Flüchtlinge auf der Balkan-Route

Flüchtlinge auf der griechischen Insel Chios - Foto: Paul Jeute

Flüchtlinge auf der griechischen Insel Chios – Foto: Paul Jeute

Unter dem Titel „Crossing Borders – Flüchtlinge auf der Balkanroute“ wird heute Abend in der Grünen Ecke am Bischofsplatz eine Ausstellung mit Fotografien und Texten des Dresden-Balkan-Konvois eröffnet. Musikalisch wird die Vernissage unterstützt durch die Dresdner Band „Patria Grande“.

Die Fotoausstellung gibt Eindrücke wieder, die einige Mitglieder des Dresden-Balkan-Konvois entlang der Flüchtlingsrouten auf dem Balkan gewonnen haben. Mit Bildern und Texten nehmen sie Stellung zu der Situation an den teils neu errichteten Grenzen. Grenzen, durch die Menschen in Lebensgefahr und Not gebracht werden. Grenzen, die mit Zäunen und Marinebooten geschützt werden. Aber auch Grenzen, die in den Köpfen der Menschen verankert sind, und die eine Einreise in sichere Staaten und gleichzeitig einen Austausch sowie ein mögliches Miteinander verhindern. Die Arbeiten sollen Widersprüche zeigen, die uns und unser Leben in Europa prägen, ein Europa der Freiheiten und Unüberwindbarkeiten.

Die Mitglieder der Initiative des Dresden-Balkan-Konvois engagieren sich seit nunmehr fünf Monaten entlang der Flüchtlingsrouten, um Not und Gefahren von den Geflüchteten vor Ort abzuwenden oder wenigsten zu minimieren: Denn sie sind der Überzeugung, dass mit Menschlichkeit und persönlichem Engagement europäische Werte gelebt und Grenzen überwunden werden können.

Mit der Ausstellung wendet sich der Dresden-Balkan-Konvoi an Sie mit der Bitte, sich an dessen Arbeit beteiligen und die Akteure vor Ort zu unterstützen. Spenden an: Kulturbüro Dresden, IBAN: DE54 8502 0500 0003 6007 04, BIC: BFSWDE33DRE, Verwendungszweck: Dresden-Balkan-Konvoi 2016.

    Ausstellung in der Grünen Ecke

  • „Crossing Borders – Flüchtlinge auf der Balkanroute“, Vernissage in der „Grünen Ecke“, Bischofsplatz 6, 01097 Dresden, Montag, 7. März, 19 Uhr, musikalische Unterstützung „Patria Grande“. Die Ausstellung ist bis Ende April zu sehen. Jeweils Montag bis Donnerstag 11 bis 16 Uhr.
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24 Kommentare für “Flüchtlinge auf der Balkan-Route

  1. toto
    7. März 2016 um 15:16

    Spannendes Thema.. insbesondere da es ja stellenweise unterschiedliche Begriffsinterpretationen gibt, welche anschließend zu Mißverständnissen im öffentlichen Diskurs führen.. Ich denke da an „Einreise“ = „Flucht“? „sicher“ = „gewaltfrei“?

  2. FranzFerdinand
    7. März 2016 um 22:00

    Sehr richtig, Toto: ebenso die Gleichsetzung aller Migranten als „Flüchtlinge“, wovor sind Marokkaner und Inder eigentlich geflohen? Zählt der Umstand, einfach besser leben zu wollen auch als „Fluchtgrund“? Wieso haben sich nie mit auch nur halbwegs ähnlichem Engagement, Menschen gefunden, um Notleidenden hierzulande zu helfen? Alleinerziehende Frauen, die auf Hartz4-Niveau ihre Kinder großziehen müssen oder um die Existenz kämpfende Einheimische haben jedenfalls noch nie ein Hilfskomitee entstehen lassen. Und da wundert Ihr euch über die entstehende Spaltung unserer Gesellschaft? Da wundert Ihr euch über hessische Wahlergebnisse?

