Ab morgen wird wieder demonstriert!

Der Stadtrat setzt sich über den Willen der Neustädter hinweg. Mit 37 zu 32 Stimmen entschieden sich die Räte heute Abend um kurz nach 21 Uhr für die sogenannte Orosz-Variante mit vier Spuren für die Königsbrücker Straße.

Verwaltungsvariante von 2011 südlicher TeilStadtratsvariante von 2006 nördlicher Teil
Vier Spuren - Verwaltungsvariante von 2011 - Anklicken zum Vergrößern

Die Neustadt-Grünen reagierten sofort mit der Ankündigung, ein Bürgerbegehren zu dem Thema einleiten zu wollen. Außerdem soll morgen um 17 Uhr an der Schauburg eine Fahrraddemo starten. Die Neustädter SPD-Abgeordnete Sabine Friedel kommentierte die Entscheidung so: „Landebahn Königsbrücker Straße wird mit Stimmen von CDU, FDP und Bürgerfraktion beschlossen.“ FDP-Pressesprecher Michael Deutschmann sprach dagegen von einem Sieg der Vernunft.

Das Neustadt-Geflüster berichtete von der vierspurigen Variante ausführlich am 25. März 2011.


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46 Kommentare zu “Ab morgen wird wieder demonstriert!

  1. dazu fällt mir echt nix mehr ein, außer böse böse böse worte…

    kann die neustadt doch noch was rocken oder sind die zeiten vorbei?

  2. Eine kluge Entscheidung. Das Gerede von der „Autobahn“ grenzt an Realitätsverweigerung. Die Variante mit zwei Spuren und befahrbaren Gleisen hat nichts mit vierspurigem Ausbau zu tun.

    Und Übrigens: wieder erweisen sich Rote, Grüne und Linke als ganz schlechte Verlierer. Kaum hat der Stadtrat entschieden, gehts los und es wird ein Bürgerbegehren angekündigt. Nur zu, wir freuen uns drauf. Wird sicher ähnlich deutlich, wie bei der WSB ausgehen. Übrigens: Direkte Demokratie passt scheinbar nur, wenn das Ergebnis den eigenen Wünschen entspricht.

  3. @Micha Doch, vom MIV befahrene Straßenbahnstrecken sind eine Katastrophe für den gesamten Dresdener Nahverkehr. Durch einen Stau auf der Königsbrücker werden so die Linie 7 und 8 in der Hauptverkehrszeit erheblich verspätet. Dann kommt es nicht nur in der Neustadt sondern auch im Süden und Westen von Dresden zu Engpässen.

  4. Bürgerbegehren wird wirklich nichts bringen…Das funktioniert nicht bei einer Straße, die 80 % der Dresdner nur durchfahrend erleben.

    Ansonsten ist es erstaunlich, dass FDP und CDU den eigenen Versprechungen, mit denen die WSB begründet wurde, nicht glauben. Demnach müsste es ja weniger Verkehr werden auf der Königsbrücker…und dann müsste die Straße nicht breiter werden, als sie heute ist.

  5. @rak3ta Das kann ich wirklich nicht nachvollziehen. Ich fahre selbst regelmäßig Bahn UND Auto. Und ich finde, dass auch der MIV das Recht hat, normal voranzukommen und nicht auf Höhe Tannenstraße in die Einspurigkeit und damit zum Stau gezwungen zu werden. Übrigens, eine eigene Gleistrasse für die Straßenbahn hätte sagenhafte 2 km/h mehr für die Bimmel gebracht.

  6. Den Strassenbau in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf.

    Es zeigt sich mal wieder, dass die Residenzbauern keinen Spass verstehen, wenn sie das Gefühl haben, dass sie jemand am Traktor fahren hindern will.

  7. @Micha
    Weil ja auch mangelnde mehrspurigkeit ein ganz dringendes Problem ist… vor allem weil man ja an der Tannenstraße immer steht, da die Ampel blöderweise hinter der Straßenbahn die PKW anhällt und nicht wegen Abbiegern.

