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Die Neustadt mit anderen Augen sehen

Im Café sitzen, die Kunsthofpassage bestaunen oder einen Spaziergang durch die Heide machen – jede*r hat seine ganz besonderen Dinge, die man in der Neustadt gerne tut oder wo man sich gerne aufhält. Karten und Blogs zeigen, was sehenswert ist und wo es sich besonders schön flanieren lässt. Einen ganz anderen Blick auf die Neustadt liefern sie: die Heranwachsenden. Doch wie oft werden Kinder gefragt, was ihre Lieblingsplätze im Stadtteil sind?

Filmgeschichten im Alaunpark
Spikeball, Klettern oder einfach nur faul auf der Wiese liegen – der Alaunpark bietet viele Möglichkeiten.

Zu wenig, fand Karolin Fischer vom Jugendzentrum Louise und setzte sich im Rahmen der Stadtteilrunde zusammen mit anderen Einrichtungen für Heranwachsende wie dem Känguru, dem Jägerpark, dem Panama, dem KiJuB und dem MJA. „Wir wollten die Neustadt für die Jugendlichen zugänglicher machen“, erzählt sie.

Daraus entstand eine Idee: Ausgestattet mit Einwegkameras, einer Karte und Klebepunkten in verschiedenen Farben ging es für die Heranwachsenden der Jugendzentren und Horte quer durch die Neustadt auf Entdeckungsreise. Ziel dessen: Eine Karte zu erstellen, die coole Orte zeigt, Plätze, an denen sich junge Leute wohlfühlen – und damit zu zeigen, dass die Neustadt nicht nur Erwachsenen, sondern auch der Jugend gehört und von ihr geprägt wird.

Das Projekt der Do it yourself-Neustadtkarte packte ein Jahr lang insgesamt 18 Beutel mit allem, was man für einen solchen Streifzug durch die Neustadt braucht, und schickte die Jugendlichen und die Kinder zwischen 8 und 17 Jahren los. Sie sammelten Bilder, Klebepunkte an Lieblingsorten und kreative Notizen in einem Onlinepad – daraus entstand eine Karte von und für junge Menschen.

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Ob Klettern im Alaunpark, Quatschen an der Scheune oder am Schiefen Eck, durchs Hechtviertel stapfen oder einfach nur an der Elbe entspannen– die Jugendlichen hielten mit ihren eigenen (Foto-)Eindrücken fest, was die Neustadt so lebenswert macht. Die Jüngeren hätten vor allem auf die Spielplätze und auf Parks zugesteuert, ergänzt Fischers Kollegin Ricarda Juros. „Die Jugendlichen setzen einen ganz anderen Fokus, wenn sie darüber nachdenken, was in so eine Karte gehört, was Lifehacks sind, wo coole Orte sind“, stellt sie fest.

Auch Karolin Fischer lacht: „Natürlich gibt es Orte, die im Verborgenen bleiben, und das ist vielleicht ganz gut so.“ Trotzdem glaub sie, dass die DIY-Karte ihr einiges beibringen kann: „Die Neustadt ist so ein buntes Viertel mit vielen Ecken. Ich meine vielleicht, viele Orte zu kennen, aber trotzdem weiß ich vielleicht nicht, wo es das beste Eis gibt oder auf welchem Spielplatz man am besten umherspringen kann. Da bleibt es für mich spannend, was die Kinder so erzählen.“

Chillen, Foto-Ausstellung und eine Band

Das Louise-Haus wartet darauf, seine Türen wieder ganz weit zu öffnen. Foto: Malwina
Das Louise-Haus ist von Kinder und Jugendlichen gerne besucht – ob es einen Punkt auf der Karte bekommt, weiß, wer am Mittwoch vorbeischaut. Foto: Malwina

„Super!“, hätten die jungen Leute in den Horten und Zentren die Aktion gefunden, weiß Fischer. Einige wären sehr engagiert dabei gewesen und hätten die Erkundungstouren als willkommene Abwechslung zur Schule gesehen.

Das Ergebnis dessen steht jetzt – und soll am morgigen Mittwoch, dem 21. Juli vorgestellt werden. Von 14 bis 19 Uhr können sich junge Menschen dort versammeln, um die Orte zu bestaunen und sich darüber auszutauschen, wo sie am liebsten chillen. Schöne Plätze ergänzen, in Erinnerungen schwelgen, wo man was erlebt hat oder einfach nur den Klängen der Band Red Skunks, die ab 17 Uhr auftritt, lauschen – all das bieten die Jugendeinrichtungen im Alaunpark an. Außerdem können die Fotos bewundert werden, mit denen die Jugendlichen ihre Spaziergänge festgehalten haben. Die Sozialarbeiter*innen wollen zusammen mit den Kindern abstimmen, welche Fotos es dann letztendlich in die Karte schaffen. „Es sind alle eingeladen vorbeizukommen!“ Karolin Fischer ist die Vorfreude förmlich anzumerken.

