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Neustadt-Geflüster

Dresden Neustadt von Anton Launer

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Beschreibung
Das Neustadt-Geflüster von Anton Launer erzählt täglich frische Nachrichten aus dem Kneipen- und Szene-Viertel Dresden-Neustadt. Damit es nicht langweilig wird, werden diese mit Hintergründen, Albernheiten, Gerüchten, Klatsch, Tratsch, Tests und heißen Diskussionen aus der Äußeren Neustadt vermischt. Und natürlich gibt es hier die besten Informationen über die Bunte Republik Neustadt.

Von ersten Herbstgefühlen und vielen neuen Kneipen

Herr Rosso und sein Hund auf der Louisenstraße.

Herr Rosso und sein Hund auf der Louisenstraße.

Ein kühler Wind zwackt mir in die Waden. Frisch geworden ist es nach den vergangenen sehr heißen Tagen, die Zeit der kurzen Hosen scheint nun endgültig vorbei.

Im Radio tönt treffend ein Song der Band Die Art: „Sommer has gone away and the Fall begins.” Und dass der Sommer nun wirklich vorbei ist, merke ich nicht nur an den Temperaturen. Erste goldgelbe Blätter flattern mir entgegen, die Filmnächte sind vorbei, der Schaubudensommer schon so lange her, dass die Erinnerungen schwinden. Und ein kleiner Laden auf der Görlitzer Straße hat das Wort Sommerschlussverkauf durchgestrichen und daraus einen Wintervorverkauf gemacht.

Doch auch der Herbst hat so seine Vorzüge. Im Szene-Viertel ist das traditionell die Jahreszeit der Neueröffnungen. Und die Neustadt wird wieder etwas bunter: Zum Max auf der Louisenstraße gesellt sich jetzt das Café Moritz auf der Alaunstraße. Außerdem ziehen verruchte Namen ins Viertel ein. Coco-Bar, so heißt die neueste Attraktion auf der Görlitzer Straße, so heißt aber auch eine der angesagtesten Table-Dance-Bars in Leipzig. Gibt es jetzt einen Hauch von Rotlicht in der Neustadt und das genau gegenüber vom Blue Note? Noch verruchter könnte es am Ende der Louisenstraße werden, dort hat seit Kurzem eine Bar mit Namen Seitensprung eröffnet. Ob ich mich da jemals hineintrauen werde?

Und weitere neue Kneipen sind in Sicht, der Betonklotz an der Alaun-/Ecke Louisenstraße wächst ja immer weiter. So richtig mexikanisch sieht das noch nicht aus, eher nach Bunker mit Schießscharten, aber ich will ja nicht voreilig sein. Mit einem bisschen Farbe kann sich da noch viel ändern.

Kneipeneröffnungen im Herbst haben Tradition, viele Betreiber hoffen im prallen Wintergeschäft genügend Gewinn zu machen, um den darauf folgenden Sommer überstehen zu können. Denn ohne Biergarten wird das Geschäft dann ganz schwer. Wenn ich mir was wünschen dürfte, würde ich um eine Wiedereröffnung des kleinen Cafés neben dem Projekttheater bitten. Als „Herr Rosso und sein Hund“ ist es bekannt und durch seinen unglaublich guten Espresso berühmt geworden. Jetzt hat es schon seit geraumer Zeit geschlossen und der Zettel der nach einem neuen Betreiber gesucht hat, ist auch verschwunden. Für einen Neustart wäre jetzt genau der richtige Zeitpunkt.


Anmerkung Dezember 2004: An der Stelle des Herr Rosso und sein Hund betreibt das Projekttheater jetzt ein Café, siehe auch hier.
Anmerkungen August 2009: Aus der Coco-Bar ist das Zille geworden. Siehe hier.

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