Grüne: Marx soll nicht mehr planen

Seit mehr als 20 Jahren fast unverändert, die Königsbrücker Straße. Foto: Archiv - Lothar Lange
Seit mehr als 20 Jahren fast unverändert, die Königsbrücker Straße. Foto: Archiv – Lothar Lange
Wie heute in den Dresdner Neuesten Nachrichten berichtet wird, will die Stadtverwaltung bis zum Jahresende die Genehmigungsplanung für die Sanierung der Königsbrücker Straße vorlegen. Darauf reagieren die Grünen sofort und werfen dem verantwortlichen Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) vor, dass er mit diesen Planungsleistungen unnötig Steuergelder verschwende.

Nach Ansicht der Grünen wird die neue Stadtratsmehrheit so schnell wie möglich dafür sorgen, dass die Variante 7 der Stadtverwaltung vom Tisch kommt, das hätten Grüne, SPD und Linke bereits vor der Wahl klargemacht.

Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, Margit Haase: „CDU und FDP haben mit ihrer Mehrheit seit acht Jahren eine zügige Sanierung verhindert.“ Nun müsse auch die Zeit da sein, um eine vernünftige Variante auf den Weg zu bringen, die auch die Einwände der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) gegen die bisherige Planung berücksichtigt. Die Grünen wollen ab September dafür sorgen, dass die „Königsbrücker“ zügig und vor allem stadtteilverträglich saniert werde.

7 Kommentare zu “Grüne: Marx soll nicht mehr planen

  1. Angesichts der neuen Mehrheit, die ausgehend der Aussagen vor der Wahl auch stark gewillt ist einen neuen Beschluss zu fassen, erscheint mir die Forderung von Haase sinnvoll. Frage mich allerdings in welcher Arithmetik eine Nicht-Mehrheit (32 Sitze) eine Mehrheit (36 ist die Grenze) ist.

  2. VÖLLIGIGER BLÖDSINN DIE GRÜNEN SCHMEISSEN DAS STEUERGELD JETZT WIEDER RAUS MIT VOLLEN HÄNDEN ARMES DRESDEN KANN ICH DA NUR SAGEN! DER VERKEHR NIMMT ZU UND DIE GRÜNEN BAUEN DIE STRAßEN ZURÜCK TOLLE AKTION!

  3. Ey Manfredo, ich glaub deine Tastatur muss mal zum PC-doktor. Ich lese da nur unverständliche Grütze und ausserdem scheinen die Buchstaben viel größer als sonst. Hoffentlich nix ernstes, gute Besserung.

  4. @ Manfred: Durch Großschreibung werden Behauptungen nicht wahrer.

    Schau mal in den Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Dresden – dort wurden Szenarien für 2025 gerechnet. Siehe da (ab S. 47): der Kfz-Verkehr nimmt in 4 von 5 Szenarien ab/ das eine Szenario mit (leichter) Zunahme hat so dermaßen realitätsferne Annahmen, dass es nicht kommen wird.

    Die Gründe für die Abnahme (Alterung und Einwohnerrückgang in umliegenden Gemeinden) erscheint plausibel. Jetzt kannste weiter durch Dein Eigenheim auf der grünen Wiese toben – aber die Einwohner der Stadt freuen sich durchaus über weniger Lärm und Abgase. Zumal ja für 180 Mio Euro (!!!) eine Brücke gebaut wurde, die alles besser machen sollte. Dann soll sie es auch langsam mal tun!

  5. Ach ja, die Verkehrsprognosen :)
    Die TU Dresden hat dazu mal ne Untersuchung gemacht – durchschnittlich lag der Wert bei vergangenen Verkehrsprognosen 1/3 über der Realität!
    Natürlich nimmt der Anteil des Kfz am Gesamtverkehr ab, junge Leute in der Stadt möchten gar kein Auto mehr besitzen, CarSharing, ÖPNV und nicht zuletzt das Fahrrad sind weitaus flexibler und billiger. Vielleicht wird sogar mal das DD-Kennzeichen abgeschafft, mhm :)

  6. Die im Artikel angesprochenen „Einwände der Dresdner Verkehrsbetriebe“ sind u.a., dass an der Schauburg die Schienen auf der Linksabbiegerspur geführt werden (zu sehen auf dem dritten Animationsausschnitt auf http://www.neustadt-ticker.de/29216/aktuell/foto/koenigsbruecker-plan-erklaert). Wenn den DVB dort also entgegengekommen wird, dann heißt das entweder, dass eine weitere KFZ-Spur hinzukommt oder dass an dem Knotenpunkt Königsbrücker/Bischofsweg sowohl Links- und Rechtsabbieger als auch Geradeausfahrer sich eine Spur teilen müssen.
    Die Linksabbiegerspur wurde auf Wunsch vieler Anwohner aus dem Hechtviertel extra eingeführt, um die Angst vor Schleichverkehr durch die Tannenstraße zu verringern.
    Um den DVB entgegenzukommen, müssten KFZ-Spuren und Schienen überall getrennt verlaufen. Dies lässt sich mit einer geringeren Straßenbreite für eine zentrale Nord-Süd-Tangente wohl schlecht verbinden.
    Die Variante 7 ist eine Planung, in der alle Verkehrsteilnehmer gerecht und ausreichend bedient werden. Vor allem für mich als Fahrradfahrer und ÖPNV-Nutzer ist die Variante mit ihren ca. 2m breiten Fahrradstreifen auf beiden Seiten und der teilweisen Trennung von KFZ- und ÖPNV-Spur von Vorteil. Dass auch viele Menschen auf ihr Auto (noch) nicht verzichten wollen und können, kann ich gut verstehen. Auch darauf gilt es Rücksicht zu nehmen.

  7. Egal wie, der Neuausbau der Königsbrücker Straße wird ein Kompromiß sein, bei dem nicht alle Interessengruppen zu 100% zufrieden seien werden – das geht aufgrund der räumlichen Zwänge und der teils konträren Interessen nicht. Dass ein neuer Stadtrat alte Beschlüsse, insbesondere solche, die ohnehin kontrovers sind, noch einmal überprüft, halte ich im übrigen für einen ganz normalen demokratischen Vorgang – so etwas passiert eher noch viel zu selten.

    Tendenziell nimmt der MIV ab (und ist meines Erachtens sowieso keine zukunftsweisende Technologie). Da wäre es unsinnig, Ausbaustandards beizubehalten, die wie vor 20 Jahren von einem beständigen Wachstum ausgehen. Natürlich wird MIV für viele Menschen auf lange Sicht unverzichtbar sein, aber es wird insgesamt weniger, gerade in dicht bebauten Stadtquartieren ist das ja heute schon unverkennbar.

Kommentieren gern, aber bitte recht freundlich.

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