Anzeige

20. bis 10-18.Juli 2026 - Keine Ruhe, kein zurück - Christopher Street Day Leipzig

Rundumgrün an der Schiefen Ecke

Neustadt-Geflüster bei Google bevorzugen

An der Schiefen Ecke ist seit heute Mittag alles anders: Die neue Ampelschaltung an der Kreuzung Rothenburger Straße, Louisenstraße und Görlitzer Straße ist in Betrieb. Hinzugekommen sind vier neue Fußgängerampeln und neue Markierungen auf der Fahrbahn. Außerdem wurde ein Teil der Ketten an der Kreuzung entfernt. Jetzt kann man direkt vom Musikhaus zum Tranquillo oder vom Pecatto zum Café Continental queren.

Erste sächsische Diagonal-Ampel in Betrieb - Foto: Anton Launer
Erste sächsische Diagonal-Ampel in Betrieb – Foto: Anton Launer

Am frühen Nachmittag herrschte noch leichte Verwirrung: Viele Fußgänger*innen querten die Straße weiterhin auf die gewohnte Weise, diagonal unterwegs war zunächst kaum jemand. Dabei ist das „Rundumgrün“ eine kleine Premiere – es ist die erste Ampel dieser Art in Sachsen.

Die Fußgängerampeln springen jetzt an allen Kreuzungsarmen gleichzeitig auf Grün. Wer will, kann diagonal queren, ohne zweimal warten zu müssen. Passend dazu wurden auf der Fahrbahn neue Markierungen für die Diagonalquerung aufgebracht.

Während der Grünphase für den Fußverkehr haben Autos, Radfahrer*innen und Straßenbahnen Rot – und umgekehrt. Heißt: keine Rechts- oder Linksabbieger, die einem in die Quere kommen. Dafür verlängern sich die Wartezeiten in den jeweiligen Rotphasen etwas.

Anzeige

Dr. Lüder Warnken im Parkhotel

Anzeige

Suzanne Vega am 9. Juli in Dresden, Konzertplatz Weißer Hirsch

Anzeige

TUD CAMPUS FESTIVAL

Anzeige

Blitzumzug

Anzeige

Zeitlos

Anzeige

Radensleben Transporte

Anzeige

tranquillo

Anzeige

Societaetstheater

Anzeige

teilAuto

Anzeige

VG Biomarkt

Anzeige

Die Linke

Laut Stadtverwaltung wurde das Steuergerät der Anlage erneuert und um zusätzliche Fußgängerampeln erweitert. Ausgeführt wurden die Arbeiten von der Firma Yunex GmbH im Rahmen turnusmäßiger Erneuerungen. Die Gesamtkosten liegen bei rund 75.000 Euro.

„Neue Wege“ an alter Problemkreuzung

Verkehrsbürgermeister Stephan Kühn (Grüne) bezeichnet die Schiefe Ecke als Testfall. Man gehe hier „neue Wege“, das Rundumgrün biete dem Fußverkehr erstmals in Dresden Grünphasen mit vollständiger Wegefreiheit.

Sollte sich die Lösung bewähren, sei eine Übertragung auf andere kleine bis mittelgroße Kreuzungen denkbar. Zunächst soll beobachtet werden, wie die neue Regelung im Alltag angenommen wird. Unterstützung kommt auch von den Dresdner Verkehrsbetrieben.

Grüne: Sicherheitsgewinn vor allem für Kinder

Auch aus der Politik gibt es Zustimmung. Ulrike Caspary, mobilitätspolitische Sprecherin der Grünen-Stadtratsfraktion, lobt, dass die Verwaltung Neues ausprobiert.

Anzeige

Radensleben Transporte

Anzeige

Dr. Lüder Warnken im Parkhotel

Anzeige

Suzanne Vega am 9. Juli in Dresden, Konzertplatz Weißer Hirsch

Anzeige

Kieferorthopädie

Anzeige

Kieferorthopädie Dr. Manuela Beltz

Anzeige

teilAuto

Der Fußverkehrsanteil sei in den vergangenen Jahren spürbar gewachsen. Gleichzeitig sei der Nachholbedarf bei Platzverteilung und Sicherheit weiterhin groß. Das Rundumgrün reduziere die Unfallgefahr, weil Fußgänger*innen nicht mehr auf abbiegende Autos achten müssten. Davon profitierten vor allem Kinder und Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind.

Einen Vorteil sieht Caspary auch für den Autoverkehr: Geradeausfahrende müssten nicht mehr hinter wartenden Rechtsabbiegenden stehen.

Nach Rundum-Grün gibt's Rundum-Rot - Foto: Anton Launer
Nach Rundum-Grün gibt’s Rundum-Rot – Foto: Anton Launer

Norbert Rogge, Stadtbezirksbeirat für die Neustadt, ordnet die neue Schaltung in den größeren Kontext der Louisenstraße ein. Neben der Alaunstraße sei sie die zentrale Fuß- und Geschäftsachse der Äußeren Neustadt – ein Status, den die bisherige Verkehrsaufteilung nie wirklich abgebildet habe.

Die Ampelumstellung sei Teil der laufenden Umgestaltung „Louisenstraße im Wandel“ und ein Schritt in die richtige Richtung. Offen bleibe für ihn die Frage abgesenkter Bordsteine, die eine barriereärmere Querung ermöglichen würden.

Ob sich die Diagonalquerung im Alltag bewährt, dürfte sich schnell zeigen. Wer seine Meinung dazu loswerden möchte, kann das ab sofort auch online tun: Im Rahmen der laufenden Umfrage zu „Louisenstraße im Wandel“ ist seit heute eine eigene Frage zum Rundumgrün freigeschaltet.

Lautstark flüster - Neustadt-Geflüster unterstützen

2 Kommentare

  1. Also vorab: Ich unterstütze solche Versuche und finde diagonal Ampeln generell ne gute Sache.

    Aber: Warum ausgerechnet am Assieck? Dort achten eh nur die Touristen auf die Fußgängerampel und gefühlt bin ich dort schon immer diagonal drüber gegangen. Würde mir sowas eher an großen unübersichtlicheren Kreuzungen wünschen. Albertplatz, schön vom Simmel rüber zum neuen Klo. Oder Bautzner / Rothenburger. Meine Vermutung: Ging wahrscheinlich vom Papierkram her einfach unkomplizierter, da die Louisenstraße eh gerade ein Versuchsfeld ist. Könnte ich dann auch verstehen.

  2. @Pieschener: Du hast Dir die Antwort schon selbst gegeben. Für die Kreuzung Albertplatz wäre das tatsächlich sehr spannend, bei der jetzigen geometrischen Gestaltung aber wohl mit hohen Wartezeiten für ÖPNV und MIV verbunden, weil die Diagonal-Querungszeit ziemlich lange dauert. Von der Spitze Simmel bis zur Spitze Toiletten-Insel sind es mehr als 60 Meter. Das heißt man müsste eine knappe Minute Räumzeit einplanen, nachdem die Fußgänger-Ampel wieder auf Rot geschaltet hat. Zum Vergleich: Jetzt ist die längste Querung zwischen der Klo-Insel und der Fontäne des Artesischen Brunnens nur 30 Meter – und da gibt es noch die Straßenbahn-Mittel-Insel.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert