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Demo an der Schiefen Ecke

Die Jugendorganisationen von SPD (Jusos) und Linke (Linksjugend) haben gemeinsam mit den Neustadt-Piraten für heute Abend erneut eine Demonstration an der Kreuzung Louisen-, Görlitzer, Rothenburger Straße angemeldet. Titel der Demonstration „Letzte Chance Alkoholverbot zu verhindern“.

Sitzkundgebung auf der Schiefen Ecke
Sitzkundgebung auf der Schiefen Ecke am 22. April

Sie beziehen sich damit auf die Stadratssitzung am 12. Mai. Dort soll die Entscheidung über ein temporäres Alkoholkonsumverbot an der Kreuzung und ein temporäres Alkoholabgabeverbot in der Äußeren Neustadt fallen.

Erhalt als soziokultureller Treff

In der Pressemitteilung zur Demonstration fordern sie, „dass das Assi-Eck als soziokultureller Treffpunkt erhalten bleiben muss und ein Verbot von Konsum- und Abgabe keine Lösung darstellt.“ Neben den Organsiator*innen soll es auf der Demonstration Redebeiträge von Anwohner*innen, Spätshopbesitzer*innen und Vertreter*innen aus Stadtrat und Stadtbezirksbeirat geben.

Paul Senf, Anmelder der Kundgebung von der Linksjugend Dresden, kritisiert: „Prohibition ist nur Problemverlagerung. Wenn die Menschen, die sich am Assi-Eck treffen, dort nicht mehr trinken dürfen, werden sie es zukünftig zum Beispiel auf dem Martin-Luther-Platz tun. Auf diese Problematik hat die Verwaltung keinerlei Antwort. Das Verbot ist nichts als eine undurchdachte Verzweiflungstat, die alle Betroffenen in Geiselhaft nimmt.“ Die Linksjugend hat ihren Sitz am Martin-Luther-Platz.

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Anne Herpertz, Vorsitzende der Neustadtpiraten, ergänzt: „Das Alkoholverbot ist total überzogen – es gibt bereits viele Maßnahmen – u.a. Nachtschlichter*innen und Nette Toilette – die bereits wirken. Ein Alkoholabgabeverbot bringt die Spätshops zum Schließen. Nicht jede/r kann sich jedoch ein Bier für 4 Euro in einer Bar leisten. Wir fordern seit langem eine autofreie Äußere Neustadt, damit die Menschen genug Platz haben.“

Während der Zeit des letzten Alkoholabgabeverbotes zwischen 2006 und 2015 hatte ein Neustädter Spätshop das Geschäft aufgegeben. Das war das „Capa“ auf der Alaunstraße. Der Grund für die Schließung seinerzeit war, dass es einen neuen Vermieter gab. Für die Nachtschlichter*innen wird derzeit noch personelle Unterstützung gesucht, insgesamt soll das Team mit 20 Leuten besetzt werden und im ganzen Viertel aktiv sein. Infos zur Netten Toilette gibt es hier.

Matthias Lüth, Vorsitzender der Jusos Dresden, sagt: „Mittelfristig setzen wir uns für bauliche Veränderungen an der Kreuzung ein. Mit einer Fußgängerzone in der Louisenstraße haben Bäume Platz für Schallschutz. Mülleimer und Toiletten helfen gegen die Verschmutzungen. Eine ähnliche Aufwertung an anderen Orten in der Neustadt führt zu Verteilungseffekten statt einer Verlagerung durch Verbote. Ich fordere die SPD-Fraktion auf Angebote zu schaffen, statt Verbote mit Gewalt durchzusetzen.“

Bei einem Stadtteilspaziergang durch die Neustadt hat Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) kürzlich angekündigt, dass er hofft, das es im nächsten Jahr zu einer Bürgerbeteiligung zur Planung der Umgestaltung der Louisenstraße kommt. Danach würde geplant, mit einer Umgestaltung ist nicht vor 2024 zu rechnen.

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Nachtrag

Nach Informationen eines Lesers gab es wohl während der Zeit von 2006 bis 2015 noch zwei weitere Spätshop-Schließungen. Eine davon war die zweite Filiale der Spätschicht auf der Alaunstraße. Der Mietvertrag wurde seinerzeit vom Vermieter gekündigt.

