Corona – Auswirkungen in der Neustadt

Heute hat die Landesregierung die Allgemeinverfügung veröffentlicht, die gilt ab Mitternacht.

Einzelhandel

Grundsätzlich sind alle Geschäfte geschlossen. Ausnahmen gelten für den Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Frisöre, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel.

Für die Neustädter Geschäfte hat das unterschiedliche Auswirkungen. So hat die Buchhandlung „Büchers Best“ heute zum vorerst letzten Mal den Laden aufgemacht. Aber Inhaber Jörg Stübing sagt, das Geschäft geht weiter und verweist auf den Online-Shop. Dort kann man auch ohne Abholung bestellen. „Das hat in der vergangenen Woche schon erheblich zugenommen“, sagt er.

Eisenfeustel hat weiterhin geöffnet.
Eisenfeustel hat weiterhin geöffnet.
Geöffnet bleiben zwei Urgesteine der Neustadt. Eisenfeustel-Inhaber Thomas Haaß berichtet, dass sein Laden ja ein kleiner Baumarkt sei und er die Verfügung so versteht, dass er weiter geöffnet haben darf.

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Auch Klaus Voigt – Farben-Voigt – auf der Görlitzer Straße will weiter aufmachen. „Ich habe extra bei der Industrie- und Handelskammer angerufen und die haben mir nicht gesagt, dass ich jetzt schließen soll“, so Voigt. In der mehr als hundertjährigen Geschichte des Unternehmens habe man schon schwierigere Zeiten überstanden. „Es muss doch möglich sein, dass ich die Neustädter versorge“. Das sei doch besser als wenn alle in die großen Baumärkte gehen.

Sowohl er als auch der Kollege beim Eisenfeustel achten darauf, dass nur wenige Leute gleichzeitig im Laden sind, außerdem wird reichlich Desinfektionsmittel eingesetzt.

Farben-Voigt hat weiterhin geöffnet.
Farben-Voigt hat weiterhin geöffnet.

Gastronomie und Nachtleben

Kneipen, Clubs und Bars bleiben geschlossen. Gestern Abend wollten Old Beams und Irish Fiddler noch groß den St. Patricks Day feiern. Zum traurigen Abschied auf unbestimmte Zeit kamen dann nur noch ein paar wenige Stammgäste. Der Nachfolger von Frank’s Bar verschiebt vorerst die Eröffnung. Bitter ist es für die Jungs vom Fett Boy. Nach einem Wasserschaden war der Imbiss nun gerade wieder bezugsfertig. Am Freitag gibt es zwar einen Burger-Neustart, aber künftig dürfen sie, wie alle Restaurants, nur tagsüber von 6 bis 18 Uhr öffnen.

Clubs, Theater, Museen und Kinos bleiben erstmal zu. Auch das Nordbad ist geschlossen und die Fitness-Studios. Ebenfalls geschlossen ist das Stadtteilhaus und das BRN-Büro, ob das Stadtteilfest in diesem Jahr überhaupt stattfindet, ist aktuell noch nicht abzusehen.

Der traurige Rest vom St. Patricks-Fest.
Der traurige Rest vom St. Patricks-Fest.

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Allgemeinverfügung

Alle Verbote und Ausnahmen in der Allgemeinverfügung des Sächsischen Staatsministeriums für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt – hier als PDF.

Soziale Hilfe

Geöffnet bleibt die Suppenküche für Bedürftige auf der Kamenzer Straße, aber unter besonderen Bedingungen. „Der Aufenthalt der Gäste ist ab morgen in den Gasträumen nicht mehr gestattet, wir dürfen aber die Speisen zum Mitnehmen anbieten“, sagt Koordinatorin Anne Klawa. Aktuell ist die Suppenküche von Montag bis Freitag von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Durch Aushänge werden die Gäste auch gebeten, vor der Suppenküche keine Gruppen zu bilden und genügend Abstand zueinander einzuhalten.

Die Streetworker des SLZ-Suchtzentrums sind aktuell dabei eine Plattform zu entwickeln, auf der soziale Einrichtungen ihre möglichen Angebote täglich aktuell angeben können, damit die Hilfsbedürftigen auch weiterhin Zugang zu den Angeboten haben.