  8. Um Himmels Willen, vierspurig, VIERSPURIG?
    Klar, im Berufsverkehr sicherlich nervig, aber so schlimm auch wieder nicht. Eine einfache Sanierung hätts gemacht …..

  9. Traurig, erbärmlich, bescheuert. Sorry, aber viel fällt mir zu dieser Entscheidung nicht mehr ein. Und dann noch von einem Sieg der Vernunft zu sprechen … wie sehr kann man sich eigentlich den Realitäten in Prognosen und der Situation vor Ort verweigern??? Dresden ist jetzt da angekommen, wo andere Städte schon in den 70ern versagt haben – alles größer und breiter bauen, um es Jahrzehnte später zu bereuen.

    Aber hauptsache man hat bewiesen, dass man Entscheidungen durchboxen kann, wie man das eben will. Da freue ich mich fast schon ein wenig, bald in einer anderen Stadt zu wohnen … diese wird ja erfolgreich zerstört.

  10. Vierspurig? Ist sie doch schon! Und wenn die Kö durch die Radwege breiter wird, ist das immer noch ein Gewinn für Radfahrer und Fußgänger.

    Die Fahrspuren für die Autos sollten allerdings nicht deutlich breiter werden. Werden sie das?

  11. Nach dem unrühmlichen Stadtratsabend zur Königsbrücker Straße treffen wir uns heute 17 Uhr vor der Schauburg. Die grünen Stadträte Jens Hoffsommer und Torsten Schulze werden aus dem Stadtrat berichten…

  12. @ Michael

    „in den Stau zwingt“?

    Das Grundproblem ist, dass hier viele die gegenwärtig daliegende Königsbrücker überschätzen. Es handelt sich dabei nicht um eine vierspurige Straße, weil sie dafür zu schmal ist. Tatsächlich fährt niemand zwischen den Kreuzungen nebeneinander, sondern erst vor den Ampeln wird zum nebeneinanderfahren oder Abbiegen auf die linke Spur gewechselt…

    Wenn Du da anderer Meinung bist, kannste das gern mal ausprobieren.

  13. @E-Haller: Die derzeitige Vierspurigkeit besteht, wenn man gewillt ist Slalom zu fahren. Mit einem guten Schuss Rücksichtslosigkeit kann man dadurch zwischen Albertplatz und Schauburg schon mal eine Minute sparen.

  14. Ich bin dafür, die ganzen CDU- und FDP-Fuzzis zwangsumzusiedeln an die Königsbrücker. Mal sehen, was dann für eine Variante gebaut wird… Pack elendes.

  15. Ein Problem ist, das nur wenige Bürger sich diese Pläne genau angesehen haben. Die Lebensqualität im Bereich der Strasse leidet durch die massive Fahrbahnverbreiterung auf Kosten v.a. der Fußgänger, es gibt viel weniger Parkplätze und Grün, der Stadtteil wird noch mehr getrennt als bisher, und die Königsbrücker verliert an Wert als Wohn- und Geschäftsstrasse.
    Ob tatsächlich eine wesentliche Beschleunigung des Verkehrs erreicht werden kann, ist fraglich, da die Kreuzungen weiterhin das Problem bleiben werden. Dieser überdimensionierte Ausbau ist völlig überflüssig und schädlich.
    Und übrigens: Auch Fördermittel sind Steuergelder…

  16. Große Klasse auch Herrn Hilberts Hinweis darauf, dass die beschlossene Variante „mindestens viel später, wahrscheinlich aber nie gebaut“ werden wird, weil sie wohl als kaum genehmigungsfähig gilt (SZ heute).

    Wer ignoriert hier eigentlich welche Realität?

  17. Auf Vergesslichkeit beruht wohl der nun erhobene Vorwurf der FDP, dass die Unterlegenen „schlechte Verlierer“ seien, die Mehrheiten nicht akzeptieren könnten, nach dem die FDP selbst über 5 Jahre den Beschluss des Stadtrats mit allen Mitteln bekämpft haben.
    Erschüttert ist auch wieder mein Demokratieverständnis: 11 von 23 CDU Abgeordneten waren laut DNN für Variante 6. Aber Fraktionsgehorsam geht vor.

