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Grundstückstausch – Globus zieht nach Friedrichstadt

Der einst hinter dem alten Leipziger Banhof geplante Globus-Markt soll in der Friedrichstadt errichtet werden. „Dafür soll ein Vorhabenbezogener Bebauungsplan entwickelt werden. Die entsprechenden Beschlussvorschläge werden wir dem Stadtrat vorlegen“, erklärte Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) heute auf Anfrage des Onlinejournals Pieschen Aktuell.

Eingang zum alten Leipziger Bahnhof - Foto: Archiv Anton Launer
Eingang zum alten Leipziger Bahnhof – Foto: Archiv Anton Launer

Möglich wird dies, weil die Verhandlungen über den alternativen Standort für einen Globus SB-Markt weit fortgeschritten sind. Der Aufsichtsrat der SachsenEnergie hat Anfang Dezember einen Grundstückstausch zwischen der Globus SB-Warenhaus Holding GmbH & Co. KG und SachsenEnergie über Grundstücke an der Hamburger Straße und dem Alten Leipziger Bahnhof beschlossen.

Verhandlungen mit SachsenEnergie

„Damit soll das Areal am Alten Leipziger Bahnhof in das Eigentum der SachsenEnergie übergehen. Voraus gegangen waren mehrjährige, intensive Verhandlungen zwischen SachsenEnergie und Globus, die von der Landeshauptstadt Dresden begleitet wurden“, erklärte SachsenEnergie-Sprecherin Nora Weinhold. „Die weiteren Verhandlungen dauern voraussichtlich bis zum Ende des ersten Quartals 2022, so dass wir im zweiten Quartal mit einer Vertragsunterzeichnung rechnen“, äußerte sie sich auch zum weiteren Zeitplan. Über den Grundstückdeal hatte tag24.de zuerst berichtet.

Globus Buero Leipziger Bahnhof
Die Globus-Holding hat ein Büro auf ihrem Gelände am Alten Leipziger Bahnhof. Foto: W. Schenk

Globus: Sind auf der Zielgeraden

Auch Enrico Wilde, Bereichsleiter Standortplanung Region Ost bei Globus SB-Warenhaus, sieht den Abschluss der Verhandlungen über einen Grundstückstausch in Reichweite. „Wir gehen davon aus, dass wir Anfang des kommenden Jahres mit detaillierten Infos an die Öffentlichkeit gehen können“, sagte er auf Anfrage. „Um die Gespräche nicht zu stören, möchten wir uns aber vor deren Finalisierung nicht tiefergehend äußern“, fügte er hinzu.

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Gespannt darf man darauf sein, wie der Grundstückstausch gelungen ist. Das Areal der Globus Holding am Alten Leipziger Bahnhof umfasst rund 100.000 Quadratmeter. Bisher war beim Grundstückstausch von einem rund 14.600 Quadratmeter großen Drewag-Areal an der Hamburger Straße in der Friedrichstadt die Rede. Das dürfte als Gegenwert kaum ausreichen. Zudem wurde von mehreren Seiten bestätigt, dass Globus auch Interesse an dem 13.000 Quadratmeter großen Grundstück hat, auf dem sich zur Zeit die Erstaufnahmeeinrichtung Bremer Straße 25 befindet. Dieses Areal gehört dem Freistaat Sachsen. Eine Anfrage an das zuständige Finanzministerium, ob der Freistaat mit Globus über das Grundstück verhandelt, blieb bisher leider unbeantwortet.

Unklar ist, ob Globus auch das Areal an der Bremer Straße 25 erwerben kann. Foto: W. Schenk
Unklar ist, ob Globus auch das Areal an der Bremer Straße 25 erwerben kann. Foto: W. Schenk

Politische Reaktionen

Unabhängig von dem konkreten Inhalt des Grundstück-Deals hat es bereits erste positive Reaktionen gegeben. „Dass nun der Bau des riesigen Globusmarktes an dieser Stelle vom Tisch ist, ist ein wirklicher Grund zum Feiern“, erklärte Grünen-Stadtrat Thomas Löser. „Wir wollen eine Gebietsentwicklung, die Grün- und Freiflächen neben Wohnen, Kleingewerbe und Kreativwirtschaft ermöglicht und behutsam mit den denkmalgeschützten Gebäuden des Alten Leipziger Bahnhofs umgeht“, fügte er hinzu und sprach sich auch dafür aus, dass für den Wagenplatz des Vereins Schotter und Gleise entweder am vorhanden Standort oder an einem geeigneten Ersatzstandort eine dauerhafte Lösung gefunden wird.