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19 Ergänzungen

  1. Linksjugend & Jusos, ganz toll: keiner von denen denkt an die Anwohner, die Kinder & Familien. Es wird ein Blick ins jeweils eigene Parteiprogramm empfohlen: dort findet sich Vieles zum Schutz der Familie, nichts steht dort zum vermeintlichen Grundrecht auf Suff&Krawall.
    Ansonsten die ewig gleichen Argumente: Problemverlagerung: naja, wenn solche Ballermannzustände anderswo auftreten, muss eben auch da reagiert und die Anwohner geschützt werden & das wird ja auch getan: nur am Eck darf man bis Ultimo krakeelen.
    Das andere Argument: bisherige Maßnahmen wirken: vollkommener Unsinn, wie man sieht & hört, wenn man nicht vollkommen blind & taub ist wie Linksjugend& Co.

    & übrigens: das sehen die Gerichte genauso.

  2. Paul Senf von der Linksjugend Dresden: „Wenn die Menschen, die sich am Assi-Eck treffen, dort nicht mehr trinken dürfen, werden sie es zukünftig zum Beispiel auf dem Martin-Luther-Platz tun.“
    Die Linksjugend hat ihren Sitz am Martin-Luther-Platz.

    Sehr schön!

  3. Herr wirf Hirn vom Himmel und wirf es diesmal nach links.
    „…Assi-Eck als soziokultureller Treffpunkt…“?
    Was bedeutet „Assi“ und „sozio(!)kulturell“ nochmal? Was ist am Saufen auf der Straße in Dreck und Pisse Kultur? Ganz zu schweigen von nächtlichem Krawall als sozialer Wohltat gegenüber den Anwohnern.
    Und auch großes Kino: „…in der Louisenstraße haben Bäume Platz für Schallschutz…“.
    Besonders am Assi-Eck. Dort ist bestimmt die Variante „Hängende Gärten an Straßenbahnoberleitungen“ beabsichtigt.
    Auch der dargestellte Zusammenhang zwischen Bierpreis und Anwesenheit von Autos auf der Straße ist hohe Schule. Darauf muss man erstmal kommen.
    P.S. Bei Abwesenheit von Geist wird das Problem am Ende wohl ein Gericht lösen.

  4. …Am Martin-Luther-Platz ist es insofern kein Problem, weil der Alkoholvertrieb und Genuss in den Betriebseigenen Räumlichkeiten stattfinden kann. #opendoors…
    (Da gibt es bei Problemen auch entsprechend Ansprechpartner und Verantwortlichkeiten #einerfüralle..)
    Viel Spass im Eckhaus, die Räumlichkeiten unten sind großzügig und Klos gibt es auch.. also bitte mal bei der Leutungsebene eine Eingabe machen..
    P.S. Die Stadt ist verpflichtet an der Ecke für Ruhe zu sorgen, macht da keiner mehr Krawall, braucht es auch keine Verordnungen. Wir sehen, daß Problem kommt vom übertreiben… nicht von den Anwohnern #nofake…

  5. So böse das klingt, aber ganz ehrlich, welche Familie kommt denn bitte auf die Idee am Assi Eck zu wohnen oder da wohnen zu bleiben, wenn Nachwuch sich einstellt? Die Mieten sind im Übrigen nirgends teurer als in der Neustadt…ich kenne genug, die das Leben da genossen haben, und als sie älter wurden und die Familie den Stellenwert einnahm, zogen sie weg. Es steht in jedem Reiseführer seit x Jahren als Tip, einmal Bier trinken am Assi Eck. Komischerweise war das jahrelang so ok, und es ist Quatsch, dass es soooo schlimmer alles geworden ist. Hinzu kommt, dass hier ein Alkoholverbot im Sinne von nicht mal mitführen im Raum steht. Damals gab es ein Glasfaschenverbot. Es hat dich niemand behelligt, wenn du mit einer Büchse Bier auf Achse warst.

  6. Die Maßnahmen der Nachtschlichter und der Netten Toilette haben bisher geholfen, steht da.
    Wobei genau?
    Wobei haben denn die Nachtschlichter geholfen?
    Bei uns wurde vor wenigen Wochen ein Türsteher zusammen geschlagen. Da war niemand da, der geholfen oder „geschlichtet“ hat.
    Und wobei hilft denn eine nette Toilette?
    Bei uns entstand dadurch Kot in Pissoirbecken. Erbrochenes in Waschbecken. Und viertelbekannte Obdachlose, die sich am Waschbecken die Geschlechtsteile mit Handseife gewaschen haben.
    Also ernsthaft, nein, es tut mir leid, aber beide „Maßnahmen“ haben nicht nur keinen Erfolg, sondern machen, wie im Falle der Netten Toilette, das Ganze nur noch schlimmer!