    • Ecki
      8. März 2016 um 07:19

      FF, das ist wohl ein wenig von oben herab und inhaltlich daneben. In kaum einem anderen Land gibt es so gute soziale Sicherungssysteme wie in Deutschland. Wer das negiert, kämpft um des Kämpfens willen, aber nicht der Sache wegen.
      Und dann wage ich noch einmal zu erinnern an all die Flüchtlinge innerhalb Deutschlands vor dem Mauerfall. Da zählte für die meisten durchaus „der Umstand, einfach besser leben zu wollen, auch als Fluchtgrund“.
      Dass es alleinerziehenden Frauen und Männern sowie Hartz-IV-Empfangenden nicht rosig geht, streitet niemand ab. Aber allein, dass jemand „einheimisch“ wäre (was auch immer das sein soll), macht diese nicht zu bevorzuzugenden Menschen. Und bevor Sie nachfragen: auch nicht zu zu benachteiligenden.
      Aber mit solch verquassten Aussagen und Halbwahrheiten wie den Ihren gerät man viel eher in die Gefahr, eine Gesellschaft zu spalten.

    • 8. März 2016 um 07:29

      „wovor sind Marokkaner und Inder eigentlich geflohen? Zählt der Umstand, einfach besser leben zu wollen auch als ‚Fluchtgrund‘?“

      Ja, mein Lieber. Das zählt. So wie bei vielen Deutschen in Thailand oder Spanien.

      „Wieso haben sich nie mit auch nur halbwegs ähnlichem Engagement, Menschen gefunden, um Notleidenden hierzulande zu helfen?“

      Weil jetzt mehr tatsächlich Notleidende im Land sind als vorher. Aber Engagement gab es auch schon vorher. Hast du evtl. nicht mitbekommen…

      „Alleinerziehende Frauen, die auf Hartz4-Niveau ihre Kinder großziehen müssen oder um die Existenz kämpfende Einheimische haben jedenfalls noch nie ein Hilfskomitee entstehen lassen.“

      …weil es ihnen, gemessen am ABSOLUTEN Armutsbegriff (also im direkten Vergleich), eben BESSER geht!
      (Tafel, Obdachlosenunterkünfte, Hartz 4, und und und)
      Lebt ein/e Marrokaner/in oder ein(e) indische(r) Näher(in) auf Hartz-Niveau?

      „Und da wundert Ihr euch über die entstehende Spaltung unserer Gesellschaft? Da wundert Ihr euch über hessische Wahlergebnisse?“

      Nein! Unser Bildungssystem und die hiesige Medienlandschaft lassen etwas anderes nicht zu.
      Egoismus, Fremdenscheu und die Haltung „zuerst dagewesen“ zu sein, wundern mich nicht.

      Allzu menschlich bzw. tierisch.

    • 8. März 2016 um 08:51

      Unsere Gesellschaft, @FranzFerdinand, wird von Dir zu klein definiert. Sie ist viel größer als das Habsburger Gemächt, sie umfasst die ganze Welt.
      Die Dinge werden sich erst ändern, wenn auch der letzte Depp das kapiert hat – und momentan besteht da wenig Anlass zu Optimismus, da hast Du amüsanterweise sogar Recht.

    • toto
      8. März 2016 um 12:31

      @Ecki: „„wovor sind Marokkaner und Inder eigentlich geflohen? Zählt der Umstand, einfach besser leben zu wollen auch als ‚Fluchtgrund‘?“

      Ja, mein Lieber. Das zählt. So wie bei vielen Deutschen in Thailand oder Spanien“

      Naja, das ist ja das was ich weiter oben meinte – die Begriffsinterpretationen sind da stellenweise unterschiedlich. Ich würde statt „Fluchtgrund“ eher „Migrationsgrund“ sagen – und der gehört aus meiner Perspektive anders gesteuert als der (Asyl-)Fluchtgrund..