  18. Jenseits von grenzwertigen Beschimpfungen und im Sinne einer Versachlichung: Hier mal die sieben wichtigsten Fakten:

    1.Behauptung:
    Die Verkehrsbelastung wird in Zukunft stark sinken, deshalb brauchen wir nur noch eine kleinere Königsbrücker Straße.

    1.Wahrheit
    Natürlich wird die Königsbrücker Straße durch die neue Waldschlösschenbrücke grundsätzlich entlastetet, dass stellt niemand in Abrede. Die aktuelle Verkehrsprognose mit dem Ausblick bis ins Jahr 2025 zeigt aber eine Zunahme der Verkehrsbelastung im gesamten Straßennetz im Durchschnitt um 2 Prozent im Vergleich zum Basisjahr 2008. Diese neue Prognose liegt damit eindeutig über allen bekannten Zahlen für die Königsbrücker Straße. Im Teilabschnitt zwischen Tannenstraße und Bischofsweg bedeutet es beispielsweise eine Steigerung des Verkehrs um über 2200 Autos pro Tag oder anders ausgedrückt um über 10 Prozent mehr Verkehr, wenn man die neue Prognose 2025 mit der älteren Verkehrsprognose vergleicht. Daraus ergibt sich, dass auch zukünftig rund 20.000 Fahrzeuge pro Tag die Königsbrücker benutzen werden.

    Begründet liegen diese Verkehrszahlen ganz einfach in der deutlich höheren Bevölkerungszahl. Die aktuelle Verkehrsprognose 2025 geht zum Beispiel von einer Bevölkerungszahl von 532.000 im Jahr 2025 aus. Da in Dresden aber bereits zum 31.12.2010 über 523.000 Einwohner gemeldet waren, dürfte der tatsächliche Wert im Jahr 2025 noch einmal deutlich höher liegen und damit auch der Verkehr noch einmal deutlich steigen. Dresden ist eine rasant wachsende Stadt und die Königsbrücker die wichtigste Nord-Süd Verbindung. Wenn in den kommenden Jahren neue Arbeitsplätze entstehen, dann vorrangig im Dresdner Norden. Damit wird die Bedeutung der Königsbrücker noch einmal deutlich steigen.

    2.Behauptung
    Der vierspurige Ausbau mit befahrbaren Gleisen sei viel zu teuer.

    2.Wahrheit
    Nach Berechnungen der Stadtverwaltung hätte der Ausbau mit eigenem Gleisbett und einer Fahrspur für den Individualverkehr ca. 33,8 Millionen Euro kosten. Dagegen geht die Verwaltung für einen weitgehenden Ausbau im Bestand mit befahrbaren Gleisen von Kosten von ca. 37,9 Millionen Euro aus. Damit ist die sogenannte Variante mit unechter Vierspurigkeit – mit befahrbaren Gleisen – tatsächlich rund 4 Millionen Euro teurer. Als Anwohner der Neustadt sollte man sich aber genau ansehen, wie diese Kostensteigerung zu Stande kommt. Denn fast 3 Millionen davon sind für gesetzlich vorgeschriebene Lärmschutzmaßnahmen geplant. Bei einer zweistreifigen Variante entstehen keine einklagbaren Lärmvorsorgemaßnahmen der Anwohner. Die Stadt nimmt dabei in Kauf, dass die Anwohner sehr hohen Lärmbelastungen ohne entsprechende Lärmschutzmaßnahmen ausgesetzt werden, denn unabhängig von der Variante, die gewählt wird, passieren die prognostizierten 20.000 Autos die Straße und verursachen Lärm

    3.Behauptung:
    Der vierspurige Ausbau mit befahrbaren Gleisen führt zu massiven Verzögerungen beim Bau.

