Schnee unter Regen

Der Nieselregen, der heute den ganzen Tag immer mal wieder vom Himmel tröpfelte, konnte der in der Nacht aufgeschütteten Piste nicht viel anhaben. Weiß und glatt liegt sie nun da. Ab morgen sollen die ersten Wettkämpfe stattfinden.

Ein bisschen Sonnenschein gab es heute auch. Foto: Anja Schneider
Ein bisschen Sonnenschein gab es heute auch. Foto: Anja Schneider
Am Freitag gibt es die Sprint-Veranstaltungen, am Sonnabend und Sonntag dann den eigentlichen Ski-Weltcup.

Seit gestern Abend wurde der Schnee mit schweren Lastern vom Flughafen antransportiert. Rund 30 Kubikmeter gepresster Schnee passen in eine Ladung. Mit zwei Pistenbullys wird der Schnee für die 650 Meter lange Piste breit geschoben. Insgesamt werden rund 4.500 Kubikmeter verteilt.

Der Kunstschnee wird in einem Hangar des Dresdner Flughafens hergestellt, dafür wird Wasser in einem Regen-Auffangbecken gesammelt. Für die Produktion werden nach Aussage der Veranstalter keine chemischen Zusätze dafür aber „Grüner Strom“ der Drewag aus erneuerbaren Energiequellen verwendet.

Dennoch gibt es Kritik an dem Event. Die kommt vom BUND und von Instinction Rebellion. Deren Sprecher Christian Bläul fordert: „Energieintensive Sportarten müssen wir als Weltgemeinschaft aus
Klimasicht weglassen, bis wir unseren gesamten Primärenergiebedarf erneuerbar erzeugen.“ Alternativ schlägt er vor einen Roll-Ski-Cup auszutragen.

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Es gibt noch Tickets für beide Tage am Wochenende. Der Eintritt zum Sprint-Spektakel am Freitag ist kostenfrei. Den eigentlichen Weltcup kann man kostenlos wohl nur von einer der Brücken oder dem anderen Elbufer verfolgen.

Pistenbully vor Dresdenkulisse; Skiweltcup Dresden - Foto: Anja Schneider
Pistenbully vor Dresdenkulisse; Skiweltcup Dresden – Foto: Anja Schneider

6 Kommentare zu “Schnee unter Regen

  1. Ich wünsche der Veranstaltung viel Misserfolg. Eine derart unzeitgemäße und überflüssige Show passt leider zum rückwärts gewandten Geist dieser Stadt. Dass dafür auch noch Steuergeld verbrannt / verfroren wird ist um so absurder.

  2. Fakt ist, dass die Zuschauer (und auch *innen) sich den Weg bis Altenberg z.B. oder in welche abgelegene Skiregion auch immer sparen – das ist ein Argument: kurze Wege, Event mit der Straßenbahn erreichbar.
    Aber ALLE Sportwettbewerbe verursachen Verkehr. Auch, wenn der TSV Reichenberg-Boxdorf gegen den SV Loschwitz spielt, müssen die Gegner irgendwie anreisen, und das machen die wahrscheinlich nicht mit dem Fahrrad.
    Wenn man das auf die ganze Republik hoch rechnet, kommt einiges zusammen.
    Nicht zu vergessen die Reisetätigkeiten der Mannschaften und Fans für die Bundesligen (https://www.nordkurier.de/sportnachrichten/bundesliga-ist-eine-co2-schleuder-0237658712.html).
    Alternative: auf’s Sofa setzen und ein Buch lesen.
    Hey, und das bischen Strom für die Schneekanonen: so viel verurfen wir doch locker beim Neustadt-Geflüster-Lesen jedes Jahr ;-)

  3. @Jubee Alles richtige Argumente, der Unterschied ist jedoch, dass hier ein neuartiges Event (Ski laufen mitten in der Stadt vor toller Kulisse – in einer schneeunsicheren Gegend) aus der Taufe gehoben, also ein neues Ziel im Tourneeplan der Skiläufer und ihres Anhangs kreiert wurde. Bei den heutigen Temperaturen von über 10°C und einer nicht gerade wintersportfreundlichen Prognose dürfte weder bei Aktiven noch Zuschauern Freude aufkommen. Meiner Meinung nach ist das Ereignis von Anton Launer mit „Spektakel“ bestens beschrieben sowie aus Ökogründen und überhaupt entbehrlich.

  4. Es kommen die vielen Lkws hinzu, die den Schnee vom Flughafen zur Elbe bringen. Überdies ist eine der Hauptachsen des Radverkehrs in Dresden bei radfahrfreundlichem Wetter fast drei Wochen lang gesperrt. Auch Senioren, die in der Nähe wohnen, müssen auf ihren Elbspaziergang verzichten (gesperrt ist bereits ab der Albertbrücke).

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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