Hilfe geht durch den Magen

Eine warme Mahlzeit am Tag – für die meisten selbstverständlich. Doch vielen Dresdnern fehlt das Geld, oder gar ein Dach über’m Kopf. Um diese Menschen kümmert sich die Suppenküche auf der Kamenzer Straße.

Seit nun drei Jahren kommt Alfred in die Suppenküche auf der Kamenzer Straße. Heute gibt es Königsberger Klopse.

Alfred gehört zu den Stammgästen von Anna Klawa (Mitte) und ihren Angstellten in der Suppenküche. Heute auf der Speisekarte: Königsberger Klopse.

Alfred kommt jeden Tag hier her. Sonst hat sich immer seine Frau um das Essen gekümmert. „Seitdem sie jedoch gestorben ist, komme ich in die Suppenküche“, erzählt der 74-Jährige. Er hat zwar eine Wohnung, jedoch weder eine Küchenzeile, noch großes Talent zum Kochen. „Und in meinem Alter lernt man ja nur sehr schwer.“ Alfred kommt gerne in die Suppenküche. Nun schon seit fast drei Jahren. Das sieht man ihm auch an. „Seit ich hier esse, habe ich sechs Kilo zugenommen“, erzählt er stolz.

In der Suppenküche gibt es günstiges Mittagsangebot für sozial Benachteiligte, immer ein Gericht für 1,50 und eins für 2,50 Euro. Voraussetzung ist der Nachweis der Bedürftigkeit, zum Beispiel mittels Dresden Pass oder Hartz-IV-Bescheid.

Katrin und Maik sorgen dafür, dass in der Suppenküche jeden Tag was Warmes auf den Teller kommt.

Katrin und Maik sorgen dafür, dass in der Suppenküche auf der Kamenzer jeden Tag was Warmes auf den Teller kommt.

Seit 1998 wird auf der Kamenzer Straße für Bedürftige gekocht. Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Verein Eibi (Europäisches Institut für Berufsbildung und Integration), der sich 1994 gegründet hat. Ziel des Vereins ist es, einerseits sozial schwachen Menschen auf ihrem Weg zurück ins Berufsleben zu helfen, andererseits Bedürftigen eine warme Mahlzeit anzubieten. Hierfür wurde die Suppenküche ins Leben gerufen. Hier bekommen jene, die jobtechnisch vom Weg abgekommen sind, eine zweite Chance. Für sechs Monate können sie bei Eibi in der Küche arbeiten. „Zwar nur auf Ein-Euro-Job-Basis, jedoch bekommen sie so wieder einen geregelten Tagesablauf und können sich aus eigener Kraft etwas dazuverdienen“, erklärt Anna Klawa. Sie koordiniert die Ausgabestelle der Kamenzer Straße.

Heute hat der Verein vier Ausgabestellen, auch in Pieschen und Strehlen. Finanziert wird das Projekt seit Beginn durch Sachkostenzuschüsse der Stadt Dresden.

Dresdner Suppenküche

  • Ausgabestelle Neustadt: Kamenzer Straße 27, geöffnet Montag bis Freitag 9:30 bis 16:30
  • Infos zum Verein und zu weiteren Ausgabestellen auf eibi-dresden.de
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3 Kommentare zu “Hilfe geht durch den Magen

  1. 17. August 2016 at 12:05

    Danke für den gelungenen, knackig-kurzen Artikel.

  2. Zackbäm
    18. August 2016 at 09:02

    Eigentlich schlimm, dass es in einem Land wie Deutschland so etwas gibt.

  3. CaLi
    18. August 2016 at 12:35

    Tolle Sache..ihr seid klasse! Weiter so!

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