Ämter und Behörden

„Wir werden alle dringlichen Aufgaben weiterhin bearbeiten“, sagte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert bei der gestrigen Pressekonferenz zum Corona-Virus. Um die Ansteckungsketten zu unterbrechen, versucht die Stadt, die persönlichen Kontakte auf ein Mindestmaß zu reduzieren und schränkt die Öffnungszeiten stark ein. Sämtliche Ämter und Einrichtungen wie etwa die Führerscheinstelle sind davon betroffen. Mehr Informationen dazu werden auf den jeweiligen Internetseiten auf dresden.de zur Verfügung gestellt.

Notbetreuung für Kinder

Wenn beide Eltern in einem Beruf der kritischen Infrastruktur arbeiten, also etwa im Krankenhaus oder der Polizei, übernimmt die Stadt seit heute die Notbetreuung in Kitas, Horten und Kindertagespflegestellen. Am heutigen ersten Tag wurden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des städtischen Eigenbetriebes Kindertageseinrichtungen insgesamt 612 Kinder betreut. Zum Vergleich: Im regulären Betrieb betreuen die kommunalen Kindertageseinrichtungen rund 27 200 Kinder. Bereits heute hat ein Großteil der Eltern die für die Notbetreuung notwenige Bescheinigung des Arbeitgebers vorlegen können. Die Speiseversorgung wird soweit möglich weiterhin von den vertraglich gebundenen Dienstleistungsunternehmen übernommen.

In den Dresdner Grundschulen und Förderschulen sind insgesamt zur Notbetreuung 332 Kinder angemeldet (310 in den Grundschulen, 22 in Förderschulen). Insgesamt lernen an den Grundschulen 19 532 Kinder und an den Förderschulen 1.981 Kinder.

Verständnis und Engagement der Dresdnerinnen und Dresdner

„Wir erleben ein großes Verständnis der Bürger für die teils drastischen Maßnahmen“, sagt Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Parallel zum Geschehen gäbe es auch freudige Momente, wenn Menschen ganz selbstlos ihre Unterstützung und Hilfe anbieten. Die Sachgebiete des Kinder- und Jugendärztlichen Dienstes koordinieren die regionale Versorgung im Sinne einer Suche-Biete-Bearbeitung.

Hilfsangebote können per Mail an gesundheitsamt-corona@dresden.de gesendet werden: „Was suchen Sie? bzw. Was bieten Sie an? Wie oft? Zu welcher Zeit? An welchen Wochentagen? Und natürlich Ihren Kontakt“, erläutert Sozialbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann, das Hilfsprinzip. Durch den primären Kontakt per E-Mail wird sichergestellt, dass auch in Vertretungssituationen der Informationsfluss nicht abebbt. Die Kolleginnen und Kollegen in den Sachgebieten geben auch Verhaltenshinweise, z. B. dass Einkäufe nur vor die Tür gestellt werden. Sie stimmen zudem Angebote etwa mit der Offenen Altenhilfe oder auch der Szene der Kinder- und Jugendhilfe ab.

Währenddessen auf dem Alaunplatz

Als ob nix passiert ist, treffen sich die Leute im Park. Es wird getrunken und gespielt. Passend hat jemand einen Text von Schlecky Silberstein ausgedruckt und an einen Baum gepinnt: Sei kein Corona-Arsch – #staythefuckhome.

Frühlingserwachen auf dem Alaunplatz - trotz Corona - Foto: Kevin Müller
Frühlingserwachen auf dem Alaunplatz – trotz Corona – Foto: Kevin Müller

38 Kommentare zu “Corona – Auswirkungen in der Neustadt

  1. Die Infektionszahlen werden auch in Dresden stetig steigen und früher oder später wird es auch in Dresden Tote infolge Corona geben. Mein Vorschlag ist, dass diese direkt im Alaunpark beerdigt werden. Dann können sich die dort Anwesenden auch gleich um die Grabpflege kümmern, man ist ja eh vor Ort. Sorry Leute, aber was dort und an anderen Plätzen in der Neustadt abgeht, ist völlig daneben. Heute ca. 40 bis 50 Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf dem kleinen Sportplatz hinter der 30. GS gesehen.

    Statt einer Woche des guten Lebens sollten wir vielleicht erstmal üben, dass man nicht vorsätzlich das Leben anderer Menschen gefährdet. Vielleicht stirbt ja auch jemand aus dem eigenen Freundes- und Bekanntenkreis am Coronavirus. Dann sollte man zumindest so konsequent sein und nicht dessen Tod betrauern. Schließlich war ja so schönes Wetter und das war wichtiger!