    3.Wahrheit
    Seit Ende 2010 gibt es die sogenannte Variante 5 der Oberbürgermeisterin mit befahrbaren Gleisen in der Verwaltung. Hätte die Verwaltung 2010 begonnen die Vorlage zu dieser Planungsvariante zu erstellen, anstatt noch eine neue weitere Variante 6 zu entwickeln, wären wir heute in der komfortablen Position bereits an der Planfeststellung arbeiten zu können. Wenn es also zu Verzögerungen in der Planung und damit beim Baubeginn kommt, dann ist dies einzig und allein auf die neuerlichen und selbstständigen Planungen der Stadtverwaltung zurückzuführen. Dass eine Variante 6 angeblich schneller umzusetzen sei, scheint darüber hinaus auch äußerst fraglich, da bereits bei der Planfeststellungsvariante aus dem Jahr 2006 die Landesdirektion massive Bedenken für die Durchlässigkeit angemeldet hat. Bekanntlich beruht die neue Variante 6 auf dieser mangelhaften Variante aus 2006.

    4. Behauptung
    Der vierspurige Ausbau mit befahrbaren Gleisen geht zu Lasten von Radfahrern und Fußgängern.

    4. Wahrheit
    Auch bei der vierspurigen Variante mit befahrbaren Gleisen wird es neue Radwege in beide Fahrtrichtungen geben. Diese neuen Radwege werden eine durchgängige Mindestbreite von 1,50 Meter haben und teilweise sogar zwei Meter breit sein. Damit wird eine deutliche Verbesserung zum aktuellen Zustand erreicht. Darüber hinaus ist diese Planung in einigen Teilabschnitten der Königsbrücker sogar besser als die zweispurige Variante 6. Nur in einigen wenigen Teilabschnitten ist der geplante Radweg um 10 bis 20 Zentimeter schmaler.

    Auch die Behauptung, dass mit einem vierspurigen Ausbau mit befahrbaren Gleisen die Fußwege dann nur noch zwei Meter breit seien entspricht nicht der Wahrheit. Vor dem Café Europa (Königsbrücker Str. 68) wird der Fußweg mit der vierspurigen Variante mit befahren Gleisen immer noch zwischen 4,45-4,70 Meter breit sein, das ist im Übrigen genauso breit wie bei der zweispurigen Variante.

    5. Behauptung
    Der vierspurige Ausbau mit befahrbaren Gleisen wird eine Autobahn durch die Neustadt und soll nur für die Autofahrer gemacht werden.

    5. Wahrheit
    Der vierspurige Ausbau mit befahrbaren Gleisen wird hauptsächlich im Bestand durchgeführt. Da die zweite Spur für den Individualverkehr auch heute bereits über die Gleise führt, ist für den Autoverkehr in weiten Teilen überhaupt keine Verbreiterung der Straße notwendig. Einzige Ausnahme dazu stellen die Haltestellenbereiche dar, denn hier sollen neue behindertengerechte Haltestellen geschaffen werden. Dafür werden die Autos in zwei Spuren mit jeweils drei Metern aus dem Gleisbett heraus neben die Haltestellen geführt. Im Vergleich dazu hätte die zweispurige Variante 6 eine überbreite Spur mit 5,50 Meter neben der Haltestelle stehen. Die Behauptung, es gäbe eine Autobahn für die Autofahrer durch die Neustadt, entspricht also einem Unterschied von 50 Zentimetern pro Fahrtrichtung oder insgesamt 1 Meter auf die gesamte Breite der Straße. Wobei es auf der Königsbrücker keine zwei Haltestellen auf einer Kreuzungsseite gibt. Das Gleiche, was für die Haltestellenbereiche gilt, gilt auch für den Teilabschnitt zwischen Louisenstraße und Albertplatz, dort liegt es aber an einem eigenen Gleisbett. Als Anmerkung: Die Verbreiterung des Achsabstandes der Straßenbahn von aktuell 2,40 auf 3 Meter kostet durch das eigene Gleisbett in diesem Teilabschnitt bereits 60 Zentimeter – ohne dass Straßenbahngäste davon einen Nutzen hätten.