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Nach Mittwoch wird sie zusammen mit den anderen die Kinder weiter befragen, Klebepunkte an Wohlfühl-Orten setzen und auswerten. Nicht nur die Fotos von den Einwegkameras sollen die Karte bunter machen: Die Grafikerin Nina Hänel hat die Karte entworfen und die Illustratorin Nina Pieper wird die Lieblingsorte der Jugendlichen anschaulich gestalten. „Die Karte soll Lust machen zu erkennen, mit Bildern anregen und zeigen, was Freude macht“, meint Karolin Fischer dazu. Ab Herbst soll die Karte dann in den Jugendeinrichtungen ausliegen und den Heranwachsenden einen Fahrplan zu Erkundung des Stadtteils geben.

Eine Karte von und für Jugendliche. Foto: Stadtteilrunde Dresden Neustadt, Grafik Nina Hänel
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14 Ergänzungen

  1. Auch auf die Gefahr als kleinlich, spießig, ewiggestrig oder sowas zu gelten: Wann hat eigentlich dieser bescheuerte Trend angefangen, die Neustadt ‚Neuse‘ & den Alaunpark ‚A-Park‘ zu nennen? Ich zuck da jedes Mal kurz zusammen. Und vor allem – warum??! Woher kam & kommt das? Mit der nachfolgenden Generation? Mit den Neuzugezogenen? Vielleicht bin ich ja echt alt geworden. Seufz.

  2. @Dresdnerin: Vielen Dank für den Hinweis. Ich hab das mal korrigiert. Die Abkürzung Neuse kam meines Erachtens Mitte der 2000er Jahre auf. A-Park würde ich auch in die Zeit datieren. Warum? Weil es kürzer ist.

    Möchte bei der Gelegenheit aber darauf hinweisen, dass wir Älteren aber auch schon mit merkwürdigen Wortspielereien angefangen haben. So haben wir das „die“ vor Neustadt eingeführt, was da definitiv nicht hingehört. Und bis in die frühen 1990er hat das auch kein Mensch so gesagt. Wo gehst Du hin? – Ich fahr nach Neustadt, nach Johannstadt, nach Friedrichstadt. Und der A-Park heißt ja richtig auch nicht Alaunpark sondern Alaunplatz. Aber das sagt, obwohl es per Schild dransteht, wohl kaum noch jemand.

  3. Danke für die geduldige Antwort. Das mit dem ‚die‘ ist wirklich erstaunlich. Könnte man fast mal nachforschen, wie sich sowas einschleicht. Sprachwandel, ich weiß.

    Beim Alaunpark kann ich noch mitgehen, da seh ich einen gewissen Sinn in der Verkürzung.

    Aber ‚Neuse‘ klingt für mich wie das linguistische Äquivalent dazu, jemandem ins Essen zu rotzen. Das tut mir physisch weh. Als Anwohnerin. Den Rest fragt sich mein Linguistinnen- Gehirn.

  4. @Anton:
    Ich glaube, da bist Du aud dem Holzweg.
    Natürlich fährt man/frau und das Sternchen nach Neustadt.
    Dazu wird der Bus 261 ab Albertplatz (Süd) genutzt, Fahrzeit etwas mehr als 1 Stunde.
    DIE Neustadt ist die Verkürzung des Names „Neue Stadt bey Dresden“ oder „Neue Königstadt“, welche nach dem Brand von Altendresden am 06.August 1685 auf der rechtselbigen Seite neu errichtet wurde.
    Nach der Erweiterung über den heutigen Albertplatz hinaus, wurde dann in die Äußere Neue(Königs)stadt und Innere Neue(Königs)stadt unterschieden.

  5. @Guardian: Ich denke, Du bist auf dem Holzweg, denn die ehemalige Vorstadt der sächsischen Landeshauptstadt auch bekannt als Altendresden, nach dem Brand dann als „Neue Stadt bey Dresden“ errichtet, bezeichnet nur das, was wir heute als Innere Neustadt kennen. Der hiesige Stadtteil der heute als „Die Neustadt“ bezeichnet wird, wurde 1835 als Stadtteil „Antonstadt“ eingemeindet. Und beides zusammen war dann Dresden-Neustadt (siehe auch am Bahnhof). Und über lange Jahre hinweg war es dem Dresdner genauso gebräuchlich zu sagen, ich fahre nach Laubegast, wie ich fahre nach Neustadt. Das „die“ hat nüscht aber auch gar nüscht mit der alten Bezeichnung zu tun, als es noch ne eigene Vorstadt war. Es resultiert einfach daraus, dass am Stadtteil hinten das „stadt“ dranhängt, und hat sich meines Erachtens in den 1990er Jahren eingeschlichen. Daher haben wir in Dresden jetzt die Altstadt, die Johannstadt, die Friedrichstadt und eben die Neustadt, dazu absurderweise noch den Hecht oder das Scheunenhof- oder das Preußische Viertel. Während alle anderen Stadtteile ohne Artikel auskommen.