  2. Die Dummheit der Menschen ist überall zu beobachten. Sie wird konsequenterweise zu drastischen Maßnahmen wie Ausgangssperre führen.

  3. @Stefan E. und die anderen: Oh nein, es wird Tote geben! Wie schlimm! Kannst Du mit Tabellenkalkulation umgehen? Dann pack mal 83.019.213 [1] als Einwohner von Deutschland rein. Dann nimm an, das wenn jeder 100 Jahre alt wird, jedes Jahr auch 1% der Menschen sterben… müssen! Bei uns in Deutschland mit 11,5 pro 1.000 Einwohner Sterberate [2] macht das rund 954.700 Tote pro Jahr. Normal, oder? Gut. Jetzt nimm eine Sterberate von großzügigen 1% [3], eher 0,7 % [4] für Covid-19 an. Macht rund 830.200 Tote. Eine Frage: Woran sollen denn die 954.700 Toten dieses Jahr sterben? Klar sind das nicht 1:1 die gleichen. Aber was das Sterben im Allgemeinen betrifft: Merkste selber, oder?

    Dann schau auf den globalen Kontext: Momentan sind rund 8.800 [5] Menschen von rund 7.750.000.000 [6] Menschen auf der ganzen Welt (!) an Covid-19 Folgen gestorben. Macht rund 0,0001 %, von denen dieses Jahr mindestens 1 % sterben müssen (!). Ui ui ui.

    Und dann schau auf den lokalen Kontext: 50 Leute auf dem Sportplatz. Und auch noch Leute im Alaunpark. Leute nicht im Keller hinter Klopapierbarrikaden. Schlimm! Vielleicht einfach Leute wie andere auch, deren Immunsystem gestärkt wird, wenn sie an die frische Luft gehen [7]? Deren Immunsystem gestärkt wird, wenn sie sich treffen [8]? Deren Immunsystem gestärkt wird, wenn sie einer Tätigkeit nachgehen [9]? Was willst Du jetzt nochmal genau verbieten?

    Was ich mir wünsche, ist mehr Solidarität statt Panik. Vielfalt statt Einfalt. Und der Schutz derer, die tatsächlich von Covid 19 bedroht sind. Schutz zum Beispiel durch Leute, die die Erledigungen draußen übernehmen. Schutz durch Leute, die verantwortungsvoll Kontakt herstellen. Und Schutz von den Schwachen, wenn zum Beispiel die Tafeln nicht mehr arbeiten [10]. Wie auch Schutz von den Leuten, die zwingend auf ihre monatlichen Einkünfte angewiesen sind und jetzt von Ausgangssperren und Kündigungen bedroht werden.

    Was ich mir nicht wünsche, ist das Opfern unseres Verstandes, unserer Grundrechte und unserer wirtschaftlichen Grundlagen für Vernunftpaniker und Aktionismus.

    Nochmal an Dich: Was bitte haben Leute im Alaunpark mit Corona-Toten zu tun?

    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/Deutschland
    [2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/354312/umfrage/sterberaten-in-den-eu-laendern/
    [3] https://www.theeuropean.de/wolfram-weimer/coronavirus-welche-sterberate-ist-zu-erwarten/
    [4] https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-warum-gibt-es-in-italien-so-viele-faelle-a-a9b30229-9e94-4297-aa8c-ffd31c80b428
    [5] https://coronavirus.jhu.edu/
    [6] https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbev%C3%B6lkerung
    [7] https://gumc.georgetown.edu/news-release/sunlight-offers-surprise-benefit-it-energizes-infection-fighting-t-cells/
    [8] https://www.gesundheitsfundament.de/fundament/soziales-umfeld/
    [9] https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsK/2012_1_Arbeitslosigkeit_Gesundheit.pdf?__blob=publicationFile
    [10] https://www.coolis.de/2020/03/13/tafeln-schliessen-wegen-der-ausbreitung-des-coronavirus/

  4. @Vernunftpanik usw:
    Ich halte es nicht fuer Panik, wenn man momentan auf Expertenrat hoert und grosse Menschenansammlungen vermeidet. Deine Rechnung krankt an dem Einwand, den Du selbst schon bringst: die Menge der 0,7%-Toten und die der 1%-Toten sind eben nicht gleich.

    Und dass die 0,0001%-Zahl komplett an den Haaren herbeigezogen und irrelevant ist, merkste selber, oder?