Pieschens Grünen-Stadträtin Kati Bischoffberger betonte, dass die Chancen dafür, dass hier „ein gemeinwohl-orientiertes Wohnquartier der Zukunft geplant werden kann“, deutlich gestiegen seien.  Auch das neu gegründete „Akteursnetzwerk Leipziger Bahnhof“ wolle sich auf der Grundlage des verabschiedeten Masterplanes Leipziger Vorstadt für die Entwicklung eines zukunftsweisenden Stadtviertels mit Imagewirkung für Dresden einsetzen.

So könnte das Gebiet in Zukunft aussehen
So könnte das Gebiet in Zukunft aussehen – Entwurf von Studenten für eine Zukunft am Alten Leipziger Bahnhof. Quelle: Buch „Inspiration Alter Leipziger Bahnhof -Was wäre, wenn…?

Lichdi: Lebendiges Innenstadtquartier

„Die Weichenstellungen für das Grundstück am Alten Leipziger Bahnhof als Großmarkt waren ein großer Fehler“, blickt Johannes Lichdi von der Dissidenten-Fraktion im Stadtrat zurück. „Dass jetzt eine Lösung im öffentlichen Interesse unter Wahrung der Anliegen des Unternehmens gefunden wurde, ist ein großer Erfolg“, sagt er weiter. Nun könne anstatt eines überdimensionierten Riesenparkplatzes mit Einkaufsanschluss ein lebendiges Innenstadtquartier am Neustädter Bahnhof und Elbe entstehen. „Wir werden uns zudem dafür einsetzen, dass dauerhaft ein hoher Anteil kommunaler mietgünstiger Wohnungen entsteht. Auch müssen die kulturellen Nutzungen an der Hansa- und Eisenbahnstraße erhalten werden“, so Lichdi.

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2019 hatten sich Studentinnen und Studenten der TU Dresden mit städtebaulichen Entwürfen für das Areal am Alten Leipziger Bahnhof beschäftigt und diese in einer viel beachteten Ausstellung präsentiert. Entstanden ist daraus auch ein Buch mit dem Titel „Inspirationsort Alter Leipziger Bahnhof Dresden. Was wäre, wenn…?“

Einigung nach sieben Jahren

Seit März 2014 wird um den Standort am Alten Leipziger Bahnhof gerungen. Damals hatte der Stadtrat mit 32 zu 30 Stimmen den Bebauungsplan 6007 für die Ansiedlung eines Globus SB Markes an der Leipziger Straße verabschiedet. Im Juni 2018 wurde dann der Masterplan Leipziger Vorstadt verabschiedet. Er sieht für das gesamte Areal, zu dem auch das Globus-Grundstück gehört, den Bau von rund  1.700 neuen Wohnungen, ergänzt durch nicht störendes Gewerbe und viel Grün vor. Die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel ist nicht mehr erlaubt. Diese vom Stadtrat selbst verursachte widersprüchliche Beschlusslage ist bis heute nicht aufgelöst. Mehrere Anläufe, den Bebauungsplan für den Globus SB-Markt aufzuheben, sind in der Vergangenheit gescheitert.

Ein Gastbeitrag von Winfried Schenk – www.pieschen-aktuell.de

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Eine Ergänzung

  1. Sehr schade, dass der Umzug hier als Sieg gefeiert und nicht ein bißchen kritisch hinterfragt wird. Dass der Shoppingtempel gar nicht weg sondern nur auf die andere Elbseite gewandert ist, scheint euch entweder nicht bewusst, oder aber egal zu sein. Es klingt schon einigermaßen nach Nimby.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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