Stephan Kühn soll Baubürgermeister werden

Wie Barbara Schmidt, die Fraktionsgeschäftsführerin der Grünen im Dresdner Stadtrat mitteilt, wird Stephan Kühn Kandidat für das Amt des Beigeordneten für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften – also für den Posten des Baubürgermeisters. Den hatte bisher Raoul Schmidt-Lamontain inne, der nun nach fünf Jahren in Dresden nach Heidelberg wechselt.

Wahrscheinlich der nächste Baubürgermeister Dresdens - Stephan Kühn (Grüne)
Wahrscheinlich der nächste Baubürgermeister Dresdens – Stephan Kühn (Grüne)
Insgesamt 21 Kandidatinnen und Kandidaten standen zu Auswahl, die Fraktion der Grünen hat sich für Stephan Kühn entschieden. Der 40-Jährige Diplom-Soziologe war zwischen 2004 und 2010 im Dresdner Stadtrat vertreten, seit 2009 ist er der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Dresden II (unter anderem die Neustadt). 2013 und 2017 gelang ihm der Wiedereinzug in den Bundestag.

Dort hat es sich vor allem mit verkehrspolitischen Themen einen Namen gemacht. Zuletzt war er verkehrspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion. Kühn hat sein Wahlkreisbüro in der Grünen Ecke am Bischofsplatz.

Wahl nur noch Formsache

Nun schlägt ihn die Grüne Fraktion dem Stadtrat zur Wahl als Baubürgermeister vor. Die Grünen haben das Vorschlagsrechts auf diesen Posten, somit ist seine Wahl im Herbst sehr wahrscheinlich.

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Neben der Verkehrspolitik hat Kühn sich insbesondere mit Beteiligungfragen und Stadtentwicklung beschäftigt. Er war bis letztes Jahr Aufsichtsrat der Dresdner Verkehrsbetriebe. Seit dem Beginn seines politischen Engagements macht er sich für die Themen Mobilität und Stadtentwicklung stark. Kühn will sich nun demnächst dem Oberbürgermeister und den anderen Fraktionen vorstellen.

Stephan Kühn: „Ich freue mich, dass ich die Chance bekomme, in Dresden wieder stärker politisch zu wirken und die Zukunft meiner Heimatstadt mitgestalten zu können. Ich möchte die Verkehrswende und eine klimabewusste Stadtgestaltung voranbringen. Mir ist eine gute Beteiligung und die Stärkung der Baukultur wichtig.“

Grün bis in die Balkonverkleidung – die “Grüne Ecke” im Hecht
„Grüne Ecke“ im Hecht

18 Kommentare zu “Stephan Kühn soll Baubürgermeister werden

  1. Man denk es geht nicht schlimmer?
    Doch, immer!

    Auf einen Architekten der nie was gebaut hat, folgt ein Soziologe der nie eine Baustelle gesehen hat.

    Früher prägten Fachleute die Dresdner Baukultur.

    Jetzt wird die Stadt politischen Karrieristen ausgeliefert.

  2. Schlimmer noch: Aus Kennerkreisen war zu hören, dass auch die politische Spitze der Stadt, Oberbürgermeister Dirk Hilbert, fachlich eigentlich völlig ungeeignet ist: Er hat nie Politikwissenschaft studiert.

  3. In einer sächsischen Tageszeitung wird geschrieben „beispielsweise kämpfte er gegen den Bau der A 17“.
    Kann er die jetzt auf dem neuen Posten abreißen lassen?
    Die A17 nutzt ja eh keiner.

  4. Nach dem Soziologiestudium erstmal Referent für Öffentlichkeitsarbeit und weiter in der Politikkarriere bis in den Bundestag.D.h. Kühn hatte noch nie Berührungen mit der Arbeitswelt….Noch Fragen ?

  5. Ach so, als seine besonderen Verdienste werden in seiner Vita auch der (erfolglose) Kampf gegen die A17 und der (erfolglose) Kampf gegen die Waldschlößchenbrücke hervorgehoben !

  6. Geben wir ihm eine Chance. Die letzten fünf Jahre waren von Stillstand geprägt, jedes Bauvorhaben, jede Idee landete im Bebauungsplan. Das eigene Stadtplanungsamt kam der Arbeit nicht mehr hinterher. Wenn Herr Kühn Stadtentwicklung richtig versteht, dann entwickelt sich etwas….. ich hoffe auf einen guten Neuanfang

  7. Endlich wird mal ein deutschlandweit anerkannter Fachmann und Macher Baubürgermeister ! In Dresden geht es endlich aufwärts !