    • Ecki
      8. März 2016 um 14:42

      @toto: falsch Zitieren hat in Deutschland schon manche Karriere beendet…

    • toto
      8. März 2016 um 15:46

      @Ecki: Formalismus hin oder her, das sollte an der Stelle nun wirklich nicht stören :).. Nichts desto trotz bin ich auch an deiner Meinung interessiert, wie du die Begriffe deutest bzw. die augenscheinlich unterschiedlichen Beweggründe steuern würdest

  3. FranzFerdinand
    8. März 2016 um 08:26

    Es besteht kein Grund, gleich eine rassistische Haltung zu unterstellen: Wieso Menschen, die jahrzehntelang in Kassen eingezahlt haben jenen gleichgestellt werden, die NIE eingezahlt haben ist die Frage. Faktisch läuft das auf Ungleichbehandlung und „Inländerdiskriminierung“ hinaus! Egal ob Renten- oder Krankenkasse, ob Hartz4 oder Kindergeld. Alle diese Töpfe wurden von Menschen gefüllt, denen man immer erklärt hat, „mehr ist nicht da, begnügt euch mit dem Wenigen“. Jakob Augstein hat es im Spiegel letzte Woche auf den Punkt gebracht: die systemische Krankheit des Kapitalismus, die wachsende Schere zwischen arm und reich, die von SPD, CDU, Linken und Grünen nie wirklich bekämpft wurde, spielt jetzt den Rechten in die Hände. Unter dem Druck des rechten Pöbels könnte sich endlich die dringend reformbedürftige Sozialpolitik ändern, die die Etablierten so sträflich ignoriert haben. Und das es dann Typen gibt, die junge 25-jährige Männer aus Marokko meinen mit Kuscheltieren am Bahnhof begrüßen zu müssen oder Ihnen irgendwo in Ungarn sauberes Mineralwasser reichen zu müssen, damit sie die leeren Flaschen an der Strecke in Gebüsch werfen können – eine völlig absurde Perversivierung der sozialen Situation.

  4. 8. März 2016 um 08:58

    Hallo FranzFerdinand,

    Deine Kommentare weisen hochgradige Troll-Kriterien auf. Bitte beachte künftig bei Deinen Kommentaren Folgendes:

    1. Stelle keine Fragen, deren Antwort Du gar nicht hören möchtest.
    2. Behaupte keine Anschuldigungen gegen Dich, die nicht statt gefunden haben.
    3. Verwende keine substantivierten Neologismen, derer Du nicht mächtig bist.

    Den übrigen Kommentierenden empfehle ich ein gepflegtes Ignorieren, eine sinnvolle Diskussion mit Troll-Kommentatoren ist in der Regel nicht möglich.

    • Stefan E.
      8. März 2016 um 14:58

      Hallo Anton,

      die Art der Zurechtweisung an FranzFerdinand finde ich nicht angemessen bzw. an der Stelle auch einfach falsch. Weder in Bezug auf sein erstes noch auf sein zweites Posting. Was er in Form von Fragen formuliert hat, ist seine Meinung und wir sollten da nicht gleich im Affekt ihn in irgendeine Ecke stellen. Es ist eine Tatsache, dass eine Flucht nach Deutschland aus wirtschaftlichen Gründen weder im Rahmen der GFK oder gar über GG 16a abgedeckt ist. Letztes (Asyl nach GG 16a) ist ohnehin ein extrem seltener Fall, letztes Jahr wurden da sage und schreibe ca. 2.000 Fälle so entschieden. Aber diese nur am Rande. Und auch die GFK (Genfer Flüchtlingskonvention), nach dieser erfolgt in DE die häufigste Anerkennung als Flüchtling, spricht eben von direkter Einreise aus dem Fluchtland. D.h. rein aus Gesetzeslage hat niemand einen Anspruch, direkt nach DE als Flüchtling zu kommen. Außer natürlich es gibt entsprechende innereuropäische Beschlüsse, aber zu dem Thema ist mir meine Zeit zu schade, siehe dazu auch gestern.

