Grüne und SPD: Sicherheit am Bischofsplatz

Einige Radfahrer meiden das Holperpflaster und fahren in der Straßenmitte.

Einige Radfahrer meiden das Holperpflaster und fahren in der Straßenmitte.

Nach dem heutigen Unfall am Bischofsplatz reagieren Grüne und SPD mit einem Antrag an die Stadtverwaltung. Der Neustädter Grünen-Stadtrat und Initiator des Antrages, Johannes Lichdi: „Nachdem schon im März zwei Radfahrende durch einen Autofahrer umgefahren wurden, muss der neue Unfall nun endlich Anlass für die Stadtverwaltung sein, die Gefahrenstelle zu entschärfen. Wir können nicht warten, bis der Bischofsplatz vielleicht irgendwann mal nach 2020 grundhaft saniert wird.“

Gestern hatte ein Autofahrer nach ersten Erkenntnissen der Polizei das Rotlicht an der Ampel am Bischofsplatz übersehen und eine querende Radfahrerin gerammt (Neustadt-Geflüster vom 12. Juli 2017), am 31. März hatte eine betrunkene Autofahrerin zwei Radfahrer, die in der Mitte der Straße fuhren gerammt (Neustadt-Geflüster vom 1. April 2017). Auf einer Informationsveranstaltung zur geplanten Umgestaltung des Bischofsplatzes hatte Stadtplaner Jens Uwe Schade von zehn Unfällen pro Jahr an dieser Kreuzung berichtet. Ein konkreter Baubeginn für den Platz steht noch nicht fest.

Mit dem interfraktionellen Antrag von SPD und Grünen wird der Oberbürgermeister nun beauftragt zu prüfen, wie der Radverkehr am Bischofsplatz zwischen Johann-Meyer-Straße und Dammweg kurzfristig, etwa durch Herstellung eines Asphaltstreifens auf dem vorhandenen Pflaster mit etwa 1,5 bis 2 Meter Breite jeweils am rechten Fahrbahnrand neben der Entwässerung bzw. dem Parkstreifen, verbessert werden kann. Das Ergebnis der Prüfung soll dem Bauausschuss bis zum 30. Oktober vorgetragen werden.

Am Dammweg beginnt das Holperstück - es reicht bis zur Johann-Meyer-Straße.

Am Dammweg beginnt das Holperstück – es reicht bis zur Johann-Meyer-Straße.

In der Begründung des Antrages heißt es unter anderem: „Der Bischofsplatz ist eine wichtige Radverkehrsverbindung zwischen der Fritz-Reuter-Straße, die Radverkehrsanlagen aufweist, und dem Bischofsweg. Der Abschnitt zwischen Johann-Meyer-Straße und Dammweg weist unebenes Großpflaster auf, der das Befahren durch den Radverkehr sehr erschwert und sogar gefährlich macht. Daher kam es im Frühjahr zu einem Unfall, bei dem zwei Radfahrerinnen verletzt wurden. Eine schnelle Zwischenlösung ist daher notwendig.“

Der Antrag wurde heute in den Geschäftsgang des Stadtrats eingereicht.

Beim Queren des Bischofsplatzes wurde gestern eine Radfahrerin von einem Auto erfasst.

Beim Queren des Bischofsplatzes wurde gestern eine Radfahrerin von einem Auto erfasst.

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16 Kommentare zu “Grüne und SPD: Sicherheit am Bischofsplatz

  1. christoph
    12. Juli 2017 at 19:59

    hatte heute wieder einen dieser Zweiradexperten ab dem Dammweg Richtung Bischofsplatz vor mir aufm Gleisbett… musste ihn ganz vorsichtig umfahren

  2. John
    12. Juli 2017 at 20:51

    So mag ich Politik – flott und direkt. Daß die Verwaltung aka Straßen- und Tiefbauamt da nicht selbst d’rauf kommt ist traurig.

  3. Fidel
    12. Juli 2017 at 21:00

    Lieber Anton Launer!

    Wenn Du schon diesen Gendersprech verwendest, dann mache es bitte schön (mit Zucker oben drauf) konsequent.

    Demzufolge wäre neben Radfahrenden auch von Autofahrenden zu schreiben.

    Und ggf. von Kaminfegenden, Müllentsorgenden, Brieftragenden, Zufußgehenden, Arbeitenden usw.

    Zudem würde ich mich extremst freuen, wenn Du diese Schwachsinnsanträge von RGR mal kritisch hinterfragen würdest.