    Man muss jedenfalls nicht in Menschenmengen im Alaunpark an die frische Luft „gehen“, um seine Gesundheit zu staerken. Dafuer gibt es bessere Gelegenheiten ein paar hundert Meter weiter den Priessnitzweg hinunter. Fuer diese Erkenntnis muss man uebrigens seinen Verstand nicht opfern, im Gegenteil ;)

  5. Man kann in diesen Zeiten auch aus dem Fenster heraus Luft schnappen. Wenn ich meinen Kinder Spieldates untersage und sie es verstehen, dann können das die Leute im Alaunpark ja wohl auch.
    Ihr tretet das Handeln der Krankenschwestern, Pfleger und Ärzte mit Füßen in meinen Augen. Pure Ignoranz ist das.

  6. Hey @Vernuftpanik, danke für deinen ganzen Quellen! Habe gleich was für mich mitentdeckt[1]: Gerade jetzt ist die Stärkung des Immunsystems besonders wichtig. Deswegen jetzt bei mir Detox (End-Gift-ung): „Kaffee hat in Form eines Einlaufs jedoch auch vorzügliche Detox-Eigenschaften.“

    [1]https://www.gesundheitsfundament.de/blog/2014/11/01/der-kaffeeeinlauf-ein-fast-in-vergessenheit-geratenes-detoxmittel/

  7. Man sollte schon nachdenken und solch dummes Verhalten führt nunmal zur Ausgangssperre. Da denken einige mit ihrer üblichen Neustadtscheissdraufmentalität nicht weiter. Warum auch. Nur das es diesmal alle ausbaden.

  8. @Vernunftpanik – nein danke!
    Viele Menschen sind auch im kleinen Kreis unterwegs, gehen spazieren oder betätigen sich sportlich. Dagegen ist überhaupt nichts einzuwenden und es dürfte auch sehr sinnvoll sein. Aber die treffen sich eben nicht mit anderen und vermeiden so die weitere Ausbreitung. Warum dies so wichtig ist, wurde nun wirklich schon unzählige Male erklärt. Nimm doch einfach die Tabellenkalkulation und rechne mal durch, was passiert, wenn jeder Infizierte täglich zwei neue Menschen ansteckt. Da kann schon vor dem Ende seiner Inkubationszeit ein ganze Großstadt infiziert sein. Ja, ganz so einfach ist es nicht, aber wenn wir es dürfte schon nicht ganz unwichtig sein, ob wir in einer Woche in Dresden eine drei- oder vierstellige Anzahl von Infizierten haben. Und genau darüber entscheidet unser aller Verhalten. Und wer sich in Gruppen, im schlimmeren Fall noch mit immer wechselnden Personen, trifft, der macht dies zum Nachteil aller. Einfach mal nicht immer nur an sich denken, sondern auch verstehen, dass man als Teil der Gesellschaft eine Verantwortung hat.
    Es gibt eine Reihe von Tätigkeiten wie Motorradfahren, Bergsteigen oder Fallschirmspringen, die bestimmt auch richtig viel Spaß machen und mit einem höheren Todesrisiko verbunden sind. Und trotzdem gibt es viele Menschen, die sich dafür begeistern und es machen. Geht auch völlig in Ordnung, weil es ihr eigenes Leben ist, welches sie damit riskieren und nicht das von anderen Menschen. Bei Corona ist es anders, da geht es um die Gesundheit und/oder das Leben anderer. Vermutlich ist Dir der Artikel in der Welt bekannt, kommst Du da nicht ins Grübeln, ob Dein eigener Egoismus wirklich gerechtfertigt ist? Also ich schon. Wenn die Frage, ob ich mich einige Wochen/Monate nicht mit Freunden und Verwandten treffe, darüber entscheidet, ob Menschen leben oder sterben, dann brauche ich da nicht wirklich lange überlegen, was zu tun ist. Und ja, es gibt schwere wirtschaftliche Folgen, aber die sind lösbar und als eines der reichsten Länder auf diesem Planeten werden wir dies auch schaffen. Was wir nicht wiederherstellen können, sind tote Menschen, die bleiben für immer tot.

  9. @Vernunftpanik: Du hast aber schon begriffen, dass Du trotz eines Alaunpark-gestärkten Immunsystems das Virus in großen Gruppen statistisch gesehen viel schneller einfangen und später übertragen kannst und damit – obwohl vielleicht selbst beschwerdefrei – genau die gefährdest, für deren Schutz Du so vehement plädierst?

