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Drei Jahre, vier Monate für schwere Körperverletzung

Der Vor­sit­zende Rich­ter Her­bert Pröls ver­ur­teilte Ghaleb N. zu drei Jah­ren und vier Mona­ten Haft. Das Gericht sah es als erwie­sen an, dass der Mann am 29. Juli 2018 seine dama­lige Freun­din Lucie O. mit einem Mes­ser geschnit­ten und sie mit meh­re­ren Schlä­gen trak­tiert hatte. Ursprüng­lich hatte Staats­an­wäl­tin Liane Pos­bi­schil ihn wegen ver­such­ten Mor­des ange­klagt. Der Vor­wurf ließ sich im Laufe der Ver­hand­lung jedoch nicht hal­ten. Übrig blieb schwere Kör­per­ver­let­zung, Bedro­hung und Beleidigung.

Der Tune­sier Ghaleb N. und die Tsche­chin Lucie O. hat­ten sich Anfang des Jah­res im Café 24 ken­nen­ge­lernt und waren seit­dem ein Lie­bes­paar. Beide leb­ten vor­wie­gend auf der Straße. Dies wollte die 32-jäh­rige Frau nun in jener Som­mer­nacht ändern. Sie hatte Kon­takt zu einem Bekann­ten auf­ge­nom­men, der ihr anbot, sie und ihren Freund in einer Woh­nung unterzubringen.

Ghaleb N. (links) bleibt weiter in Haft.
Ghaleb N. (links) bleibt wei­ter in Haft.
Dies wollte sie nun Ghaleb N. ver­mit­teln. Das gelang offen­bar nicht, denn der Mann wurde eifer­süch­tig. Seit den Abend­stun­den des 28. Juli stritt das Paar auf dem Scheune-Vor­platz. Gegen 10 Uhr vor­mit­tags zog Ghaleb N. dann unver­mit­telt ein Klapp­mes­ser und ver­letzte die Frau an Hals und Ober­arm. Dann ließ er aber zumin­dest mit dem Mes­ser von ihr ab. Als sie am Boden lag schlug er ihr ins Gesicht und brach ihr dabei meh­rere Kno­chen. Die­ses Ablas­sen war für die Staats­an­wäl­tin der Grund, dass nun­mehr kein Mord- oder Tot­schlags­ver­such vor­lag, auch wenn die Schnitt­wunde am Hals schon sehr gefähr­lich war.

Alkohol und Drogen

Nach der Aus­wer­tung der Zeu­gen­aus­sa­gen kamen Staats­an­walt­schaft und Ver­tei­di­gung zum Schluss, dass der Täter selbst von der Frau abge­las­sen hatte und nicht von ande­ren zurück­ge­hal­ten wurde.

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Die Bezie­hung der Bei­den war offen­bar gegen­sei­tig von star­ker Eifer­sucht, Dro­gen- und Alkohl­kon­sum geprägt. Die bei­den waren den Poli­zis­ten in der Neu­stadt auch schon bekannt. Aller­dings hatte ein Alko­hol­test und ein Test auf Psy­cho­phar­maka beim Täter nichts erge­ben. Der Mann war schon wegen zwei klei­ne­ren Delik­ten vor­be­straft, aber bis­her mit Gewalt­de­lik­ten noch nicht in Erschei­nung getreten.

Die Staats­an­wäl­tin for­derte schließ­lich eine Gefäng­nis­strafe von drei Jah­ren und zehn Mona­ten. Der Ver­tei­di­ger Jür­gen Saupe hob her­vor, dass letzt­lich der Tötungs­wille fehlte. Er for­derte, die Strafe auf zwei Jahre und fünf Monate zu beschränken.

Ghaleb N. bat den Rich­ter zum Schluss der Ver­hand­lung, dass er ihm eine Chance geben solle. Er hatte das Ver­bre­chen zwar gestan­den, aber mit der Ein­schrän­kung, sich nicht erin­nern zu kön­nen. Die Staats­an­wäl­tin sprach in dem Zusam­men­hang von einem Geständ­nis ohne Beweiswert.

Rich­ter Pröls ent­schied dann auf drei Jahre und vier Monate. Der Täter bleibt wei­ter­hin in Haft. Gegen das Urteil kön­nen Staats­an­walt­schaft, die Neben­klä­ge­rin oder die Ver­tei­di­gung noch Revi­sion einlegen.

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9 Ergänzungen

  1. Top Mensch, bin rich­tig froh das wir sol­che Men­schen in der Neu­stadt haben. Gene­rell bin ich für mehr Offen­heit was Men­schen angeht die Argu­mente mit Schlä­gen und dem Ein­satz von Mes­sern bestreiten.
    ALLES ALLES GUTE Ghaleb

  2. @anton: Warum steht die­ser ras­sis­ti­sche und men­schen­feind­li­che Kom­men­tar von Daniel noch?