      Bleibt also die Frage, ob wir aus Deutschland freiwillig und aus humanitären Gründen Flüchtlinge aufnehmen und in welchem Umfang. Und genau darüber gibt es in unserer Gesellschaft eben sehr unterschiedliche Ansichten, die eigenen sozialen Verhältnisse sind da sicher nicht unerheblich. Darauf hat FranzFerdinand auch, wie ich finde völlig zurecht, verwiesen. Oder wie genau erklären wir jemand in DE, dessen eigenes Einkommen nicht/kaum für den Lebensunterhalt ausreicht (eventuell nur mit Aufstockung/Wohngeld etc.), die Politik unserer Bundeskanzlerin. Es geht dabei nicht darum, ob ich diese richtig oder falsch finde, sondern nur darum, dass ich persönlich es diesen Menschen nicht erklären kann. Was im Ergebnis dann zum bekannten Ergebnis der Kommunalwahlen in Hessen führt, am kommenden Sonntag dann noch mehr davon. Darauf hat FranzFerdinand auch hingewiesen, hoffe das Entsetzen unserer etablierten Politiker hält sich nächste Woche in Grenzen. Vermutlich wird dann nur das übliche Geschwafel kommen wie „Wir müssen die Menschen besser erreichen, wir müssen mit ihnen reden“ …

      Um auf die Ausstellung zurückzukommen, natürlich ist es schlimm, was da mit den Flüchtlingen in Europa passiert. Allerdings muß man auch die Frage stellen dürfen, ob es zu ähnlichen Situationen gekommen wäre, wenn die EU ihre Außengrenzen konsequenter schützen würde bzw. die Flüchtlinge von Anfang an sinnvoll aufteilt und unterbringt. Wie eingangs gesagt, es gibt keine Grundlage, die Flüchtlinge dazu berechtigt, sich „ein Land in Europa auszusuchen“. Klingt schlimm, aber es ist so notwendig und sinnvoll. Was jetzt passieren wird, ist ein höchst zweifelhaftes Abkommen mit der Türkei und anschließend echauffieren wir uns über die dortigen Zustände und wundern uns über den Preis, den wir dafür zahlen mußten. Allerdings ist dies, aus meiner Sicht, wohl mittlerweile alternativlos. Für die Menschen, die mit völlig anderen Hoffnungen ihre Heimat verlassen haben, ist dies in der Tat bitter. Wer eine sinnvolle Alternative weiß, der kann sie gern kundtun. Allerdings sollte diese auch berücksichtigen, dass wir nächstes Jahr im Herbst wieder Bundestagswahl haben. Wenn das aktuell geplante Parteiverbot schiefgeht, könnte es sonst sein, dass eben diese Partei im schlimmsten Fall den in den Bundestag einzieht. Ich für meinen Teil möchte dies nicht.

