa die Hälfte des Bauprogramms realisieren. Die Kosten für den zweiten Bauabschnitt belaufen sich auf 2,35 Millionen Euro. Die Gesamtkosten für eine denkmalgerechte Instandsetzung hat das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung auf 6,03 Millionen Euro nach jetzigem Kostenniveau kalkuliert.

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Die Baugenehmigung für die genehmigungspflichtigen Arbeiten liegt vor. Das Fachamt vergibt damit die nächsten Planungsschritte und schreibt anschließend die Arbeiten aus. Zum Schutz einer Fledermauspopulation können die Arbeiten immer nur zwischen März und August stattfinden. Die Bauarbeiten sind auch witterungsabhängig. Die Bauzeit für die geplanten Arbeiten beträgt mindestens zwei Jahre.

Der aktuelle Zustand des Bades ist ein Trauerspiel.
Der aktuelle Zustand des Bades ist ein Trauerspiel.

Der zweite Bauabschnitt umfasst abschließende Arbeiten an den Kolonnaden (Säulen) und die Wiederherstellung der Außenanlagen nach dem historischen Vorbild. Dabei wird auch das Wasserbecken mit der Brunnentechnik wiederhergestellt. Dann soll das Becken auch wieder mit Wasser gefüllt werden, schwimmen wird in dem Kulturdenkmal jedoch nicht wieder möglich sein.

Das Schloss im spätklassizistischen Stil wurde 1851 bis 1854 vom Architekten Adolph Lohse für Prinz Albrecht von Preußen (1809-1872) gebaut.

Schloss Albrechtsberg 2007
Schloss Albrechtsberg 2007, Foto: Derbrauni, CC BY-SA 4.0
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