  7. @Erik L:
    …da hast Du was nicht mitbekommen, oder nicht hören wollen! Warum gab es damals schon Diskussionen und Flaschenverbote, wenn damals alles ok war?
    Die Neustadt ist viel mehr, als nur Suff. Dies kann auch ein Grund sein nicht flüchten zu wollen. Übrigens sind die anderen Faktoren viel mehr Kultur, als Spätis und Suff..!!!
    Was in Reiseführern steht ist doch egal… ich glaub eh nicht an Führer…

  8. Zitat: „Ein Alkoholabgabeverbot bringt die Spätshops zum Schließen. Nicht jede/r kann sich jedoch ein Bier für 4 Euro in einer Bar leisten.“

    Personen, die so argumentieren, sollten mal darüber nachdenken, warum ein halber Liter Bier in einer Kneipe eben nicht nur nen Euro kostet. Sicherlich nicht, weil sich der Gastwirt damit eine goldene Nase verdient, sondern weil er Kosten für u.a. Miete für einen Gastraum, Personal und Reinigungskosten für den Gastraum und die sanitären Einrichtungen zu tragen hat. All diese Kosten hat ein Späti nicht, dessen Kerngeschäftsmodell dennoch der Alkoholausschank ist, jedoch ohne nennenswerte Verpflichtungen mit zumindest Beteiligung an Reinigungskosten des „öffentlichen Gastraums“ sowie das Stellung & Reinigung von Toiletten. Dass dies dringend notwendig wäre sieht man derzeit aufgrund des anhaltend trockenen Wetters ganz gut, wenn man sich mal die öffentlichen Räume in unmittelbarer Nähe von Spätshops anschaut. So einen Siff und zunehmend Gestank könnte kein Gastwirt seinen Gästen zumuten, ich jedenfalls würde dort kein Bierchen genießen wollen.

    Mein Fazit: Ich frage mich die ganze Zeit, wieso das asoziales Geschäftsmodell „Spätshop“ weiterhin ge- und unterstützt wird. Ich denke, dass neben Einschränkungen zu den „Ausschankzeiten“ auch eine ernsthafte Kostenbeteiligung von Spätis bei den genannten Dingen notwendig wird, um den öffentlichen Alkoholkonsum und die damit verbundenen Probleme auf ein akzeptables Maß zurückzufahren. Aus gutem Grund gibt es in anderen Ländern viel strengere Regeln oder halt hohe Preise für Alkoholausschankkonzessionen, so dass sich die Preise nicht mehr nennenswert von denen in Bars/Kneipen unterscheiden.

  9. Tja, „Erik L“, und ich kenne genug Leute, die seit Jahrzehnten hier wohnen, egal ob mit oder ohne Familie. Ich zum Beispiel. Und mir kann niemand erzählen, dass die Zustände an der Ecke/in der Neustadt schon immer so waren.
    Kannst Du Dir eventuell vorstellen, dass Menschen sich dem Viertel verbunden fühlen und ganz bewusst hier wohnen?
    Immerhin hast Du richtig erkannt, warum was wie geworden ist.
    Die Neustadt wurde ganz bewusst als „Kneipen- und Szeneviertel“ inszeniert und beworben. Wer hier lange daheim ist, hätte diesen Terminus nie verwendet. Das Paradebeispiel ist die BRN und ihre Entwicklung, die ja nun hoffentlich ein Ende gefunden hat oder zukünftig zumindest in anderen Bahnen verläuft.
    Es gibt im Hintergrund eine Menge Leute, die ihren Geltungsdrang befriedigen und sich die Taschen füllen wollen. Das Phänomen findet sich auf der ganzen Welt und die Auswirkungen sind auch immer die gleichen.
    Die „Spießer“ sind nicht die, die im Viertel/Kiez ihr Zuhause haben sondern die, die im Rest der Stadt ihre Ruhe haben wollen und sich freuen, dass der Ballermann hier die Leute abfängt. Und dass die Situation am Eck damit zusammenhängt, wie schnell man dort günstig an Alkohol kommt, ist eine Frage der einfachsten Logik.

    Ich bin diesen ewig falschen Vorwurf „Selbst schuld!“ echt sowas von leid…

    Ich glaube, dass es bei vielen Leuten hier eine völlige Fehlwahrnehmung gibt und man meint, der „Staat“ bzw. die „Stadt“ wäre von alleine angerückt und will nun hier den Spaß verbieten. Gerade ideologisch beschränkte Berufslinke, die bei „Verbot“ schon die Molotov-Coctails oder zumindest irgendwelche Demos mit fadenscheinigen Forderungen abhalten, denken oft so.
    Es sind die ganz normalen Menschen, die hier wohnen und nach Hilfe rufen und die exekutiven Kräfte in die Spur schicken. Dafür sind die übrigens da.