    Ist die Einrichtung von Tempo-3o-Zonen eine Formalie (Verwaltungsentscheidung) oder kann sie per politischem Mehrheitsentscheid (im Stadtrat) herbeigeführt werden.

    Ist die Beibehaltung von Pflaster nur Nachlässigkeit, oder hat es mit Denkmalschutzauflagen zu tun?

    Ist die Sanierung von Straßen etwa keine finanzielle Entscheidung, die anhand von Prioritäten(setzung) der selbsternannten #Gestsaltungsmehrheit vorgezogen werden kann bzw. könnte?

    Was hält RGR seit numehr 3 (in Worten drei) Jahren davon ab, diverse(!) „Todeskreuzungen“ in der Neustadt (und anderswo) zu entschärfen?

    Immer sind es die „böse“ Verwaltung oder wahlweise die herrschenden Verhältnisse, die an Unfällen schuld sind.

    RGR steht seit knapp drei Jahren in der politischen Verantwortung und hat sämtliche Beigeordneten (mit)gewählt. Die Grünen stellen sogar den Beigeordneten für Stadtentwicklung und Bau, in dessen Verantwortungsbereich auch das Straßen- und Tiefbauamt fällt.

    Dieses elende und ständige Rumgemähre von RGR trägt mE enorm dazu bei, dass die Bevölkerung – um nicht zu sagen DAS Volk – ihr Vertrauen in die Politik(er) verliert und sich den „bösen Rechten“ zuneigt.

    P.S. Schön, dass Du im weiteren Text erwähnst, das es eine besoffene Autofahrerin (warum eigentlich nicht „Autofahrende“) war, die die Radfarer (warum eigentlich nicht „Radfahrenden“ umgefahren hat.

    Ich habe fertig :-P

  4. 12. Juli 2017 at 21:38

    Liebes Fidel, dies war ein Zitat von Herrn Lichdi, erkennbar an den Gänsefüßchen, ich werde mich hüten, da etwas umzuschreiben.

    Ansonsten hast du natürlich Recht, ich hätte dazu noch bisschen recherchieren können. Dafür fehlte mir heute die Zeit.

  5. nepumuk
    12. Juli 2017 at 21:49

    Nun, man kann hier natürlich verschiedenste Dinge vornehmen. Dabei wurde jedoch die temporäre Asphalt-auf-Pflaster-Lösung zuletzt bei beiden Terminen zum Bischofsthema abschlägig beantwortet, wobei im SPA durchaus Sympathien dafür vorhanden sind, Herrn Schade (SPA) im Ortsamt aber sichtlich unwohl war, das dominierende Nein der alten STA-Herren verkünden zu dürfen. Lichdi vollzieht hier lediglich eine Delegierung selber Prüffrage an den OB, was als politischer Druckaufbau durchaus nachvollziehbar ist.
    Da auch diesmal menschliches Versagen vorliegt und eben keine deutliche Ursache mit Infrastrukturzusammenhang behauptet werden kann, wird die Verwaltung – sprich das STA – wohl weiter ablehnend bleiben.

    Ich stehe auf dem Standpunkt, daß fast 30 Jahre nachwendliches Nichtstun (obwohl: bissel „entschärft“ wurde ja durch diese Dreiecks-Interimsinsel) nunmehr tatsächlich zu einer quasi Zwangmaßnahme führen muß, da alles Weitere bekanntlich in den zeitlichen Sternen steht. Das bedeutet notfalls Abordnung einer STA-Baumaßnahme an viel weniger frequentiertem Ort und Mittelschiebung hierher – eben für Pflaster raus, Asphalt rein – basta. Sollen die im STA doch mit den Augen rollen, es ist versemmelt, wenn solch Drittwelt-Zustände noch im Hauptnetz bestehen – dito Köbrü. Geld ist da, ggf. co-finanziert aus dem großen Radtopfüberhang letzter Jahre, etc pp. Falls denen nix einfällt: 2. Hafenbrücke 1,1 Mio Euro verschieben, Teilbetrag hier verbauen. Ist nun eben so. Hilbert und Lamo sollten solches anordnen. Andernfalls warten wir noch in 10 Jahren huppelnd auf irgendwas.
    Ganz wichtig ist Sofort-T30 – keine Frage. Prüfbar wäre weiterhin eine Abmarkierung der Ashaltränder für eine Kombifahrbahn Tram+Kfz. Das geht auch mit Pickeln, oder immer mal neue Farbe. Damit würde entflechtet vom Rad und Seitenraum.
    Weiterhin sieht man immer wieder ein sehr festes Kies-Schlämm-Gemisch, was oft für kleine Rad-Rampen auf Borde hoch aufgebracht wird. Das wurde auch hier am Bischofplatz verwendet, ich hab ein Foto davon, wäre m.E. super geeignet als temporäre ebene Lösung AUF Pflaster. Das Zeug ist hart wie Zement, natürlich bissel krümelig, aber auch griffig, natürlich krümelig rutschig bisweilen, aber wohl eine deutliche Verbesserung. Also Zementmische AUF Pflaster plus Separierung der Fahrräume durch Markierung.

    Falls über alle Vorschläge NEIN ertönt, sollte man Töberich mal anrufen, ob sie ihren Bagger nicht nochmal für gute Zwecke einsetzen will – quasi gleichsam Wiedergutmachung. Oder man könnte G20-Rückkehrer bitten, beim Pflaster-Raus-Flashmob mal keine Steine zu werfen, sondern Hilfe am Bau zu leisten. Spart dem lieben STA ja Geld. Wochenendsubbotnik: vorne marschiert der Pflasterblock und macht die Bahn frei, hinten folgt Koettnitz schon mit seinem Bitumenfertiger.

    Also Leute, fast 30 Jahre verpennt, jetzt muß es sein, egal wer mal für was verantwortlich war, es gibt viele Möglichkeiten. Es ist versemmelt.

    Hoffentlich liest halb Dresden – derzeit far away @ holiday – schön Neusengefüster, sonst kommen bald die ganzen Hä’s?! und Watt is?!, wenn die alle aus dem Sommerloch zurückkehren.

  6. abrazzo
    12. Juli 2017 at 22:16

    Also wirklich, nepomuk. Alles was recht ist, normalerweise sind Deine Kommentare ja durchaus sachkundig und lesenswert. Aber hier sind die wohl die Gäule durchgegangen.
    Zum einen ärgert mich die Abkürzeritis. SPA und STA sind mir zumindest unbekannt. T30 konnte ich nach einigem Nachdenken entschlüsseln. Aber leserlicher macht diese Unart den Text sicher nicht. Alles Klugscheißerei wenn Du mich fragst.
    Und dann auch noch diese unerträglichen Bemerkungen mit den Ausschreitungen zum G20-Gipfel. Ich stelle mir gerade vor, hunderte von Chaoten hätten die Neustadt auseinander genommen und dann würde jemand in Rostock das benutzen um für neue Fahrbahndecken in seiner Fußgängerzone zu argumentieren. Einfach nur geschmacklos!

  7. 12. Juli 2017 at 22:35

    Straßen- und Tiefbauamt (STA), Stadtplanungsamt (SPA).

  8. Gunther
    13. Juli 2017 at 08:14

    An diesem Desaströsen Bericht sieht man mal wieder, welche Politische Einstellung Herr Jan Frintert hat. Herrn Lichdi für seine Hetze hier eine Plattform zugeben zeigt das Niveau des Neustadt-Geflüsters.

  9. E-Haller
    13. Juli 2017 at 09:14

    @ Gunther: Ernsthaft?

    Das ist ein Artikel, der Fakten zusammenfasst, Quellen benennt und Zitate als solche kennzeichnet. Es gibt keine derzeit so beliebt Vermischung von Nachricht und Kommentar. Es wird nichts suggestiv gewertet.

    Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wo hier Hetze stattfindet oder der Autor entsprechend seiner politischen Einstellung schreibt. Das nenne ich: klassischen Journalismus.

  10. E-Haller
    13. Juli 2017 at 09:16

    Mensch, auf die Idee hätte irgend ein Schlaukopf mal vor – sagen wir – 5 Jahren kommen können. Ach, schau mal hier in den Kommentaren: http://www.neustadt-ticker.de/19009/aktuell/nachrichten/bischofsplatz-fast-fertig ;)

    Zugegeben: Niemand kann von den Verantwortlichen und Politikern verlangen, sich umfassend im Neustadt-Ticker zu informieren…

  11. Zackbäm
    13. Juli 2017 at 11:41

    Es wäre schön, wenn dort mal was passieren würde, dann würde man als Fußgänger nicht mehr Gefahr laufen, von Radfahrern, die sich gern recht zügig auf dem Fußweg an der Haltestelle Bischofsplatz durchzwängen, umgefahren zu werden.