    6. Behauptung
    In der vierspurigen Variante mit befahrbaren Gleisen wird die Beschleunigung des Individualverkehrs auf Kosten des öffentlichen Nahverkehrs durchgedrückt, obwohl auch in der zweispurigen Variante der Individualverkehr bereits beschleunigt wird.

    6. Wahrheit
    Zunächst muss man einmal festhalten, dass bei einem zweispurigen Ausbau – wie in der Variante 6 – der Individualverkehr fast gar nicht beschleunigt worden wäre. So geht man aktuell von einer Reisegeschwindigkeit beim Individualverkehr von 20,9 km pro Stunde und beim öffentlichen Nahverkehr auf Grund der vielen Haltestellen von 14,8 km pro Stunde aus. Bei einem zweispurigen Ausbau wurde in einer Simulation mit der Verkehrsprognose 2020 eine Reisegeschwindigkeit für Autos von 21,5 km pro Stunde errechnet und für Straßenbahnen von 21,2 km pro Stunde. Das bedeutet quasi, trotz besserer Straße und trotz weniger Verkehr 2020 wird sich der Autoverkehr nicht wirklich beschleunigen. Dies entspricht 3 Prozent beim Auto und 43 Prozent beim Nahverkehr. Dies war auch ein Grund für die Landesdirektion die alten Planungen zur Königsbrücker abzulehnen.

    Wenn man dagegen eine vierspurige Variante mit befahrbaren Gleisen betrachtet, wird der Autoverkehr auf 25,1 km pro Stunde beschleunigt und die Straßenbahnen immer noch auf 19,8 km pro Stunde. Dies entspricht 20 Prozent beim Auto und 33 Prozent beim Nahverkehr. Nur diese Planungen haben die Chance, eine Verbesserung für ALLE Verkehrsteilnehmer zu liefern und somit auch durch die Aufsichtsbehörden genehmigt und gefördert zu werden.

    7. Behauptung
    Die neue zweispurige Variante 6 hat eine bessere Durchlässigkeit und ist eine stadtteilverträgliche Variante, wogegen die vierspurige Variante mit befahrbaren Gleisen nicht stadtteilverträglich ist.

    7. Wahrheit
    Hier ist die Variante 6 der Verwaltung besonders nachteilig für die Anwohner der Neustadt, wenn man sich die Nebenstraßen in der Neustadt und dem Hechtviertel anschaut. Um die Durchlässigkeit der zweispurigen Variante zu erhöhen, wollte die Verwaltung die mittleren Wartezeiten auf den Zufahrtsstraßen zur Königsbrücker Straße zwischen dem Albertplatz und der Stauffenbergallee im Vergleich zur vierspurigen Variante deutlich erhöhen. Das bedeutet nichts anderes, als die mutwillige Verlagerung des Verkehrs von der Königsbrücker in die Nebenstraßen. Wäre die zweispurige Variante gekommen, hätten die Anwohner der Neustadt mit deutlich mehr Stop-and-Go-Verkehr vor ihrer Tür und mit einer höheren Lärm- und Abgasbelastung als in Variante 5 rechnen. Dies ist objektiv aus den Zahlen der Verwaltung zu entnehmen.

    Das Gleiche gilt im Übrigen für die zweispurige Variante am nördlichen Ende zur Stauffenbergallee. Der hier in Variante 6 ursprünglich geplante Flaschenhals mit der Einengung auf eine Fahrspur mit lediglich 3 Meter für die stadteinwertige Richtung hätte zwangläufig viele ortskundige Autofahrer zu Schleichverkehr über die Rudolf-Leonhard-Straße verleiten, um die verstopfte Hauptstraße zu meiden.

    Fazit: Die Variante zweispuriger Ausbau der Königsbrücker Straße hätte den Verkehr in die Anwohnerviertel (Hecht) verschoben. Damit wäre der zweispurige Ausbau niemals stadtteilverträglich gewesen.