    Nochmal: „Die Freiheit des Einzelnen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt.“

  10. Man sollte vielleicht mal daran denken, was das letzte Alkoholverbot hinsichtlich des „Assi-Ecks“ denn unterm Strich gebracht hat – ich denke, kaum etwas. Die Leute haben sich ihre Getränke halt ein paar Meter weiter gekauft und mitgebtracht. Nur mit Verboten zu regieren, ist möglich, aber nicht unbedingt sinnvoll.

  11. Ja, auch wenn es schon gesagt wurde. Anwohner sind den Jungpolitikern egal, Hauptsache, die Touris können weiter saufen, den Verkehr behintern und in jede Ecke urinieren.

    Na ja, mich brauch es ja nicht zu interessieren, wohne ja nicht dort.

  12. …die Bäume für den Schallschutz sind auch ein echter Lacher… war das nicht schon mal Thema (?) und wurde aufgrund der unter der Strasse liegenden Kanäle und Leitungen abgewählt?
    Egal, hier wird von den Probanden auch nicht gedacht. Alles nur Polemik. Das Ziel eines lebenswerten Viertels mit freundlichen, nachbarschaftlichen und zuvorkommenden Umgangsformen steht bei denen, die hier gegen die Verbote demonstrieren nicht im Focus.
    Würde es nicht ausufern bräuchte es keine Verbote. Ursache dafür ist ja eben das Verhalten derer, die sich hier aufregen. Ist ein wenig wie mit trotzigen Kindern, die sich an der Kadse beüllend auf den Boden werfen, weil es heute mal keinen Lolli geben soll….

  13. Ich weiß nicht so wirklich was an Krawall- und Sauftourismus so prickelnd und unterstützendwert sein soll?

    Es herrscht am Asieck das Recht des stärkeren, Krawall und organisierte Kriminalität, jeder der sich dort regelmäßig in den letzten Jahren aufgehalten hat konnte, wenn er denn wollte sehen das es immer schlimmer geworden ist, zu den von mir geschriebenen Dingen kommen immenser Dreck und Wildpinkler, trotz netter Toilette dazu…
    Ob die Streitschlichter/Konfliktmanager tatsächlich was bewirken konnten bezweifle ich, schon weil sie ab 03.00 Uhr gerade am Wochenende garnicht mehr vor Ort gewesen sind.

    Ob ein Alkoholkonsumverbot und weitere Verdrängungsmaßnahmen der richtige Weg sind vermag ich nicht zu sagen, aber ich denke alles ist besser, als die Situation weiter zu ignorieren und/oder schönzureden…

  14. Es ist doch immer wieder das gleiche in DE. Anstatt Alternativen zu schaffen und die Probleme langfristig zu lösen wird Symptombekämpfung in Form von Verboten vorgenommen!

    Wie an anderer Stelle schonmal geschrieben, baut das Industriegelände wieder aus. Späties, ein paar Shops inklusive Sitzecken und Toiletten. Am besten noch Streitschlichter und eine Anlaufstelle für Leute mit Drogenproblemen. Ein Soziokultureller Treff etwas Außerhalb halt.

    Die jungen Menschen müssen irgendwo feiern und sozial sein können, auch mit wenig Geld! Natürlich wird dann auch mal über die Strenge geschlagen, dass gehört nunmal mit dazu.

  15. Für mich einfach unglaublich, der Alkohol ist das beherrschende Thema. Es geht weder um kulturelle Vielfalt, die leider gerade schwindet, noch um lebenswerte Facetten eines bunten und schönen Miteinanders. Nein, an der Front zu „ja“ oder „nein“ zum Alkohol scheiden sich die Geister. Es wird einfach als gesetzt hingenommen, dass es entweder den Totalausfall gibt oder kein „Ort mehr zum Feiern“. „Feiern“ bedeutet offensichtlich Suff, Urin, Kotze, Gebrüll, …, und dann kommt die Stadtreinigung und muss sich um die „Überbleibsel“ kümmern… Wo ist die Eigenverantwortung, wo ist der Blick zu den Anderen? Warum geht es denn nicht ein wenig gemäßigt? Die Welt ist voller Drama, warum muss das im Kiez angeheizt werden?

  16. Ich muss sagen 2011-2015, als es schon ein nächtliches Alkoholverkaufsverbot gab, war die Situation dort deutlich entspannter. Habe nie begriffen, warum man das gekippt hat, für Billigbier und 3 Spätis mehr.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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