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Im Einsatz für eine gewaltfreie Kindheit

Wie die Polizeiliche Kriminalstatistik für Sachsen belegt, gab es 2021 im Vergleich zum Vorjahr mehr als doppelt so viele Straftaten im Zusammenhang mit Kinderpornografie. Auch die Fälle von Kindesmissbrauch sind weiter gestiegen, wobei die Dunkelziffer noch immer immens hoch ist.

Immerhin deuten diese Zahlen aber auch auf ein wachsendes Bewusstsein für die Problematik hin. Für „Shukura“ als Fachstelle zur Prävention sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ist dieses Bewusstsein Alltag: sie widmet sich dem schon seit über 20 Jahren intensiv.

Kindern und Jugendlichen das Recht am eigenen Körper vermitteln

Die Fachstelle ist Teil der AWO, hat ihren Sitz auf der Königsbrücker Straße und stellt ein breites Angebot sowohl für Kinder und Jugendliche selbst, als auch für Erwachsene und Fachkräfte zur Verfügung. Schwerpunkt ist, wie schon im Namen steckt, die Präventionsarbeit.

Teil der Präventionsarbeit ist es, Kindern nahezubringen, was ihre Rechte sind. Foto: Shukura

Das sind zum Beispiel Programme für Schulklassen verschiedener Altersgruppen, die Kinderrechte und unterschiedliche Formen von Gewalt thematisieren und mithilfe von Rollenspielen für den Umgang mit grenzüberschreitenden Situationen sensibilisieren.

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Der Gedanke, der dahinter steht, ist noch viel grundlegender: „Es geht darum, jeden Menschen in seiner Identität wertzuschätzen“, erklärt Heike Mann, Leiterin des Teams aus insgesamt fünf Sozialpädagoginnen. „Daher auch der Name Shukura. Er bedeutet: Du bist einzigartig.“

Damit das bei den Kindern und Jugendlichen ankommt, ist es wichtig, dass sich auch die Erwachsenen um sie herum mit dem Thema sexualisierte Gewalt auseinandersetzen. Informationsveranstaltungen und Elternabende unterstützen Eltern und Bezugspersonen, für Fachkräfte werden verschiedene Fortbildungen angeboten.Über 1500 Fortbildungsveranstaltungen fanden allein letztes Jahr statt.

Hilfe für Betroffene

Außerdem hält das Team Vorträge, begleitet Einrichtungen beim Erstellen von Schutzkonzepten, oganisiert Theaterstücke und veröffentlicht hin und wieder Publikationen. Ein weiterer wichtiger Teil sind Fallberatungen. Mindestens eine Anfrage pro Woche erhält die Beratungsstelle, und nicht nur aus Dresden.

Denn Shukura ist eine von gerade einmal fünf Anlaufstellen in Sachsen, an die sich Privatpersonen, Schulen, Kindertagesstätten oder andere Institutionen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, wenden können. Vor allem im ländlichen Raum herrscht großer Mangel an Hilfsangeboten.

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Auch, weil für die Fallberatungen und deren Aufarbeitung nicht nur Kompetenz und Fingerspitzengefühl vonnöten sind, sondern auch Vernetzung, etwa mit Ergo- und Psychotherapeut*innen oder dem Jugendamt, mit dem Shukura eng zusammenarbeitet. Dazu kommt, dass die einzelnen Fälle zunehmend komplexer werden – auch organisierte Gewalt und Zwangsheirat sind den Expertinnen nicht fremd.

Fünf Sozialpädagoginnen sind in der Fachstelle angestellt. Foto: Marion Döring

Um alle Anfragen bearbeiten zu können, bräuchte es viel flächendeckendere Angebote. Und auch die Fachstelle selbst hat nur begrenzte Möglichkeiten. „Wir könnten mindestes doppelt so viel arbeiten“, erklärt die engagierte Sozialpädagogin, deren Team insgesamt nur 130 Stunden in der Woche zur Verfügung hat. Für mehr reicht die Finanzierung nicht.

Nachholbedarf an Mitteln und Wissen

Trotz des hohen Bedarfs gibt es also deutlich zu wenig Kapazitäten. Und erfährt das Thema noch immer zu wenig Aufmerksamkeit. „Es wäre ein großer Fortschritt, das Thema umfangreich und verpflichtend in jede pädagogische Ausbildung aufzunehmen. Da fehlt einfach so viel Wissen“, bedauert Heike Mann.

Sie selbst und ihre Kolleginnen bemerken das in ihrer Arbeit täglich. Auch daran, wie gefragt ihre Kenntnisse sind. Beispielsweise die, die in der neusten Broschüre zusammengefasst sind, die der Frage auf den Grund geht, wie Doktorspiele von sexuellen Übergriffen unter Kindern abgegrenzt werden können. Dafür braucht es erst einmal Wissen über kindliche Sexualität generell, das noch längst nicht selbstverständlich ist.

Immerhin, die Sensibilität für sexualisierte Gewalt steigt. Was nicht immer nur positiv ist – wenn Personen, die helfen möchten, keine kompetente Unterstützung erhalten, kann das dazu führen, dass ihre Entscheidungen und Handlungen die Lage der Betroffenen noch verschlimmern. Und das wiederum macht das Vorhandensein und den Ausbau von Fachstellen wie Shukura umso wichtiger.

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