    Sprich dazu mal mit Dresdner*innen, die die 70 überschritten haben. Das sind nämlich die, die seinerzeit mit dem Kopp geschüttelt haben, als wir hier das „die“ eingeführt haben.

  6. @Anton: Ja, so würde ich das ‚die‘ auch herleiten. Man nimmt auf einmal ‚Stadt‘ als Bezug. Wäre interessant herauszufinden, ob das anderswo auch so passiert iat…

  7. Also, ich möchte mich mit meinem Halbwissen mal in diese Debatte einmischen. Ich lebe seit 1977 in DD und denke, dass die Redewendung „in die … stadt“ o.ä. schon seit ich denken kann üblich ist. Wenn gesagt wird „ich fahre nach Neustadt“ ist eher Neustadt bei Sebnitz gemeint, was Guardian wohl auch anmerken wollte. Natürlich kann man trotzdem ebenso „nach Johannstadt“ fahren. Hat schon mal jemand die Formulierung „ich wohne in Albertstadt“ gehört, „in Leipziger Vorstadt“ oder „in Äußerer/Innerer Neustadt“, „in Antonstadt“? Klingt ein bisschen hölzern, nicht? Was „den Hecht“ betrifft, war vor der Wende immer vom „Hechtviertel“ die Rede.
    @Anton: „nach Laubegast“ endet nicht mit -stadt, weshalb der Vergleich mit dem Artikel „die“ nicht zutreffend ist.
    Ich denke, es bezieht sich tatsächlich auf die nach den Königen Albert, Johann, Friedrich, Anton (und wie sie alle hießen) benannten Städte (Vorstädte, Stadtteile), weshalb man, glaube ich, beides sagen kann „in die … -stadt“ oder „nach … -stadt“. Anderes Beispiel: „die Wilsdruffer (Vor-)stadt“, „die Süd(vor-)stadt“ …
    Mit dem ganzen „Neu-Sprech“ kann man geteilter Meinung sein. Auf manche Stilblüten aufmerksam zu machen, finde ich völlig in Ordnung. Wenn man es allerdings selbst nicht anwendet, trägt man nicht zur Verbreitung/Durchsetzung bei. Leider wird ja vieles unreflektiert nachgeplappert. An unsere eigene Jugendsprache gedacht, ist glücklicherweise auch nicht alles erhalten geblieben.

  8. @Tina: Danke für die Anmerkungen, da fällt mir noch eine Unlogik auf. Während ich mir durchaus vorstellen kann zu sagen, ich wohne in Friedrichstadt oder in Johannstadt, passt es bei der von Dir erwähnten Albertstadt vom Sprachgefühl her gar nicht. Frag mal ältere Dresdner, so 70plus ob sie nach oder in die Neustadt fahren würden.

    Ansonsten find ich ja die verenglischte Abkürzung Noise aktuell ziemlich passend.

  9. Bei meiner ersten Wohnrunde auf Louisenstraße Ende der 1970-er Jahre wurde auf die Frage nach dem aktuellen Wohnort „in der Neustadt“ geantwortet.
    Wobei damals alles rechtselbisches „Neustadt“ und alles linkselbisches „Altstadt“ war.
    Das kam noch von den Postleitzahlen bis 1964/65, die Dresden in „A“ und „N“ , also in Alt- und Neustadt unterteilten.
    Das Krankenhaus Neustadt ist in Trachau, aber rechtselbisch.
    Ich wurde noch in A19 (Striesen) geboren und wohnte später im ehemaligen Bereich N6.
    Das inzwischen nur noch die Innere und die Äußere Neustadt als „die Neustadt“ bezeichnet werden, hat wohl auch mit der Größe der Stadt zu tun.
    Niedersedlitz und Laubegast werden ja auch nicht als „die Altstadt“ bezeichnet.
    Und mit Spitznamen oder Namenszusätzen sollte vorsichtig umgegangen werden, Bezeichnungen wie z.B „F…pieschen“ bleiben lange hängen… ;-)

  10. @Anton: Ich dachte, auf das hölzerne „in Albertstadt“ verwiesen zu haben. Verstehen wir uns hier gerade miss? Ansonsten stimme ich Guardian zu, weiß aber auch schon, welche alten Dresdner ich demnächst mal fragen werde.
    Bei Wiki, wobei das auch nicht unbedingt der Maßstab ist, beginnen die Artikel „Johannstadt“, „Albertstadt“ und „Friedrichstadt“ jeweils mit „Die“.
    Wo findet man eigentlich die DIY-Neustadtkarte?
    Die Ableitung Noise finde ich ich fast genial, was die Ausgangsform gleich in ein witzigeres Licht rückt.

  11. Stimmt. Noise hat wenigstens im Schriftbild was. Trotzdem, ich bleib dabei. Unschön ist & bleibt die Abkürzung – in meinen Ohren.

    @Anton: Jup, Ha-Neu war mir geläufig. Und diese Verkürzung find ich wirklich lustig.

    Ansonsten schön, was für eine Diskussion ich hier losgetreten habe. Macht Freude, mitzulesen. Ich danke Euch.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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