  19. @Micha: zum Punkt 2: Du vergisst, dass eine unattraktivere Straßengestaltung auch zu einer Veringerung des Verkehrs führen kann – wenn ich weiß, dass ich auf der Köbrü sowieso im Stau stehe, nehme ich eine andere Route – das nennt sich Verkehrsplanung!

  20. @ Micha,

    bei Punkt 1 irrst Du zwar (das Wachstum in der Stadt Dresden hat nicht zu mehr Verkehr geführt, was wiederrum in der Verkehrsprognose nicht beachtet wurde) – aber beim Rest hast Du nicht unrecht.

    Legt man beide Varianten nebeneinander, sind die Eingriffe tatsächlich bei einer überbreiten Spur größer: weil ich die eben neben dem Gleisbereich entwickeln muss, was gegenüber einer normalen Fahrspur ungefähr 2 m mehr (pro Richtung) bedeutet.

    Fraglich für mich ist, ob man vor den Haltestellen wirklich auf Krampf 2 Spuren neben die Straßenbahn führen muss. Dass sich zwei Richtungs-Streifen ab und zu auf eine Spur verengen ist normal und nicht die zwangsläufige Ursache von Staus. Die längsten Wartezeiten entstehen an Kreuzungen…

  21. Ja Micha, erst Konkurrenten-Bashing, jetzt Journalisten-Bashing. Das muss der richtige Weg sein.

    Mal im Ernst, Du glaubst doch nicht wirklich, dass die Straße so gebaut wird, wie es gestern beschlossen wurde, oder?

  22. Ich hätte mich mit Variante 6 anfreunden können bin aber froh wenn einfach mal was passiert. Inwiefern da was genehmungsfähig ist kann weder Denni Klein noch H. Zastrow mit entschiedener Sicherheit sagen. Dass Hilbert und die Verwaltung gegen diese Variante argumentieren dürfte nicht verwundern, da man dort ja auch die Variante 6 favorisiert hat.

  23. Emotionen Pur!
    Leute lasst doch bitte mal die Kirch im Dorf, holt tief Luft und dann sagt was.

    Also mal ganz ehrlich, eine höher Bevölkerung führt automatisch zu mehr Verkehr – beamen geht leider noch nicht. Die Menschen müssen versorgt werden, zur Arbeit kommen, möchten Freizeit Angebot wahrnehmen – also mehr Verkehr.
    Ich finde die Argumente von Micha sehr klar, sachlich und nachvollziehbar.

  24. @ Micha ich nehme Denni Klein so Ernst wie ich Dich Ernst nehme…..Nimm doch mal Stellung zu der Genehmigungsfähigkeit der beschlossenen Variante. Ich denke OB Hilbert und die DVB haben handfeste Argumente die dagegen sprechen

  25. Mal was zur Bevölkerungsentwicklung in Dresden: Noch haben wir viel weniger Einwohner als vor 1945!

    Nein, das ist der Wahnsinn, war aber zu erwarten, da die Stadt nur Straßen und Bahngleise baut, die förderwürdig sind. Und nur 4 Spuren werden gefördert, wie auch separate Bahngleise. Nur um der Förderung wegen werden von der Stadt diese Mammutprojekte aus dem Boden gestampft! Das ist der reine SUBVENTIONSBETRUG!!
    Außerdem ist die Stadt extrem ÖPNV – und Bauindustriehörig durch „kleine Interessenförderungen ( Häppchen, Champus, Ausflüge und anderen lobbyistische Aktivitäten. – Ich weiß wovon ich rede.)
    Was heute von DBV-(Unter)Chef ( der richtige hält sich dezent im Hintergrund und ist übrigens gleichzeitig der Chef der DREWAG)in der MOPO stand (über Klage der DVB etc.), ist reine Heuchelei um die Gegner zu beruhigen. Ich habe diesen Mann bei einer Versammlung erlebt: Im nächsten Augenblick wird frech das Gegenteil behauptet: „Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.“
    Die DVB ist der Hauptstrippenzieher solcher Trassenplanungen. Die nächste soll auf der Oskarstraße entstehen für 5 Buslinien (schon vorhanden) und 2 neue Straßenbahnen.