    • 8. März 2016 um 17:02

      Hallo Anton,
      wo sind denn die Troll-Qualitäten von FF? Wenn seine Argumentation – die im Wesentlichen darauf hinaus läuft, dass Menschen, die hier schon lange wohnen, in Steuer- und Sozialkassen einzahlen und damit den Wohlstand erwirtschaften, ohne des es Garnichts zu verteilen gäbe, mehr Rechte haben als eben neu hinzukommende Menschen – falsch ist, dann ist unser GG und BGB ebenso „trollig“. Es würde ALLEN gut tun, das GG zu lesen (ganz und nicht nur Art 1-19), wenigstens mal etwas ins BGB zu schauen und sich mal mit den Grundlagen der Staatstheorien vertraut zu machen, auf denen unser Staat, wie die meisten anderen Staaten der Erde basieren.
      Bürgerrechte hatten schon IMMER etwas mit Macht zu tun – nur der Bürger, der bereit war, z.B. seine Stadt, Polis, Lehnsherren, Staat, Nation… mit seinem Leben zu verteidigen (Wehrdienst), mit Abgabe eines Teil seines Besitzen (Steuern) zu unterhalten und sich an der inneren Verwaltung zu beteiligen (passive und aktive Ämter, Wahlrecht, Schöffen u.v.a.m.) bekam Anteil an der Macht, d.h. er wurde vom passiven Objekt in einem Herrschaftsgebiet zum aktiven Subjekt, dass die geltenden Regeln mitbestimmen durfte. So ist es seit der Antike und darauf basieren bis heute die theoretischen Grundlagen modernen Staats- und Rechtswesens.
      Ist ja auch logisch, kennt jeder aus seiner WG: wer sich nicht am gemeinsamen Putzen, Kühlschrankfüllen usw. beteiligt, der wird eben von anderen Dingen ausgeschlossen. Und ein Gast in meiner WG, der sich nicht an der Miete beteiligt, entscheidet eben auch nicht mit, zu welchem Kabelanbieter gewechselt wird.
      Sozialleistungen sind wiederum keine Almosen, sondern durch die Einzahlung von Beiträgen erworbene Rechtsansprüche auf Unterstützung im Falle der Hilfsbedürftigkeit. (Deswegen ist Hatz IV so eine Schweinerei, weil es Millionen von Bürgern, die jahrelang in die Kasse eingezahlt haben (und deren Eltern, Verwandte usw. ja auch) gleichstellt mit Menschen, die selbst noch nie eingezahlt haben).
      In einer Zeit, wo dank des großen Wohlstandes unseres Landes (der nebenbei bemerkt zu größeren Teilen immer noch aus der direkten und indirekten Ausbeutung anderer Teile des Welt basiert) eben nicht mehr jeder arbeiten muss und trotzdem recht komfortabel leben kann (sei es aufgrund von Aktien, Erspartem, Eltern oder Sozialleistungen) wird schnell vergessen, dass Menschen, die Steuern zahlen müssen es nicht lustig finden, wenn ANDERE Gelder für was oder an wen auch immer verschleudern. Und wenn FF mal darauf hinweist, dass ist das einfach nur die Stimme der Realität, die viel zu selten in den Neustädter Elfenbeinturm dringt.

    • 8. März 2016 um 17:38

      @Holger und Stefan E. : Ich habe mich überhaupt nicht inhaltlich geäußert, einzig und allein die Form und Ausdrucksweise von FranzFerdinand haben zu der Erkenntnis geführt. Allerdings habe ich den Vorteil, mir relativ einfach alle Kommentare von ihm anzeigen zu lassen.

      Und ein ganz klares Signal für mich sind als Fragen verkleidete Unterstellungen, das Verwenden von verschiedenen Nicknames und natürlich das dauerhafte Wiederkäuen von Vorurteilen.

    • Toto
      8. März 2016 um 19:54

      @Anton: durch deine Empfehlung, FF zu ignorieren, gibst du allerdings nach meiner Wahrnehmung dennoch ein inhaltliches Statement ab. Selbst wenn du der Ansicht bist, die Statements wären Unterstellungen und Vorurteile, lass sie uns doch gemeinsam abbauen.. Ein Einsicht bzw. ein Umdenken, unabhängig auf welcher Seite, erreicht man aus meiner Sicht nicht durch Ignorieren..

  5. bautzner
    8. März 2016 um 09:10

    Eine sehr sehenswerte Dokumentation, bestehend aus Handyvideos von allen Fluchtrouten und Interviews, ist übrigens: ‚My Escape‚.

  6. Andreas
    8. März 2016 um 10:44

    @Anton: Ich finde es schon wichtig, dass z. B. Ecki „Franz Ferdinand“ widersprochen hat. Ignorieren ist nicht sinnvoll, weil sachlich Falsches sonst einfach stehen bleibt und von schlecht informierten Lesern des Blogs weiterverbreitet werden.