    Aber hey, Du willst Spaß. Yolo. Bissl alberne Statistik drumrum, und schon passt das.

  10. Ich finde man sollte sich nicht als zu stark verunsichern lassen . In letzter Zeit wird viel über dieses Virus berichtet aber wie oben von @Vernunftpanik schon angesprochen finde ich die Zahlen alles andere als besorgnisserregend . Was mich persönlich viel mehr stört ist das wegen einer kleinen Gruppe gefährdeter Personen Schulen und Kitas zu sind (soweit akzeptabel) und ich das Kind zur Zeit mit auf die Baustelle nehmen muss aber genau diese gefährdete Gruppe , wegen denen wir das alles machen Mittags beim Fleischer sitzen und Nudeln mit Wurstgulasch isst. Da fällt es mir sehr schwer solidarisch zu sein .

  11. @Schdeffn: Verunsichern lassen sollte man sich nicht. Eine nüchterne Betrachtung der Entwicklung ist aber sinnvoll. Die Zahlen von Vernunftpanik verschleiern aber das eigentliche Problem. Wenn sich das Virus sehr schnell ausbreitet, sind ruckzuck die Krankenhäuser voll. Und dann sterben Menschen nicht nur an Covid, sondern auch, weil sie keinen Krankenhausplatz bekommen, z.B. nach einem Unfall. Diese Krise gilt es zu vermeiden. Deswegen: So wenig wie möglich soziale Kontakte. Wenn wir das nicht freiwillig tun, wird es Ausgangssperren geben, die von Tag zu Tag schärfer kontrolliert werden.

  12. Mal andersrum gesehen: Ich bin sehr überrascht wie wenig Menschen im Alaunpark und an den Elbwiesen unterwegs waren. Kann mich nicht an einen Schön-Wetter-Tag erinnern an dem so wenig los war – vor allem nicht wenn es sich um einen der ersten warmen Sonnentage im Jahr handelt. Normalerweise findet man an solchen Tagen kaum noch ein Plätzchen um die eigene Decke im Park überhaupt auszubreiten – das war nun deutlich anders.

  13. Danke für den informativen Beitrag! Ich war gestern geschockt, als ich am Alaunpark vorbeikam… in Fünfer Reihe stand man vor den Toiletten an. Ich hoffe, dass auch hier Einsicht einkehrt und die Leute zuhause bleiben.
    #staythefuckathome

  14. Mein Schwiegervater gehört wegen diverser Vorerkrankungen zu dieser besonders gefährdeten Gruppe und geht seit zwei Wochen nicht mehr aus dem Haus. Er wird von wenigen Menschen versorgt, die alles mögliche dafür tun, nicht zum Übertragenden des Virus zu werden. Wenn die Durchseuchung irgendwann 60 bis 70 Prozent betragen sollte, bedeutet das für die meisten ein beschwerdefreies Leben mit Sonne und Party im Alaunpark. Für meinen Schwiegervater sieht die Prognose dann allerdings ganz anders aus, zumal wenn die medizinischen Kapazitäten zu diesem Zeitpunkt erschöpft sein sollten, weil diese Durchseuchung zu schnell passiert.

  15. Da denkt einer mal normal, teilt konstruktive Gedanken und schon wird er von allen Seiten zerfleischt…. Wie viel uns das bringen wird: erstmal alle gegeneinander sein! Hau drauf! Lasst euren Ärger am anderen aus!
    Mögen wir alle Harmonie finden und Vertrauen in uns selbst und in unseren Nachbarn.

  16. „Da denkt einer mal normal, teilt konstruktive Gedanken und schon wird er von allen Seiten zerfleischt …“

    Nein, da sagt einer:
    „Was ich mir wünsche, ist mehr Solidarität statt Panik. Vielfalt statt Einfalt. Und der Schutz derer, die tatsächlich von Covid 19 bedroht sind. Schutz zum Beispiel durch Leute, die die Erledigungen draußen übernehmen. Schutz durch Leute, die verantwortungsvoll Kontakt herstellen.“

    Und verharmlost im gleichen Beitrag die, welche genau das Gegenteil tun, im übrigen auch genau das Gegenteil dessen, wozu derzeit so ziemlich alle Mediziner und die Menschen aus viel schlimmer betroffenen Regionen raten.