  8. Ich habe ja nix hegen Soziologen (auch nicht gegen Politikwissenschaftler, Historiker und Philosophen), AAABER…

    … ist der nicht auf der Bundesebene ausgelastet, daß der sich jetzt auch noch einen Posten auf kommunaler Ebene antuen muß?

    Warum können Parteien gerade für solche Aufgaben nicht einfach jemanden nehmen, der/die/das mit Dresden verwurzelt ist, hier bleibt und vor allem aus der Materie kommt?

    Ich verstehe es nicht…

  9. Zur letzten „Wahl“ (HUST) des BaubürgerInnenmeisters hatten sich meiner Erinnerung nach elf Männer und eine Frau beworben und es wurde ein Stadtplaner namens Raoul.

    Jetzt haben sich – nicht etwa offiziell bei der Stadt, sondern bei den GrünInnen – 21 MenschInnen beworben und es wird ein Diplom-Soziologe namens Stephan.

    Wir gehen also in großen Schritten auf den „großen Sprung nach vorn“ zu

    Gestern standen wir vor dem Abgrund, aber heute sind wir schon einen Schritt weiter.

    Wir dürfen uns auf eine weiteren Rückbau der Hauptverkehrsstraßen und mehr Verkehr in den Quartieren „freuen“.

    Es wird so kommen: geliefert, wie bestellt.

    P.S: Bestenauslese war gestern

  10. Andere Medien (DNN – https://www.dnn.de/Dresden/Lokales/Dresden-Soll-Stephan-Kuehn-zum-Kandidaten-fuer-die-OB-Wahl-aufgebaut-werden – hinter Bezahlschranke) vermuten, dass es den Grünen mitnichten um Stadtplanung, Bauen oder Verkehrskonzepte geht, sondern um das Bekanntmachen eines der Ihren.
    Denn der Herr soll als Oberbürgermeisterkandidat aufgebaut werden.
    Das sind so Methoden die man aus CSU-regierten oberbayrischen Dörfern kennt.
    Das Amt und die damit verbundenen Aufgaben und Erfordernissen ist den Grünen offenbar völlig Wurscht.

  11. @ Schaaf: Bebauungspläne schaffen Baurecht, wo bisher keines existiert. Das hat der Gesetzgeber so vorgesehen. Die Verfahren brauchen ihre Zeit, das stimmt.
    Und Stillstand? Ich habe den Eindruck, dass in den letzten fünf Jahren einiges gebaut wurde.

  12. @Timur ohne Trupp: Der Mann war verkehrspolitischer Sprecher im Stadtrat, baupolitischer Sprecher im Bundestag und verkehrspolitischer Sprecher im Bundestag. Keine Ahnung, was Sie sich so vorstellen, aber eigentlich klingt das nach einer guten Voraussetzung, um Bürgermeister für Bau- und Verkehr zu werden. Aber vermutlich geht es gar nicht um inhaltliche Kritik, sondern um bloßes Grünen-Bashing: Bei Schmidt-Lamontain, immerhin Architekt, wurde nämlich in genau dem gleichen Duktus kritisiert, dass das ein Fachmann ohne einschlägige politische Erfahrung sei. Hier liegt nun zweifellos einschlägige politische Erfahrung vor, uns jetzt ist’s auch wieder nicht recht.

  13. Guten Morgen…

    @Stefan Groß

    Wir setzen uns jetzt mal bitte mit den Begriffen „Sprecher“, „Kenner“ sowie „Macher“ auseinander.

    Bei den „Machern“ fallen mir Namen wie Erlwein, Bähr, Pöppelman, Exner usw. ein.

    „Kenner“… ??? (GHND vielleicht)

    „Sprecher“ – nun ja, _diese_ Kategorie haben haben Sie trefflich selbst eingeordnet

  14. @awm: Vielleicht fällt Dir auch auf, dass die von Dir genannten „Macher“ allesamt zu Zeiten der Monarchie tätig waren. Kann es sein, dass die Aufgaben eines Stadtbaurates damals vielleicht etwas andere waren als die eines heutigen Baubürgermeisters.

  15. Liebe Pessimisten,
    keiner von Ihnen/Euch konnte ein konkretes Profil benennen, mit welchem denn so ein Posten besetzt werden sollte.
    Ich denke Kühn, als gebürtiger, aktiver (cooles jährliches Fest im Seidel – Park Striesen, angenehmes Stadtteilbüro), sympathisch wirkender, theoriebezogen bau- bzw. verkehrsseitig erfahrener und vor allem politisch nicht unbefleckter Dresdner wäre eine gute Besetzung des Posten.
    Wenn ich mich nicht irre, hat er bereits während oder zu Ende des Studiums Interesse an bausoziologischen Themen aufgegriffen.

    Was genau stört uns an frischem Wind, ein Teil von uns hat definitiv weniger Erfahrung für diese Stellung…

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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