  3. @Ben
    Erkläre mir bitte was an mei­nem Kom­men­tar “ras­sis­tisch und men­schen­feind­lich” ist.
    Weil ich ein Pro­blem mit Men­schen habe die ihre “Argu­mente” mit Waf­fen und dem Ein­satz von Gewalt klä­ren wol­len? Oder weil ich noch grö­ße­res Pro­blem mit der Gewalt und der Dro­gen­kri­mi­na­li­tät in der Neu­stadt habe? Ich kann dich beru­hi­gen – die Her­kunft der Täter bzw. der Täte­rin­nen ist mir sch**ß egal.
    Aber sicher lösen wir die Pro­bleme in der Neu­stadt indem wir alles igno­rie­ren und uns in Kom­men­tar­spal­ten den “moral high­ground” zuschreiben.
    Wei­ter­hin viel Erfolg damit

  4. Womög­lich damit du siehst, dass es Ras­sis­ten und Men­schen­feinde gibt, Ben… auch in der Neu­stadt. Sollte Anton all diese Kom­men­tare auf sei­ner Seite ent­fer­nen, ent­stünde wohl ein fal­sches Bild von den Men­schen, die hier leben. Dafür ist die viel beschwo­rene Mei­nungs­frei­heit gut: damit du weißt, woran du bei dei­nen Mit­men­schen bist. Auch wenn ’s weh tut! Damit wirst du leben müs­sen und bald, wäre zu befürch­ten, mit viel schlim­me­rem. Aber dann hast du es zumin­dest kom­men sehen.

  5. Lie­ber Daniel,

    Dro­gen­miss­brauch und Gewalt­kri­mi­na­li­tät lösen WIR aber auch nicht, indem wir zyni­sche Bei­träge in den Kom­men­tar­spal­ten hin­ter­las­sen und die Geschichte die­ser Men­schen auf Abwe­gen igno­rie­ren. Weder in der Neu­stadt, noch woan­ders. Dann ver­ste­hen wir gar nichts, vor allem nicht DIE Ursa­che der Miss­stände: Armut!

  6. @Ethik Safi: Ich ver­stehe dei­nen Punkt, kann das Dilemma für mich aber nicht so leicht beant­wor­ten. Ich halte nichts davon Men­schen­fein­den unnö­tig eine Bühne zu bie­ten. Ich weis schon, dass es sol­che Men­schen gibt. Man sieht sie jeden Mon­tag auf der Straße und jeden Abend in den Talk­shows. Aber wie gesagt ich ver­stehe dei­nen Stand­punkt und halte ihn auch nicht für den schlech­tes­ten (wenn auch etwas fatalistisch ;) ).
    Hof­fen wir das es nicht so kommt.
    Alles Gute!

  7. Dann ver­ste­hen wir gar nichts, vor allem nicht DIE Ursa­che der Miss­stände: Armut!”

    Und ich dachte, diese Erklä­rung ist nach den den ers­ten ernst­zu­neh­men­den Sozi­al­stu­dien über Hoo­li­gans in den spä­ten 80er/​zeitigen 90ern lang­sam aus der Mode gekommen?
    Es gibt Kri­mi­na­li­tät aus aku­ten Not­si­tua­tio­nen, ja. Und es gibt einen gewis­sen Anteil der Bevöl­ke­rung, der aus Ego­is­mus oder auch gern “Erleb­nis­ori­en­tie­rung” oder sonst­was ein­fach so gegen soziale Grund­re­geln ver­stösst, unab­hän­gig von eth­ni­scher Her­kunft, sozia­lem Sta­tus oder Geschlecht. Sol­chen Leu­ten kannste ’ne Mil­lion schen­ken und sie machen trotz­dem Sch***, da hilft nur Sank­ti­ons­druck, leider.

  8. Shaarp,

    der Anteil von dem du sprichst, ist sehr klein. Zudem gibt eine Stu­die über Hoo­li­gans wohl keine über­trag­ba­ren Ergebnisse.
    Fakt ist, dass die Mehr­zahl der Gewalt­tä­ter selbst früh Opfer von Gewalt gewor­den ist und aus sozial pre­kä­ren Ver­hält­nis­sen stammt. Zu die­sem Ergeb­nis kom­men wie­derum zahl­rei­che Studien.
    Dass Sank­tio­nen nicht hel­fen, bele­gen zudem die vie­len Rück­fälle und Wiederholungstaten.
    Aber ist klar: die Täter gehen in den Bau und kom­men alle samt geläu­tert wie­der her­aus, weil da drin der soziale Umgang stimmt und die Atmo­sphäre so herr­lich hei­lend auf den Geist wirkt, nicht wahr?
    Bei dei­ner Affi­ni­tät zu Sank­tio­nen, komme ich fast zu dem Ver­dacht, du arbei­test bei der ARGE

  9. @ Ethik Safi,
    also ganz ohne Ver­mu­tun­gen bin ich mir sicher, dass eine Dis­kus­sion in “Fil­ter­bla­sen” hin­ein nur Zeit­ver­schwen­dung ist.
    Ansons­ten emp­fehle ich Beschäf­ti­gung mir gewis­sen wis­sen­schaft­li­chen Grund­la­gen, auch Sozi­al­wis­sen­schaf­ten sind nicht zwangs­läu­fig Hokuspokus.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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