  17. Hallo Anton,

    mich würde mal interessieren, ob es Vermieter*innen der Gewerbetreibenden gibt, die bereit wären die Kaltmiete zu reduzieren oder ganz auszusetzen um die Kneipen, Geschäfte etc. über die nächste Zeit zu erhalten. Davon habe ich noch gar nichts gelesen, nur von Spendenaufrufen, die Klubs etc. zu unterstützen, aber auch Vermieter*innen könnten ja so ihren Teil dazu beitragen. Viele Grüße

  18. @ Christin,
    wenn Du Dich auf den Vernunftpaniker als „normal denkend“ beziehst – nein, er denkt eben nicht normal!
    Es wurde hinreichend auf allen möglichen Kanälen erklärt, warum die Ausbreitung verlangsamt werden muss und was die einzigen dazu tauglichen Möglichkeiten sind.
    Wer das nicht versteht, denkt nicht, sondern will nur sein egoistisches Ding durchziehen.
    Wenn dann noch solche hanebüchenen Parolen und Milchmädchen-Rechnungen als „vernünftige Betrachtung“ unters Volk gestreut werden, ist jede Widerrede ein unbedingt angebrachter Ordnungsruf und kein Zerfleischen, zumal ich ziemliche sachliche Antworten gelesen habe.

  19. “ Vernunftpanik‘ etc. …nun ja. Ich könnte jetzt hier die mindestens dreifache Anzahl an Anhängen bringen, warum es vielleicht doch besser wäre sich freiwillig an die Vorgaben bzw. „Wünsche“ der Behörden etc. zu halten. Denn noch wünscht[!] sich die Regierung eine Verhaltensänderung der Bevölkerung. Ändert sich das Verhalten der Bevölkerung nicht, wird Zwang angewendet. Dann kommt die Ausgangssperre. So einfach ist das. Ganz einfach. Diese „Fuck The System“ Mentalität der Ignoranten wird drastischere Maßnahmen hervorrufen. Dafür sag ich schonmal vorab: Danke!
    Konsequenterweise sollten eben diese Ignoranten dann aber auch auf staatliche Unterstützung in jedweder Form verzichten. Sei es Krankengeld, Kurzarbeitergeld, einen Anspruch auf einen Platz im Krankenhaus usw…. Denn dieser Verzicht wäre dann die ‚wahre Größe‘ Jener die da meinen sich an nix halten zu müssen. Aber das wird natürlich nicht passieren. Denn man hat ja ein Recht auf die Hilfe vom Staat, auch die Ignoranten haben dann ein Anrecht darauf. Dieses System nennt man im Allgemeinen auch: „Solidargemeinschaft“. GEBEN und NEHMEN. Momentan wäre wohl ein ‚zurückNEHMEN‘ angebrachter als ein ‚weiterGEBEN‘. Rücksicht und Respekt. So einfach ist das. Ganz einfach.

  20. @lokiro: Ich habe von der Vonovia gehört, das war auch sehr schwammig formuliert (Lösungen finden) und steht im Widerspruch zu dieser Meldung. (Eine Befreiung von Mietzahlungen, wie sie in anderen Ländern diskutiert werde, sei für Vonovia in Deutschland keine Option. Hier gebe es bereits Hilfen für Menschen, die sich die Miete nicht leisten könnten.)

    Ich frag mal rum, danke für die Anregung.

  21. @lokriro:

    Mir persönlich ist ein Vermieter bekannt, der den Mietern seiner – jaja, Großkapitalist und so – 6 Wohnungen anbot, erstmal die kommenden zwei Monate auf die Kaltmiete zu verzichten, also nur die Nebenkostenvorauszahlung wünscht. Ist auf freiwilliger Basis; 2 seiner Mieter haben das Angebot angenommen.

    Beste Grüße
    Peter

  22. Kann mir jmd erklären, warum ausgerechnet Friseure offen bleiben? Nicht, dass ich’s denen nicht gönne, aber lebensnotwendig?
    Ansonsten, lernt vom Nachbarn: in Frankreich sind Kondome und Rotwein ausverkauft! In D-Land wird Klopapier gehamstert… Tja, jeder wie ers braucht…

  23. @Vernunftpanik – nein danke!
    mein Tipp an dich: setze dich doch bei den grüppchen daneben, feier ruhig mit, schön die kippe kreisen lassen.
    und dann in nächster Zeit regelmäßig deine großeltern besuchen, sie werden es dir danken.
    wie kann man nur auf die idee kommen und den statischen zustand der alterssterblichkeit mit der dynamischen ausbreitung eines Virus zu vergleichen??? sei froh, dass es NOCH so wenige tote gibt. aber wenn du willst, kannst DU das ändern.
    wie beurteilst du die zustände in italien? diese zustände blühen uns auch, wenn alle so ticken wie du.
    „die intelligenten lernen aus den fehlern der anderen, die dummen nur aus den eigenen.“