    • 8. März 2016 um 12:18

      @Andreas: Das Wesen eines Trolls ist doch, dass er nichts sachlich Falsches formuliert, der Troll bewegt sich in einer schwammigen Brühe. Ganz deutlich an FF’s erstem Kommentar zu erkennen. Gezielt provokante Fragen stellen, die den Eindruck vermitteln, er sei an Antworten interessiert.

  7. dd-jazz
    8. März 2016 um 12:46

    @Paligro:
    Warst Du denn jemals in den Problem-Ländern und bist deshalb so kenntnisbefreit von DEREN „Fremden-Scheu“?: Fremdenhass, Aggressionen, Abzockmentalität, Piraterei, etc. sind vorrangig (seltene Ausnahmen gibt es immer) dort vorhanden! Das Prinzip „je ärmer ein Land, desto freundlicher die Menschen“ ist eine Mär. Länder sind Opfer ihres eigenen Systems, wie nun auch unsere Gesellschaft und das Weltsystem.
    Bitte beschäftige Dich dringend praktisch mit einheimischen Betroffenen des zumehmend entmenschenden „Sozial-System Deutschlands“…, dann wirst Du die Ironie von FF verstehen können.
    Ich bin weder P.-_ida, noch A__+ N__-nah!, aber ein Mensch, der ebenfalls lieber interessiert und hinterfragend (und auch mal kontextprovokant) agiert, als mit solchen (Deinen und denen Anderer) herablassenden und bornierten „Totschlag-Argumenten“ zu marschieren (haha-„im Sinne des Guten!“)
    Zudem ist überhöhende Ironie ein Stilmittel, welches viele „Meinungsträger“ blindlings sofort persönlich (an)nehmen.
    #
    Was mich an den Debatten und der Medien-Manipulierung (damit meine ich NICHT DIE TIPPS durch das Neustadt-Geflüster) wirklich nervt, ist die sofortige Bissigkeit der „toleranten Selbstherrlichkeiten“ hier. Ist man nicht ausnahmslos dafür (wofür eigentlich? eine Willkommenskultur, die es für Europäer in diesen Ländern niemals gegeben hätte?), wird man sofort als intolerant abgestempelt. Das ist genauso unsäglich, als dass eine Freundin meiner Tochter schon öfer als (natur-) schwedenblonde, höfliche Frau als Nazi-Bitch bedroht und aggressiv bedrängt wurde (und wäre sofortiger Anlass für einige Migranten, Anzeige wegen Beleidigung zu erstatten) und junge Frauen zunehmend nicht mehr gern in hiesige Clubs gehen (schon vor den Silvester-Ereignissen!- aber schon zu meinen Studienzeiten wurde man bspw. von arabischen Studenten sehr unangenehm „charmiert“). Ich bin gern in Städten mit kultivierten, aufgeschlossenen und intelligenten Menschen aller Kulturen und ein gastfreundlicher Mensch. Dieses wird sich hier kaum entwickeln lassen, denn schon dem/im Neustadt-Geflüster fehlt eine meinungsdifferenzierende Toleranz…
    (ich hätte mir diesen Viertellöffel Meinungs-Senf gern verkniffen, aber einfältige (Kommentatoren-)Intelligenz finde ich noch schlimmer, als die dröge Dummheit des Sachsen-Sumpf)
    #
    ALLEN SCHWESTERN (mit und ohne Burka) WÜNSCHE ICH EINEN FÖRDERLICHEN INTERNATIONALEN FRAUENTAG! ;-)

    • 8. März 2016 um 20:21

      Auf so manchen, nicht nur Neustädter „Gutmenschen“ (was je Leute sind, die „Gutes“ tun wollen aufgrund zu viel Emotion, zu wenig Verstand, mangels Wissen, dafür umso mehr Vorurteile, auch positive Vorurteile bleiben Vorurteile) trifft dieser Satz gut zu:

      „Die größten Heuchler sind fraglos diejenigen, die offene Grenzen fordern: Insgeheim wissen sie, dass es dazu nie kommen wird, weil dies sofort eine populistische Revolte in Europa zur Folge hätte. Sie inszenieren sich selbst als schöne Seelen, die über der korrumpierten Welt stehen, aber letztlich wissen sie ganz genau, dass sie selber Teil davon sind.“

      Das ist von Slawoj Zizek (Der neue Klassenkampf, 2015, Ullstein), einem slowenischen Philosoph und international verlegtem linken Denker, der die „Flüchtlingskrise“ zum Anlass nahm, ein kleines, äußerst lesenswertes Buch zu schreiben und den Fokus mal von Symptomen auf Ursachen zu lenken, die leider in der deutschen Diskussion fast nirgendwo eine Rolle spielen. Als wenn die Flüchtlinge eine Naturkatastrophe wären, die wir irgendwie überstehen müssten. Nebenbei liest er als Linker mal den Linken kräftig die Leviten und entlarvt Naivität, bestehende Vorurteile und Ignoranz, wie man sie von vielen „Linken“ bzw. „Linksliberalen“ nicht nur in der Debatte zur „Flüchtlingskrise“ allzu oft hört und sich nur noch verwundert fragt, auf welchem Stern die leben… Natürlich gibt er auch ein paar Antworten, die humanistisch sind. Was mir im Zweifelsfalle immer noch lieber als „links“ ist.

    • 9. März 2016 um 12:38

      „Länder sind Opfer ihres eigenen Systems, wie nun auch unsere Gesellschaft und das Weltsystem.“

      Deine Haltung fusst auf genau diesem Missverständnis!

      „Länder“ (oder besser Menschen) sind Opfer Unseres Wohlstandes. Woher kommen die Metalle in Deinem Smartphone? Woher der Krafttstoff, der Unsere Öffis von A nach B bringt? Woher kommt das T-Shirt, das Du im Moment trägst? Wo machen Wir billig Urlaub?
      Woher kommen die Waffen in diesen „Ländern“? Woher die Panzer?

      Warst du denn schon dort? Ich möchte da momentan nicht hin, deshalb verstehe ich jeden, der her kommt ohne deutsch sein zu wollen UND finde keinen Grund ihm das zu verwehren. Ich nenne das Reisefreiheit und mir ist Wurst ob das so in der UN-Menschenrechtskonvention steht.

    • 9. März 2016 um 12:49

      „Warst Du denn jemals in den Problem-Ländern und bist deshalb so kenntnisbefreit von DEREN „Fremden-Scheu“?: Fremdenhass, Aggressionen, Abzockmentalität, Piraterei, etc. sind vorrangig (seltene Ausnahmen gibt es immer) dort vorhanden!“

      Falsch! Sie sind nicht vorrangig dort vorhanden sondern werden uns hier vorrangig so präsentiert. Das ist Doppelmoral! Was du beschreibst ist menschlich und hat weniger mit einer Herkunft zu tun als eher mit einer Situation.

      Nur weil hier alle Mitleid mit Uli Höneß haben, heißt das nicht, dass er nicht genauso korrupt und moralbefreit ist, wie der bestechliche Beamte aus Bagdad.