  12. nepumuk
    16. Juli 2017 at 16:03

    Die DNN zitiert nun den Baubürgermeister mit den 2 Wörtchen „soll“ und „nach“. Das ist de facto ein Paukenschlag, war ein Umbau des Bischofsweges über Jahre als „im Anschluß an die S-Bahn-Station“ eingetaktet. Nun „soll der Bischofsweg NACH der Köbrü“ drankommen. Damit sind auch die beiden kürzlichen Infoveranstaltungen zum Bischofsplatz obsolet. Alles bla bla, schade für Herrn Schade und echt mau für Frau Mau.
    Damit dürfte Zackbäm noch lange den widrigen Bedingungen an seiner Haltetstelle trotzen dürfen (sofern da nicht bald die Baustelle eh alles dicht macht).
    Weil also die Köbrü frühestens in 5 Jahren (+X) fertig werden soll, und alles Bischöfliche als erst anno dadernach käme, kann man etwa von ca. 6-10 Jahren ausgehen. Gibts weiter bissel Streß an der Köbrü – eher 10 Jahre.
    Weil das so ist, schließt der BauBM gleichmit eine jetzige Asphaltierung als zu teuer aus – lohnt nicht für das bissel Zeit. Offensichtlich wurden ihm seitens des Tiefbauamts „6-stellige Kosten“ kalkuliert.
    Über T30 wird kein Wort verloren.

    Wenn das in dem Tempo so weiter geht, ist sicher die Digitalisierung samt autonomem Fahren in 10 Jahren schon weit fortgeschritten, wie prophezeit wird. Zumindest ist mir jetzt schon schwindelig, ich denke ernsthaft an Komplettdenkmalschutz für Köbrü + Bischof inklusive Aufpflasterung auch der noch nicht großgepflasterten Bereiche. Sonst noch was? Ich leg mich mal wieder hin. tschükowski, nepu mit „u“.

  13. 16. Juli 2017 at 16:08

    So hatte ich das aber auf der letzten Infoveranstaltung auch schon verstanden.

  14. nepumuk
    17. Juli 2017 at 08:11

    Super. Jeder hört das, was er am liebsten hört. Dann ist ja alles gut. Hätte mir sonst Sorgen gemacht, daß die da in den nä. 5 Jahren anfangen.

    Nee, im Ernst, die Verwaltung konnte keine Aussage geben, ob vor oder nach der Köni. Man gab an, es – falls möglich – vor der Köni zu versuchen, was aber auch nicht ganz ohne sei. Versemmelt war die Chose ohnehin, es war seit zahlreichen Jahren nix über die Vorplanung hinausgekommen. Die Vorplanung wurde inzwischen erneut modifiziert, dann kam noch die Platzsache hinein. Es war nichtmal Geld da für die Hauptplanung – warum eigentlich? Zudem ist seit Längerem der bisher zuständige Herr Hübner im SPA ausgefallen (krank) – egal. Also daß hier was mächtig verzögert, war schon länger klar. Die Verwaltung sprach dennoch von „als bald als möglich“ – auch im Ortsamt. Es könnte vor oder nach der Köni sein – was soll eine Sachbearbeitungsebene auch anderes sagen. Gibt ein BauBM eine Meldung an die Medien, ist das quasi ‚amtliche Information‘ – insoweit war es für mich erstmalige Aussage, zudem von der Leitungsebene. „Soll … Nach …“ heißt: der Verwaltung wurde durch Prüfung klar, daß ein Bischof VOR der Köni im Prinzip nicht umsetzbar ist. Damit ist nun weiteres Verwaltungshandeln auf das Ziel „NACH der Köni“ fixiert.
    Der Punkt ist nun folgender: WENN die Verwaltung dies so behandelt, DANN ergibt sich ein Handlungserfordernis zur Entschärfung am Bischofsplatz. Was der BauBM hier aussagte, ist insoweit nicht konstruktiv, da er alles ablehnte. Sowas befürchtete ich ja vorab, aber das geht nicht. Lustig: im Prinzip nahm Lamontain die Antwort auf die neuerliche Prüffrage seitens RotGrün vorweg. Die spätere schriftliche Antwort mit der nur formellen „Unterschrift“ von OB Hilbert wird im GB6 erarbeitet und wird wohl nur eine Wiederkäuung von Lamos DNN-Gelaber sein.

    Puhh, immerhin soll ja mit der Köni ein Stück Bischopsgate schon drankommen.

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