  24. Wird gesagt Hintern hoch gegen Nazis, bleiben die Leute drin. Wird gesagt, bleibt drin, gehen sie raus.
    Hier sitzen sie in Gruppen vorm Haus oder es spielen alle Kinder des Blocks zusammen im Innenhof.
    Man muss festhalten, die Leute sind völlig verblödet.
    Ausgangssperre muss leider kommen.
    Solche Leute wie @Vernunftpanik lecken auch an jeder Türklinke und schmeißen sich dann Globulis gegen Halsschmerzen ein.
    Wenn es ernst wird, vertraut man lieber echten Experten.

  25. Schade das @Vernunftpanik keine Stellung zu den Kritiken an seinem Beitrag bezieht.
    Vermutlich wird er keine Zeit dafür haben. So ein Kaffeeeinlauf von Hannah nimmt sicher auch etwas Zeit in Anspruch. Vielleicht kommt er ja nach dem Einlauf gestärkt aus der Deckung, um uns dann eine weitere, hanebüchene Theorie um die Ohren zu hauen. Ich bin gespannt.

  26. Ich wage mich auf mir ungewohntes Terrain. Ich nehme an, Fotographie gehört zur Kunst, und Kunst ist frei interpretierbar. Hier also mein Interpretationsvorschlag zum Foto „Frühlingserwachen“:
    Diese Experten glauben immer noch: Je mehr Bier man sich selbst in den Schädel trümmert, umso dämlicher werden alle anderen. Leider tun sie dies ohne Publikum. Denn die Kita in direkter Nachbarschaft ist geschlossen, damit die Kinder diese Pfeifen nicht auch noch sehen müssen.

  27. @Vernunftpanik – nein danke! :
    Ich gebe Ihnen mal ein ganz praktisches Beispiel aus dem echten Leben, in dem ich in der Altenpflege arbeite und so jeden Tag mit der „Risikogruppe“ zu tun habe.
    Mir ist es relativ wurscht, ob sich irgendwelche Jugendlichen das Virus zuschieben, denn die werden voraussichtlich keine oder maximal milde Symptome verspüren, aber mir ist es nicht wurscht, wenn genau so ein Träger des Virus‘ hinter mir steht und mich ansteckt. Denn: ich nehme das mit auf Arbeit und gebe es an Menschen mit schwachem Immunsystem weiter, für die ein Ausbrechen der Krankheit mit hoher Wahrscheinlichkeit tödlich endet. Damit müsste ich dann leben. Im Zweifelsfalle übrigens auch Sie, denn es könnte auch Ihre Angehörigen treffen. Dem Virus sind Ihre harten, emotionslosen Statistiken herzlich egal.

    Vielleicht mal das Herz einschalten und Empathie walten lassen. Geht das?

    Beste Grüße!

  28. @ Vernunftpanik – nein danke!

    Der Beitrag ist (wie viele andere auch) ein gutes Bsp. für ein Leben in einer postfaktischen Informationsgesellschaft. Nicht umsonst sind Wissenschaftstheorie, Statistik, Datenerhebung, Auswertung wichtige Bereiche in relevanten Studiengänge …

    Mit einer Excel Tabelle und einem wilden Zitat Quellenmix kommt dann raus, was herausgekommen ist. Erinnert ein bisschen an das „Die Zerstörung der CDU“ Videos des YouTubers Rezo.

    Die Aufforderung zur Solidarität find ich gut und richtig, bei deinen Schlüssen hapert es allerdings deutlich. In diesem Zusammenhang eine Einschränkung der Freiheitsrechte des Einzelnen zu postulieren, besser kriegt das die AfD aber auch nicht hin. Genau deswegen kommen jetzt die Ausgangssperren.

    Für die einen, ist die Bierflasche halb leer, für die anderen halb voll.
    Sachdienlich ist beides nicht.