  8. HinzundKunz
    8. März 2016 um 17:16

    @Stefan E. Oh doch!
    Solche Leute sind doch nicht ganz in Ordnung. Das sie keinerlei Einsicht in ihr Krankheitsbild zeigen, einer Form von dissozialer Persönlichkeitsstörung, liegt wohl in der Natur der Krankheit. Immer nur ich… ich… ich… hahaha! Tja, lässt er sich nicht behandeln, wird sein Leiden für ihn in den nächsten Wochen und Monaten sicherlich auch noch körperlich erfahrbar werden!
    Ist ja gar nicht so selten, dass Menschen ihren aufgestauten Ärger (egal wie widerlich die zugrunde liegenden Annahmen, die aufgrund eines Verständnisdefizites der geopolitischen Situation auftreten, auch sind) irgendwann als psychosomatisch bedingten Phantomschmerz erlebten.
    Im Ernst, wer sich Rassismus und Fremdenfeindlichkeit hingibt, ist entweder empathielos, trägt also eher psychopathische Züge, oder er ist zu faul zum Denken bzw. er belügt sich selbst.
    Diese Lüge entsteht, indem er „unser“ Wirtschaftssystem und „unseren“ Lebensstandard als etwas Losgelöstes vom Rest der Welt betrachtet und dann vielleicht sogar noch als absoluten Gipfel der persönlichen Arroganz bzw. Ignoranz behauptet, wir hätten uns das hier alles selbst geschaffen/erarbeitet. Die Sichtweise dieses Franz (Clown?) Ferdinand geht stark in diese Richtung, ist also großer Bullshit.

    „Auf den Nationalismus berufen sich alle, die menschliches Elend verursachen und ausnützen.“ Heinrich Heine

    • Stefan E.
      8. März 2016 um 18:36

      @HinzundKunz Wo, wann und von wem unser Wohlstand erarbeitet wurde, ist sicher nicht in diesem Beitrag zu klären, aber nur allein zufällig ist es dazu sicher nicht gekommen. Ja, der Wohlstand basiert auch nicht unwesentlich auf der Unterdrückung bzw. dem Ausnutzen anderer Völker, so ehrlich muß man dann auch sein. Schon allein deshalb bin ich zwingend der Meinung, dass wir (und damit meine ich alle reicheren Ländern) sehr deutlich helfen sollten, wo es möglich ist. Allerdings bin ich dafür, dass wir es eben auch unterlassen, Konflikte in der Welt zu schüren bzw. zu unterstützen (Stichwort Waffenexporte usw.).

      Was mich an Deinem Beitrag stört, ist der Hinweis auf „Rassismus und Fremdenfeindlichkeit“. Ab wann gelten diese beiden Begriffe? Sobald jemand sagt, dass er nur für eine begrenzte Aufnahme von Flüchtlingen ist? Da wird es jetzt aber eng, weil mehr oder weniger verklauseliert sagen dies mittlerweile viele Spitzenpolitiker in DE. Zumindest für mich ist es nichts anderes, wenn wir der Türkei Milliarden geben, damit die dort Grenzen dichtmachen bzw. die Flüchtlinge zurücknehmen, die es über das Mittelmeer geschafft haben. Ja, auf dem Papier haben wir dann keine Obergrenze eingeführt, aber wir sorgen damit dafür, dass es niemand/wenige bis zu uns schafft. Überhaupt finde ich das schon ziemlich schizophren, im letzten Jahr wird deutlich darauf hingewiesen, dass es ein humanitärer Imperativ ist, dass wir die Flüchtlinge aufnehmen, heute sorgen wir dann dafür, dass die Menschen es überhaupt nicht bis zu uns schaffen können. Also wo ist da jetzt die Humanität? Und wo ist der Aufschrei der Willkommenskultur vom letzten Jahr? Oder war die zeitlich befristet? Und wo sind eigentlich die Massnahmen zur Ingration? Oder gilt jetzt doch, was Frau Merkel in Neubrandenburg gesagt hat? Sorry für die Fragen, aber für mich ist es doch ziemlich widersprüchlich, was da gemacht wird. Würde mich freuen, wenn unsere Politiker – nicht nur Frau Merkel – da mal „den Arsch in der Hose“ hätten und sagen, dass man heute einige Dinge grundlegend anders sieht als vor einem Jahr noch.

  9. SHARP
    9. März 2016 um 11:40

    @ Stefan E. & Holger,
    Dank für eine differenzierte Betrachtung, leider ausgesprochen ungewöhnlich im aktuellen öffentlichen Diskurs (scheint ja sonst nur „Schwarz“ oder „Weiss“ zu geben).
    Weiterhin vielen Dank für den Buchtip (Holger), das werde ich mir wohl mal gönnen.

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