  26. Danke Micha, das nenne ich sachlich argumentiert!
    Ich kenne zwar nicht die Belastbarkeit dieser Fakten, doch ist dem so, spricht es eine deutliche Sprache.
    Anton hob beispielsweise hervor, dass der Fußweg Haltestelle – Ecke Louise nur 2m breit wird, ja – aber das ist er jetzt dort auch. Dafür wird es durchgehende Radwege geben, also ich sehe diese Variante positiv. Kein fauler Kompromiss, wie die Zweispurigkeit, die weil diese breiter, genauso wenig Platz für Fußgänger und Radler hätte.
    Wenn es den Verkehrsbetrieben und den Genehmigungsbehörden mit vier Spuren zu gefährlich wird, besteht da nicht die Möglichkeit an den Haltestellen auf eine Fahrtrichtungsspur zu verengen, danach aber wieder mit zwei Spuren pro Richtung die Durchlassfähigkeit zu erhöhen?
    Prinzipiell halte ich es für vertretbar, vielleicht mit der einen oder anderen kleinen genehmigungsfähigen Anpassung.

  27. @ Thomas:

    Mehr Verkehr ist eben UNGLEICH mehr Kfz-Verkehr. Es gibt in Dresden mehr Radverkehr, es wird ÖPNV und S-Bahn gefahren…

    Und der KFZ-Verkehr ist deswegen eben nicht gewachsen in der Stadt. Trotz mehr Einwohner.

    Und die neuen Einwohner- oder Arbeitsschwerpunkte im Norden ließen sich beispielsweise auch mit einer zuverlässigen Straßenbahnverbindung (mit Bahnen, die keine Langsamfahrstellen haben oder ständig im Stau stehen) anbinden. Es muss nicht immer das Auto sein, oder?

  28. Mal was zur Bevölkerungsentwicklung in Dresden: Noch lange nicht hat die Stadt die Einwohnerzahlen vor 1945 erreicht…

    Nein, die Entscheidung ist eine Katastrophe, war aber zu erwarten, da die Stadt nur Straßen und Bahngleise baut, die förderwürdig sind. Und nur 4 Spuren werden gefördert, wie auch separate Bahngleise. Nur um der Förderung wegen werden von der Stadt diese Mammutprojekte aus dem Boden gestampft! Das ist der reine SUBVENTIONSBETRUG!!
    Marode Straßen und Bahntrassen werden nicht saniert, weil nicht förderbar. Siehe zum beispiel die Wasastraße

    Außerdem sind die Entscheidungsträger der Stadt extrem ÖPNV – und Bauindustrie-hörig durch spezielle Lobbyarbeiten im Hintergrund (Häppchen, Champus u.a. Zuwendungen.- Ich weiß wovon ich spreche.)
    Und was heute von DBV-(Unter)Chef in der MOPO (DVB will klagen etc..) stand ( der Oberchef hält sich diskret im Hintergrund und ist übrigens gleichzeitig Chef der DREWAG), ist reine Heuchelei um die Gegner zu beruhigen. Ich habe Ihn bei einer Anwohnerversammlung erlebt: Im nächsten Augenblick behauptet er das Gegenteil. Nach dem Motto:“Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern.“ Die DVB legt eine derartige Hausherrenmentalität an den Tag und verschleiert es nicht einmal.
    Die DVB ist einer der Hauptstrippenzieher solcher Trassenplanungen, auch auf der Königsbrückerstraße. Das ist wohl abgestimmt mit den Bauinteressen.
    Die nächste Trasse soll übrigens auf der Oskarstraße entstehen für 5 Buslinien (schon vorhanden) und 2 neue Straßenbahnen.
    Wenn dies alles gebaut wird, sind diese für mich Mahnmale für die nächsten Generationen, daß wir es nicht geschafft haben die Verkehrsauswüchse, egal welcher Art einzudämmen.
    Das Streben nach „Mobilität“ ist schon lange nicht mehr die Erfüllung des Menschen ( Sinn des Lebens), das habe seriöse Untersuchungen gezeigt.
    Im übrigen sind die sog. Institute, die solche Verkehrsprognosen treffen, nie unabhängig vom Auftraggeber (hier die Stadt). „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“
    Grüße! Johann