  29. Muß ja jetzt mal sagen, es tut richtig gut, die vielen Äußerungen hier zu lesen nach meinem, zugegeben recht deutlichen, Einstieg. Hoffe auch Vernunftpanik & Co. haben es erkannt. Sie müssen ja nicht aus Überzeugung mitmachen, nur aus Hilfsbereitschaft gegenüber dem Rest der Bevölkerung ist auch in Ordnung, danke im Voraus. Und zwischenzeitlich kann ich auch sagen, man ist eher von dem Thema betroffen, als man denkt. Habe jetzt recht viel Zeit für Aktivitäten aller Art innerhalb meiner Wohnung ;-)

  30. @Bob @Ruben etc.: Quellen?

    @HorstHubert: Woher kennst Du mich?

    @Stefan E.: Vielen Dank für Deine besonnene Antwort vom 19. März 2020 um 06:41 Uhr. Ich finde es gut, das Du für Dich entschieden hast, Dich vorerst nicht mit Freunden und Verwandten zu treffen. Etwas, was jeder für sich entscheiden sollte.

    @Someone Else: Kann ich sehr gut verstehen und nachvollziehen. Ja, ich habe Angehörige im Bereich der Risikogruppe, die könnten sterben und das würde mich sehr traurig machen. Die sterben aber nicht wegen ein paar Jugendlichen an der frischen Luft und meine Angehörigen würde ich dann auch nur ungern im Alaunpark bestatten wie oben vorgeschlagen.

    Wenn ich die Rhetorik zum Thema Ausgangssperren hier und anderswo gerade richtig verstehe, dann wird de facto gesagt: „Entweder, Ihr bleibt zuhause oder wir verhängen Ausgangssperren.“ Unterm Strich also: Ausgangssperre oder Ausgangssperre und Ihr seid selbst dran Schuld. Diese Art von Rechtsverständnis macht mir persönlich sehr viel mehr Angst als jedes tödliche Virus.

    Um den Präsidenten des Weltärzteverbandes, Frank Ulrich Montgomery, zu dem Thema zu zitieren: „Ausgangssperren seien eher eine ‚politische Verzweiflungsmaßnahme'“ https://www.tagesschau.de/inland/corona-ausgangssperre-101.html . Von den Politikern übrigens, die wochenlang untätig waren und weder den Flugverkehr eingestellt noch Karnevalsveranstaltungen abgesagt haben. Stichwort Heinsberg, Stichwort Ischgl.

    Interessant ist auch der Tagesschau Faktenfinder zu den Äußerungen von Dr. Wolgang Wodarg: https://www.tagesschau.de/faktenfinder/corona-wodarg-101.html . Einfach mal mehr Fakten prüfen und weniger „Oh Gott, wir müssen alle sterben!“ schreien.

  31. @Vernunftpanik:
    „Etwas, was jeder für sich entscheiden sollte.“
    Nein, nein und nochmals nein. Du entscheidest im aktuellen Fall damit, ob z.Bsp. in einem Pflegeheim reihenweise Menschen sterben, wie es gerade in Würzburg passiert. Und genau dazu hast Du wirklich kein Recht. Triff Dich meinetwegen mit Deinen Freunden und inszeniert Waco Teil 2, aber bitte nicht treffen und danach den Virus weiterverteilen. Genau dazu hast Du _keine_ Entscheidungsfreiheit. Die nimmt Dir der Staat (etc.) und das ist absolut in Ordnung. Weil es eben nicht (nur) um Dein Leben geht.

  32. „Wenn ich die Rhetorik zum Thema Ausgangssperren hier und anderswo gerade richtig verstehe, dann wird de facto gesagt: ‚Entweder, Ihr bleibt zuhause oder wir verhängen Ausgangssperren.'“

    Nein, de facto wurde bislang gesagt: Entweder ihr haltet draußen sowie in öffentlichen Innenräumen Abstand und vermeidet die Bildung von Menschengruppen, oder wir verhängen Ausgangssperren.

  33. @DerJörg
    mach dir keine Mühe, der vernunftpaniker scheint hier einiges nicht zu verstehen, das aber ganz konsequent und immer mit Quellenangabe.
    oder er schreibt extra solchen quark und holt sich dann auf die Reaktionen einen runter. irgendwie muss das Toilettenpapier ja alle werden.

  34. @Bob: Es macht mir keine Mühe. Und solche Aussagen sollten nicht unkommentiert stehen bleiben, weil sie die Tatsachen verbiegen, um egoistisches, antisoziales Verhalten zu rechtfertigen. Was auch immer Ursache und Motivation für ein solches Verhalten sein könnte, ist mir egal.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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