Ein neuer Plattenladen für die Neustadt

Corona ist schuld. Claudia Schwarze und Tobias Hornung, bekannt als die DJs Delüsches & Tobi II, führen seit 2015 einen virtuellen Plattenladen: Grooveamt-Records. Und den verlagern sie nun in das „real life“ auf die Rothenburger Straße.

Pinselschwingen statt Plattendrehen. Die DJs Delüsches und Tobi II eröffnen einen Plattenladen.
Pinselschwingen statt Plattendrehen. Die DJs Delüsches und Tobi II eröffnen einen Plattenladen.

„Wir hatten in der Zeit keine Auftritte, daher viel Zeit Pläne zu schmieden“, erzählt Tobias. Der Gedanke mit einem Plattenladen, in den man auch reingehen und die Platten richtig anfassen und zum Teil sogar anhören kann, stand schon seit einer Weile. Und dann stand da dieses Lädchen leer. Mit der Hauseigentümerin wurde man sich schnell einig. Und nun schwingen die Beiden fleißig Pinsel und spachteln die Löcher zu.

In dem Lädchen befand sich bis vor Kurzem die „Spielzeit“ von Anja Pardon, die hatte den Laden im Juni geschlossen. Nun sind Claudia und Tobias heftig am Vorrichten. Am 13. August soll der Plattenladen eröffnet werden: „GA.Rec.“ soll er heißen, die Abkürzung für Grooveamt-Records. Grooveamt rührt von einer der wichtigsten Spielstätten der Beiden her, der Groovestation. Dort hatten sie während der Disco schon seit einer Weile Platten verkauft, dann das Geschäft ins Internet ausgedehnt.

GA.Rec. - Neueröffnung im August auf der Rothenburger Straße
GA.Rec. – Neueröffnung im August auf der Rothenburger Straße

„Die Nachfrage nach Vinyl wächst“, berichtet Claudia, so sei der Schritt zum eigenen Laden nun folgerichtig. Neben dem neuen „GA.Rec.“ gibt es ein paar Schritte weiter auf der Böhmischen das „Fat Fenders„, auf Alaunstraße das „Drop Out“ und natürlich das „Zentralohrgan“ auf der Louisenstraße, auch im „Crispy Bacon“ auf der Rothenburger Straße gibt es Scheiben. So langsam kommt die Plattenladendichte wieder an alte Zeiten heran.

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„Unser Schwerpunkt liegt auf Rock, Indie und Alternative“, erläutert Tobias, rund 1.000 verschiedenen Platten soll es zum Start geben. „Davon etwa die Hälfte als Gebrauchte“, wirft Claudia ein. Natürlich werden ein paar Plattenteller rumstehen, so dass man sich von der Qualität der Second-Hand-Produkte selbst überzeugen kann. Außerdem sind kleine Konzerte und Ausstellungen geplant. „Zum Auftakt werden wir Bilder von Toni Ziegenbalg zeigen, der entwirft unter anderem die Plakate für Chemiefabrik“, Tobias ist schon ein bisschen aufgeregt, aber noch ist eine Menge zu tun. Zum Glück haben die beiden starke helfende Hände aus der Familie, sowohl ihr als auch sein Vater langen kräftig mit zu.

„GA.Rec.“ – auch bekannt als Grooveamt-Records

  • Rothenburger Straße 24, 01099 Dresden, Eröffnung am 13. August (geplant)
  • Online-Shop unter: grooveamt-records.com
DJane Delüsches und DJ Tobi II in der Groovestation.
DJane Delüsches und DJ Tobi II in der Groovestation.

7 Kommentare zu “Ein neuer Plattenladen für die Neustadt

  1. Ich finde es immer wieder erstaunlich, mit wie viel Naivität Leute solche Läden eröffnen. Den Plattenläden geht es fast ausnahmslos schlecht, sie schließen weltweit und die meisten Absatzzahlen machen die „big player“ im Netz. Zudem haben wir schon Läden, die die genannten Sparten abdecken, und die wirklichen Raritäten bekommt man an anderen Stellen.
    Aber es passt zu Dresden (und zu Deutschland…), dass man meint, man würde auf einer Insel leben und der Rest der Welt ginge einen nichts an.

  2. @someoneelse:
    Es passt übrigens noch viel besser zu Dresden (und zu Deutschland insgesamt), dass man meint, man würde auf einer Insel leben, auf der jeder alles besser weiß (insbesondere was nicht geht) – noch viel besser passt es übrigens zu Dresden, seine Missgunst noch über anonyme Kommentare im Internet kund zu tun, wenn bei Tag24 noch keine Schlagzeile reißerisch genug erschien..

  3. Wird angeguckt.
    Mochte die Sets von Djane Delüsches immer gerne.
    Wenn das Angebot die gleiche Qualität hat, wird auch gekauft.

    Viel Glück!

  4. @ someone else. Ich bitte dich um die beantwortung folgender fragen: welche fachliche kompetenz besitzt du, über die führung eines tonträgereinzelhandels, die über googlebares halbwissen hinaus geht zu befinden? Woher nimmst du den glauben, daß händler dieser branche nur schlecht überleben können? Was denkst du, wieviel mut, eigenleistung und persönliches risiko es erfordert, sich einfach zu trauen, sich in diesem schwierigen zeiten selbständig zu machen? Ich habe großen respekt vor jedem, der seinen traum lebt. Liebe grooveamtis- laßt euch bitte nicht von miesepetern entmutigen!

  5. @Schnatterinchen:
    Ich habe in einem gearbeitet, bin in regem Kontakt mit Betreibern von Plattenläden und bestens informiert, was die Situation angeht. Was meinen Sie denn, warum der „Record Store Day“ ins Leben gerufen wurde, der übrigens nicht nur Zustimmung findet?
    Ich habe absolut nichts gegen Leute, die den Sprung in die Selbstständigkeit wagen, nur kann ich, wie oben schon gesagt, bestimmte Entscheidungen nicht nachvollziehen.
    Und, „Conny Bravo“:
    Es ist gerade sehr populär, jegliche Skepsis und jegliche Kritik als „Missgunst“ oder „Neid“ abzutun, was uns gerade in eine gefährliche Richtung führt. Wie gesagt: ich habe durchaus einen Background, der mich zu meinen Zweifeln führt, und wenn Ihnen die nicht in den Kram passen, dann lesen Sie bitte gekonnt daran vorbei.
    Das hier ist eine Kommentarspalte, in der jeder, ob anonym oder nicht, seinen Senf abgeben kann, egal ob er damit Zustimmung findet oder nicht. Daran sollten Sie sich gewöhnen.

  6. Lieber someone else- ich möchte dir deine kenntnis gewiß nicht absprechen- jedoch: mit einem dieser läden stehst du gewiß nicht in kontakt und führst regen austausch- und das sind wir: das zentralohrgan. Denn sonst wüßtest du, daß man durchaus seinen lebensunterhalt mit einem tonträgereinzelhandel bestreiten kann. Wir behaupten uns seit nahezu 30 jahren in der branche und haben in dieser zeit einiges mitgenommen an erfahrungen, und glaub mir, würde es sich wirtschaftlich nicht tragen, stünden uns andere optionen offen. Aber sehr gern laden wir dich auf ein offenes gespräch zu uns ein. Gern wüssten wir, in welchem laden du bisher gearbeitet hast und inwieweit du nicht nur ins tagesgeschäft sondern auch in die buchhaltung involvierst warst, um real beurteilen zu können, wie tragfähig diese branche ist. Herzliche grüße. Schnattchen vom zentralohrgan

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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