  29. Kann mir mal jemand sagen, wie das alles zusammenpasst mit so tollen Schlagzeilen wie: die Kö ist jetzt eine der schon abgasbelastetsten und lautesten Straßen der Stadt – da sollte doch die eigentliche Frage sein: Wie kann ich dem was entgegensetzen. Dass zukünftig noch mehr Dresdner die Achse befahren wollen – diese Argument ist so was von Old School, als würden wir noch in den 80ern leben.
    Fand die Alternativvariante auch schon schrecklich, Kompromisse sind nicht selten reichlich schauderhaft. Über den neuen Missgriff müssen wir tatsächlich nicht weiter reden. Ich freue mich auf neue Prognosen

  30. @Micha: »Versachlichung«? Glaub ich dir sofort: http://neusprech.org/versachlichung/

    Auf den Thumbnails ist jeweils das gleiche PDF Verlinkt. Der nördliche Teil fehlt. Ist das ein Tipfehler, oder seh ich schlecht?

    Der Vergleich mit der aktuellen Straßenführung ist interessant. In der neuen Variante scheint man von der Post direkt auf die Fahrbahn zu purzeln.

  31. @Paul: Wenn immer jeder nur das Detail hervorhebt, dass seine Meinung unterstützt, kann von Sachlichkeit keine Rede sein. Ich habe nicht hervorgehoben, dass der Fußweg 2 Meter breit werden soll, sondern es war ein Teil einer Beschreibung des Straßenabschnitts.

    Micha hingegen schnappt sich den einzigen Abschnitt auf der Königsbrücker auf der eine Verkehrszunahme prognostiziert wird und lässt die anderen, teils erheblichen Verkehrsrückgänge unter den Tisch fallen.

    @David: Danke für den Hinweis, ich hab es mal korrigiert.

  32. Da werden in anderen Städten für viel Geld überbreite Straßen zurückgebaut und verschmälert um deren stadtraumtrennende Barrierewirkung zu beenden und was macht Dresden?…Baut die Fehler der 60/70er konsequent weiter aus.

    Zur Bevölkerungsstatistik ist zu sagen: Wer sagt, dass jeder oder fast jeder neue Einwohner dieser Stadt sich mit dem KFZ bewegt und dass er die Kö auch ständig oder zumindest regelmäßig passiert? Des Weiteren, wer weiß denn wirklich was bis 2025 passiert? Da gibt es so viele jetzt noch unbekannte Faktoren, die die gemachte Bevölkerungsprognose wohlmöglich schon in den nächsten 3-4 Jahren als obsolet erscheinen lassen.

  33. Wer Radwege in der Stadt als Verbesserung für den Fahrradverkehr bezeichnet, benutzt das Rad wohl nur am Wochenende, um mal eine kleine Tour ins Grüne zu fahren. Mittlerweile sollte sich die Gefährlichkeit dieser Anlagen für alle! Verkehrsteilnehmer allmählich herumgesprochen haben!
    Und im übrigen sollte die Königsbrücker schnellstmöglich saniert werden und zwar in der heutigen Breite.

  34. @flueggus: In der heutigen Breite bedeutet: 2,50 Meter für die Autos, sprich, die Bahn muss sich hinter jedem LKW mitanstellen. Dann kann man eine Sanierung gleich lassen.

  35. @ Anton: Du musst Deine Argumentation umkehren, um sie Micha-gerechter zu machen!

    Richtig heißt es:
    „@flueggus: In der heutigen Breite bedeutet: 2,50 Meter für die Autos, sprich, die müssen sich hinter jedem LKW, der hinter einer Bahn fährt, mit anstellen. Dann kann man eine Sanierung gleich lassen.“

    ;)

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